Eigenschaften Yamaha C3

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dilettant

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Guten Morgen,

ich hatte letztens Gelegenheit, recht ausgiebig einen Yamaha C3 anzuspielen. Normalerweise spiele ich leider nur Digi; ich wollte aber mal den "typischen Yamaha-Klang" erkunden. Grundsätzlich hat mir das Instrument sehr gut gefallen, allerdings fielen mir ein paar Sachen auf, zu denen mich die Meinung der Experten hier im Forum interessiert.

- Der Flügel klang beim normalen Spiel ab und an ein wenig harsch. Mit viel Hingabe und Konzentration konnte ich aber sehr wohl wunderbar weiche, glockige Klänge erzeugen. Ist das so gewollt, damit der Flügel viele Klangfarben ermöglicht? Müsste ich an einem solchen Instrument einfach mehr üben, um es zu beherrschen?

- Ein ppp hab ich nicht hingekriegt. Gleichzeitig fiel mir auf, dass der Yamaha einen recht deutlichen Druckpunkt im Anschlag hatte, deutlicher als andere Flügel. Hängen die beiden Tatsachen evtl. zusammen? Welche Möglichkeiten würde hier eine Regulierung bieten - kann man dadurch den Flügel ... sagen wir mal, etwas leiser und etwas kontrollierbarer machen?

Vielleicht sollte ich aber noch ergänzen, dass ich am Digi nur mit ca. halber Lautstärke spiele und ein geöffneter Flügel natürlich immer erstmal laut klingt. Andererseits stand da noch ein Bösendorfer 225, das ist natürlich eine ganz andere Liga, da kam ich deutlich besser zurecht.

Freue mich auf Eure Kommentare!
Ciao
- Karsten
 
F

fab

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darauf gibt es wahrscheinlich mehrere antworten. man kann jetzt sagen, dass ein gut gepflegter bösendorfer oder steinway über 2m besser ist. klar, fragt sich nur, ob jeder so ein perfektionsinstrument braucht.

für yamaha finde ich schon typisch, dass sie eine große dynamische bandbreite haben. das heißt leider auch, dass es knallt, wenn man sie nicht unter kontrolle bekommt. mir gefällt das besser als ein superweiches instrument, das immer irgendwo zwischen mp und mf verdämmert. zumindest weiß man, wo der ton anfängt und wo er aufhört.

sehr leise spielen geht auch auf yamahas, nur muss man sich dafür richtig gut im griff haben. bei super-instrumenten, gerade steinway, kommt es mir im piano so vor, als spielt man in leicht federnkissen hinein, man hört quasi die filzfasern an den saiten kitzeln. das ist bei yamahas nicht so, jedenfalls nicht bei den älteren. im nagelneumarkt kenne ich mich nicht so aus.
 
C

Curby

Guest
Schlagzeugbeclen beschreibt man als rund, voll, warm, 1000 weitere adjektive.

Was soll ich mir unter harsch vorstellen?
Mein Yamaha G2 hat einen deutlichen Druckpunkt und eine nicht so leichtgängige Klaviatur, ein pp ist aber drin.
 
dilettant

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Danke für die Antworten.

@fab:
darauf gibt es wahrscheinlich mehrere antworten. man kann jetzt sagen, dass ein gut gepflegter bösendorfer oder steinway über 2m besser ist. klar, fragt sich nur, ob jeder so ein perfektionsinstrument braucht.
Dass der Bösi besser ist, ist ja klar und spricht bei dem Preisunterschied überhaupt nicht gegen den C3.

sehr leise spielen geht auch auf yamahas, nur muss man sich dafür richtig gut im griff haben.
Also wohl tatsächlich eine Sache der Gewöhnung ans Instrument, zumal, wenn man aufs Digi konditioniert ist.

@Curby
Was soll ich mir unter harsch vorstellen?
Bin leider in der korrekten Beschreibung von Klavierklängen nicht bewandert. Mit harsch meine ich etwas in Richtung schrill, fab schrieb was von "knallen", ja, eben so, als hätte man sehr hart gespielt, selbst wenn das gar nicht der Fall ist.

Ja, eine etwas schwerere Spielart scheint bei Yamaha üblich zu sein, bei Flügeln und bei Digis gleichermaßen (z. B. im Vergleich zu Kawai). Fand ich aber nicht unangenehm.

