Wie lange brauchen Anfänger für Barcarole?

Dieses Thema im Forum "Forum für Anfängerfragen" wurde erstellt von pianofox, 30. Mai 2013.

  1. pianofox
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    pianofox

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    Hallo zusammen,

    Ich lerne jetzt seit ca. acht Tagen nach dem Heumann "Klavierspielen, mein schönstes Hobby, Band 1". Das ging erst mal relativ flott, aber nun hänge ich schon ein paar Tage am ersten (für meine Verhältnisse) kniffligem Stück, bei dem beide Hände unabhängig voneinander spielen sollen: Barcarole (Stück 18 auf Seite 29). Mir hat am Anfang schon einhändig der 3/4-Takt zu schaffen gemacht, inzwischen klappt's einhändig links und rechts sehr gut, aber mit beiden Händen komme ich immer wieder raus, insbesondere die letzten vier Takte machen mir zu schaffen. Ich hab es bisher nur wenige male geschafft das Stück sehr langsam fehlerfrei durchzuspielen, aber es festigt sich nicht und an das Spielen im Tempo der Begleit-CD ist noch nicht zu denken.

    Auch die hier öfters genannten Tricks (nur die schwierigen Takte üben, sehr langsam üben, usw.) bringen mich nur sehr langsam voran.

    Gibt es hier andere Anfänger, die mit o.g. Klavierschule arbeiten? Mich würde mal interessieren, wie lange ihr hier so gebraucht habt und ob es hinterher wieder besser wird.

    Liebe Grüße
     
  2. cwtoons
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    cwtoons

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    Also, auf Deutsch gesagt, hast Du eben erst angefangen. Da stellt sich die Frage: Was erwartest Du denn vernünftigerweise nach so extrem kurzer Zeit?

    Na immerhin, das ist ja schon ´mal etwas. Also läuft alles normal bei Dir. So fängt jedes Stück an, auch bei Routiniers.

    Das sind keine Tricks, sondern ganz normale Übeverfahren. Tricks gibt es sowieso nicht. Und wenn im Begleittext einer Klavierschule suggeriert wird, wie einfach und schnell sie zum Erfolg führt, ist das nichts weiter als pure Verkaufspoesie.

    Und natürlich geht alles langsam. Es gibt niemanden, auch keine fortgeschrittenen Spieler, die ein Stück, das ihrem aktuellen Level entspricht und sie fordert, sich so ´mal eben ratzfatz ´reinziehen. Aus Deinem Beitrag spricht die reine Ungeduld. Verständlich, nur sie ist völlig unangebracht und führt zu nix. Wenn man vernünftig ein Instrument lernen will, braucht man - leider - einen sehr, sehr langen Atem.

    So ist die Realität.....

    CW
     
  3. Forte
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    Forte

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    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 30. Mai 2013
  4. 40er
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    40er

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    Hallo,

    ich habe vor knapp einem halben Jahr mit deiner Schule angefangen und sie Gott sei Dank schon vor einiger Zeit wieder weglegen können. Die Barcarole der Heumann Schule klingt ziemlich bescheiden, was aber im ersten Anfangsstudium nicht ganz so wichtig ist.
    Mir hat nur Üben und nochmals Üben geholfen. Mit beiden Händen zusammen und das im Schneckentempo. Es wird nach einger Zeit schneller werden. Geduld haben und drannbleiben! Orientiere Dich nicht an der Geschwindigkeit in der Begleit CD, die ist für einen Anfänger im ersten Stadium m. E. nicht vernünftig erreichbar.

    Such dir möglichst bald einen Lehrer. Ich wollte es am Anfang auch glauben, dass es allein so gut weitergeht wie am Anfang mit der Heumann. Jetzt merke ich wie wichtig der Lehrer geworden ist, der mich auf Fehler im Spiel hinweisst und diese korrigiert wo ich alleine nicht mal daran denken würde/könnte. Auserdem wirkt der wöchentliche "Spielvortrag" vor dem Lehrer stark motivierend.

    Schönes üben und viel Spass dabei.
    40er
     
  5. Peter
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    Peter Bechsteinfan

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    Na dann machste doch alles richtig. Schnellen Erfolg gibt´s quasi nicht, und die Fortschritte werden immer langsamer werden. Du wirst auf Stücke treffen, wo Du gar nicht mehr weiter kommst und diese erst mal weglegen, um sie ein Jahr später noch mal anzufassen. Ganz normaler Piano-Amateur-Alltag. Lass Dich davon nicht frustrieren.
     
