Habe im Alter von ca. sechs eine Cousine im Möhnetal Klavier spielen gesehen. Hat mich instantan fasziniert, so sehr, dass ich bei sparsamer Weigerung der Ellies, ein Klavier anzuschaffen (angehende Häuslebauer) mit sieben Jahren selber loszog auf ein Tasteninstrument - eine Hohner Melodica. Von erspartem Taschengeld, fünf Pfennig pro Lebensjahr und pro Woche - plus den fünf Mark, die sich unsere Oma von der Rente absparte, damit wir auf dem Soester Allerheiligenmarkt Spaß haben konnten. 6,95 DM, bei Spielwaren Hochherz am Potsdamer Platz, Ende des Grandwegs. Wo heute die Dresdner Bank drin ist, und es gegenüber bei meinem Weinfreund die besten Erdnüsse im ganzen Westfalenlande gibt. Und natürlich guten Wein.
Habe diese grüne Melodica stolz zur Oma geschleppt. Allen Erwachsenen fiel die Kinnlade runter - was der Zwerg da angestellt hatte. Schwesterchen machte dick Theater, wollte auch eine Melodica. Die gab es dann an Weihnachten. Die Sparsamkeit der Ellies hielt an. Mit elf eine Violine bekommen, und Unterricht. Der neue Spar-Käfer VW 1200 A, 4.385,- DM im Oktober 1965, ein Jahr nach dem Hausbau, war wichtiger. Dann bekam ein Schulkollege ein neues Klavier - ich schaffte es, sein altes Klavier zu uns zu Hause umzudirigieren. Da war ich dann schon 17. ... Viel zu spät für eine Pianistenkarriere.
Als unsere Mutter 85 wurde, konzertierten wir Kinder für sie auf unseren Melodicas. Ich hatte Schwesterchen und Brüderchen wieder welche besorgt, nachdem ich zuvor auf dem Dortmunder Flohmarkt wieder eine grüne Melodica in NOS fand, new old stock, unglaublich alt, aber noch nie benutzt. Meinen
Flügel* konnte ich ja schlecht mitschleppen zur Mutter. Also kleines Konzert mit anderen Tasteninstrumenten. Meine Cousine, Initiatorin meiner lebenslangen Klavierleidenschaft, ist im letzten Herbst in Aachen leider verstorben.
Hat jetzt Google genug Infos abgesammelt, um mich in den Folgewochen mit Werbung anzutrollen? Ich brauche nix, hab schon alles.