Woran erkennt man zu schwere Stücke...

Dieses Thema im Forum "Klavierspielen & Klavierüben" wurde erstellt von Qwartz, 30. Mai 2007.

  1. Qwartz
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    Qwartz

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    Hallo,
    da hätte ich mal eine Frage, die sich bei der Durchsicht des Forums nicht ganz geklärt hat...

    Wann ist ein Stück zu schwer oder woran kann man das erkennen.

    Vor ein paar Tagen habe ich so beim rumsitzen eine Melodie gezwitschert und gedacht, hey, das kennst du, das will ich spielen. Es war 'The Entertainer' von Scott Joplin. Die Noten hat es hier vor einiger Zeit als Download im Newsletter gegeben.
    Also hingesetzt und mal probiert. Hm... Läuft gar nicht gut. Meiner Meinung nach ist es nicht unbedingt zu schwer, aber meine Hände sind doch eher klein. Und ich kann mal grad eine Oktave fassen. Bei den Noten geht das halt auch gleich so los...
    Da meine Hand also dauernd überstreckt ist, treffe ich keinen Akkord in der linken Hand richtig...
    Da hab ich mich gefragt, ob es einfach nur zu schwer ist und ob ich was anderes üben soll, oder weiter am Ball bleiben soll, weil das wird schon.
    Habe dann hier im Forum gestöbert und gelesen, dass wohl allgemein eher die Meinung herrscht, keine zu schweren Stücke zu üben. Obwohl ich auch las, dass es egal wäre. Es muss wohl nur der Spaß stimmen.

    Was meint ihr, lohnt es sich auch zu schwere Stücke zu üben, solange der Spaß dabei bleibt, oder lieber die Finger weg und was anderes machen.
    Und vor allem, woran erkenne ich ein zu schweres Stück?!?

    Ach so, ich nehme keinen Unterricht. Also es gibt keine 'Kraft' von außen, die mich auf eine Fehleinschätzung hinweist...
     
  2. Ingrid20000
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    Ingrid20000

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    Also ich finde du solltest am Ball bleiben, da man meiner Meinung nach bei "zu schweren" Stücken viel dazu lernen kann, wenn man die Ausdauer hat es lange genug zu üben.
     
  3. killmymatrix
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    killmymatrix

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    Zu schwere Stücke sind meiner Meinung nach diejenigen, für die man noch nicht die nötige geistige Ausdauer besitzt, um das ganze Stück hindurch konzentriert und musikalisch spielen zu können.

    Technische Schwierigkeiten kann man nur meistern, indem man sie angeht. Falls allerdings Passagen gleich diverse Techniken erfordern, die man kaum beherrscht, würden ich wohl auch hier zunächst zu leichteren Stücken, die beispielsweise eine der im schwierigen Stück geforderten Technik trainieren.

    Was zu große Akkorde angeht, das stellt für etwas kleinere Hände wohl tatsächlich ein Problem dar. Ich selber kann nur eine None greifen, was auch nicht allzu viel ist. Eventuell helfen Changs Dehn-Tipps für die Handflächen ein wenig - versprechen kann ich's zwar nicht, aber man kann ja mal proberen.
     
  4. Sabri
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    Sabri

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    Als zu schwer würde ich Stücke bezeichnen, bei denen ich auf enorme (!) technische Schwierigkeiten stoße, bei denen ich weiß, dass ich erstmal andere technische Dinge beherrschen muss, um diese meistern zu können (also quasi eine (große) "Lücke" dazwischen ist).
    Und wenn man sich dann trotzdem an diese Stücke herantraut und beim Üben merkt, dass es die Nerven doch stark strapaziert, würde ich es in die Ecke legen und mit anderen Stücke darauf hinarbeiten.

    Sonst wäre die Gefahr zu groß (zumindest bei mir), dass die Interpretation (,selbst wenn es technisch schließlich mit ach und krach funktioniert,) "total in die Hose geht" ;)

    Außerdem kann ich sehr gut am Notenbild einschätzen, wie schwer ein Stück ist und wie viel Arbeit es ungefähr erfordern wird.
    Und zwar sind mir die Noten dann einfach von Anfang an irgendwie "unsympatisch" (ich weiß nicht, wie ich es anders erklären soll).

    lg, Sabri
     
  5. Haydnspaß
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    Haydnspaß

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    Ich verstehe die Furcht vor "zu schweren Stücken" überhaupt nicht. Kein Stück ist so schwer, daß man es nicht anfangen kann zu üben. Wenn man dann mit der Zeit feststellt, daß man nicht recht vom Fleck kommt, legt man das Stück eben mal eine zeitlang beiseite. Natürlich sollte man aber auch immer einige Stücke haben, die man ohne übermäßige Plackerei gut spielen kann, die vom Schwierigkeitsgrad eher ein bißchen zu leicht als zu schwer sind. An solchen Stücken lernt man die gewisse Lässigkeit, die ein guter Klavierspieler auf jeden Fall beim Spielen haben sollte.

