Anfängerfragen, traut Euch!

  • Ersteller des Themas violetta
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In Takt 16 der Händel-Sarabande 1 HWV 448 (d-Moll, 3/4-Takt) verunsichert mich die Achtelpause in der linken Hand etwas. Ist das so zu interpretieren, dass das gleichzeitig erklingende f zu einer anderen Stimme gehört als die folgende drei Achtelnoten g, f und e? Das würde für mich zumindest erklären, weshalb das f und diese drei Achtel nicht mit einem Balken als Gruppe visuell zusammengefasst wurden. Wie muss ich dem Ganzen beim spielen Rechnung tragen? Wäre nach dem f kurz absetzen und dann g,f und e legato hier eine stimmige Interpretation?

Den Anhang 65900 betrachten
Im Prinzip ja, das f links ist der Abschluss der Phrase. Ob man bei Händel grundsätzlich von legato ausgeht, ist eine ganz andere Sache.
 
Auch wenn Popsongs hier nicht sonderlich beliebt sind, traue ich mich doch mal eine Frage zu stellen:
Es geht um den Song Another Love von Tom Odell und den Pedaleinsatz. Bei der rot markierten Stelle, die mit dem g im Bass anfängt. Sollte hier bei jedem Basstonwechsel das Pedal neu betätigt werden? In Originalgeschwindigkeit für mich kaum machbar. Dauerhaft halten find ich klanglich jetzt ok, aber es matscht dann schon irgendwie... Über Anregungen und auch Übetipps würd ich mich freuen! Danke vorab
 

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Sollte hier bei jedem Basstonwechsel das Pedal neu betätigt werden?
Bei der Stelle ist es sinnvoll, auf jedem Viertel das Pedal zu wechseln, weil dadurch die Melodietöne nicht verschwimmen.

Auch wenn Popsongs hier nicht sonderlich beliebt sind,
Wie kommst du darauf? Gute Popmusik (keine kommerzielle S...) wird hier durchaus positiv betrachtet.
 
Bei der Stelle ist es sinnvoll, auf jedem Viertel das Pedal zu wechseln, weil dadurch die Melodietöne nicht verschwimmen.


Wie kommst du darauf? Gute Popmusik (keine kommerzielle S...) wird hier durchaus positiv betrachtet.

Vielen Dank! So versuche ich es mal!

Hab hier viel quer gelesen und hatte den Eindruck, dass Pop nicht so beliebt ist. Ich hoffe, dass das Lied hier nicht (auch wenn sicherlich kommerziell) als S... abgetan wird, finde ihn melodisch nämlich sehr schön und lerne gerade durch diesen Song viel über Akkorde :-)
 
Ich würde bei den Achteln im Bass eher kein Pedal nehmen, da dann der Basscharakter besser zum Tragen kommt . Das Stück ist recht rhythmisch und verträgt deshalb nur sehr feines Pedal. Und für Dich @tobi_s1904 gilt: Wannimmer Du findest, es klingt zu verschwommen, dann musst Du es ändern. Dein Ohr ist ein guter Lehrer und bestimmt letztlich, was gut ist. Ist es unzufrieden, sei es auch. ;-)
 
Ich würde bei den Achteln im Bass eher kein Pedal nehmen, da dann der Basscharakter besser zum Tragen kommt . Das Stück ist recht rhythmisch und verträgt deshalb nur sehr feines Pedal. ;-)
Hast du dir das Original mal angehört? Der Klavierklang ist doch eher flächig, und es wird viel Pedal (allerdings natürlich sauber ohne Verschwimmen) benutzt. Ohne Pedal wirkt die Stelle inmitten des Übrigen doch irgendwie trocken.

@tobi_s1904 Probiere doch mal verschiedene Varianten aus. Am besten ist es, wenn du dich dabei aufnimmst und dir dann zum Vergleich die verschiedenen Möglichkeiten anhörst. So kommst du am leichtesten zu einer Entscheidung.
 
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Ich spiele gerade das Czerna Op821 no3
Ich hab echt probleme bei dem hier ein schönes legato hinzubekommen.
Der Wechsel von 31 auf 42 ist ok aber dann auf 53 nicht mehr ..
Wie gehts euch damit ?

