Je nach Baujahr bedeutet der Name "Feurich" innerhalb der letzten 50 Jahre drei komplett unterschiedliche Dinge.
Nun, das ist wohl ein bisserl übertrieben. Von der Ankunft von Julius Feurich sen. 1958 in Langlau nach seiner Flucht aus der DDR, bis zu dem Tag im Jahr 2011, wo der liebe Herr B. aus Wien dem Julius F. iun. vereinbarungswidrig die Tür in Gunzenhausen zugesperrt hat, kann man durchaus von einer Firmen- und Modellkontinuität reden. Und das trotz der Unterbrechung von 1992-1994, als J. iun. erstmal begreifen musste, dass ihm sein eigener Name nicht mehr gehörte und er auch sehen musste, wo er blieb. Der Ortswechsel von Langlau ins nahegelegene Gunzenhausen bedeutet keine Zäsur, die Firma musste auch unter der neuen Bechstein-Herrschaft aus der Muna in Langlau (wo Euterpe nichts als Pächter war) einfach raus, weil der Bund mit dem Gelände andere Pläne hatte. Und das F. iun. überhaupt noch mal anfangen konnte, war der Schar von ehemaligen Euterpianern zu verdanken, die sich in der Gegend selbständig gemacht hatten. Einen
Flügel hätte er in der kleinen Werkstatt in GUN wohl gar nicht produzieren können, das wurde bei einem ehemaligen Euterpe-Meister in der Gegend gemacht. Ein wirkliche Zäsur bedeutete erst die Epiphanie des Herrn B. Und angesichts derer ist es wirklich kurios, wenn auf der Webseite so sehr von Tradition und deren Pflege geredet wird. Faktum ist, dass der Herrr desperat einen Namen brauchte, nachdem er den bisherige nicht mehr nutzen durfte, und das J.F. desperat Geld brauchte und sich daher wohl nicht hinlänglich klar gemacht hat, auf was und wen er sich da einlassen würde.
Womit ich nota bene über die "Feulichs" selber kein negatives Wort gesagt habe. Ich finde, dass die in ihrer Preisklasse wirklich gute Instrumente sind. Richtige Feurichs sind sie freilich nicht.