Bösendörfer vs. Bechstein – Kundendienst

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Marlene

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Bösendorfer vs. Bechstein – Kundendienst

Hallo allerseits,

obwohl ich mich schreibend aus dem Forum zurückgezogen habe ist es mir aus gegebenem Anlass ein Bedürfnis einen Erfahrungsbericht über den Kundenservice der beiden genannten Flügelhersteller zu verfassen.

Im Forum sorge ich nicht zum ersten Mal für Kopfschütteln und wenn Ihr zu Ende gelesen habt, werden bei dem ein oder anderen vermutlich die an vorgenannter Bewegung beteiligten Muskeln beschäftigt sein.

Voriges Jahr habe ich bei Bechstein um einen Termin für eine vom Werk angebotene Besichtigung gebeten. Weder diese noch eine weitere Mail wurde beantwortet. Der Verkäufer im Bechstein-Center Köln war nicht in der Lage diese Angelegenheit zu meiner Zufriedenheit zu klären und mir zu der Werksbesichtigung zu verhelfen. Er hat sich nicht ernsthaft um mein Anliegen bemüht. Ein Bekannter, der kurz vor dem Kauf eines neuen D 282 stand, befand sich ebenfalls im Verkaufsraum. Er hat sich über das herablassende Verhalten des Verkäufers, der mich nicht ernst genommen hat, derart geärgert, dass er sich einen D 274 gekauft hat. Seine Worte: „Wenn die schon sowas nicht auf die Reihe bekommen – wer weiß was passiert wenn die mit anspruchsvollerem konfrontiert werden“.

Vor kurzem hat Renato ohne mein Wissen die Frage ans Forum gerichtet, ob es Sinn macht einen neuen Flügel als Wertanlage zu erwerben weil er sich über eine von mir gemachte Bemerkung in dieser Angelegenheit Klarheit verschaffen wollte. Als ich seine Frage im Forum entdeckt habe war mein Kommentar dazu:

„Warum nicht einen eventuellen finanziellen Wertverlust in Kauf nehmen, wenn der ideelle Wert des Flügels und die große Freude die er bereitet, dessen eigentlichen Wert ausmachen? Die unzähligen beglückenden Momente machen eine fehlende Rendite mehr als wett. Dies wäre – das nötige Kleingeld vorausgesetzt - keine Frage für eine an GrandPianoMania leidende wie mich“.

Vor einigen Wochen bin ich ins hiesige Bechstein-Center gegangen weil jeder eine zweite Chance verdient hat. Vor Ort war der o.g. Verkäufer und die Begegnung stand von Beginn an unter keinem guten Stern, denn nachdem ich mein Ansinnen geäußert habe den C 234 anspielen zu wollen, hat er mich fast behandelt wie einen Penner von der Straße, der gedenkt mit schmutzigen Fingern den Flügel entweihen zu wollen. Mit dem Gedanken, dass ich mich vielleicht mit meiner Einschätzung geirrt habe bin ich ihm zum Flügel gefolgt und er hat darauf gespielt. In Gedanken versunken hat er danach die Klavierbank unter die Klaviatur geschoben und ich habe ihn fragend angeschaut, was er nicht zur Kenntnis genommen hat. Ich habe mir die Klavierbank selber unter dem Flügel hervorgezogen, denn ich wollte ihn anspielen und nicht umsonst gekommen sein. Denn nach wie vor: ein Bechstein sollte es sein. Der Kauf eines von Renato erwähnten Steinways war für mich nie eine Option.

Ob es normal ist, dass ein Verkäufer nicht verhindert, dass Mitarbeiter in der Nähe deutlich oberhalb der Zimmerlautstärke diskutieren und ein Kind am Klavier nebenan im „Einfingersuchsystem“ „Alle meine Entchen“ spielt während man einen Flügel dieser Preisklasse anspielt, kann ich nicht beurteilen, aber ich fand das ausbleibende Eingreifen des Verkäufers recht befremdlich. Meine durch glückliche Umstände vorhandene Finanzkraft schien der Verkäufer nicht in Betracht gezogen zu haben, bin ich doch nicht in Designerklamotten dort erschienen sondern in banalen Jeans.

Der Klang des Flügels war wunderschön, aber das Spielgefühl überhaupt nicht. Nachdem ich dies dem Verkäufer mitgeteilt habe hat er mich an Berlin verwiesen. Seine Körpersprache schien zu verkünden: „Wann gehst du endlich?!“.

