Auch Bösendorfer unter Druck

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Auch der Traditionshersteller Bösendorfer muss in einem zunehmend schwierigen Geschäftsumfeld Kosten abbauen.

 
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16,2 Mio Euro Umsatz im letzten Geschäftsjahr, das sind bei ca. 300 gefertigten Instrumenten pro Jahr im Durchschnitt 54.000 Euro pro Instrument. Angesichts der strammen Listenpreise erscheint mir das sehr wenig. Oder?
 
Wer weiß schon, ob die Zahlen stimmen?

CW
 

16,2 Mio Euro Umsatz im letzten Geschäftsjahr, das sind bei ca. 300 gefertigten Instrumenten pro Jahr im Durchschnitt 54.000 Euro pro Instrument. Angesichts der strammen Listenpreise erscheint mir das sehr wenig. Oder?
Für den Umsatz muss man die Instrumente nicht nur bauen, sondern auch verkaufen.
 
Im Vergleich zu Steinway geht es Bösendorfer aktuell wohl noch relativ gut ...
 
Die Controller von Yamaha werden schon die Aufzeichnungen sichten …
Zweifellos. Ob das dann dieselben Umsatz- und Stückzahlen sind, die man in den Medien sieht, kann man nie wissen. Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast.

Wäre jedenfalls schade, wenn Bösendorfer den Bach 'runtergeht. Der nächste Kandidat könnte dann Fazioli sein. Es stehen jetzt schon zu viele Steinways auf den Bühnen 'rum.

CW
 
16,2 Mio Euro Umsatz im letzten Geschäftsjahr, das sind bei ca. 300 gefertigten Instrumenten pro Jahr im Durchschnitt 54.000 Euro pro Instrument. Angesichts der strammen Listenpreise erscheint mir das sehr wenig. Oder?
Wenn Dein Händler Dir für brutto 100 000 Euro incl. MWSt. mal wieder einen tollen Bösi verkauft, landen in der Wiener Neustadt davon so grob geschätzt nur 60000 bis 65000 netto. Also so abwegig sind die Zahlen nun doch wieder nicht.
 
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Das würde aber nur für den kleinsten Bösendorfer 170 VC gelten, der kostet Liste ca. 113.000 Euro, das wären ca. 94.958 Euro ohne MWSt.
Die beiden Klaviermodelle (120/130) spielen wohl kaum eine Rolle.
Und der Rest? 185, 200, 225, 290 etc. ??
 
  • #10
Mich schmerzt das Thema Bösendorfer, angesichts meiner einst von Siemensens CEjoe verkackten Chance, Valentina Lisitsas Big Bosie 290 zu ernten.

NB - Lasst euch nie auf Zeitvertrag ein ... und das oftmals dumm dreiste, täuschige Gelalle betreffs Verlängerungsaussichten. Vor allem dann nicht, wenn ihr dafür umziehen auf eigene Kosten solltet, müsstet ... Dann MUSS bis zum Ende Probezeit o,ä. der Brötchengeber das ordentliche Landgasthaus oder ein Ferienhaus mitbezahlen.

Der beste Flügel meines Lebens bisher war auch ein Big Bosie, ein 275er Konzerter in Edinburgh.
In jederlei Hinsicht ist es wünschenswert, dass es in Wiener Neustadt geeignet weitergeht.
 
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  • #11
Zweifellos. Ob das dann dieselben Umsatz- und Stückzahlen sind, die man in den Medien sieht, kann man nie wissen. Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast.

Wäre jedenfalls schade, wenn Bösendorfer den Bach 'runtergeht. Der nächste Kandidat könnte dann Fazioli sein. Es stehen jetzt schon zu viele Steinways auf den Bühnen 'rum.

CW
Bösendorfer produziert seit vielen Jahren immer so plus/minus 300 Instrumente - Steinway/Hamburg war vor wenigen Jahren bei ca. 1200, wollte wohl auf ca. 1600 gehen und ist aktuell gerüchteweise bei ca. 400 angekommen .
 
  • #12
Bösendorfer produziert seit vielen Jahren immer so plus/minus 300 Instrumente - Steinway/Hamburg war vor wenigen Jahren bei ca. 1200, wollte wohl auf ca. 1600 gehen und ist aktuell gerüchteweise bei ca. 400 angekommen .
Der Eigner von Steinway ist wirtschaftlich-finanziell machtvoll genug, der Company über eine lange Durststrecke zu helfen. Wenn denn das in das Muster einer Verantwortlichkeit eines waschechten US-Börsen-Yankees passte ...

Der Eigner hatte in der Subprime-Krise (ua. "Goldman Sachs") mit einer sehr großen Mannschaft erfolgreich auf den Knall derer Subprimes gewettet (sich Opfer gesucht, die dann auch zahlen konnten), gerüchteweie hierbei an die 12 Milliarden USD gemacht, von denen ca. 3.5 bei ihm persönlich hängen blieben. Mittlerweile solle er - u.a. durch Anteile an einem kanadischen Bergbaukonzern - weit über 10 Mia. USD schwer sein.

John Paulson.

Interessantes Buch hierüber - "Der Größte Trade aller Zeiten".


Dann hat er ca. 512 Mio USD für die Steinway-Gruppe an die vorigen jungen Eigner und Börsenfummler bezahlt, und wollte die Steinway-Gruppe nun vor einiger Zeit für platt eine Milliarde an die Sonne hängen. Es hat aber m.W. noch niemand angebissen.

