Eintagsfliege: Einfaches Orgelstück...

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Rodrigo

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Halihalo,


Ich bin Orgelanfänger, habe auch noch nie an einer Orgelgespielt, habe aber demnächst (ca. in einem halben Jahr) die Möglichkeit auf einer Orgel zu spielen.

Also bin ich auf der Suche nach mehreren (kurzen) Orgelsück die sehr einfach sein sollten, was zumindestens die Pedalen betrifft und die man in ca 1/2 Jahr lernen könnte.

Ich habe momentan nur die möglichkeit am Klavier zu üben, das Pedal müsste ich dann wohl irgendwie vom Blatt abspielen, bin mir aber nicht sicher ob das gleich geht, vielleicht gibt es auch etwas wo es kein (oder nur 1 bis 2 Noten im) Pedal gibt.

Desweiteren machen mir die Register sorgen... was muss man denn da beachten damit es klingt? Gibt es so eine Art Grundrezept das immer funktioniert?
Was muss man bei der "inbetriebnahme:?" der Orgel beachten, es ist ein sehr altes aber restauriertes Instrument...?

Naja ich bin euch sehr dankbar wenn ihr mir helft... auch fals ich wiedermal einen (oder mehrere) Threads nicht gesehen habe die das Thema schon behandeln :oops:

PS.: Muss jetzt schnell ins Bett^^

MFG
Rodrigo
 
musiküsse

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Na, dann schlaf mal gut - bzw Guten Morgen!

Altes Instrument heißt dann wohl auch ungleichstufige Stimmung? Dann ist die Auswahl der Moderne bzw Spätromantik ja schonmal hinfällig.

Es gibt auch viele Werke die nur manualiter (= nur mit den Händen) zu spielen sind. Ich arbeite grad u.a. an der Choralpartita "Ach wie nichtig, ach wie flüchtig" von Georg Böhm. Die Kunst dabei ist, jede Partita in einer entprechenden Registrierung erklingen zu lassen.

Bach-Präludien (z.B. das c-moll BWV 999) können auch auf der Orgel toll klingen.

Ansonsten wäre da noch die "berühmten" (für Orgelschüler zumindest) Acht kleinen Präludien und Fugen zu nennen. Da gibt es sehr einfache (F-Dur und g-moll - zumindest die Präludien davon), auch das a-moll aus der Sammlung ist schnell machbar, wenn man sich eines Tricks in der Fuge zu Nutze macht - das Thema, welches im Pedal kommt, in der linken Hand zu spielen und erst den langen Orgelpunkt am Ende ins Pedal zu nehmen (evtl nur über eine Koppel ohne eigenständige Registrierung des Pedals).

Weiter wäre da zu nennen: Pachelbel und weitere Barock-Komponisten Mittel- und Süddeutschlands sowie Italien und Frankreich. Warum? Die Orgeln zu jener Zeit hatten kein eigenständiges Pedalwerk, sondern nur ein sog. angehängtes Pedal. Somit gibt es viele Werke, die nur Stütztöne im Pedal haben. Dafür haben die Hände aber zu tun ;-)

Die Frage der Registrierung: Erlaubt ist, was klingt. Es gibt jedoch einige Grundsätze, die man beachten sollte: Flötenstimmen und Prinzipale sollten zusammen vermieden werden. Es bringt nichts an Dynamik, wenn man mehrere 8'-Register (die Normallage) zusammen zieht - eher wird alles sehr undeutlich.

Das Thema kann ins Unendliche ausgewälzt werden....

Gruß,
Sascha
 
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Rodrigo

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Guten Morgen^^,

Ersteinmal nochmal zur Orgel:

Es ist eine "Zuberbier-Orgel" aus dem Jarhe 1754.
Ich hänge noch eine Graphik an, leider ist diese aber sehr schlecht da eigentlich das Fotografieren verboten ist und ich die schnell illegal gemacht habe :floet:

Deine Stückempfehlungen sind echt top. Danke!

Vielleicht kannst du mir ja mithilfe der Abb. noch was zum Registrieren sagen, die Orgel ist ja sehr klein und viele Register scheint sie auch nicht zu haben.

MFG
 
musiküsse

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Es ist eine "Zuberbier-Orgel" aus dem Jarhe 1754.
Ich hänge noch eine Graphik an, leider ist diese aber sehr schlecht da eigentlich das Fotografieren verboten ist und ich die schnell illegal gemacht habe :floet:

Toll, wenn sie ordentlich restauriert worden ist! Auch da kann man viel falsch machen.

