Einfachste Ungarische Rhapsodie?

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Luca_2

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Hallo ich würde gerne eine ungarische Rhapsodie von Liszt spielen und würde am liebsten mir der Leichtesten starten. Welche ist denn eurer Meinung nach die Leichteste?
 
A

Alter Tastendrücker

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Die beiden leichtesten sind die Nr. 3 und die Nr. 5.

Beide haben aber keine virtuosen Abschlüsse!
Die 1. Ist lang und nicht extrem schwer.
Im anderen Faden wurde die 11. erwähnt, aber all diesen Werken hängt die Schwierigkeit stark von der Geschwindigkeit ab, mit der insbesondere der virtuose Schluss gespielt werden soll.
Lohnend ist auch die recht einfache 'Puszta Wehmut' eine Art kleine Ungarische Rhapsodie!
 
.marcus.

.marcus.

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Mal ne dumme Frage: Wie schwer ist denn die Nr. 12? (und nein, ich schlage die nicht als eine "leichte" vor). Ist die so schlimm, wie sie sich anhört?

lg marcus
 
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Alter Tastendrücker

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Die 12. ist wirklich schwer. Sehr unterschiedliche Formen und Aufgaben.
 
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Luca_2

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Wie schwer ist denn die Nr 8?
 
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Alter Tastendrücker

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Das ist bei den Rhapsodien - und ähnlich bei vielen virtuosen Werken - sehr vom Tempo und der beabsichtigten Wirkung - abhängig.
Als Beispiel die vierte Rhapsodie, die ich ziemlich häufig als Zugabe gespielt habe: wenn die Triolen Verzierungen und die ganzen in kleinen Noten gedruckten Passagen wirklich brillant sein sollen und die Oktaven am Ende mit Viertel = 132 oder schneller gespielt werden sollen ist dieses recht übersichtliche Stück doch ziemlich schwer! So ist es bei fast allen Rhapsodien, mit Ausnahme von den Nrn. 3 und 5 und mit Einschränkung der von mir trotz der Länge sehr geschätzten ersten.
 
Pianojayjay

Pianojayjay

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Für mich erarbeitet bereits zu Schulzeiten Nummer 3, ist machbar. 6 geht auch wenn man einmal die Oktavtechnik raus hat. Mein Favorit: Nummer 14, habe ich bereits gelernt, werde ich irgendwann auch ins Konzertprogramm aufnehmen. Ist lang aber auch machbar!
 
rolf

rolf

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@Pianojayjay ...die Nr.6 bei der Frage nach der einfachsten zu erwähnen, das ist schon sehr feinsinnig...…. :lol::lol::lol::lol::lol::lol::lol:
 
Pianojayjay

Pianojayjay

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@rolf die sechste ist zwar gefährlich in puncto Sehnenscheidenentzündung, ansonsten aber meines Erachtens nicht so schwer wie viele andere. Ist aber doch sehr subjektiv
 
rolf

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@Pianojayjay aha, sehr erhellend, aber sag: wenn "viele andere" laut deiner kundigen Einschätzung schwerer sind, welche schlimmeren Gefahren als Sehnenscheidenentzündung lauern dann dort? Kriegt man vom Pester Karneval die Leischmaniose oder so? :lol::lol::drink:

nochmal: hier war nach der einfachsten gefragt - muss man dir das Adjektiv einfach erst erklären, samt Komparativ und Superlativ?
 
