Auch Bösendorfer unter Druck

  • #61
Immobilienkauf!? :idee:
 
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  • #62
Mich würde ja mal interessieren, wieso "Manufaktur" und "handgemacht" automatisch mit "gut" oder "besser" assoziiert werden soll. Nicht jeder Handwerker ist gut. Und besser/präziser als eine CNC-Fräse?
Wenn Du das aus meinen Beitrag verstanden hast, ist das nicht richtig rübergekommen.
Pauschal ist weder das eine noch das andere „besser“, sondern es hängt konkret vom Einzelfall ab. Und beides kann mit signifikanten Qualitätsproblemen einhergehen.

Im Falle von Steinway ist augenfällig, vielmehr „ohrfällig“, dass sich der Abstand zwischen mittelprächtigen- und Spitzenexemplaren seit Erhöhung der Automatisierung nach meinem Eindruck merklich verringert hat. Der Schnitt über alles ist dadurch vermutlich gestiegen, allerdings ist die Zahl der absoluten Spitzeninstrumente geringer geworden. Gerade im Klavierbau kann gute, fachmännisch ausgeführte Handarbeit der Automation überlegen sein.

Es wird ein Grund haben, warum die teuersten High-End-Flügel sowohl von Kawai (Shigeru) als auch Yamaha (CFx und Sx) genauso in Handarbeit gefertigt werden wie bei den Deutschen..
 
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  • #64
Ich glaube nicht, dass Du ein ernsthaftes Problem hast, denn:

Nach der GEG-Novelle von 2023 (das ursprüngliche GEG stammt aus der Merkel-Ära) wird die Verpflichtung zu 65% Erneuerbaren beim Heizungswechsel in Bestandsbauten erst wirksam, wenn der Stadt-/Gemeinderat Beschlüsse zur Ausweisung von Wärmenetzen oder Wasserstoffnetzausbaugebieten getroffen hat. Heisst: die Verpflichtung zu Erneuerbaren greift erst, wenn diese auch zu Verfügung stehen bzw. es dafür eine konkrete verabschiedete Planung gibt. Das Vorhandensein einer Wärmeplanung an sich reicht dafür nicht aus.
Wärmeplanung hier wird im Juni veröffentlicht. Den Entwurf kenne ich bereits. Ich gehe davon aus, dass für mein Wohngebiet Fernwärme konkret geplant wird. Das dürfte aber erst in frühestens 10 Jahren wirklich stehen.
Heizungen sind auf eine Lebensdauer von mindestens 20 Jahre ausgelegt. Das Deine noch quasi neue Heizung jetzt so kaputt geht, dass sie nicht mehr repariert werden kann, ist eher ein theoretisches Szenario, praktisch so unwahrscheinlich, dass man Angst nicht zu haben braucht. Du wirst also noch >=20 Jahre Ruhe vor Heizungstauschkosten haben
Meine Heizung ist 22 Jahre alt. Siehst du jetzt das konkrete Problem? Und wie gesagt: ich bin nicht der einzige mit dem Problem. Und auch nicht der einzige, der das Problem sieht und benennt. Und auch aus diesem Grund halten die Leute ihr Geld zurück.
Back to Pianoindustrie:
Der Wegfall der Exportmärkte (Russland, China) hat jetzt ganz sicher die Lage massiv verschärft, u.a. Steinway in die Kurzarbeit und Grotrian in die Insolvenz getrieben. Aber das war nicht die Hauptursache, sondern nur noch der Überlauf vom dem Fass, welches in der Vor-Corona-Zeit sich schon lange gefüllt hatte. Corona brachte nur eine vorübergehende Atempause…
 
  • #65
Einzig Steinway und Bechstein haben es über geschickte Imagebildung vermocht, noch eine nennenswerte Größe, aber mit überwiegend althergebrachten Produktionsmethoden aufrechtzuerhalten.
Du warst schon lange nicht mehr in Seifhennersdorf, oder? Bechstein würde ich als ziemlich modern einordnen. Die machen vieles richtig. Das wirkt fast schon paramilitärisch organisiert dort :018:
 