  6. Mike0068
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    Mike0068

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    Hallo

    Erst einmal meinen Glückwunsch zum Start. Also ich kann dich da beruhigen. Ich selbst habe nämlich auch letzte Woche angefangen mit dem Buch und mir geht es genau so. Die ersten Sachen mit einer Hand waren ja noch einfach. Dann abwechselnd rechts und links ging ja auch noch aber mit beiden Händen zusammen ist es schon heftig. Allerdings hattest du ja wohl nicht angenommen das es mit dem Tempo so weiter geht wie in den ersten beiden Kapiteln, oder? Da hätten wir das Buch ja in ein bis 2 Wochen durch. So hat man wenigstens was von seinem Geld :-)
    Gruß, Mike
     
  7. pianofox
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    pianofox

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    Erst mal danke für die zahlreichen antworten!

    Dass ich in wenigen Tagen so große Fortschritte mache, hab ich auch nicht erwartet. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich vorher schon ein paar zweihändige Stücke aus anderen Klavierschulen gelernt hatte, die mir deutlich einfacher vorkamen. Hier mal die bisherige "Historie", die vor etwa fünf Wochen begann:

    Als erstes hatte ich den Klavierkurs in GarageBand (Apple-Software) ausprobiert. Das finde ich vom Konzept her eine tolle Sache, man bekommt Video-Lektionen und kann die zugehörigen Übungs-Stücke dann in wählbarem Tempo nachspielen, wobei der Rechner Noten- und Taktfehler sofort anzeigt und man eine statistische Fortschrittsanzeige zu den Stücken hat. Allerdings kamen mir die Themen der einzelnen Lektionen nur sehr angerissen vor, ich hatte das Gefühl es handelt sich nicht um einen vollständigen Kurs und es fehlt jede Menge Übungsmaterial oder man bräuchte schon mehr Vorwissen. Auch habe ich in GarageBand keine Möglichkeit gefunden selbst Notenmaterial einzuspielen und mit der gleichen Verlaufskontrolle nachzuspielen wie die vorhandenen Übungsstücke, das wäre ideal. Kennt jemand eine Software, die das kann?

    Als nächstes habe ich mir aufgrund vieler positiver Bewertungen und wegen des günstigen Preises ungesehen "Alfred's Klavierschule für Erwachsene" bestellt und angefangen sie durchzuarbeiten. Was ich dabei allerdings schmerzlich vermisst habe, ist eine Begleit-CD, mit der man die Stücke erst mal "richtig gespielt" anhören kann. Ich habe mir dann damit beholfen einige Stücke am Computer einzugeben und über anzuhören, aber so richtig toll war das auch nicht, deshalb habe ich mich noch nach etwas anderem umgesehen. Inzwischen hab ich die Alfred-Webseite entdeckt, auf der man die Stücke als MP3 hören kann, aber da war ich schon wieder viel weiter.

    Im Internet bin ich ziemlich schnell auf die Online-Musikschule music2me gestoßen, die fast nur sehr gute Rezensionen hat. Diese bietet ebenfalls Video-Lektionen und Noten für die zugehörigen Übungs-Stücken als PDF. Einen Probemonat für 14 Euro hatte ich mal abgeschlossen mit der Absicht es weiter zu machen, wenn es gut ist, inzwischen aber schon wieder gekündigt. Die dort angebotenen Stücke sind allerdings extrem langweilig und die Begleitung zu den Übungs-Stücken richtig schlecht, das macht jedes 100 Euro Keyboard aus dem Supermarkt genauso gut (kein Vergleich zu GarageBand, wo echtes Band-Feeling aufkommt).

    Gut, also hab ich mich noch mal im Musikgeschäft beraten lassen und dort hat man mir den Heumann "Klavierspielen, mein schönstes Hobby" empfohlen. Da er mir beim Durchblättern recht gut konzipiert erschien, die Spiralbindung ein echter Mehrwert ist (der Alfred klappt immer zu auf dem Notenständer) und eine Begleit-CD dabei ist, spiele ich nun seit einer Woche mit dem Alfred. Bin an sich auch sehr angetan, nur wundere ich mich, dass mir das erste echte beidhändige Stück so viel schwieriger vorkommt als die zweihändigen Einstiegs-Stücke der anderen Klavierschulen. Kommt vielleicht auch vom 3/4 Takt, an den ich mich erst mal gewöhnen musste (ich hab eine ganze Weile immer bis vier gezählt).