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Alter Tastendrücker

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die sechste ist zwar gefährlich in puncto Sehnenscheidenentzündung, ansonsten aber meines Erachtens nicht so schwer wie viele andere. Ist aber doch sehr subjektiv

Die 6. Rhapsodie ist tatsächlich ein Spezialfall.
Die Sehnenscheidenentzündung ist weniger das Problem, als vielmehr allerhand nette Überlasterscheinungen, wenn die jemand mit dem nötigen Fanatismus übt, der die spezifischen Voraussetzungen für dieses Stück nicht mitbringt. Also, was sind die Anforderungen:
Der 1. Teil ist wenn man sicher, entspannt und mächtig große Akkorde spielen kann nicht schwer. Die abschließende Roulade kann mann gut und brillant mit alternierenden Händen machen.
Der 2. Teil ist im Tempo und rhythmisch lebendig schon aufwändiger: und für die Dezimen der LH braucht man entweder große und elastische Hände oder ein geschicktes Arrangement.
Der langsame Teil ist wenig schwierig in technischer Honsicht und im Vergleich zur früheren Fassung ( ich glaube in der 'Rumänischen Rhapsodie' View: https://youtu.be/Fx78Hx37c-w
ab etwa 1:45) sehr abgespeckt. Der Übergang zum Schlussteil ist je nach Tempo und Verteilung auf die Hände mehr oder weniger schwer.
Und dann kommt der abschließende Oktavenritt.
Für eine kleine Gruppe von jungen Pianisten mit stählern-elastischen nie ermüdenden Handgelenken und sehr schnellen Reflexen ist das ein Spaß! Für alle anderen peinlich und belastend. Es gibt kaum ein anderes Stück, dessen befriedigende Aufführung derart extrem von (überwiegend angeborenen) Faktoren abhängt.
Ich weiss wovon ich rede, ich selbst habe das Stück zig Mal als Zugabe oder Programmabschluss gespielt und fand es tendenziell leicht (intellektuell geradezu primitiv); ich habe aber auch immer wieder erlebt, wie überforderte Pianisten mit rot ablaufenden Köpfen verzweifelt versuchten die letzten Seiten zu überleben. Die Alternative ist: locker oder peinlich!
Andere sehr schwere Rhapsodien (Nr. 2, 9, 12) sind in ihren Anforderungen vielfältiger und fleißigem Üben eher zugänglich.
Ich mag inzwischen als Alternative zur 6. die 4. Rhapsodie!
 
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rolf

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es ist ein populärer Irrtum, restlos alle Lisztschen Zirkusnummern für "intellektuell primitiv" zu halten: so wird gerne kaschiert, wie irre schwer der Zugang zu diesen ist (a la "leicht zu kapieren, aber lästig akrobatisch") - gerade in der 6. Rhapsodie (wie auch in Rigoletto, Aida) ist es ganz anders!
Allein der deklamatorische langsame Abschnitt ist paradigmatisch: ohne Musik wie diese, gäbe es keinen Csárdás in der Fledermaus (was das alles impliziert, ist zu umfangreich für diesen Plauderfaden) und wenn man die typischen Verzierungen (klein gestochen) nicht stilistisch sinnvoll spielen kann, sondern durchrasselt, ist das ganze lächerlich; des weiteren ist gerade hier (wie bei Strauß jun.) die Tempogestaltung ohne Verlust des wiederzufindenden Grundpuls bei weitem nicht jedem gegeben...
Der 1. Teil ist schwierig wie Chopinscherzi (wer die nicht kann, braucht hier gar nicht erst anfangen)
...ohne Dezimen taugt der 2. Teil nix
und der letzte Abschnitt ist eine berüchtigte Zumutung, die überzeugend nur wenigen gelingt
Die komplette Rhapsodie ist ein virtuoser Brecher.
 
A

Alter Tastendrücker

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ist ein populärer Irrtum, restlos alle Lisztschen Zirkusnummern für "intellektuell primitiv" zu halten: so

Entschuldige die Wortwahl, ich hatte mehr ans Auswendiglernen gedacht.
Ich bin mit Dir völlig einig, dass das Improvisatorische, ebenso wie das tänzerische eine hohes Mass an kontrollierter Freiheit braucht.
 
rolf

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tänzerisch passt prima zu den mus. Anforderungen der 6. Rhapsodie!

