Der perfekte Klavierstimmer

Das Schönste an der Doku war für mich das Ende: Reiche Chinesen kaufen einen von Barenboim handsignierten B, weil Bekannte gesagt hätten, das wäre das Beste. Das Wichtigste ist ihnen dann die korrekte, millimetergenau Ausrichtung des Instruments auf dem vorgesehenen Teppich im Voll-Fenster-Süd-Erkerchen in der prallen Sonne und letztlich lassen sie sich die Elise von der mitgereisten Steinway-Vertreterin vorspielen, weil weder Eltern noch die Kinder bisher auch nur eine Stunde Unterricht hatten. Ich hätte in den Tisch beißen können. Meine Armut k****t mich an. :-D
 
Zuletzt bearbeitet:
Überhaupt will man nach dem ganzen Bericht keinen Steinway mehr, wenn man sich die Typen betrachtet, die sich einen kaufen.:-D
Wieso nicht? Nur so gibt es für Klavierspieler später genug "gebrauchte" Steinways zum kleinen Preis.

S&S profitiert schon heute, der künftige Eigentümer profitiert später. Win-win und und der Kapitalanleger trägt das Risiko.
 
@xentis Nur Geduld!
 
Tja, das hat der Gute von seiner Kulanz und schnellen unbürokratischen Hilfe.
Hätte er gesagt: "Da ist ne altersschwache Saite gerissen. Die Erneuerung kostet xx und die Nachstimmungen yy, bitte hier unterschreiben" wäre er in Deinen Auen wohl der bessere Stimmer. :dizzy:
Folge ich aus der Geschichte richtig, dass mir die Haftpflichtversicherung des Klavierstimmers die Neubesaitung eines Vorkriegsimstruments bezahlt, wenn dem kundenorientierten Klavierstimmer eine gewisse Anzahl an Saiten bei der Stimmung auf 443 Hertz reißt? Was sagen die Anwälte im Forum? :teufel::-D
 
Ich lenke das Thema nochmal auf die Auswahl des Klavierstimmers.

Inspiriert durch einen Witz von @mick :

Prinz Zamunta aus Nischni Nowgorod muss heiraten. Drei wunderschöne Prinzessinnen aus benachbarten Ländern werden vorstellig. Sie versprechen folgendes:

Prinzessin 1: absolute Loyalität bei den Regierungsgeschäften und immer eine gute Figur als First Lady
Prinzessin 2: viele Nachkommen zu gebären und in allergrößter Sorgfalt aufwachsen zu lassen
Prinzessin 3: bei den Finanzgeschäften des Königshofes verantwortungsbewußt zu agieren, keine Dublone zu verschwenden, Reichtum vermehren

Für Welche entscheidet sich der Prinz? Ganz klar, für die mit den größten Brüsten!

Nun zum Klavierstimmer. Hier gibt es eine große Anzahl von Musikern die nach dieser Auswahl:

1.) beste fachliche Kenntnis
2.) bester hygienischer Allgemeinzustand (frei von Gerüchen / alle Zähne vorhanden)
3.) politische Einstellung korrekt (Anti AfD, pro Genderismus, usw)

sich auf folgende Kompetenz festlegen möchten:

- den Billigsten!

Ja, so ist die Welt!
 
Hätte er gesagt: "Da ist ne altersschwache Saite gerissen. Die Erneuerung kostet xx und die Nachstimmungen yy, bitte hier unterschreiben":dizzy:

Das ist die meistgängige Praxis der Kollegen - andere haben im Vertrauen daß schon keine Saite reißen wird, erst gar keine Ersatzsaiten bei und der arme Kunde muß ausharren bis der entsprechende Kollege geneigt ist mal wieder vorbeizuschauen um dann endlich die neue Saite aufzuziehen. :dizzy:

LG
Henry
 

Das ist die meistgängige Praxis der Kollegen

Ich mache das so: beim Telefonat sage ich, was eine Stimmung pauschal kostet, wenn keine Saiten beim Stimmen reißen oder sonstige Reparaturen anfallen. Manchmal (so gut wie nie) kommt eine Rückfrage, was es denn kostet, eine Saite zu ersetzen. Zusätzlich schreibe ich auf meiner Homepage, dass selbstverständlich der Kunde dafür aufkommt.