Also, es wird (zZt.) nicht alles Gold., was Paulson anfasst. Da ist auch Ego und Prunk im Schwange, Besitzer der angesehensten Klavierbau-Firma der Erde zu sein.

... und inwieweit einige dieser Randbedingungen etc. auch für die japanischen Eigener von Yamaha gälten, dürfte sich einiges undurchsichtiger gestalten.
Ich habe allerdings weder zum Klavierbaugeschäft von Yamaha noch zu deren Motorradbau belastbare Zahlen. Weiß nur, dass die "Kairetsus" oder wie das bei japanischen Mischkonzernen heißt, sehr erheblich verschwiegener sind.
 
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  • #13
was mich ein bisschen wundert bei dem derzeitigen Massendruck auf die Klavierbauer und Händler quer durch alle Instanzen ist, ich höre und lese, dass es immer mehr Klavierspielende gibt. Ist der Markt denn so nachhaltig gesättigt, dass kaum noch neues Klaviermaterial zugefügt werden muss?
Oder gibt es halt an anderer Stelle die großen Gewinner? In Indonesien, China oder Tasmanien?
Fangen die das alles auf?
Und wo werden die dann gekauft? Der Händlerschwund hier in der Stadt ist enorm!
 
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  • #16
Entweder man kauft was digitales oder gebraucht. Der Markt wird von Gebrauchtinstrumenten überflutet. Und ganz ehrlich: Wer gibt 20.000 Euro für ein neues deutsches Klavier aus?
 
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  • #17
was mich ein bisschen wundert bei dem derzeitigen Massendruck auf die Klavierbauer und Händler quer durch alle Instanzen ist, ich höre und lese, dass es immer mehr Klavierspielende gibt.
Ich vermute ja, dass das noch ein Corona-Effekt ist.
Jeder der ein Klavier wollte, hat sich das in der Pandemie gekauft, jeder der einen Hund wollte, hat sich den angeschafft. Ähnlich es es mit E-Bikes und Caravans.

Das Zeug ist alles noch gut, und die Nachfrage ist niedrig.
 
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  • #18
Viele davon werden Digitalpianos kaufen.
(Ist mein Eindruck vom Lesen hier bei Clavio und von Gesprächen in meinem Umfeld. Belastbare Zahlen habe ich dafür nicht.)
Hat bestimmt auch damit zu tun, dass es jungen, auch durchaus hochkarätigen Menschen immer schwerer fällt, bei anziehenden Zinsen, anziehenden Kosten des Lebenswandels, anziehenden Immobilien- und Grundstückspreisen und nicht mithaltenden Gehalts-"Steigerungen" eine Imobilie zu finanzieren - die letztlich doch Mittel sein könnte, sich aus allem erwartbaren Nachbarschaftsstreit herauszuheben, beim Betrieb eines akustischen Klaviers.

Ich sehe das haargenau bei meinem Sohn (Wirtschaftsingenieur bei einem erfolgreichen Bauunternehmen) und meiner Schwiegertochter (im akademischen Mittelbau einer Universität - mit exzellenten europaweiten Forschungskontakten und satten EU-Projekten) - wie schwer es ihnen fällt, in einem halbwegs interessanten Raum (Ostwestfalen) die dortig nahezu obligaten 400-450-500 Tausend Euro für eine Doppelhaushälfte o.ä. lang zu machen - der Sohn ist 38, die Schwiegertochter 36 - wenn nicht jetzt, wann dann.

Dann stellen sie zudem fest, dass ihre Ellies trotz relativer Arriviertheit es doch nicht so recht schaffen, die fehligen 150-200 privat zu mobilisieren - derweilen eine 80% Banken-Komplettfinanzierung betreffs Zinsen und Abzahlung kaum mehr zu leisten ist - denn soo üppig sind dann die Gehälter doch wieder nicht.

Also bleibt ein Klavier ungekauft... .Es sei denn, der jetzt neunmonatigen Enkelin schenkt in drei vier fünf Jahren der Opa was. Und dies nur dann, wenn den Ellies damit kein Nachbarschaftsärger dräut.
 
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  • #19
Wohlbetuchte Haushalte in Russland und China werden wohl einige der repräsentativen Produkte abgenommen haben. 20, 30 Stück mehr oder weniger machen sich in den Bilanzen sicher bemerkbar.

Dazu die allgemeine wirtschaftliche Depression, jede Kaufentscheidung wird hinterfragt oder zumindest auf morgen oder übermorgen verschoben … schon wieder 20, 30 Stück weniger.

Die Instrumente halten 100 Jahre und mehr, der Markt ist einfach gesättigt.

Und — für Bösendorfer wohl weniger relevant — die Stromklaviere werden immer besser und erhöhen ihren Marktanteil. Gerade eben haben wir den Klavierstimmer zweimal hintereinander hier im Haus gehabt, wer will das bezahlen, wenn vermeidbar? Dem selber nicht klavierspielenden Haushaltsvorstand erscheint manchmal das Finanzielle wichtiger als der schöne Klang.

MAGA — Make Austria Great Again … buy a Bösendorfer!
 
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  • #20
MAGA BaB! super!
@Austro-Diesel
 
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