  • #66
Du warst schon lange nicht mehr in Seifhennersdorf, oder? Bechstein würde ich als ziemlich modern einordnen. Die machen vieles richtig. Das wirkt fast schon paramilitärisch organisiert dort :018:
Mit „Althergebracht“ meinte ich rein den absolut immer noch hohen Grad an Handarbeit - und das ist gar nicht abwertend gedacht. Sowohl bei Bechstein also auch bei Steinway ist das noch heute so und beide machen damit noch Werbung für sich. Von maschineller Hochautomatisation wie bei den Mainstreamprodukten von Yamaha, Kawai und Pear River/Parsons oder in anderen Industrien ist das weit entfernt.
 
  • #67
Meine Heizung ist 22 Jahre alt. Siehst du jetzt das konkrete Problem? Und wie gesagt: ich bin nicht der einzige mit dem Problem. Und auch nicht der einzige, der das Problem sieht und benennt. Und auch aus diesem Grund halten die Leute ihr Geld zurück.
Ok, las sich oben etwas anders. Wenn die Lebensdauer der Heizung rum ist, dann sollte man unabhängig von irgendwelchen gesetzlichen Regelungen mit dem Ersatz planen, sprich: das Budget dafür verfügbar haben.

Aktuell kannst Du Deine Heizung noch ohne irgendwelche neuen Vorgaben austauschen. Das Ganze ist seit 2023 beschlossen und tritt spätestens 2028 in Kraft - man hat also ein halbes Jahrzehnt Zeit zu planen. Und ein Heizunfswechsel ust auch dann nicht Pflucht - erst nach 30 Jahren. Das ist doch jetzt doch kalkulierbar (im Unterschied zum ersten radikal-GEG-Vorschlag) und nicht zu kurz, oder? Es steht Dir frei darauf zu spekulieren, dass sie noch weitere 10-20 Jahre läuft. Und sehr wahrscheinlich reich das, bis Eure Strasse für die Fernwärme aufgebuddelt wird.

Aktuell wird z.B. die ganze Düsseldorfer Innenstadt wegen Fernwärme aufgerissen - fahrtechnisch echt nervig, aber läuft nach Masterplan ab - einige Strassenzüge sind bereits fertig. Sprich: es gibt mess- und fühlbare Fortschritte.

Aber dem Staat jetzt einen Vorwurf machen, dass man im Rahmen der objektiv notwendigen Decarbonisierung im Gebäudebereich jetzt nicht mehr ganz folgenlos seine Heizung bis zum Verrecken am St. Nimmerleinstag betreiben kann, das finde ich geht schon recht weit. Wenn dafür kein Verständnis da ist, dann bekommt man niemals nirgendwo irgendetwas strukturell modernisiert. Sowas tut sicher immer an irgendeiner Stelle weh, aber auf der anderen Seite könnte man sich auch freuen, dass man eine saubere Energieform ins Haus gelegt bekommt.
Es gibt eigentlich nur eine Zunft, die sich wegen der Fernwärmeplanung berechtigt beschweren kann, weil deren Arbeit wegfällt: die der Schornsteinfeger.
 
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  • #68
Und auch nicht der einzige, der das Problem sieht und benennt. Und auch aus diesem Grund halten die Leute ihr Geld zurück.
Es gibt kein Problem, weil es keine neue Austauschpflicht für Bestandsheizungen gibt - und dazu gibt es noch die Möglichkeit auf staatliche Förderungen zwischen 30 und 70 Prozent.
Das einzige was es gibt, ist eine Austauschpflicht nach 30 Jahren, und diese Regelung ist uralt und hat mit Habeck nichts zu tun.

Das heisst kurz und knapp; nur diejenigen, deren Heizung 30 Jahre alt ist oder wird, können je nach der örtlichen kommunalen Beschlusslage zu einem (eh schon fälligen) Heizungswechsel mit 65% möglichen Erneuerbaren verpflichtet sein. Ein Heizungswechsel würde auch hier ohne Habeck erforderlich werden - Du kannst Dich also noch 8 Jahre ruhig zurücklegen.