Einige Tage später habe ich in Berlin angerufen um das Gewicht meines alten Flügels zu erfragen das ich für eine statische Berechnung gebraucht habe. Denn das damals im Angebot genannte Gewicht war deutlich niedriger als das von den Spediteuren genannte. Ich wollte Klarheit. In Berlin hat man sich nicht die Mühe gemacht es herauszufinden und das obwohl ich von der Begebenheit im Bechstein-Centrum gesprochen habe. Damit war das Thema Bechstein für mich unten durch. Und der Firma Bechstein ist – nach dem D 282 – der zweite neue Flügel „durch die Lappen“ gegangen. Über den Daumen gepeilt ergibt das eine entgangene Kaufsumme von mehr als EUR 200.000,00.

Eine lobende Ausnahme zum o.g. ist das Bechstein-Centrum in Trier mit dessen freundlichem Geschäftsführer ich mehrfach wegen eines vier Jahre alten C 234 Kontakt hatte.

Nachdem Renato die o.g. Frage gestellt hat bekam er eine PN in der sein Augenmerk auf einen bisher nicht in Betracht gezogenen Bösendorfer, Modell 225, gelenkt wurde. Renato rief mich an und ich habe dann mit dem Verfasser der PN weiter gesprochen mit dem Resultat, dass ich genauso entschlossen nach Wien geflogen bin, wie ich vor drei Monaten nach München geflogen bin um „Seiner Majestät“ zu begegnen.

Ab jetzt sollten Bechstein-Mitarbeiter aufmerksamer mitlesen, denn sie können von Bösendorfer einiges lernen!

Am Anreisetag habe ich im Bösendorfer Stadtsalon im ehrwürdigen Gebäude des Musikvereins den ersten 225er angespielt nachdem ich freundlich empfangen wurde. Er hat mir gefallen mich aber nicht vollständig überzeugt. Am nächsten Tag wurden mir im Auswahlzentrum in Wiener Neustadt drei 225er präsentiert. Als ich dann am dritten Flügel mit Bachs Präludium begann bekam ich eine Gänsehaut und das gleiche Gefühl, das ich im Frühjahr beim zweiten Anspielen von K.u.K. hatte, durchströmte meinen Körper. Es dauerte nur Sekunden und es gab keinen Zweifel: Das ist mein Flügel! Falls Flügel sprechen könnten, dann hätte er ein: „Nimm mich!“ ausgestoßen. Die Erfahrung zu machen wie unterschiedlich vier „baugleiche“ Flügel sind fand ich sehr spannend. Denn am dritten Flügel hatte ich mehrmals den Faden verloren und wusste nicht mehr, wie es weitergeht mit dem Präludium, obwohl ich es auswendig spiele und es mir am vierten Flügel flüssig aus den Fingern floss. Dieser Flügel hatte sich mir verweigert.

Anschließend folgte eine überaus faszinierende Werksbesichtigung bei der auf meine Fragen vollumfänglich eingegangen wurde. Vom Holzstapel bis zum fertigen Instrument zu erleben wie fast in Handarbeit ein Gesamtkunstwerk an Klang und Optik entsteht war eine sehr beeindruckendes Erlebnis. Man konnte spüren, dass sich die Mitarbeiter ihrem Arbeitgeber verbunden fühlen und sie stolz darauf sind bei der Herstellung dieser Meisterwerke mitwirken zu können und etwas zu schaffen, das die nächsten 100 Jahre und länger Bestand haben wird und seine Besitzer und Zuhörer in Konzerten oft beglücken wird.

Nach der Werksbesichtigung bot man mir an mich von meinem Flügel zu verabschieden und ich ließ meine Finger erneut über seine Tasten gleiten. Spielgefühl und Klang sind so einzigartig, dass Bachs C-Dur Präludium in Anbetracht meines noch bescheidenen Interpretationsvermögens recht ordentlich und gefühlvoll geklungen hat (mein Meister möge mir meine Tat und meine Einschätzung verzeihen). Aber ich brauchte es und einen Teil von „Für Elise“, um festzustellen, ob die angespielten Flügel Auswirkungen auf meinen Tinnitus haben.

Fazit:
Mein Kaufinteresse wurde von den Bösendorf-Mitarbeitern ernst genommen und deren Gastfreundschaft war geprägt von einem sehr freundlichen, zuvorkommenden und kompetenten Umgang mit mir. Ich habe sieben Stunden in der Obhut von Bösendorfer verbracht und genoss die Abholung in meinem Hotel in Wien, den Besuch im etwa 50 km entfernten Auswahlzentrum, das Anspielen der Flügel, kompetente Informationen, die faszinierende Werksbesichtigung, ein Mittagessen im Heurigen des Nachbarortes und die Rückfahrt zum Hotel.