    Ansonsten: keine Angst vor schweren Stücken!

    Haydnspaß
     
  6. schiddie
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    schiddie

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    Ja, sicher kann man wohl an schweren Stücken wachsen. Aber wenn die technischen Schwierigkeiten zu unlösbaren Problemen werden, macht man sich damit keine Freude. Aus Lust wird mehr Frust.
    Eine Möglichkeit, den technischen Schwierigkeiten (in diesem Fall wohl die Oktaven) aus dem Weg zu gehen, wäre, Töne wegzulassen. Aber ob das Stück noch dann Deinen Klangvorstellung entspricht, ist die andere Frage.
    Übe unbedingt noch etwas nebenher, was Du, Deinem technischen Entwicklungsstand entsprechend, gut bewältigen kannst.

    Ich würde auch gerne das Stück "Islamey" von Balakirev spielen. Aber da sind bestimmt 2 Jahre Arbeit. Und das bei nur 16 Seiten!
    Vielleicht werde ich es auch nie schaffen!!

    Aber da gebe ich Haydnspaß recht. Auch an schier unmöglich zu spielenden Stücken kann man etwas lernen.
     
  7. Sabri
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    Sabri

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    Aber ich denke, das man für manche Stücke auch einfach eine gewisse "Reife" braucht, um sie auch wirklich schön spielen zu können.
    Und ich denke auch nicht, dass man genug Übung alles spielen kann, was man auch will.

    Und:
    Ich hätte gerne nach einem Jahr Unterricht mit dem 3. Klavierkonzert von Rachmaninov angefangen, aber ich hätte wahrscheinlich komplett den Spaß am Klavierspielen verloren, da ich die Stücke, wenn ich sie spiele, auch schön spielen will...
    Und was soll ich sagen: Ich werde jetzt erstmal mit dem 2. anfangen...
    Nicht, weil ich Angst vor dem 3. an sich hätte, sonder Angst, es nicht so hinzubekommen, wie es meinen Vorstellungen entspricht (und dafür muss ich mich erstmal durch einfachere Sachen mit Rachmaninov vertraut machen).

    Und Töne einfach wegzulassen (auch vereinfachte Versionen) finde ich (verzeit mir den Ausdruck) wirklich "unter aller Sau".

    lg, Sabri
     
  8. schiddie
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    schiddie

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    Darin gebe ich Dir vollkommen Recht.
    Vor Jahren kam ein Schüler mit einer vereinfachten Bearbeitung des b-moll Klavierkonzert von Tschaikowsky zu mir. Ich habe mich geweigert, diese "Pseudo"-Verarbeitung zu unterrichten. Der Schüler durfte es für sich zuhause spielen.
    Mit Noten weglassen meinte ich vereinzelte Akkorde, wo evtl. der Grundton mehrfach vorkommt. Fällt in der Regel nicht auf, wenn mal einer weggelassen wird.
     
  9. Qwartz
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    Qwartz

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    Hab weiter gemacht

    Hallo,
    wollte nur noch mal schnell sagen, ich habe weiter geübt (das Stück von Scott Joplin) weil es mir doch gut gefällt. Und ja, ich kann auch die ganzen Oktaven mittlerweile ganz gut greifen und treffen (muss mir jetzt wohl mal Voltaren holen :D ).
    Naja, gut ich bin erst auf Seite zwei *schäm* aber ich bleib dran.

    Also zu schwer ist das Stück wirklich nicht. Aber die Akkorde ziehen halt schon ganz schön an meiner Hand... Aber Töne weglassen find ich auch doof.

    Und auf jedenfall übe ich noch Sachen neben her.
     
  10. keyla
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    keyla Guest

    ich denke, das stück ist, wenn man genug Ausdauer ht auch ohne Lehrer spielbar, allerdings kannst du dien Hände nicht größer machen als sie sind :(
    nd wenn es nicht geht, dann gehts nicht, also pass mir ja auf, dass du deine Finger überdehnst... ;)
    aber wenn das Problem nur ist, dass du die Töne schwer triffst, dass ist es durch üben lösbar und zwar klappt (zumindest bei mir) am besten, wenn man eine Oktave spielt und zur nächsten die Hand bewegt aber noch nicht spielt, also nur die Bewegung zum ton hin üben, bis man immer genau über den Tasten landet, dann erst spielen.