Ein paar Gedanken dazu:
- Immobilien sind das einzige Gut, das nicht als kurzfristige Reaktion auf eine Nachfrage in unbegrenzter Menge produziert werden kann. Während die Nachfrageseite durch wirtschaftliche Entwicklung stärker oder schwächer wird, ist die Angebotsseite relativ starr. Es kommen zwar manchmal Objekte auf den Markt oder werden wieder heruntergenommen, aber während man sein Aktienpaket oder seine goldene Uhr auch ein paar Jahre unberührt lassen kann, lässt man eine kostbare Villa nicht einfach leerstehen. Sie verkommt und verursacht Kosten. Und wenn ein schönes Seeufer zugebaut ist, kann man dort nicht einfach weiterbauen, weil Immobilienbesitzer dies durch politischen Einfluss auf den Bebauungsplan verhindern können. Der Immobilienmarkt für Neubauten ist immer ein Konfliktfeld zwischen Eigentümern und solchen, die Eigentümer werden wollen.
- Wer bei Immobilien von einer zwangsläufigen Wertsteigerung ausgeht, unterstellt eine positive wirtschaftliche Entwicklung in der Region. Diese ist keineswegs garantiert, es kann auch bergab gehen. Und eine Immobilie kann man eben nicht einfach in eine andere Region mitnehmen.
- Jedes gemietete Objekt hat mal jemand erbaut bzw. gekauft. Das entscheidende für die rein finanzielle Betrachtung ist die Höhe des Kaufpreises bzw. der Miete. Wer günstig kauft oder mietet, steht besser da als jemand, der teuer kauft oder mietet.
- Immobilien für den Eigenbedarf wählt man meistens größer als man es als Mieter tun würde. Das verzerrt den Kostenvergleich. Es gibt auch Häuser, die man zwar gerne besitzen und bewohnen möchte, die aber kaum vermietbar sind (z.B. große alte Villen, die einfach keinen kostendeckenden Mieter finden).
Für mich ergibt sich daraus, dass es eine sehr individuelle Entscheidung ist, ob man das selbst bewohnte Objekt mieten oder kaufen will. Dass Immobilienbesitzer im Schnitt die wohlhabenderen Menschen sind, muss keine kausale Beziehung sein.