Vielleicht kannst du mir ja mithilfe der Abb. noch was zum Registrieren sagen, die Orgel ist ja sehr klein und viele Register scheint sie auch nicht zu haben.

MFG

Also entweder habe ich was auf den Augen, oder sie ist nicht da, die Abb.

;-)

Gruß,
Sascha
 
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Rodrigo

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Sorry ich habe offensichtlich was mit dem Gedächtnis; liegt ggf. daran: :geige:

gerade beim Klavierüben ist es mir eingefallen das ich die Grafik vergessen habe... hier ist sie nun also:

MFG
 

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musiküsse

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Aha, die Zuberbier-Orgel der Schlosskapelle Köthen. Leider kann ich auf dem Bild keine Disposition erkennen und google half mir auch nicht weiter.

Wenn Du also die Dispo nennen kannst, dann können wir Dir mit Sicherheit ein paar Registrierungstipps für die Orgel geben.

Gruß,
Sascha
 
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Rodrigo

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ok ich bin gerade dabei die Disposition herauszufinden ;)

Wenn ich sie dann weiß gebe ich sie durch.

MFG & Thx
 
Axel

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Hallo Rodrigo,

wichtig wäre noch, welchen Tastenumfang die Orgel hat. Mit historischen Instrumenten kann da eine böse Überraschung entstehen, z. B. mit kurzer Oktave. Stimmung ist auch interessant, bei mitteltöniger Stimmung klingen manche Tonarten gruselig, die sollte man dann vermeiden.

Grüße
Axel
 
Guendola

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Noch was zum Pedalspielen: Man darf das nicht unterschätzen! Abgesehen davon, daß die Füße die richtigen Töne treffen müssen, sollte auch die jeweilige Tonlänge stimmen. Ein zusätzliches Problem ergibt sich daraus, daß viele Orgelbänke nicht verstellbar sind und man erstmal lernen muß, beim Pedalspiel die Balance zu halten, ohne daß man sich festhält oder es hörbar ist (musikalisch).

Deswegen würde ich Stücke empfehlen, die entweder ganz ohne Pedal auskommen oder nur Orgelpunkte haben - also im Pedal nur ganz wenige Töne, die lange ausgehalten werden.

Buxtehude hat sehr nette Orgelmusik ohne Pedal geschrieben, Alkan auch. Barcarolle von Alkan klingt auf Orgel auch sehr gut. Werksnummern kann ich leider nicht nennen, da ich die Noten in den diversen Fächern "meiner" Orgel gefunden habe, und da komme ich im Moment nicht ran. Und dann wären da ja z.B. noch diverse Fugen und Inventionen von Bach.

Aber vielleicht findest du ja in einer anderen Kirche eine Orgel, auf der du zwei bis dreimal die Woche üben könntest, dann kannst du auch etwas mehr pedalieren.
 
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Rodrigo

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Also nach einigengen Schwierigkeiten meinerseits habe ich nun die Disposition erhalten:

1754 Johann Christoph Zuberbier

Manual: Gedackt 8
Gedackt 4
Prizipal 2
Quinte
Mixtur
Sifflöte 1
Kanaltremulant
C8ohne Cis) bis c'''
Pedal. angehängt, C (ohne Cis) bis c'

ca. 4 Oktaven

a= 468 Hz


@ Axel: Habe gleich die Oktavenanzahl mit in Erfahrung gebracht.

@ Guendola: Hmm ich bin mir wieder etwas unsicherer geworden ob ich wirklich gleich Bach spielen soll... ich werde deine Empfehlungen mit in meine Auswahlliste aufnehmen.

Also das Hauptproblem ist aber erst noch die Registrierung...
Danke für eure Hilfe!

MFG
 
Axel

Axel

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Hallo Rodrigo,

im Prinzip kannst du das mit dem Pedalspiel stecken. Das Pedal hat keine eigenen Register, man wird also nicht hören, ob du die Töne mit der linken Hand oder dem Pedal spielst, der Klang ist der gleiche. Einziger Zweck dieses angehängten Pedals: Du kannst bei Akkorden (z.B. am Schluss) die nicht "greifbar" sind, den tiefsten Ton ins Pedal nehmen.

