Wie eine Komposition anfangen?

Dieses Thema im Forum "Theorie, Arrangement & Komposition" wurde erstellt von Mrc707062, 4. Sep. 2019.

  1. Mrc707062
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    Mrc707062

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    Schon seit ca. 5 Jahren möchte ich gerne was Komponieren, auch wenn es "nur" Variationen oder so sind. Am besten für Klavier o. Geige und im Romantischen Stil, aber alles was mir einfällt ist für die Romantik Passagen die irgendwo mittig sein können, oder melodien die eher in barock und klassik passen ._. Ich probier immer neue Melodien, aber wenn ich dann eine habe finde ich sie erst gut, und nachher dann nicht mehr... Und wenn ich eine sehr gute gefunden habe fällt mir kurz danach auf dass ein bekannter Komponist die schon benutzt hat.
    Könnt ihr mir irgendwelche Tipps geben was eine Romantische Melodie ausmacht, und auch zum Thema Begleitmuster, oder kann es auch sein, dass wenn ich mit Stücken die mehr nach klassik klingen das alles irgendwann von alleine kommt?
     
  2. rolf
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    rolf

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    ...hm...das ist echt gemein von denen, dass die deine gefundenen Melodien einfach so benutzen...
     
  3. Mrc707062
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    Mrc707062

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    Genau so sehe ich das auch
     
  4. Muck
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    Muck

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    Das Problem hatten ja schon viele... :teufel:
     
  5. Muck
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    Muck

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    Spaß beiseite. Ich würde mit Variationen anfangen. Beim Thema darfst du sogar ungeniert klauen. Und dann schau mal, wie sich das entwickelt. Bleiben deine Harmonien gleich? Löst du das Thema sukzessive auf? Vielleicht auch einfach mal improvisieren und schauen, wo es dich hinführt. Da hast du viele Möglichkeiten. Und deine erste Komposition muss ja nicht direkt ein Meisterwerk werden. Betrachte es einfach als Spaß und Übung. Bin gespannt, wie es weitergeht.

    LG
     
  6. Stilblüte
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    Stilblüte Super-Moderator Mod

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    Vielleicht hilft dir ein programmatischer Ansatz. Vertone doch mal die Charaktere von Tieren, Jahreszeiten, Wetter...
     
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  7. Dreiklang
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    Dreiklang

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    @Mrc707062
    mir scheint, dass Du Dir einen viel zu großen Kopf über all das machst ;-)
    Und wennschon - ist doch ganz egal, ob es eine Melodie schon gibt oder nicht *).

    Fang' einfach mal irgendwie an - schreib' irgendeine Begleitung dazu - überleg' Dir, wie man das ganze weiterführen, vielleicht entwickeln, und irgendwann irgendwie abschließen könnte.

    Und poste hier Deine Ergebnisse - die Leute hier werden Dir sicher mit Tipps und Vorschlägen zur Seite stehen.

    Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

    Jeder hat mal angefangen

    etc. etc. ;-)

    Gutes Gelingen - und auf eine baldige erste Komposition, hier, gleiche Stelle, gleiche Welle ! ;-)
    _______
    *) glaubst Du, es kümmerte mich in irgendeiner Form, wenn Komponisten Teile einer von mir verwendeten Melodie ebenfalls schon verwendet haben? Manche Tonfolgen sind halt sowohl sehr "naheliegend" als auch "faszinierend" auf der Klaviatur. Wenn überhaupt etwas wichtig ist am Ende, dann, dass kein Komponist aus der ganzen Sache schon mal ein Stück von dem Charakter und der Form gemacht hat, wie Du selbst das gemacht hast.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Sep. 2019
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  8. cwtoons
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    cwtoons

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    Zum Komponieren gehört sicher auch a) Kreativitaet und ein b) gutes Notensatzprogramm. Wenn das Ganze dann noch von etwas Harmonielehre angereichert wird und mit gutem Sitzfleisch unterlegt wird, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

    CW
     
  9. chiarina
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    chiarina

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    Lieber Mrc707062,

    vielleicht hilft dir dieses Buch Wege zum Komponieren von Diether de la Motte weiter. Der Ansatz ist für manche vielleicht etwas ungewöhnlich, denn es gibt keine Rezepte a la "5 min. lesen und dann kann ich's". Aber es schult die Kreativität, den Zugang zu Musik und es gibt jede Menge Aufgaben.