Und die paar, die das jetzt betrifft, haben die Aufgabe unabhängig von der GEG-Novelle. Von daher gibt es überhaupt keine valide Argumentation, dass die Einfluss auf irgendwelche Investitionsentscheidungen hat, wenn man die gültigen gesetzlichen Details auf dem Schirm hat und nicht die initiale Diskussion aus dem Erstentwurf 2022. Ohne Dir zu nahe treten zu wollen: der Hauptschaden liegt im wesentlichen in der angerichteten psychologischen Wirkung, aber nicht an den finanziellen Fakten.

Und der Prozentsatz von den 30-Jahre-alten-Heizungseigentümern, die sich gleichzeitig auch ein fabrikneues (und darüber reden wir ja!) Piano kaufen wollen, ist nicht nennenswert, wir reden hier maximal über ein Grundrauschen um die Null. Ein wie behauptet dadurch erzeugter signifikanter Einfluss auf den wirtschaftlichen Niedergang der deutschen Pianoindustrie ist mit Verlaub gegenstandslos.
 
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  • #69
Ich würde mir das mit der Fernwärme gut überlegen - denn da holt man sich einen Monopolisten ins Haus und ist dann dessen Preiswillkür ziemlich ausgeliefert.

Gas ist auch keine Option, denn es wird zum einen durch ETS2 in Zukunft immer teurer, zum anderen durch steigende Netzentgelte. Wenn sich in einem Quartier ein großer Teil der Haushalte erst mal vom Gas verabschiedet hat, muss ein immer kleinerer Nutzerkreis für die Netzentgelte aufkommen - und die sind kaum abhängig von der Zahl der Nutzer. Was letztlich dazu führt, dass die Versorger das Gasnetz mittelfristig stilllegen werden, weil es nicht mehr finanzierbar ist.

Bleibt als sinnvolle Alternative nur die Wärmepumpe. Und da gibt es in Form der Luft/Luft-Wärmepumpe eine recht kostengünstige Lösung, gerade im Geschosswohnungsbau, wenn keine Zentralheizung vorhanden ist. In Asien werden die Dinger massenhaft verbaut - vermutlich auch, weil man damit nicht nur heizen, sondern auch kühlen kann. Wäre aber in Zeiten des Klimawandels auch in Deutschland eine echte Überlegung wert.

Wir hatten diese Überlegung auch in unserem Haus in der Jachenau, als das Blockheizkraftwerk, an dem wir mit angeschlossen waren, sein Lebensende erreicht hat. Wir haben uns dann für eine klein dimensionierte Luft/Wasser-Wärmepumpe entschieden, die durch zwei Luft/Luft-Wärmepumpen für die Wohnräume unterstützt wird. War insgesamt günstiger als eine ausreichend dimensionierte Luft/Wasser-Wärmepumpe und ist auch im Betrieb günstiger, weil die Vorlauftemperatur der Wärmepumpe niedriger sein kann. In der Übergangszeit reichen die Luft/Luft-Wärmepumpen, im Hochwinter laufen die Systeme im Parallelbetrieb. Funktioniert bisher tadellos, die Mieter sind begeistert. Das Ganze hat etwa 60.000 € gekostet, weit mehr als die Hälfte der Kosten haben staatliche Förderprogramme übernommen. Die Miete mussten wir deshalb nur geringfügig anheben; unter dem Strich (deutlich geringere Energiekosten) ist es für die Mieter sogar günstiger als vorher.
 
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  • #70
Ich würde mir das mit der Fernwärme gut überlegen - denn da holt man sich einen Monopolisten ins Haus und ist dann dessen Preiswillkür ziemlich ausgeliefert.
Das stimmt. Die Preisentwicklung der Fernwärme ist aber an die Preisentwicklung des primären Energieträgers gekoppelt. Deswegen hat sich in der Vergangenheit und wird sich die Fernwärmepreisentwicklung in Zukunft nicht von den anderen Primärenergieträgern abkoppeln. Die Fernwärme-Anbieter versuchen das vereinzelt immer noch, um die Investitionskisten schneller reinzubekommen. Deswegen laufen derzeit auf breiter Front organisiert Klagen dagegen. Wenn die auf oberster Instanz geklärt sind, was in der nächsten Zeit passieren kann, ist damit zu rechnen, dass der Spuk mit der Preisanpasdungswillkür ein Ende bekommt. Von daher ist der Monopolisten-Nachteil zwar nicht wegdiskutierbar, dürfte aber unter Kontrolle sein.
 