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Czerny -- 160 8-Measure Exercises, Op. 821 No.3​

 
Ich glaube, das ist ein Stück weit Übungssache und kommt mit der Zeit. Bei meinen ersten Stücken mit solchen Stellen hab ich auch recht gekämpft und sie überhaupt nicht zu meiner Zufriedenheit hinbekommen. Meine sonst sehr pingelige KL hat da dann auch oft ein Auge zugedrückt, wenn es nicht so optimal war. Mit der Zeit und der Übung an anderen Stücken haben wir alle möglichen Legatoverbindungen und -übergänge intensiv geübt. Inzwischen klappen deshalb solche Stellen ganz gut. Ich übe sie aber auch immer wieder, z.B. aktuell auch mit Burgmüller, der mir jetzt sehr leicht vorkommt. Hauptsächlich ist jetzt mein Thema dabei entspannter zu werden. Also nicht verrückt machen und bis zum Fingerkrampf üben, würde ich sagen. Lieber später nochmal rausholen.

Aber ich bin nur Laie, vielleicht gibts ja noch hilfreiche Profitipps.
 
Danke für deine nützlichen Tipps.
Es ist wieder dieser verflixte 4te Finger der anatomisch nicht wirklich einzeln nach oben bewegt werden kann.
Das gleichzeitige heben vom 2,4 und anschlagen mit dem 3 und 5 werde ich mal in die tägliche Routine mit aufnehmen.

Gruss
 
Man hebt Finger eher selten aktiv hoch. Bei Doppelgriffen - sofern nicht noch ein mittig liegender Finger gefesselt ist - eigentlich nie. Da hast du leider eine sehr ungünstige Vorstellung von der hier notwendigen Bewegungschoreografie. Vielleicht hilft es, die Stelle erstmal eine Weile nur staccato zu üben und dann die einzelnen Akkorde nach und nach etwas dichter zu spielen, ohne dabei an der Schwungbewegung des Handgelenks etwas zu ändern. Besser mit KL als ohne - je mehr man ein falsches Bewegungsmuster einübt, umso aufwendiger wird es, davon wieder loszukommen.
 

Diese Terz-Bewegung wird weniger mit den (über)-aktiven Fingern gespielt, als mit der Hand im Ganzen.
Die Bewegung von 1-3 bis 3-5 läßt sich grob als schiebende Bewegung von innen-hinten-unten nach außen-vorne-oben beschreiben.
Am Besten mit KL weniger mit KI.
S. Bernstein beschreibt derartige Bewegungen recht gut!
 
Sinnvoll finde ich, die Impulse der Finger dadurch zu trainieren, indem man die Oberstimme staccato und die Unterstimme legato übt - und umgekehrt.

Außerdem triolisch:
1/3 betont - 2/4 - 1/3 - 2/4 betont - 1/3 - 2/4
Und das Gleiche mit 2/4 und 3/5

Dadurch lernt man, die unbetonten Terzen mit größtmöglicher Entspannung zu spielen.
 
Diese Terz-Bewegung wird weniger mit den (über)-aktiven Fingern gespielt, als mit der Hand im Ganzen.
Die Bewegung von 1-3 bis 3-5 läßt sich grob als schiebende Bewegung von innen-hinten-unten nach außen-vorne-oben beschreiben.
Am Besten mit KL weniger mit KI.
S. Bernstein beschreibt derartige Bewegungen recht gut!
Ich würde die Bewegung eher wie ein mehr oder weniger flaches "u" beschreiben, sehr wichtig ist dabei der Schwung von links nach rechts. Oft bleibt man auf der Stelle, anstatt mit dem Arm die Terzen in einer Bewegung, einem Schwung zusammenzufassen. Bei der Terz 5-3 ist der Arm also deutlich weiter rechts als bei der ersten Terz. Das Ganze in einer fließenden Bewegung an der Taste und außerdem leicht! Wenn man eine Stelle schwer findet, macht man nicht selten Hand und Arm extra schwer - mit 100 kg auf dem Rücken läuft es sich schlecht. :003:

Folgende Übungen können helfen, die ihren Sinn in der wichtigen Frage "wie kann ich es mir leichter machen?" haben:

  • nur die obere Stimme e,f,g mit 1-2-3 (Fingersatz) und dem erwähnten Schwung wie ein flaches "u" von links nach rechts spielen, leicht und fließend
  • dann mit 3-4-5, es sollte genauso klingen
  • diese beiden Schritte munter transponieren, also von allen möglichen und unmöglichen Tönen aus spielen
  • wieder zum Ausgang zurück, also e-f-g mit 3-4-5
  • die untere Stimme c,d,e leise mit der linken Hand dazu spielen, alles leicht
  • mal probieren, ob es nun auch mit einer Hand leicht klappt
  • wenn nicht:
  • nur rechts spielen, die erste und zweite Terz in einem Schwung spielen, transponieren
  • nur die zweite und dritte Terz in einem Schwung spielen, Arm weiter rechts, transponieren, evtl. zunächst nur d-f mit 2,4 und danach nur das g mit 5
  • alle drei Töne der Oberstimme spielen, nur die erste Terz mit hinzufügen, den Daumen leicht spielen!
  • transponieren
  • alle drei Töne der Oberstimme spielen, nur die erste und die zweite Terz hinzufügen, immer leicht bleiben, auf Schwung achten
  • wieder nur die zweite und die dritte Terz spielen, Arm weiter rechts, so bequem wie möglich
  • alles spielen
  • alle Terzen staccato (@mick), Schwung beibehalten, an der Taste
  • transponieren
  • Terzen artikulieren, wie es @Demian beschreibt
  • auf Leichtigkeit, fließende Bewegungen, guten Sitz achten (Füße mit dem Boden verwurzelt, Kopf aufrecht, Unterarm und Oberarm bilden einen Winkel von mehr als 90 Grad - nicht zu nah am Klavier sitzen -, niemals drücken, sondern gleiten)
  • Wenn das immer noch nichts hilft, mal den Fingersatz 1-3, 2-4, 1-5 probieren, später wieder 1-3, 2-4 3-5
Viel Erfolg und liebe Grüße

chiarina
 
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Wow, danke für die Hilfestellung. Ich muss mir jetzt erstmal alles durchlesen.
Ja, gerade sind Ferien und daher kein Unterrcht. Werde dies aber direkt nächste Woche einbringen...
Danke euch..
 
Ich möchte damit beginnen, die Burgmüller-Etüde La gracieuse (Opus 100, Nr. 8, im Anhang exemplarisch die ersten beiden Takte) zu spielen. Das Stück steht im 3/4-Takt. Meinem Verständnis nach dient die Etüde u.a. auch dazu, das Spielen von Verzierungen/Nachschlägen einzüben. Meine Strategie zum lernen des Stückes wäre also bisher gewesen: ganz am Anfang die auskomponierten Nachschläge wegzulassen und die Achtel als Viertel zu spielen mit Puls = 3-Schläge pro Takt. Anschließend wäre ich hergegangen und hätte die Verzierungen wie notiert gespielt, wäre aber beim Puls weiter von 3 Schlägen pro Takt ausgegangen. Jetzt habe ich gestern ein Video zu La gracieuse von Torsten Eil gesehen, das mich diesbezüglich verunsichert: er rät davon ab, die Viertel als Puls zu nehmen und klopft statt dessen auf die Achtel. Ich habe da Bedenken, ob man sich damit nicht einen falschen Puls zu stark angewöhnt und Gefahr läuft, die Nachschläge zu stark zu betonen. Wie seht Ihr das?
 

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Deine Idee, die Doppelschläge wegzulassen ergibt dann Sinn, wenn man - schon im fortgeschritteneren Übestadium - ein schnelleres Tempo erfühlen möchte und noch nicht genau weiß, wie schnell die Überleitungstöne nun sein sollen.
Für den Anfang empfehle auch ich, in Achteln zu denken, um das Verhältnis von Achteln zu Zweiunddreißigsteln gut zu erspüren.
Die Achteldenke sorgt dafür, dass Dein Puls korrekt ist. Die kleinste Einheit ist am Anfang immer der größeren vorzuziehen, da diese Ungenauigkeiten verursacht.
Wenn Du dann sicher bist und flotter sein möchtest: s.o.
 

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