    Regelmäßigen Unterricht beim Klavierlehrer will ich erst mal nicht nehmen, ich weiß, dass dies optimal wäre, aber dadurch steigt auch der finanzielle und logistische Aufwand für mich zu sehr an.

    Jetzt bleibe ich aber erst mal beim Heumann, der erscheint mir schon recht gut für meine Zwecke :-)
     
  8. hasenbein
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    hasenbein

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    Ihr Anfänger seid manchmal echt Schießbudenfiguren.

    Von nix ne Ahnung, meint aber die Konzeption einer Klavierschule beurteilen zu können!

    Anstatt sich an jemanden zu wenden, der wirklich Ahnung hat, kauft man sich erstbeste Hefte, meldet sich bei erstbesten Online-Kursen an, will nichts bezahlen etc. pp.

    Daß Du mit dieser Einstellung und Vorgehensweise nicht weit kommen wirst und Dir mit recht großer Wahrscheinlichkeit sogar ungünstige Dinge angewöhnen wirst, die Du nur schwer oder gar nicht wieder wegkriegst, sollte Dir klar sein...

    LG,
    Hasenbein
     
  9. cwtoons
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    cwtoons

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    Oh Gott, der arme Junge!

    Bisher war ´s relativ friedlich...

    CW
     
  10. pianofox
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    pianofox

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    Danke! ;)

    Nein, das meine ich nicht. Ich habe ja auch geschrieben, dass sie mir gut konzipiert erschien und nicht, dass sie es ist.

    Das ist eben so, wenn man Neuland betritt, da sammelt man Erfahrungen und lernt langsam dazu. Immerhin wird man mit jedem Fehler schauer. Die Investition in die Online-Musikschule war überschaubar gering (14 Euro), ich hab ja nicht gleich einen Jahresvertrag unterzeichnet.

    Ich habe (denke ich) auch schon mal einen ersten Schritt in Richtung "sich an jemanden zu wenden, der wirklich Ahnung hat", immerhin habe ich mir im Musikgeschäft eine Liste von Klavierlehrern geholt (ob es natürlich gute KL sind weiss ich auch nicht).

    Meine Motivation Klavier zu lernen liegt auch nicht darin irgendwann mal Konzerte zu geben, allenfalls mal etwas Spaß zu haben und meine Kinder vielleicht an die Musik heranführen zu können. Für mich ist es eher als Alternative zum Fernsehen oder eine Art Gehirnjogging gedacht. Ich hab mir vor etlichen Jahren als Student auch mal ein wenig Gitarre beigebracht, das wäre sicher mit einem gutem Lehrer auch besser geworden. Spaß hat's mir aber trotzdem gemacht und für ein paar Liedchen am Lagerfeuer hats gereicht.

    Es erst mal alleine zu versuchen liegt übrigens nicht nur am Geld sondern vor allem an der freien Zeiteinteilung, die ich dabei habe. Ich bin berufstätig und habe Kinder, Zeit habe ich also vor allem Abends, wenn die Kinder im Bett sind. Die möchte ich nicht noch damit verbringen zu einem Lehrer zu fahren (was ich ohne Babysitter evtl. auch gar nicht könnte). Davon abgesehen habe ich vor mir in unregelmäßigen Abständen von einem Lehrer eine "Kurskorrektur" geben zu lassen. Nur ist regelmäßiger Unterricht 1x pro Woche oder so einfach nicht drin.

    Mag sein, dass Du recht hast, aber ich halte es immer noch für die bessere Alternative es erst mal alleine zu probieren als es ganz bleiben zu lassen. Was anderes wäre es, wenn nun eines meiner Kinder Interesse am Klavier zeigt (das ist übrigens auch ein Hintergedanke bei der Aktion). Dafür würde ich auf alle Fälle einen guten KL suchen, schon weil ich mir wünschte meine Eltern hätten mich diesbezüglich in meiner Kindheit gefördert.

    Da es ja auch nicht ganz einfach ist einen guten Klavierlehrer zu finden, ist das Risiko an den falschen zu geraten und damit Zeit und Geld zu vergeuden auch nicht zu vernachlässigen.
     
  11. hasenbein
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    hasenbein

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    Prima, Du hast das Herz auf dem rechten Fleck und bist einer von der intelligenten Sorte. Thumbs up!

    Dennoch sei verraten, daß Heumann nix ist.