Für diesen Kundenservice gibt es - ohne jegliche Übertreibung – nur diesen Superlativ:

First Class (mit Krone!)

Der 225er wird „Seiner Majestät“ vermutlich ab übernächster Woche Gesellschaft leisten aber letztgenannter kann sich meiner Zuneigung weiterhin sicher sein.

Die drei Flügel (meine und der meines KL) werden meinen pianistischen Werdegang sicherlich beflügeln, denn ich denke, dass die immer wieder Gehirn und Finger fordernde Umstellung auf das unterschiedliche Spielgefühl sich vorteilhaft auswirken werden.

Mein Dank gilt auch Wolfgang Schweisser, der mir auch bei diesem Kauf (hier in seiner Tätigkeit als langjähriger Bösendorfer-Händler) mit Rat und Tat und seiner Kompetenz zur Seite stand. Ihm ist es zu verdanken, dass meine unterbewusst schlummerne Liebe zu Bösendorfer erweckt wurde.

LG,
Marlene
 
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Klavierbauermeister

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Da will ich ja gleich der Erste sein um Dir zu gratulieren :kuss:
 
Mawima

Mawima

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Hallo Marlene,

herzlichen Glückwunsch auch von mir zu Deinem Bösendorfer. Schön, dass Du wieder hier etwas schreibst. Deine Fäden waren immer sehr interessant und informativ.

Liebe Grüße,
Mawima
 
HoeHue

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Ich fasse es nicht. Während ich mich mit den krampfhaften Versuchen begnüge, aus meinem Digi sowas wie Klavierklänge herauszuholen und ansonsten undgeduldig der Genesung meines Grotrians entgegenfiebere, kaufst Du Dir schon den 2. Flügel. Man könnte fast meinen, Du willst einen neidisch machen.
Nein, ich gönne Dir das. Von ganzem Herzen. Viel Freude mit dem neuen Bösendorfer.
 
Marlene

Marlene

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Man könnte fast meinen, Du willst einen neidisch machen.

Genau das war auch der Grund warum ich gezögert habe. Selbstbeweihräucherung hatte man mir ja bereits einmal unterstellt.

Als Mann würde ich jetzt sagen: Es geht mir nicht darum hier einen auf dicke Hose zu machen. Mein Beitrag zeugt von Unverständnis für Bechstein und ist als Anerkennung gedacht für einen Flügelhersteller, der meiner Ansicht nach (mir ging es ja anfangs ebenso) nicht gebührend gewürdigt wird. Bisher habe ich erst einen Bösendorfer auf einer Bühne gesehen und gehört. Und ich renne in jedes Klavierkonzert... Ich wünsche Bösendorfer, dass mehr Veranstalter von Klavierkonzerten über den S&S Tellerrand hinausschauen.

Danke, Mamiwa.

P.S.: HoeHue - ich wünsche dem Leidenden (es hat mich geschockt das zu lesen) eine gute Genesung
 
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Pianosupply

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Liebe Marlene,

ich wünsche dir ganz viel Freude mit deinem neuen Bösendorfer. Der Trend geht eindeutig zum Zweitflügel...! Und ich sehe das als Blüthner Fan ähnlich, leider steht bei 90% der Konzerten ein Steinway, dabei gibt es so viele andere schöne Marken mit ihren Eigenheiten.

Lieben Gruß

Patrick
 
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Rubato

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Gratulation erstmal ! :keyboard:!

Dann eine praktische Frage: Wie machst Du das mit dem Platz, passen bei Dir die zwei Flügel in den L-förmigen Raum, oder bekommst Du ein eigenes, zusätzliches "Bösi-Zimmer" ?

Gruß
Rubato
 
Marlene

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Es würden drei Flügel passen. Aber gut jetzt, zwei reichen. Die an den Flügelschablonen gezeichneten Trapeze sollen den Bereich markieren, der für die Klavierbänke gebraucht wird, links das Digitalpiano. Das L geht unterhalb des rechten Flügels weiter.

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K.u.K. wird links mit dem DP auf einem Holzpodest stehen, der schwerere Bösendorfer auf Betongrund. Derzeit stehen auf dem Podest: DP, Zweisitzer, Dreisitzer und Tisch. Die drei letztgenannten fliegen raus und Besucher müssen dann mit den Klavierbänken Vorlieb nehmen (oder am Esstisch an der Terrassentür Platz nehmen).
 