und was noch hinzu kommt: sie ist ein großer, genialer "Spaß", durchaus spielerisch-heitere "Musik über Musik" - nicht nur zu spielen für die, die das wirklich können, sondern auch musikalisch. Der 1. Teil ist ein ironisches Spiel mit der mus. grandioso-Gestik (jedesmal wird der melod. Zielpunkt mit einer komischen Verzierung "veräppelt"), der 2. Teil ist ein heiter-witziger, charmanter Synkopentanz, der 3.Teil ironisiert als Kontrast die typische mus. lamento/tragico-Gestik - und der letzte Teil mit seiner doppelten Steigerung (Tempo und sichtbare Virtuosität werden permanent gesteigert) als Kehraus zählt zur fröhlichsten Musik, die je komponiert wurde, wobei diese sehr ulkige Quintenspielereien enthält (B-Dur/h-moll hier Anspielung auf op.106 helle und schwarze Tonart) / diesen furiosen Kehraus, der an Wirkung und Schwierigkeit seinesgleichen sucht, zeichnet noch was aus: da entsteht nirgendwo eine triumphale und/oder grandiose Klanggeste! Es geht also auch ohne die ansonsten typischen Schlußgesten, nämlich kobolzig witzig (wie anders ist der Schluß der Tannhäuserouvertüre, Kopfsatz Chopin b-Moll Sonate, Kopfsatz Brahms f-Moll, Mussorgski Heldentor und zahllose andere grandioso-Schlüsse)

...aber, wie so oft, sehr vielen mangelt es daran, diese Musik tatsächlich zu verstehen, Hörer wie Spieler... Horowitz hat das verstanden und hinreissend dargestellt, Cziffra nicht: Horowitz bringt den Witz der Verzierungen im 1.Teil, bei Cziffra hört man sie kaum... Horowitz realisiert accelerando im letzten Teil, Cziffra hat da nur ein Tempo und versucht, den Steigerungseffekt mit selbstgebastelten Bässen zu suggerieren...
 
mick

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Die 6. Rhapsodie ist die Einzige, die ich gespielt habe. Insofern fehlt mir der direkte Vergleich zu den erwähnten anderen Rhapsodien. Aber ich fand sie damals (ich war 13 oder 14) sackschwer und finde sie immer noch äußerst herausfordernd. Vom physischen Anspruch her sehe ich sie auf einer Stufe mit der Schumann-Toccata.
 
Walter

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Gilt die Frage nach den machbaren Rhapsodien noch?
2005 war ich auf einem Liszt-Rhapsodientrip. Unten sind Aufnahmen aus den Konzerten, Live-Aufnahmen aus der (guten alten) Analogzeit. Ich denke, manche dieser Rhapsodien sind auch für Amateure machbar, sind die „Einfachsten“. Die Nr. 5 fehlt leider in dieser Aufstellung, ich halte sie fast für am besten zugänglich.

Nr. 3: https://www.youtube.com/results?search_query=Walters+Piano+Kanal+Liszt+

Nr. 11: View: https://www.youtube.com/watch?v=IULpjZmD9mw


Nr. 8: View: https://www.youtube.com/watch?v=TO4ES-S3iqw


Puszta Wehmut: https://www.youtube.com/results?search_query=Walters+Piano+Kanal+Liszt+

Viel Erfolg in dieser ganz eigenen Welt voller Improvisation und Cymbalklängen!

Walter

P.s.: Zwar keine Rhapsodien, aber ähnlich und zum Teil mit den Rhapsodien identisch sind die Magyar dalok. Sie sehen aus wie Vorstudien zu den Rhapsodien, ich habe mich aber nicht weiter damit beschäftigt. Die Nr.8 ist ein absolut lohnenswertes Konzert- oder Zugabestück und hat keine Parallele bei den Rhapsodien.
 
Barratt

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Wenn hier so viele genannt werden, warum nennt niemand die 2.? :denken:

Ich charakterisiere sie mit "Spielfreude pur". Sie ist außerdem toll auswendig zu lernen und klingt phantastisch. :herz:
 
 

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