    Viel Spaß weiterhin!
     
  12. pianofox
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    pianofox

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    Danke, ich bemühe mich!

    Verrätst Du mir auch noch den Grund warum der Heumann nix ist und was bessere Alternativen zum Selbststudium sind?
     
  13. Cathain
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    Cathain

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    Hallo lieber Pianofox,

    ich glaube hier gibt es an die 10 Threads warum der Heumann eigentlich nur als Brennmaterial taugt. Die Quintessenz: Die Arrangements sind stümperhaft und lieblos und es gibt einfach unendlich viel wunderbare Originalliteratur in jeder Schwierigkeitsstufe, so dass dieser unmusikalische Schrott überflüssig und frustrierend ist.

    Lg Cat


    PS: Ich hab mit Mikrokosmos und Russischer Klavierschule gelernt und würds immer wieder so machen
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 30. Mai 2013
  14. fisherman
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    fisherman

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    Hallo Pianofuchs, dass der Heumann nix ist, wirst Du erst nach einiger Zeit merken. Irgendwann kommt Dir auf einmal alles so "dünn" vor. Nun gibt es auch Originale, die "dünn" gesetzt sind - die werden Dir aber nicht langweilig. Die kommen Dir auch nicht irgendwann "falsch" vor. Ist vermutlich das Zeichen für Qualität, resp. Kunst. Wenn Du die ersten Monate mit Heumann rumbringst, wird Dich das nicht verblöden - man muss nur den Absprung schaffen. Wenn Du mal an dem Punkt bist, wo man eben an einem Stücjk 2-3 Monate arbeitet, tut es weh, wenn man nach weiteren 6 Monaten feststellt, dass das nix dauerhaft Befriedigendes ist. Schau mal in den Faden "Von Anfängern für Anfänger".

    Ich spiel jetzt fast 5 Jahre (mit unterdurchschnittlichem Ergebnis). Und viele Stücke aus meiner Anfangszeit machen immer noch Spass (Originale von Scarlatti, Zipoli, Corelli). Vom Heumann hat nur ein Stück überdauert... (und das ist aus "Barpiano" - m.E. einem der besseren Bände).

    Fazit: Heumann ist nicht der Teufel. Aber er ist auch nicht das Paradies.
     
  15. pianochris66
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    pianochris66

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    Ihr Profis aber manchmal auch:D
     
  16. 40er
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    @pianofox

    Lass dich nicht verunsichern und nimm guten Gewissens den Heumann zum Anfangen. Er bietet in kompakter Form den Autodidakten eine(n )vernünftigen Einstieg(smethode) in Deine neue Welt. Du wirst zu Anfang bis gut zu zwei Drittel des Buches in der Heumannschen-Lagenwelt denken und Dich irgendwann wundern warum bei den ersten original Stücken keine Lagenangabe wie beim Heumann steht. Spätestens dann merkst du langsam, dass viele der Stücke von Heumann eher unschön klingen und du wendest Dich anderem so. Wieder etwas weiter wird die Heumannsche Lagenwelt in Vergessenheit geraten und deine Hände legen sich wie selbstverständlich irgenwo auf das Tastenfeld nieder und fangen zu spielen an.

    Bei mir war und ist es zumindest so. Allerdings wirst du einen Lehrer brauchen, der Dich immer wieder aus Sackgassen befreit und korrigierend eingreift. Wenn Deine Kinder mal im Kindergarten oder Schule sind, wirst Du auch wieder Zeit hierfür finden.

    Gutes Gelingen
    40er
     
  17. Cathain
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    Cathain

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    Hallo 40er,

    was hat es denn mit verunsichern zu tun, wenn man sich die Meinung anderer anhört. Etwas anderes ist es doch auch nicht wenn man Rezensionen liest oder sich in einem Klaviergeschäft beraten lässt. Ein negativ Beispiel hast du ja schon genannt: Das Lagenspiel. Außerhalb von Heumann gibt es kein Lagenspiel. Wieso also sollte man etwas lernen, was man nach einigen Wochen vergessen und wieder umlernen muss. Grade wenn man nur eine begrenzte Zeit hat um sich dem Klavierspiel zu widmen ist es doch ads beste, diese möglichst sinnvoll zu nutzen.
    Wenn man die Musik als solche liebt, dann ist es mehr als frustrierend, wenn man sich mit unmusikalischen Stücken beschäftigt hat. Wieso also nicht wie fishi sagte einmal in den Anfängerfaden schauen und schöne Stücke auswählen. Wenn man sich auf neues Einlassen kann ist doch etwa der Mikrokosmos eine tolle Idee. Band 1 trainiert ja nun wirklich alles, was man am Anfang so braucht. Wenn man den Aufnahmen hören will gibt es die als CD oder zu Hauf auf youtube.