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Sesam

Sesam

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Liebe Marlene!

Herzliche Glückwünsche!!!! Das ist ja wie im Traum, kaum zu fassen.... wach` bloß nicht auf. Oder doch!! Falls du noch Geld übrig hast, ein heißer Tipp: flieg` nach Leipzig! Dann hast du die großen B´s beinander :D

Endlich mal wieder ein Bösendorfer in der Runde!

LG, Sesam

P.S. Falls du Fragen zum Einbau eines Dampp Chasers haben solltest, dann kannst du uns die gerne stellen :D:D:D
 
Marlene

Marlene

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Danke, Sesam für die guten Wünsche. Nein! Ich will nicht aufwachen und bleibe hoffentlich lange im 7. Flügelhimmel.

Auch der neue bekommt keine Heizstäbe untergeschnallt!!! ;)
 
Forty9

Forty9

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Glückwunsch zum neuen Flügel, mir würde ja schon Einer reichen, schaue mich zumindest auch schon fleißig um..
Aber bei der ganzen Euphorie hier, ich musste schon etwas schmunzeln über Deine Erwartungshaltung des Bechstein Kundendienstes. Du hast Dir doch einen sehr alten gebrauchten Bechstein gekauft (nicht im Bechstein-Center, oder?) und erwartest bei Deiner Geschichte den roten Teppich???
Ein Kunde im unternehmerischen Sinne bist Du jedenfalls nicht und wenn Du Dir beim Händler in Köln einen Bechstein-Flügel gekauft hättest, wärest Du auch sicher anders empfangen worden.
Ich kann mir das lebhaft vorstellen, wie Du dem Verkäufer von Deinem alten geliebten Bechstein erzähltest und jetzt auch noch Serviceleistungen in Berlin (Recherche) und sogar eine Werksführung erwartest?? Da geht schon mal die Klappe runter und kann das sogar bei der momentan schwierigen Marktsituation der Klavierhersteller verstehen. Und die Wahrscheinlichkeit, dass man sich, als noch junger unerfahrener Klavierschüler sich nach 6 Monaten einen zweiten neuen, viel teureren Flügel kaufen möchte, geht wahrscheinlich aus Sicht des Verkäufers gegen Null.
Sein Fehler!!! und gut für Bösendorfer, aber in der Überschrift vom Vergleich „Kunden-Dienst“ zu sprechen – ohne Kunde zu sein und Service zu erwarten…mmhh
Vorleistungen zu erwarten in der Aussicht vielleicht einen Kauf zu tätigen, muss zumindest vom Händler auch kalkuliert werden, bei Dir scheint sich das aber zu lohnen ;-)

Viel Spaß mit den zwei Flügeln und Gruß
49
 

Marlene

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leider steht bei 90% der Konzerten ein Steinway, dabei gibt es so viele andere schöne Marken mit ihren Eigenheiten.

Als ich vor Monaten erfahren habe mit welchen Methoden S&S die Konkurrenz aus dem Feld schlagen soll war für mich endgültig klar, dass ich keinen aus deren Haus haben möchte, egal wie gut er klingen mag. Was die laut meinen Informationen mit den Konzertveranstaltern und Pianisten treiben sollen geht gefühlsmäßig schon nah ran an frühere Zeiten in denen mit Daumenschrauben etc. hantiert worden ist. Denn meines Wissens haben sogar die Pianisten selbst Probleme ihr Wunschinstrument gegen Steinway durchzusetzen.

Da tut sich die Frage auf, warum jemand solche rüden Methoden nötig hat.

Danke, Patrick, für Deine guten Wünsche.
 
