Aufnahmeprüfung in Schulmusik


Sabrina-von-der-Ostsee
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Definitiv! Ich kann und werde in meiner Berufszeit bestimmt noch so einiges dazulernen. Als LehrerIn ist man glaub ich bis zum Ende des Berufslebens eine stetige Baustelle der Veränderung.
Aber wenn ich mich dann in jedem Kollegium so umschaue, sind da zwischen vielen empathischen und motivierten LehrerInnen anscheinend immer so ein paar Menschenhasser dabei, die komplett ihren Job verfehlt haben und das Ansehen dieses Berufes komplett gegen die Wand fahren. Oh, und natürlich Kinder traumatisieren🙃
 
Sabrina-von-der-Ostsee
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Ich mag zwar jetzt auch nicht alles, was unter "Klassik" fällt, aber in dem Zusammenhang von "malträtieren" zu sprechen finde ich irgendwie unpassend. Was kann die Musik für eine schlechte Lehrperson?
Ein Schülerleben ist sehr lang und es gibt so viele andere Musikrichtungen, die es ebenfalls zu erforschen gilt. Wenn aber jahrelang nur auf einer einzigen musikalischen Ausrichtung herumgeritten wird, während die Schüler sich auch mal etwas für sie lebensnaheres wünschen, dann kann einem der Musikunterricht die Klassik schon verleiden. Diese Lehrerin erweist der Klassik mit ihrem Unterricht mMn einen Bärendienst.

(Btw: ich sagte, sie malträtiert, nicht die Klassik malträtiert. Das heißt, ich spreche von der Handlung der Lehrerin als malträtierend, nicht von der Musik)
 
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Sabrina-von-der-Ostsee
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Ich glaube, als Musiklehrer/in ist man sehr von der Schulleitung abhängig. Wenn die Musik unwichtig findet, fällt das eben aus und Projekte darf man in der Freizeit machen. Der Musiklehrer soll lieber Mathe unterrichten, auch wenn er davon keinen blassen Schimmer hat. Bei uns sind Musik und Kunst ständig ausgefallen.
Ist bei uns nicht so. Da liegt der schlechte Musikunterricht einfach an der Lehrkraft.
Wie gesagt, die andere hat sich über den Schulträger mit vielen neuen Instrumenten für die Schüler eingedeckt und es wurde viel gemeinsam musiziert und Töne entdeckt. Jetzt werden wieder Texte auswendig gebüffelt und im Klassensingen die Münder stumm bewegt 🙃 LehrerInnen haben innerhalb ihrer 4 Wände in der Schule schon viele Gestaltungsmöglichkeiten, v.a. in Nicht-Prüfungsfächern, da kann man den Rahmenplan auch mal Rahmenplan sein lassen und schüler- und interessennah sein Fach unterrichten.

Ich unterrichte vorwiegend Englisch und die zentralen Prüfungen am Ende der 10. Klasse in MV sind auf lesen, hören und schreiben zentriert. Ein mündlicher Teil fehlt in der Sprachprüfung komplett (bescheuert, ich weiß). Dementsprechend sind der Unterricht und die Lehrwerke auf diese Kompetenzen ausgerichtet und ich möchte natürlich, dass meine SchülerInnen die Fertigkeiten zur Bewältigung der Aufgaben erlernen. Noch lieber wäre mir, wenn die Kinder ihre Sprachhemmungen abbauen und viel mehr im Unterricht sprechen würden, aber der Raum dafür ist sehr klein. Ich baue viele Sprechsituationen in meinen Unterricht ein, aber für meinen Geschmack sind es dennoch zu wenige. Da diese Kernkompetenz allerdings nicht geprüft wird, mach ich mehr lesen, schreiben, hören...

Solche Probleme hat unsere Musiklehrerin nicht, die keine zentralen Prüfungen mit den Kindern schreibt und nicht darauf vorbeiten muss. Sie könnte also vertiefend in allem möglichen unterrichten, was auch die Schüler abholt. Oder sie unterrichtet jahrelang genau eine Musiksparte und verleidet diese den Kindern für immer.
Musik spielt für Jugendliche eine große Rolle. Musikunterricht so zu gestalten, dass sie nicht gern hingehen, das muss man erstmal schaffen.
 
Sabrina-von-der-Ostsee
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Das ist in der Oberstufe allerdings anders. Und auch da sehen die Prüfungen oft wenig Praxis vor. Extremer als in Musik ist das noch in Kunst. Zeichnen? Wozu? Bilder werden schriftlich "interpretiert". Wobei es da auch nicht etwa um gestalterische Merkmale, also Fachkenntnisse geht, sondern um angebliche "Inhalte" (was wollte uns der Künstler sagen...)
Ich weiß, das Gymnasium ist für mich absolut nicht attraktiv, die Regio ist doch etwas freier in den Gestaltungsräumen. Wobei hier auch dringend der Rahmenplan ausgedünnt werden muss.
 
Dorforganistin
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Das heißt, ich spreche von der Handlung der Lehrerin als malträtierend, nicht von der Musik)
"... die Kinder mit Klassik malträtiert" hat für mich einen eindeutigen Musikbezug.
Wenn du das anders meintest, werde ich versuchen, es anders zu verstehen.
Eine ungeeignete Lehrperson hätte vermutlich auch bei Fokus auf andere Musikstile nichts Positives erreicht. Daher kam meine Irritation.
 
Sabrina-von-der-Ostsee
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Ja klar! Man kann alles totreiten.
 
Stilblüte
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Ich vermute, dass mit "nur Klassik" nur ein kleiner Teil der klassischen Musik gemeint war. War da auch mal eine gut inszenierte Bartók-Oper dabei, Minnelieder, eine Etüde von Ligeti, ein ganzer Sinfonie-Satz von Mahler, eine Komposition für Schlagwerk-Solo? Man kann allein mit Klassik so viele interessante musikalische Bereiche abklappern, dass es nie langweilig zu werden braucht.

Dass Pop, Jazz und auch aktuelle Radiolieder dabeisein dürfen, TEY und Célin Dion, steht außer Frage. Allerdings muss man das nicht in "Dies" und "Das" aufteilen. Das eine ist aus dem anderen entstanden bzw. hat sich davon aus Gründen abgegrenzt oder abgespalten. Das kann man doch spannend zeigen und erklären...
Und was ist eigentlich mit südamerikanischer, afrikanischer, indischer Musikkultur? Das ist doch mega spannend!

Aber ich hab noch nie mit einer Klasse gearbeitet und werde das wohl auch in Zukunft nicht, drum hab ich leicht reden... Mir ist allerdings auch ein sehr großes Rätsel, warum der Lehrplan überwiegend aus Musikgeschichte zu bestehen scheint (?) und man meint, damit das musikalische Spektrum sinnvoll abzudecken.
 
Sabrina-von-der-Ostsee
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Der Lehrplan besteht nicht nur aus Musikgeschichte, sondern deckt eigentlich so viel mehr ab!
 
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Ah. Danke. Das beruhigt mich ein bisschen. Ich war in Bayern auf dem Gymnasium............ Hab mich jedes Mal gefreut, wenn es ein neues Thema geben sollte, und war meistens enttäuscht, weil es doch wieder nicht besonders praxisnah oder spannend war. Dabei hatte ich gute Musiklehrer, die auch engagiert waren. Aber offenbar waren denen auch die Hände gebunden. Zum Glück gab's ein recht aktives Musikleben an der Schule mit Bigband und Chören, und meine musikalischen Aktivitäten fanden sowieso außerhalb der Schule statt.
 
 

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