  • #71
Der Ausbau der Fernwärme ist teuer. Es muss möglichst jeder Haushalt angeschlossen werden. Führt dann dazu:


Gesetz

zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich

(Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz – EEWärmeG)

vom 7. August 2008

(BGBl. I 2008 S. 1658)

§ 16

Anschluss- und Benutzungszwang

Die Gemeinden und Gemeindeverbände können von einer Bestimmung nach Landesrecht, die sie zur

Begründung eines Anschluss- und Benutzungszwangs an ein Netz der öffentlichen Nah- oder

Fernwärmeversorgung ermächtigt, auch zum Zwecke des Klima- und Ressourcenschutzes Gebrauch

machen.


Da nutzt auch eine Rechtsschutzversicherung nicht mehr.
 
  • #72
Der Benutzungszwang muss aber verhältnismäßig sein. Wenn bereits eine Wärmepumpe in Betrieb ist und der Strom erneuerbar, dann wird diese Verhältnismäßigkeit niemals vorliegen, weil die Fernwärme - was den Klimaschutz angeht - verlieren wird. Allein aufgrund der Leitungsverluste. Deshalb ist es in solchen Fällen wichtig, die Wärmepumpe bereits in Betrieb zu haben, bevor das Fernwärmenetz fertig gebaut ist.

Ich würde - sofern möglich - immer eine dezentrale Lösung vorziehen, schon, weil man mit einer Luft/Luft-Wärmepumpe die Wohnung im Sommer kostenlos kühlen kann, wenn man sie mit einer (Balkon-) PV-Anlage koppelt.
 
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  • #73
Allerdings muss man sagen, dass Luft/Luft-Wärmepumpen, aka Klimaanlagen, eine ungleichmäßige Temperaturhaltung, schlechte Termperaturverteilung und nennenswerte Geräusch und Luftbewegung mit sich bringen.

Im Büro nutze ich das am Wochenende, wenn die Heizung aus ist, immer wieder. Daheim möchte ich das nicht haben. Neue Samsung Windfree, falls es jemand genauer wissen will.
 
  • #74
Die Luftwärmepumpen in unserem Haus sind sehr leise - man hört sie wirklich nur bei absoluter Stille. Das ist sicher eine Frage der Auslegung. Wenn das Gerät ursprünglich als Klimaanlage ausgelegt wurde, ist es zum Heizen vermutlich zu klein dimensioniert. Eine Klimaanlage muss einen Raum ja nur um ein paar Grad herunterkühlen. Beim Heizen im Winter sind die Temperaturdifferenzen zwischen innen und außen viel größer.
 
  • #75
Es ist genau umgekehrt, eine Klimaanlage kann mehr heizen als kühlen.

Das Problem ist, dass die beim Heizen nicht groß modulieren können, es wird dann "schwallartig" Warmluft geliefert. Wenn das Innengerät dann noch wie üblichen in Deckenhöhe montiert ist, dann bleibt eine unangenehme vertikale Luftschichtung bestehen. Fürs Heizen müsste man Truhengeräte verbauen.

Es mag sein, dass es fürs Heizen noch bessere Geräte gibt. Die Samsung Windfree sind halt im Kühlbetrieb extrem leise.
 
  • #77
Das einzige was es gibt, ist eine Austauschpflicht nach 30 Jahren, und diese Regelung ist uralt und hat mit Habeck nichts zu tun.
Stimmt, aber vor Habeck konnte ich einfach meine Heizung gegen eine neue austauschen. Jetzt nicht mehr.

Jetzt kann ich meine Heizung nur gegen eine austauschen, die in 3 Jahren mit 15 % erneuerbaren betrieben wird (später noch mehr), was aber nicht geliefert wird.

