Auswendig vorspielen?

  • Ersteller des Themas schiddie
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Ich denke wenn man ein Stück vorspielt, kann man es eh schon auswendig, ob man will oder nicht. Also bei mir ist es so, ich üb es und spel es oft damit ichs kann, und dann kann ichs auch größtenteils auswendig. Wenn ichs dann auswendig vorspielen will, üb ichs noch ein bisschen auswendig, damit ich sehe obs geht.
Aber extra auswendig lernen braucht man denk ich nicht.

Mein problem ist nur, wenn ich vorspiele, schau ich meistens auf die Tasten oder sonst wohin. Wenn ich dann aber Noten da stehn habe und ich schau immer auf die Tasten und blicke nur kurz in die NOten, finde ich die Stelle nicht sofort wo ich spiele und komme raus. Deswegen spiel ich beim vorspielen lieber auswendig. Macht wie gesagt nicht besonders viel extra arbeit.


oli
 
Und du meinst, jemand, der nach Noten spielt, hat sich nicht "jeden Ton zu eigen gemacht" und "jeden einzelnen Tastendruck" verinnerlicht?

Ich hab manchmal den Verdacht, daß viele Auswendigspieler (die Profis natürlich ausgenommen!) das Gefühl des Sich-zu-eigen-machens verwechseln mit dem "sobald ich auswendig spiele, lasse ich mich auch durch die Vortragszeichen nicht mehr so sehr beeinflussen".


Bei mir ist es nach dem Auswendiglernen "mehr", als nur jeden einzelnen Tastendruck verinnerlicht zu haben. Im übrigen ist es eine Frage des Anspruchs, natürlich auch die Vortragszeichen usw. mit zu lernen. Wozu sich die Mühe des Auswendiglernens machen, wenn das Ergebnis schlechter ist als mit Noten zu spielen?

Wobei ich mit Auswendigkönnen auch nicht Muskelgedächtnis meine, das sich bei häufigem Üben mehr oder weniger automatisch einstellt, sondern das Stück wirklich auswendig zu kennen, und es auch ohne Klavier wiedergeben zu können, z.b. schriftlich.

Das Vom-Blatt-Spiel halte ich für genau so wichtig wie das Auswendigspielenkönnen.
 
Auswendig?

Hallo,
ich würde gern mehr Stücke auswendig spielen können, aber mir geht´s wohl wie Chief, zumal ich ja noch etwas älter bin. Daher gibt mir das vorhandene Notenbild auch bei gut bekannten Stücken, die ich eigentlich auswendige könnte, Sicherheit vor dem Ausstieg.
Nun komme ich selten dazu, vorspielen zu müssen, da ja keine Veranlassung (mangelnde Konzertreife) dazu besteht. Aber auch beim Spielen ohne Publikum habe ich immer die Noten dabei, weil ich ja dann Stücke spiele aus meinem Repertoire, die ich manchmal jahrelang nicht gespielt hatte, aber noch recht gut kann, weil ich ja einigermaßen vom Blatt spielen kann.
Außerdem übe ich ja nicht täglich, um einzelne Stücke auch auswendig ganz zu können.
Ich glaube auch nicht, daß das Notenbild vor Augen ablenken würde, die Stücke weniger mit eigenem Gefühl spielen zu können. Sie geben eben Sicherheit, wie ja schon mehrere hier erwähnt haben.
Auch große Pianisten wie Richter und Horowitz habe ich schon bei Übertragungen und in Videos mit Hilfspersonen zum Umblättern gesehen, wobei wohl bei Horowitz das zur Show dazugehörte, wenn wie ich glaube seine Frau umblätterte.
Ein weiterer Nachteil ist beim Vortragen mit Noten auch vorhanden:
Die Notenseiten bekommen immer mehr Eselsohren, weil zum schnelleren Umblättern die Seite mit "Ohr" schneller gegriffen werden kann und dann weniger Unterbrechung im Spiel auftritt. Oder man hat immer jemand dabei.

Gruß Hartwig
 
Hartwig!
Was meinst Du wohl wie alt ich bin.
Bitte um Antwort.

Gruß Chief
 
Horowitz brauchte bestimmt keine Frau zum Ümblättern.
Er war sa selber eine.
Ist hart an der Grenze.

Chief
 
Wenn ich auswendig spiele, sehe ich die Noten quasi vor mir. Ich könnte daher immer gleich die Stelle finden wo ich gerade bin.
So ist es bei mir, andere denken beim spielen vlt. an was ganz anderes
 
@Kathi
Könntest du quasi ein Stück aus dem Gedächtnis wieder zu Papier bringen?
 