Mit einem schönen barocken manualiter Stück trifft du sicher eine gute Wahl. Die Tonart sollte nicht zu exotisch sein. Es könnte sein, dass die Orgel eine historische Stimmung hat. In diesem Fall würde dir as-moll die Schuhe ausziehen. ;-)

Was ist dir konkret bei der Registrierung unklar? Wenn du eine Vorstellung hast, welche Stücke es sein sollen, geben wir unser Bestes. Allzu viele Möglichkeiten gibt es ja nicht.

Spielst du alleine? Bei Zusammenspiel mit anderen Instrumenten müsstest du 1/2 Ton nach unten transponieren.

Viele Grüße
Axel
 

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Rodrigo

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Endlich habe ich Zeit gefunden zu Antworten,

ich bin mir jetzt wieder etwas unklarer geworden welches Stück ich nehem soll.
Ist den das F-Dur bzw. g-moll Präludium nun gut darauf zu spielen?

Ich mache mir langsam auch sorgen das ich das Pedal nicht gleich abspielen kann, vielleicht habt ihr nochwas manuliertes, oder was mit nur einem einfachen Basston wo es nicht auffällt wenn ich ihn nicht immer mitspiele?


Noch eine Frage: Ist es bei der Orgel so das wenn man einen Ton im Pedal spielt auch die jeweilige Taste im Manual "gedrückt" wird?

MFG
 
Axel

Axel

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Hallo Rodrigo,

welches F-Dur oder g-moll? Aus den 8 kleinen von Bach oder nicht Bach? Ich denke, das tut sich nichts, der Charakter der Stücke ist einfach gegensätzlich.

Ich würde davon ausgehen, dass man einen Pedalpart grundsätzlich nicht(!) einfach so abspielen kann, wenn man das noch nie gemacht hat. Ich würde dir empfehlen, in einem Buch mit barocken Klavierstücken etwas nettes herauszusuchen. Das kannst du zu Hause vorbereiten.

An Orgelstücken könntest du Domenico Zipoli oder etwas englisch-barockes versuchen (Old English Organ Musik for manuals). Auch Pachelbel ist oft eine gute Wahl. Guck mal auf einer bekannten kanadischen Seite ;), da gibt es viel als Download. Auch unter www.kantoreiarchiv.de gibt es schöne manualiter Stücke.

Wie gesagt, an dieser Orgel fällt es nicht auf, ob du mit oder ohne Pedal spielst, da keine eigenen Pedalregister da sind. Das hier nur die Manualtaste durch das Pedal betätigt wird, ist der Sonderfall des angehängten Pedals. Das ist bei größeren Orgeln nicht so. Man kann dann die Pedalregister alleine spielen und bei Bedarf dann eine Koppel Manual an Pedal einschalten, dann zieht es im Manual wieder mit.

Grüße
Axel
 
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Rodrigo

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Ich werde wohl zum Testen erstmal das Notenbüchlein für A. M. Bach nehmen, was ja einfach zu spielen ist, nich einen riesiegen Tonumfang hat und "außergewöhnliche Tonarten" sind eigentlich auch nicht drin.(und ich kann es schon :D)

Das Problem mit den Registern habe ich aber immernoch...

Was wäre eine mögliche Zusammensetzung der Register?
Was ist nicht mögelich etc..
Welche Grundlagen sollte man wissen?

MFG
 
Axel

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Hallo Rodrigo,

ist dir das Fußtonprinzip klar? Also, das Gedackt 8' hat Klavierlage, auf c1 klingt auch c1. Ein 4' klingt eine Oktave höher, also auf c1 klaingt real c2. Der 2' ist 2 Oktaven höher, der 1' sogar 3. Auf der Quinte erklingt auch auf Taste c ein g. Welche Lage hat die? 2 2/3'?
Das heißt, du wirst wohl bei fast allen Möglichkeiten das Gedeckt 8' als Grundlage brauchen. 4' alleine alleine geht auch, das klingt dann, na sagen wir "niedlich". 2' oder 1' alleine geht nicht. Die könnte man in Verbindúngen brauchen, wo sie Helligkeit geben: 8+2 oder 8+1 oder 8+4+1. Einen vollen Orgelklang erreichst du mit 8+4+2+Quinte+Mixtur.

Schöne Grüße
Axel
 
 

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