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megahoschi

Guest
Glückwünsche! Ja, ein Bösi ist schon was feines :)
Deine Eindrücke vom Bechstein-Centrum in Köln kann ich allerdings nicht teilen.
Ok, wir haben dort nur ein Klavier gekauft, aber wir sind mehrfach dort gewesen und haben so gut wie alle Instrumente ausgiebig durchgenommen. Die verschiendenen Verkäufer waren immer sehr freundlich, haben uns beraten wenn wir es wollten und haben uns in Ruhe gelassen wenn wir es wollten. Auch nach dem Kauf wurden Reklamationen (1x trommeln und 1x quietschendes Pedal) schnell aus der Welt geschaft, der Mechaniker kam in der Tat noch am selben Tag vorbei.
Natürlich ist es mir auch negativ aufgefallen, dass wir nicht die einzigen waren, die dort Instrumente ausprobiert haben.
Aber ganz ehrlich, dass Du erwartest, dass Deiner Kaufkraft wegen jemand anderer von den Tasten verscheucht wird finde ich ziemlich Banane. Völlig egal ob alle meine Entchen stümperndes Kind oder virtuoser Bang-Bang-Verschnitt.
Weißt Du, ich erinnere mich an zwei, drei Geschäfte, in denen ich von den Verkäufern von oben herab behandelt wurde als ich ein Kind war. Jetzt, erwachsen, ein Kunde der für gute Qualität und Beratung gerne mehr ausgibt, setzte ich keinen Fuß in diese Geschäfte - und das wird sich auch nicht ändern. Und wenn ich erleben würde, dass ein Verkäufer meine Kinder vom Klavier verscheucht weil da jemand mit dickem Geldbeutel sich für einen Flügel interessiert und mein Kind nur alle meine Entchen klimpert, dann würde ich den Laden sofort verlassen und nicht wiederkehren.
 
Wiedereinaussteiger

Wiedereinaussteiger

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Da tut sich die Frage auf, warum Steinway solche rüden Methoden nötig hat.

Auch von meiner Seite Gratulation zum neuen Bosie. Ein Seven Footer - whow. Er möge Dir lange Jahrzehnte Freude machen - und ich bin sicher, das wird er tun.

Als Steini-Owner bin ich Reserve-Bosie-Käufer; lange Monate trieb mich zu meiner Kiste (ein uralter D aus dem vorvorigen Jahrhundert) die Frage um, was passiere, wenn es mal in meiner Hütte brenne - so ein Klavier bekomme ich niemals mehr wieder, das war vor zwei Jahren ein unendlicher Glücksfall.

Bis mich ein Bosie-Konzerter, gar nicht der ganz dicke, sondern ein älterer 275er davon erlöste: der erste Flügel unter vielen Konzerterlängen, der meinem das Wasser reichen konnte.

Also, auch als Steini-Owner mag ich Bosies (und Patrick, alte Blüthies auch..) ;-)

Und man sollte unterscheiden zwischen dem, was die Klaviere können- und dem, was Verkäufer können.

Apropos Wien - niemals im Leben werde ich vergessen, was ich am 6. Dezember 2003 erlebte, in Wien am Opernring unterwegs zu sein. Da stand ich vor einem Steinway-Laden (NB nur 150 Meter vom Nest dieser Bosies entfernt).. Hatte etwas Zeit vor einem großen Abend-Ereignis, und rannte spontan in den Laden. Sagte dem Verkäufer, der mich anlächelte, ich sei zu arm für einen Steinway - und ob er mich dennoch spielen lasse. ich würde hier in die Spendendose einen Zwanziger werfen - und werfen solle er mich, nämlich raus, wenn er ernsthafte Kunden bekomme.

Er sagte nichts, lächelte nur, und wies mich, ohne sich von seinen vier Buchstaben zu erheben, mit weitausholender, einladender Hand in den Nebenraum mit den dicken Flügeln. Ich denke, es wird ein B-211 gewesen sein, der mir dann nach kompletten Durch-, Aus- und Leerspielen meines Repertoires eine äußerst glüchkliche Stunde bescherte.

Nichtmal zehn Jahre später konnte ich mir meinen Traum erfüllen.

Steinway -Verkäufer ist ungleich Steinway-Verkäufer; ich kenne hier auch welche, die mich nicht mögen etc., und ungleich Beschstein-Verkäufer, die ich in Berlin als sehr nett erlebte, und Bösendorfer-Verkäufer, die ich bisher gar nicht kenne resp. nur als Verkäufer grbauchter Bosies (extrem kompetent, hört auf den Namen "Klaviermacher" und hat mir gerade wieder meinen Steinie in drei Stunden grandios verarztet.).

Das sollte man trennen. Ich kaufe nie einen Verkäufer, sondern wenn, dann ein Klavier.

Und die damals noch von Theo Steinweg desingten Klaviere (alle A, B, C, D) können nun so gar nichts dafür, dass sie heute teils mit Methoden vermarktet werden, die einem schon mal was zweifelhaft vorkommen können.
 
Marlene

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Danke für Eure Wünsche.