    lg
    Cat
     
  18. 40er
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    40er

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    Hallo Cathain,

    bei allem Neuen was man tut, ist man auch schnell verunsicherbar - vor allem wenn man es alleine tut.
    Das Lagenspiel von Heumann ist ein pädagogischer Ansatz, der m. E. seine Berechtigung hat. Es gibt einen Halt und führt einen. Lernt man allein - weiss man das zu schätzen. Dieser pädagogische Ansatz ist mit zunehmender Spielerfahrung allerdings stark einengend und streng genommen auch nur auf die Heumannschen Stücke in der Klavierschule abbildbar. Nach kurzer Zeit kann er selbst diesen Ansatz nicht mehr weiterfahren.

    Den Mikrokosmos habe ich mir auch besorgt, allerdings bis jetzt nicht allzu häufig genutzt. Es fehlt beim Mikrokosmos einfach am Anfang das schöne Gefühl, das man hat wenn man etwas von Beethoven oder Bach wie aus der Heumannschule spielen kann (Motivation). Es dauert meisst auch etwas bis man merkt, wie weit teilweise diese Arrangements vom Original entfernt sind. Ich selbst wäre in den ersten Wochen auch schier überfordert gewesen mir etwas aus der Literatur selbst herauszusuchen. Mittlerweile klappt das ganz gut - den Segen dazu gibt dann der Lehrer oder er stellt ein Stück erstmal wieder zurück.

    Die CD beim Mikrokosmos ist eigentlich eine tolle Sache - leider sind die Stücke nicht entsprechend der Reihenfolge in den einzelnen Bänden separiert, sondern erscheinen als langer Faden auf der CD pro Mikrokosmosausgabe . Da kann man das schnelle Suchen von z. Bsp. Stück 8 aus Mikrokosmosausgabe 1 auf der CD vergessen, es wird obermühsam. Dies sollte dringend verbessert werden, ansonsten ist der Mikrokosmos wirklich sehr gut, soweit ich in der Lage bin dies zu beurteilen.

    Gruss 40er
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 31. Mai 2013
  19. Cathain
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    Cathain

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    Nabend 40er,

    so konnte leider erst jetzt antworten da ich mich bis grade mit Amerikanischem Prozessrecht rumschlagen durfte. (Eine Qual übrigens)

    Bitte erkläre mir, welchen Pädagogischen Ansatz das Lagenspiel verfolgt. Außerhalb der Heumannschen Welt gibt es ein solches nicht. Die angebliche Sicherheit kann also nur trügerisch sein. Wirklichen (!) Halt kann doch nur etwas geben, was auch Bestand hat. Wie oft haben wir hier schon von Anfängern gelesen, die eben nicht außerhalb dieser "Lagen" denken konnten und bei einem "richtigen" Stück überhaupt nicht verstanden haben was sie vor sich haben. Wenn man sich also nur innerhalb von Heumann daran festhalten kann, dann kann man es auch gleich lassen und sich von vorne herein auf das Klavierspiel als solches einlassen. Warum Dinge lernen die unsinnig und unnötig sind? Diese Zeit kann man doch für andere Dinge aufwenden.

    Danach ist mir allerdings ein Schauer über den Rücken gelaufen. 40er, ich spiele ja selbst noch nicht lange Klavier, aber wo glaubst du bei Heumann etwas von Bach (aaaaaaaaaaaarg ich liebe Bach und möchte dich grade hauen) oder Bethooven gespielt zu haben. Bei jeder dieser Musikalischen Vergewaltigungen die du da nachgespielt hast hätten besagte Komponisten sich mehrfach im Grabe umgedreht und wahrscheinlich dein Instrument aus dem Fenster geworfen. Grade Bach - hochgradig intelligente Musik die zu einem dünnen Süppen ohne jeglichen Sinn verwurstet wird. Also ne sowas kann eigentlich nicht motivieren wenn man diese Musik wirklich liebt. Im Gegenteil! Eigentlich müsste es hochgradig frustrierend sein!

    Zum Mikrokosmos meinte ich nichtmal die beiliegenden CDs. Da gibts auch so nette Sachen.