Wie gesagt: bei Havarie kann ich sie erneuern durch eine, die am besten H2ready ist (Wasserstofflieferung ist auch nicht in Sicht). Vorher muss ich aber den Schornstein für Brennwert ertüchtigen. Um in einigen Jahren die Vorgaben für erneuerbare Brennstoffe zu verfehlen. Und wenn in 10 Jahren hoffentlich Fernwärme hier anliegt, werde ich vermutlich gezwungen, mich daran anzuschließen. Also die Investition in den Wind zu schießen.
Und die paar, die das jetzt betrifft,
Das betrifft so ziemlich die meisten in meinem Wohnviertel.
Ohne Dir zu nahe treten zu wollen: der Hauptschaden liegt im wesentlichen in der angerichteten psychologischen Wirkung, aber nicht an den finanziellen Fakten.
Ja, sag ich doch. Es geht hier ja auch nicht um meine Heizung, sondern um die Frage, warum die Leute ihr Geld zurück halten. Das ist ein Grund dafür.
Ein wie behauptet dadurch erzeugter signifikanter Einfluss auf den wirtschaftlichen Niedergang der deutschen Pianoindustrie ist mit Verlaub gegenstandslos.

Das ist auch das, was mir Kunden zurück melden. Geplante Neuanschaffung war geplant, wenn die Kinder nach 1-2 Jahren Unterricht dabei bleiben. Die Jahre sind um, aber die Kunden sind immer noch verunsichert. Also erst mal kein neues Klavier. Und das alte Sofa muss auch noch etwas durchhalten.
 
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  • #78
Ich würde - sofern möglich - immer eine dezentrale Lösung vorziehen, schon, weil man mit einer Luft/Luft-Wärmepumpe die Wohnung im Sommer kostenlos kühlen kann, wenn man sie mit einer (Balkon-) PV-Anlage koppelt.
Ich habe eine Luft-Luft Wärmepumpe auf dem Balkon, aber nur für einen Teil der Wohnung. Ich habe sie letztes Jahr in erster Linie als Klimaanlage gekauft. Eine Wohltat. Aber als Heizung finde ich die nicht so toll. Macht eine unangenehme Wärme. PV Anlage hab ich nicht.
 
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  • #79
Im Falle von Steinway ist augenfällig, vielmehr „ohrfällig“, dass sich der Abstand zwischen mittelprächtigen- und Spitzenexemplaren seit Erhöhung der Automatisierung nach meinem Eindruck merklich verringert hat. Der Schnitt über alles ist dadurch vermutlich gestiegen, allerdings ist die Zahl der absoluten Spitzeninstrumente geringer geworden. Gerade im Klavierbau kann gute, fachmännisch ausgeführte Handarbeit der Automation überlegen sein.

Welche manuellen Arbeitsschritte sollten das denn sein, die im Fertigungsprozess der maschinellen Variante überlegen wären?

Ich glaube, dass Deine Prämisse schon falsch ist und das angeblich "ohrenfällige" Gefälle eine Illusion ist.

Die Spitzeninstrumente sind nicht weniger geworden (abgesehen von Produktionskürzungen durch Kurzarbeit), sondern die Anzahl derjenigen, die in der Regulation und Intonation das beste aus einem solchen Instrument herausholen - und zwar idealerweise nicht nur in der Fabrik oder beim Händler, sondern vor allem da, wo der Flügel seinen finalen Standort findet: Beim Kunden, egal ob Konzertsaal oder ambitionierter Pianist.
 
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  • #80
Du warst schon lange nicht mehr in Seifhennersdorf, oder? Bechstein würde ich als ziemlich modern einordnen. Die machen vieles richtig. Das wirkt fast schon paramilitärisch organisiert dort :018:

Mal abgesehen von dem gerade zugekauften Grundstück, auf dem komplett neue Fabrikräume entstehen, also aktuell bereits in Bau sind. Vermutlich werden dort auch nicht Feil-, Hobel- und Polierwerkstätten gebaut.
 

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