Aber bei der ganzen Euphorie hier, ich musste schon etwas schmunzeln über Deine Erwartungshaltung des Bechstein Kundendienstes. Du hast Dir doch einen sehr alten gebrauchten Bechstein gekauft (nicht im Bechstein-Center, oder?)

Wer lesen kann ist klar im Vorteil! Ich habe einen C 234 für EUR 90.000,00 angespielt, das war vor drei oder vier Wochen. Da hatte ich meinen alten schon.

Außerdem habe ich nicht vom alten geredet, ich bin nicht jung, und wie lange man spielt ist doch völlig egal, wenn man einen teuren Flügel kaufen will. Hat Bösendorfer mich so behandelt obwohl sie wussten, dass ich Anfängerin bin? Nein, im Gegenteil. Was für ein unsinniges Argument! Dir würden als Bechstein-Verkäufer vermutlich auch EUR 200.000,00 durch die Lappen gehen...

@megahoschi
Es ging hauptsächlich um die herablassende Art des Verkäufers – ich war nicht alleine dieser Meinung (siehe D 274 anstelle D 282). Die Geräusche habe ich am Rande erwähnt und ich habe trotzdem weiter gespielt. War eine gute Übung sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.
 
Sesam

Sesam

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Hallo Marlene,

vergiss` doch den Mitarbeiter von Bechstein, warum noch Zeit verschwenden und über seine unkluge, ungeschickte Art nachdenken, wenn du dich auf einen neuen Bösendorfer freuen kannst. Wann kommt denn der Flügel? Und auch wieder per Kran?

LG, Sesam
 
Bassplayer

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Hallo Marlene,
herzlichen Glückwunsch zum Zweitflügel! Das Schicksal hat Dich diesmal über einen Bechstein-Mitarbeiter, der - vielleicht hatte er einen oder mehrer schlechte Tage - nicht zufriedenstellend auf Dich einzugehen vermochte, zum Bösendorfer geführt. Ende gut - alles gut!

Viele Grüße
Bassplayer

PS: Immer wieder interessant Deine Geschichten. Ich frage mich, ob in Kürze wieder der Kran vor der Tür stehen soll ...
PPS: Ich kenne jemandem, der in besagtem Bechsteinzentrum Köln bereits mehrmals gut behandelt wurde. Außerdem sind die Klavier gestimmt. Bei Klaviere Schoke aber auch.
 
fisherman

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Marlene, Du bist ja echt ein verrücktes Huhn ;-). Gratuliere!

Aaaaaaber: Lies mal in der neuen PianoNews, was dort zum Thema "Instrument auf Podest" steht, bevor Du den KuK hochhieven lässt. Du stellst einen Tonerzeuger auf einen fetten, unkontrollierbaren Resonanzkörper! Den solltest Du vorher verfüllen lassen - Sand scheidet wegen der Statik wohl aus - vielleicht kann man das auch ausschäumen? Möglicherweise habe ich (und die PN) auch unrecht, aber erkundigen solltest Du Dich, bevor der KuK darauf steht.
 
Marlene

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Danke!

@Sesam
Ja klar, wieder mit Autokran. Ich denke in zwei oder drei Wochen wird es hier wieder abenteuerlich. Den Liefertermin kenne ich noch nicht. Je früher, umso lieber. Ich freue mich schon darauf ihn wieder unter den Fingern zu haben. :D


fisherman, danke für die Gratulation, dafür gibt’s morgen ein Frühstücksei!

Das Podest kann ein Problem sein, darüber habe ich mir auch Gedanken gemacht. Aber ausschäumen? Es sind fast 19 qm. Und wir haben Podeste in der Philharmonie, da stehen auch Flügel drauf. Unter K.u.K. befindet sich dann von oben nach unten: Laminat, Trittschalldämmung (organisch), Schweißbahn, 21 mm V 100 Platten, dicke Kanthölzer (alle 50 cm). Ich denke das wird nicht so schlimm werden. K.u.K. wird dort draufgestellt und dann sehe ich weiter. Mehr Gedanken mache ich mir über den Schrank, Glastüren, Weingläser etc. drin und Glasböden. Aber an allem kann ich etwas ändern wenn es Probleme gibt. Der blödeste Fall wäre, dass ich ihn neben den 225er stellen muss. Das würde bedeuten, dass ich meinen Fernseher etc. (steht am Rand des Podests) um 180 Grad drehen muss und dann von dort aus fernsehen muss, wo das Digitalpiano hin soll. Das würde mir nicht gefallen. Aber ich lasse es auf mich zukommen.
 
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