    Ansonsten ist es überhaupt nicht schlimm, wenn du kopierst. Genau das machen Komponisten auch, wenn sie ihr Handwerk lernen. Man lernt von dem, was schon da und gut ist und macht später sein eigenes Ding.

    Studiere also sorgfältig die Musik, die dir gefällt und in deren Stil du zunächst etwas komponieren willst. Wie sind diese Stücke aufgebaut? Welche Entwicklungen gibt es, was für Melodien sind zu finden, wie sind sie komponiert, wie viele Takte sind sie lang, wie werden sie begleitet? Lerne daraus, kopiere oder variiere diese Melodien/die Begleitung, so dass du erst allmählich etwas ganz eigenes schaffst.

    Der Weg zum Komponieren führt neben dem Studium entsprechender Werke auch über die Improvisation. So scheinst du es ja auch schon zu machen. Lass deinem Spiel freien Lauf und enge dich nicht ein. Du kannst deine Improvisationen auch aufnehmen, falls dir etwas gut gelingt und du Sorge hast, dich nicht mehr erinnern zu können.

    Beim Improvisieren kann man erst eine Melodie zu suchen, um sie dann zu begleiten. Man kann es auch umgekehrt machen: suche dir ein Ostinato, eine sich immer wiederholende Bassfigur aus und erfinde dazu eine Melodie. Auch bei den Begleitfiguren lerne von bereits vorhandenen Werken oder Stücken, die dir gefallen. Wie machen die das?

    So ein Ostinato kann auf einem immer wiederkehrenden harmonischen Schema fußen, das durch Arpeggien o.ä. den gewünschten romantischen Touch bekommt. Schau dir mal die Begleitungen der Nocturnes von Chopin an - da hast du eine unglaubliche Auswahl wunderbarster Begleitungen, aber auch wunderbarer Melodien, die du kopieren und mit denen du arbeiten kannst. Über das Kopieren wirst du deinen Weg finden.

    Viel Freude und Erfolg!

    chiarina
     
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  10. Rheinkultur
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    Rheinkultur Super-Moderator Mod

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    Auch weniger bekannte Autoren haben auf solche Fragen Antworten gesucht und gefunden:
    https://www.grin.com/document/162801

    Ansonsten kommen solche Erkenntnisse nicht von alleine, sondern durch das Analysieren gut geeigneter Literaturbeispiele. Dabei ist nicht nur entscheidend, was in vertikaler Richtung passiert, wofür es Lehrwerke auf den Gebieten von Harmonielehre und Kontrapunkt gibt. Wichtig sind auch Kenntnisse der Gattungen und Formen (Literatur u.a. von Lemacher/Schroeder, Kühn, Schaper, Stockmeier), damit man nicht nur so ins Blaue hinein besser gelungene und weniger gut gelungene Einfälle zusammenhanglos aneinanderreiht. Ein sehr guter Einstieg ist es, eine kleine Anzahl von Takten stimmig auszufüllen (4-8 Takte können zunächst genügen), bevor man an überdimensionierten Sachen womöglich scheitert.

    Der Komponist sollte sein kompositorisches Material beherrschen und nicht das Material ihn. Mitunter nicht leicht, aber auch nicht unmöglich. Viel Glück und Erfolg - und lasse uns ruhig an der einen oder anderen kleinen Arbeitsprobe teilhaben!

    LG von Rheinkultur
     
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  11. Henry
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    Henry ehemals Alb/Styx

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    Ordentlich einen auf die Lampe gießen bis man Stimmen hört und die dann auf das Klavier übertragen - Aufnehmen ned vergessen, nächsten Tag weiß man nix mehr da von :rauchen::drink::drink::drink::drink::drink:
     
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  12. Scarbo
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    Scarbo

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  13. brennbaer
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    brennbaer

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    Ach jetzt wird mir klar, warum beim alten Ludwig van und Konsorten aus der vordigitalen Ära immer nur dieses unerträgliche und dilettantische Gestümper herausgekommen ist...:teufel:
    ;-)