Danke und Grüße
Karsten
 
PianoCandle

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Hallo Karsten,
Yamaha C3 ist in der Regel was bestens Brauchbares.
Wenn der Flügel optimal gestimmt, intoniert und reguliert ist, dann wird er auch vom feinst säuselnden bist zum giftigst beißenden Ton alles können. Und auch der Druckpunkt wird nichts Besonderes sein, sondern einfach nur das was er halt zu sein hat. Falls der Flügel diesen Optimal-Anforderungen (noch) nicht entspricht, lässt sich ganz gewiss noch wirkungsvoll nachhelfen.

Gruß
Martin
 
xentis

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Wie schon geschrieben ist der C3 bereits ein sehr guter Flügel und sollte von der Ausdrucksfähigkeit für die meisten "Normalspieler" kaum Limitierungen bieten.;)

War der gespielte Fügel neu oder gebraucht?

Nach meinem persönlichen Empfinden waren bisher alle von mir angespielten Mechaniken von C3-XA besser als die C3 und die wiederum besser als von C3 Studio. Ob die wirklich unterschiedlich gefertigt sind oder die Psychologie dabei eine Rolle spielt weiss ich nicht...:D

Ebenfalls nach meinem persönlichen Geschmack würde ich den Bösendorfer 225 nicht als Mechanikreferenz sehen (so gut er auch sonst sein mag), da gibt es für mich bessere.
 
dilettant

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Wie schon geschrieben ist der C3 bereits ein sehr guter Flügel und sollte von der Ausdrucksfähigkeit für die meisten "Normalspieler" kaum Limitierungen bieten.;)
Daran habe ich keinen Zweifel. Die Frage ist halt, ist es für mein Level eher zuviel Ausdrucksfähigkeit (weil schwerer beherrschbar), oder ist es eine reine Gewöhnungsfrage, oder könnte man das ganze vielleicht sogar etwas entschärfen (ohne dem Instrument oder dem Klavierbauer weh zu tun). Hm ,vermutlich ist diese Frage über ein Forum schlecht zu entscheiden ...

War der gespielte Fügel neu oder gebraucht?
gebraucht mit neuen Hammerköpfen.

Ebenfalls nach meinem persönlichen Geschmack würde ich den Bösendorfer 225 nicht als Mechanikreferenz sehen (so gut er auch sonst sein mag), da gibt es für mich bessere.
Ich wollte den Bösi ja nicht als Referenz anführen, er stand halt daneben. Und mit ihm kam ich gut zurecht, wogegen am C3 mein Spiel etwas ... na ja ... ruppiger oder weniger kultiviert klang. Aber wie gesagt, der C3 konnte durchaus wunderbare Töne erzeugen, aber im Spielfluss gelang mit das nicht.
 
dilettant

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Falls der Flügel diesen Optimal-Anforderungen (noch) nicht entspricht, lässt sich ganz gewiss noch wirkungsvoll nachhelfen.
Danke, Martin.

Also müsste ich vielleicht bei konkretem Kaufinteresse mit Verkäufer oder einem Klavierbauer klären, ob sich durch Regulieren was entschärfen lässt. Und/oder mich mit mehr Zeit auf das Instrument einstimmen.

Gruß
- Karsten
 
xentis

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Ich wollte den Bösi ja nicht als Referenz anführen, er stand halt daneben. Und mit ihm kam ich gut zurecht, wogegen am C3 mein Spiel etwas ... na ja ... ruppiger oder weniger kultiviert klang. Aber wie gesagt, der C3 konnte durchaus wunderbare Töne erzeugen, aber im Spielfluss gelang mit das nicht.

Da würde ich auf jeden Fall mal einen neuen C3 als Vergleich spielen. Es stellt sich die Frage, ob der gebrauchte C3 gut reguliert ist.
 
G

Graefe

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Normalerweise spiele ich leider nur Digi;

Das ist ein Problem. War bei mir auch so: die Tasten vom Yamaha wirkten schwergängig und das Klavier insgesamt zu laut. Digis sind wie ausgelutschte mechanische Klaviere. Der Wechsel zu einer "normalen" Mechanik ist erstmal ungewohnt. Nach wenigen Wochen hatte ich mich an mein C3 gewöhnt. Jetzt merke ich erst, wie mies mein altes Klavier ist und dass fast alles eine Frage der Gewöhnung ist. ;)
Graefe
 
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fisherman

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Daran habe ich keinen Zweifel. Die Frage ist halt, ist es für mein Level eher zuviel Ausdrucksfähigkeit (weil schwerer beherrschbar), oder ist es eine reine Gewöhnungsfrage, oder könnte man das ganze vielleicht sogar etwas entschärfen (ohne dem Instrument oder dem Klavierbauer weh zu tun).
Nein. Ja. Und Ja.
 
 

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