Falls wirklich mal eine Saite reißt (kommt vor, aber zum Glück selten), dann ist es eigentlich bisher immer klar gewesen, dass nicht ich, sondern der Kunde dafür aufkommt. Nur einen skurilen Fall hatte ich: ein (anscheinend nicht ganz unbekannter) junger Konzertpianist hat einen Yamaha C2, bei dem im Diskant ständig Saiten reißen. Es waren schon etliche Stimmer und sogar schon ein Yamaha Techniker dort, um eine Ursache zu finden (aber das ist ein anderes Thema). Die Mutter des Pianisten (bei der er noch wohnte) hatte mittlerweile passenden Röslau Saitendraht vorrätig und hat gerissene Saiten selbst ausgewechselt. Der Sohn hat sie dann angeblich immer nachgestimmt. Bei meinem ersten Besuch ist mir beim Stimmen prompt eine Saite gerissen (wie anscheinend bisher jedem Stimmer). Ausgetauscht, Rechnung geschrieben und Mutters Beschwerde anhören dürfen. Ich hab ihr die Sachlage erklärt so wie ich sie sehe mit den Reparaturkosten. Hat sie dann geschluckt. Bei meinem zweiten Besuch genau das gleiche wieder. Ich hab ihr dann gesagt, sie soll das Geld behalten, aber mich bloß nie wieder anrufen (haben die anderen Stimmer möglicherweise genau so gemacht). Dem anwesenden Sohn war das übrigens ziemlich peinlich.

Übrigens: ich finde das Steinway Bashing überflüssig. Bzw. das Steinway-Käufer Bashing.
 
einen Yamaha C2, bei dem im Diskant ständig Saiten reißen.

Hatte ich auch schon hinundwieder beim C2 daß Saiten gerissen sind - gut, bei einem alten Instrument passiert es dann und wann mal daß Saiten verzeitet sind und irgendwann dann auch reißen, beim nicht zu alten C2 ist des allerdings schon eigentümlich - ich hab die Silen glattgeschliffen und der Diskant riß nach wie vor - selbst beim spielen....irgendwas ist da wohl m.M. nach falsch berechnet worden.
Ansonsten mache ich jetzt wegen ner gerissenen Diskantsaite kein großes Gewese, des ist n Centartikel und ne Arbeit von wenigen Minuten ne neue einzuziehen, beim nächsten Besuch zieh ich die auf, streich sie aus und komm, so ich in der Nähe bin, zum Nachziehen vorbei - Baßsaiten ist da n anderes Thema, die sind ja schon im Einkauf schon sauteuer.
Aber wie schon erwähnt, daß sich die meisten Kollegen die Saite und das Einziehen zusätzlich bezahlen lassen wenn eine gerissen ist, ist eine gängige Praxis und m.E. auch völlig legitim.
In so fern bin ich auch etwas fassungslos wenn hier über Kollegen hergezogen wird welche aus reiner Kulanz die Saite kostenlos einziehen. Und das eine neue Saite sich schneller verstimmt, liegt einfach mal in der Natur der Sache, dieses Phänomen wird man bei ALLEN Saiteninstrumenten beobachten können.

PS: solltest Du mich als Steinway-Bashinger gemeint haben, so ist es wohl falsch rübergekommen - ich habe absolut nichts gegen S&S oder S&S Käufer, aber daß es spezielle Yamaha oder S&S Saiten gäbe, ist einfach nur absoluter Quatsch.

LG
Henry
 
Das finde ich gut, bei einem neuen Kunden darauf hinzuweisen, dass Saiten reißen können und dann extra Kosten kommen können.

Zum Bashing: das hat aber auch mit dem konkreten jeweiligen Auftreten zu tun; das kann entsprechende Reaktionen provozieren.
 
nachdem ich mir einen neuen fahrbaren Untersatz aus Zuffenhausen gekauft hatte, hielt ich es für angebracht, der Wahrheit entsprechend einen Aufkleber zu installieren: "sponsored by AOK".

