Wie lange braucht der erwachsene Anfänger?

Dieses Thema im Forum "Klavierspielen & Klavierüben" wurde erstellt von Anonymous, 12. März 2006.

  1. Anonymous
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    Hallo,

    ich lerne als Oldie von über 40 seit 8 Wochen Klavier. Macht Spaß und man sieht den leichten Hauch von Fortschritt, auch wenn ich als Berufstätige in der Regel nur ungefähr 2 h pro Woche üben kann - aufgeteilt in 4 x 0,5-Häppchen - und mir mein Kopf wie ein Sieb vorkommt (vor allem beim Bassschlüssel lernen!)

    Trotzdem eine perspektivische Frage: Wann kommt die Zeit, in der man wirklich ein bisschen Klavier spielen kann? Und die Noten ohne großes Nachdenken erkennt... Und vielleicht auch mal längere und interessantere Stücke ...
    Derzeit überfordert mich noch alles restlos, was über 12 Takte hinausgeht und deutlich mehr als nur ein paar verschiedene Noten aufweist... Aber ich würde es gerne gründlich lernen und will nicht nur so "dahinfuddeln".

    Ich rechne so mit 1 Jahr fürs Grundgerüst und die Basis und danach mit 2 bis 3 Jahren, um sich vom Anfänger-Status ein wenig wegzubewegen.
    Ist das realistisch?

    Grüße
    Wilma
     
  2. Anonymous
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    Eine "Fern-Diagnose" ist nicht leicht, weil ich Dich und Deine Fähigkeiten zu wenig kenne.
    Ich kann Dir aber verraten, dass ich eine Schülerin habe, die schon über fünfzig ist (sechstes Lernjahr) und mit einigen jungen Schülern durchaus mithalten kann. Natürlich lernt man als Erwachsener schwerer, aber man ist auch konsequenter als ein Kind.
    Konzert-Pianistin wirst Du wahrscheinlich keine mehr, aber für Hobby und Spaß reicht´s allemal.
    Das mit den 2-3 Jahren halte ich durchaus für realistisch.
     
  3. Anonymous
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    Danke für die Antwort.

    Manchmal braucht man einen kleinen Horizont, um Durchzuhalten.
    Aber die Aussicht, bis zum Rentenalter doch eine eine ganz passable Hobby-Spielerin zu werden, ermutigt. (Sind ja auch noch 26 Jahre bis dahin...)

    Grüße
    Wilma
     
  4. Anonymous
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    Hi Wilma,

    habe vor zwei Jahren auch mit über 40 erst angefangen, Klavier zu lernen, allerdings mit Notenkenntnissen und einfache Sachen hätte ich auch ohne Lehrer irgendwie hinbekommen.

    Angefangen habe ich auch damit, dass ich ca. 2 - 4 Stunden pro Woche geübt habe. Allerdings war ich damit nach kurzer Zeit recht unzufrieden. Ich habe dann einiges in meinem Leben umgestellt, so dass ich es schaffe, so zwischen 2 und 3 Stunden täglich zu üben, was einen riesigen Unterschied macht. Ist zwar nicht ganz einfach, weil ich beruflich auch recht eingespannt bin, aber es hat für mich eine recht hohe Priorität.

    Denn auch wenn das Ziel Konzertpianistin aufgrund des späten Anfangsalters eher ausgeschlossen sein dürfte, habe ich das Bedürfnis, möglichst gut zu spielen, und es gibt so unendlich viele Klavierwerke, die ich spielen können will. Ist so ein tief sitzendes Bedürfnis, wenn ich die Musik höre.

    Aber ob viel oder wenig Zeit zum üben ist, es dauert auf jeden Fall seine Zeit. Man kann sich vielleicht einmal vor Augen halten, dass Kinder oft mit 6 - 10 Jahren anfangen mit dem Unterricht. Sofern sie später Musik studieren, haben sie bereits bis zum Studium ca. 9 - 14 Jahre gelernt, ....

    Tja, und wenn's länger dauert, das Renteneintrittsalter wird bis dahin vermutlich noch einige Male nach oben korrigiert!

    Siggi
     
  5. Anonymous
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    Wir "Alten"

    Auch ich habe mit 43 angefangen Klavier zu spielen - als blutige Anfängerin nachdem mein 12 jähriger Sohn, für den wir ein Klavier angeschafft hatten, schon bald keine Lust mehr hatte. So habe ich mir einen Jugendtraum verwirklicht und bin seit mittlerweile über 2 Jahren mit unverminderter Begeisterung dabei. Da ich berufstätig bin und vier Kinder habe, ist es mit dem üben nicht immer ganz einfach. Die Anfänge eines Stückes kann ich oft viel besser als die Schlüsse, da ich so oft unterbrochen werde :-) Fortschritte?
    Es ist schwer sich selbst einzuschätzen, aber mittlerweile kriege ich leichte bis mittelschwere Stücke nach einiger Zeit ganz passabel hin. Also nur Mut, und vor allem das spielen, was richtig Spaß macht und nicht zu schwer ist!
     
  6. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Hallo Wilma,
    4x halbe Stunde ist nicht wirklich viel. Da braucht man ja in unserem Alter schon ne halbe Stunde, um sich an das Erlernte wieder zu erinnern. :lol:
    Tip: Versuche als erstes, dass mit dem Bassschlüssel und überhaupt die ganze Notenleserei hinzubekommen. Lerne es unterwegs oder abends im Bett, wo Du sonst ein Buch mitnehmen würdest, bis Du es auswendig kannst. In einer kurzen wertvollen halben Stunde sich auch noch damit zu befassen, stelle ich mir frustrierend vor, da es ungemein aufhält und Deinen potentiellen Fortschritt enorm verlangsamt.
     
  7. Anonymous
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    Oldie???

    Hallo Wilma, ich habe mit 59 den Einstieg gewagt, hatte vorher allerdings Notenkenntnisse, bin aber in meiner Jugend nicht über "Hänschen-Klein" hinausgekommen. Ich bin jetzt 61 und habe mir in zwei Jahren ein hübsches Repertoire erspielt, über Pop, Barock und Klassik bis hin zu einfachen Sonaten.
    Ein guter Klavierlehrer, der auch dem "Oldie" immer wieder Mut macht, ist sehr sinnvoll. Man lernt langsamer, wenn man älter wird, braucht etwa die doppelte Zeit wie die Jugendlichen und muss kleinschrittiger und häufiger üben. Man muss auch die "alten" Stücke immer wiederholen und nicht nur die neuen Stücke einüben. Mit der Zeit geht es aber etwas schneller, neue Stücke einzustudieren. Klavier-Virtuosin werde ich wohl nicht mehr werden, aber einiges hört sich schon ganz gut an.
    Ich meine, du solltest deine Übungszeit - wenn irgend möglich - auf täglich eine Stunde oder besser 1 1/2 Stunden ausdehnen.
    Lass dich nicht entmutigen, denn es macht so viel Spaß, wenn man nach "harter" Übungszeit ein Stück zum Klingen gebracht hat.
    Gruß Kati