Sobald ich ein Stückchen gespielt habe, lerne ich das automatisch mit auswendig.
Hm... Aber beim üben stehen definitiv die Noten vor mir. Und ich finde eigentlich auch immer wieder in das Notenbild ein. Aber sobald ich das Stückchen einigermaßen kann, werden die Noten immer seltener hingestellt. Und das liegt auch vor allem daran, weil ich beim spielen nicht ümblättern kann :D

Vorspielen tu ich eigentlich nicht. Und wenn ich zurzeit mal auf der Bühne bin, dann sicher nicht als Solist :D

Die Gesellschaft ist nun mal sehr verwöhnt... Wenn sie jemanden sehen, der Noten vor sich hat, dann wird sie/er gleich mit jemandem verglichen, der ohne Noten spielt... Da heißt es eben schnell, der kann nix. :(

Aber das ist halt so ein Problem heutzutage. Selten kann sich der Zuhörer die Arbeit vorstellen, die hinter der Musik steht. Weil man bekommt ja Musik so günstig über das Internet :rolleyes:

Ich für meinen Teil habe weder ein Problem mit Noten, noch mit keinen Noten auf dem Pult. Soll jeder so tun wie sie/er will...

Und ob es besser ist auswendig zu spielen oder nicht, ich denke nur, jeder hat seinen eigenen Stil. Und das macht doch auch den größten Teil der Kunst aus.
 
Wenn ich ein Stück auswendig kann, dann ist das für mich ein Zeichen, dass ich das Stück notentechnisch beherrsche.
Ich übe aber nicht speziell das auswendig spielen. Es ist für mich normales notenlernen.
Wenn ich die Noten einübe, dann spiel ich 2 Takte nach Noten und versuche es gleich auswendig. So lernt ich das am schnellsten.
Vorgespielt hab ich aber nochnie auswendig, da ich es erst seit kurzer Zeit so mache.
Außerdem würde es schon Überwindung kosten, da man ja falls man rausfliegt keine Noten zurhand hätte...

Meiner Meinung sagt das nix aus ob jemand besser ist wenn er auswendig spielt.
Wichtig ist was dabei rauskommt.
 
Huhu,

ja, interessantes Thema.

Ich muß ganz ehrlich sagen: Ein Stück, welches nicht auswendig beherrscht wird, sitzt nicht. Jedenfalls sehe ich es so. Ich habe sogar Albträume hin und wieder, in denen ich im Konzert spielen soll und das Stück nicht beherrsche - also doch die Noten benötige.

Für meine Schülern/innen ist das von Beginn an absolut Pflicht, auswendig zu spielen, allerdings wachsen sie damit auf, sie denken überhaupt nicht darüber nach. In keinem meiner Konzerte wird nach Noten gespielt.
Da kenne ich kein Pardon irgendwie ;-)

Selbst die Schüler/innen in Kammermusikgruppen spielten bisher auswendig. (sie wollten es allerdings absolut selbst-und die Mädchen waren in der Lage, sogar wenn sie rauskamen, sofort wieder reinzufinden)
Ab einem bestimmten Alter bzw Spielstärke würde ich das in Kammermusikgruppen allerdings nicht mehr unbedingt zulassen,
da es ab einem bestimmten Niveau auch nicht mehr machbar ist.

Ich selbst mag auch überhaupt nicht gerne zuhören oder zusehen, wenn der Solist nicht auswendig spielt.
Warum? Ich weiß es nicht.

LG K-S
 
PS

Ich bin der Auffassung, dass man nicht "automatisch" auswendig lernen sollte, sondern bewußt und gezielt.

Ich spiele meistens ohne Noten im "inneren Auge", könnte aber auch die Noten im Kopf "sehen". Meistens erarbeite ich mir die Stücke aber systematisch, einen großen Teil lerne ich nach Gehör, einen Teil nach System (z.B. "aha, hier muß ich dann a statt cis oä)

Wieso spielen eigentlich so viele in Konzerten immer nach Noten vor?
Lernt Ihr richtig gezielt auswendig oder übt Ihr solange, bis Ihr es könnt?

Bin gespannt, was noch so kommt. :-)
 

Lernt Ihr richtig gezielt auswendig oder übt Ihr solange, bis Ihr es könnt?

Bis jetzt sieht es so aus, dass sich ein Stück beim Üben eigentlich fest einprägt. Mit Übungen wie dem Spiel mit getrennten Händen oder dem Spielen im Kopf sorge ich dann dafür, dass das Stück wirklich sitzt und es nicht nur beidhändig von Anfang bis Ende klappt. Wobei das eigentliche Auswendiglernen wirklich nebenbei beim Üben kleinerer Segmente vonstatten geht.
 

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