    Lg Cat


    PS: Fishi hatte übrigens mit Scarlatti recht. Da finden sich schöne Stücke =)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 31. Mai 2013
  20. pianofox
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    pianofox

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    Hallo zusammen,

    das Stück hat bei mir inzwischen erkennbare Fortschritte gemacht, bei langsamen Tempo schaffe ich es auch schon mal fehlerfrei durch. Nur mit "Originaltempo" verhaue ich mich spätestens beim letzten Tonwechsel, ich befürchte, hier hab ich schon einen Fehler eintrainiert. Bevor ich mich hier vergeblich festbeiße, hab ich schon mal mit dem nächsten Stück angefangen.

    Außerdem habe ich mich mal nach Klavierlehrern in meiner Gegend umgesehen, bei denen die Anfahrt nicht so lange wäre. Eine Klavierlehrerin ist gerade mal 1km von hier weg, das wäre zu Fuß gut zu erreichen, wäre für mich also logistisch vermutlich gut machbar. Sie ist Diplom-Musiklehrerin, wobei ihr Hauptinstrument Querflöte ist. Ich hab sie heute mal angerufen und gefragt, wie ein Unterricht in meiner Situation machbar wäre. Unter anderem hab ich gefragt, ob und mit welcher Klavierschule sie arbeitet und musste schon ein wenig schmunzeln, als sie mir den Heumann genannt hat. Ich hab sie dann darauf angesprochen, dass er wohl ziemlich umstritten ist, was sie auch bestätigt hat. Sie meinte dann aber, dass er für den allerersten Anfang und zum überwiegendem Selbststudium gar nicht so verkehrt sei. Wir haben jetzt mal ausgemacht, dass ich in einer Woche meine erste Stunde bei ihr nehme. Bis dahin soll ich die 2-3 Stücke der Klavierschule einstudieren, die ich im Heumann schon kann.

    Meint Ihr das ist jetzt besser als gar kein Unterricht? Ich denke die gröbsten Haltungsfehler und ein paar Grundtechniken wird sie mir schon zeigen können.

    Habt Ihr hierbei irgendwelche Tipps für mich, was ich fragen kann / worauf ich achten soll, wenn ich das erste mal Unterricht nehme? Sollte das nichts werden, wäre meine Alternative erstmal wieder zurück zum ausschließlichem Selbststudium (ok, ich hab noch zwei Nachbarn, die ein wenig Klavier spielt, die können mir vielleicht auch etwas unter die Arme greifen). Ich denke es ist zumindest einen Versucht wert, ich muss ich ja nicht fortsetzen, wenn es keinen Sinn macht.

    Ansonsten hab ich noch ein paar Programme am Computer entdeckt und damit Versuche gestartet. PianoBooster ist ein freies Programm, mit dem man eine MIDI-Datei so ähnlich wie im GarageBand Klavierkurs abspielen, d.h. Begleitmusik und die zu spielenden Noten laufen in Echtzeit vorbei und das Programm kontrolliert, ob man die richtigen Noten zur richtigen Zeit drückt. Mit dem freien Notensatzprogramm MuseScore hab heute dazu mal zwei Stücke aus dem Heumann gesetzt und als MIDI-Datei exportiert um sie im PianoBooster zu üben. Das klappt schon ganz gut, allerdings will ich nicht verschweigen, dass es dem Programm egal ist, wie lange oder wie stark man die Noten drückt, es wird wohl ausschließlich der Druck der richtigen Taste nach unten in die Bewertung einbezogen. Aber ich finde es hilft um sich in ein neues Stück einzuarbeiten und Noten lesen zu üben. Nicht zuletzt, da man das Tempo einstellen kann und (für die ersten male) in einem Modus arbeiten kann, bei dem das Programm mit jeder Note auf mich wartet (so etwas ähnliches gibt es wohl auch in den Lernprogrammen diverser Home-Keyboards, nur dass hier keine Noten vorbeilaufen).

    Vermutlich werden Hasenbein bei meinen Beschreibungen jetzt die Haare zu Berge stehen :D Aber als Anfänger in meinem Alter strebe ich nicht mehr an noch mal Konzerte zu geben. Ich möchte vor allem meine Freizeit sinnvoll und mit Spaß verbringen, mein Gehirn ein wenig trainieren und es wäre schön, wenn ich bei meinen Kindern das Interesse an Musik wecken könnte.