Ups, Porsche baut auch Rollstühle...? *wegduck* :lol:

Für Welche entscheidet sich der Prinz? Ganz klar, für die mit den größten Brüsten!

... und dann ging seine Herrschaft folgerichtig die Bachgass enunner und die Roten Garden erschossen ihn und die Gutbestückte. :dizzy:

Nun zum Klavierstimmer. Hier gibt es eine große Anzahl von Musikern die nach dieser Auswahl:

1.) beste fachliche Kenntnis
2.) bester hygienischer Allgemeinzustand (frei von Gerüchen / alle Zähne vorhanden)
3.) politische Einstellung korrekt (Anti AfD, pro Genderismus, usw)

sich auf folgende Kompetenz festlegen möchten:

- den Billigsten!

Ja, so ist die Welt!

So ist sie eben nicht. :-)Ich frage vorher doch nicht, was das Stimmen kostet und hole auch keine Vergleichsangebote ein. :krank: Darüber hinaus ergeben sich immer irgendwelche kleinen Arbeiten außerhalb des reinen Stimmvorgangs (nur beim Steinway nicht :zunge:). Die möchten dann auch mit erledigt werden, und dann wird die Rechnungssumme sowieso etwas höher.

Wer für eine Minireparatur (Klavier klirrt bei bestimmten Tönen metallisch, nach kurzem Rumprobieren wird der Auslöser gefunden, irgendwas an den Stäben der Pedale, es wird eine Filzscheibe eingesetzt, das Klirren ist weg) 100 Euro berechnet, nota bene ohne die Anfahrt, wird nur dann wieder gebucht, wenn alle Alternativen verstorben sind. Das finde ich nämlich ein bisschen überzogen.
 
Wer für eine Minireparatur (Klavier klirrt bei bestimmten Tönen metallisch, nach kurzem Rumprobieren wird der Auslöser gefunden, irgendwas an den Stäben der Pedale, es wird eine Filzscheibe eingesetzt, das Klirren ist weg) 100 Euro berechnet, nota bene ohne die Anfahrt, wird nur dann wieder gebucht, wenn alle Alternativen verstorben sind. Das finde ich nämlich ein bisschen überzogen.
Das macht bei größeren 'Musikhäusern' die Buchhaltung/Sekretärin.
Der Techniker schreibt seine Fahrtkosten und Zeitaufwand auf und danach wird die Rechnung erstellt.
Die im Büro interessiert nicht, wie das beim Kunden ankommt.
:idee:(Sollte es aber!)
 
Das finde ich nämlich ein bisschen überzogen.
Alles relativ. Es ist halt die Frage, wie lange ein anderer gebraucht hätte und ob das am Ende nicht sogar teurer gekommen wäre.

Der schnellste Klavierstimmer, den ich kannte, war gleichzeitig auch der teuerste. Überzogen fand ich das jedoch nie. Im Gegenteil: Ich habe mich gefreut, dass er so schnell fertig war.

Ich habe auch ab und zu so ne 15-Minuten-Aufträge die ich mit gut 100 € abrechne. Andere kommen mit Steiger und fummeln nen halben Tag dran rum, um dann das Dreifache zu berechnen.
 

Findest Du wirklich? Die 100 Öcken bezogen sich nicht aufs Stimmen. Sondern ausschließlich auf die Behebung des Klapperatismus durch eine Filzscheibe. Anfahrt und Stimmen liefen separat.

Naja egal. Wegen so etwas diskutiere ich nicht, er (bzw. das Klavierhaus) bekam die Kohle und fortan keinen Auftrag mehr. Was mich, unter uns, ein bisschen ärgert, er kennt sich nämlich (lt. eigener Aussage, nota bene) mit der Patentmechanik aus. Und durch die Todesfälle von Michael und des Wiesbadener Kollegen, der den Blüthner so schön restaurierte und dessen Arbeit von Michael gelobt wurde, habe ich niemanden mehr an der Hand, der mit der Patent vertraut ist. :-(
 

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