Wer kennt J.L.Duysen?

Rikki

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Ich bin seit kurzen stolzer Besitzer eines J.L.Duysen-Flügels. Weiß jemand von euch etwas über dieses Unternehmen und/oder deren Instrumente?
Meiner wird gerade überholt (Mechanik) und ist laut SN von 1911. Innenleben ist ok und gut erhalten, nur äußerlich hat er gelitten. Da will ich mich in aller Ruhe selbst drum kümmern...

rikki

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Klavierretter

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Ich kenne nur 2 Duysen Flügel... und die hatten beide einen ausnahmslos schönen Klang... herzlichen Glückwunsch!
LG Georg
 
S

schmickus

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Ausnahmslos alle Duysen-Flügel, die ich gespielt habe, waren klanglich ausgezeichnet. Sehr groß im Klang, farbig, dynamisch.
 
Rikki

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Danke für eure Antworten - das liest sich doch ganz gut ;-)
Ich konnte meinen Flügel bisher nur im verstimmten Zustand spielen und er klang schon vielversprechend ... bin natürlich sehr gespannt auf das fertige Ergebnis!
 
Rheinkultur

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Ausnahmslos alle Duysen-Flügel, die ich gespielt habe, waren klanglich ausgezeichnet. Sehr groß im Klang, farbig, dynamisch.
Vereinzelt finden sich einige Kurzpräsentationen im Netz wie diese hier: In der Glanzzeit dieses Unternehmens (um 1900) konnten gut erhaltene Instrumente durchaus mit einem großen und ausgewogenen Tonvolumen aufwarten, wie man es bei alten Bechstein-Modellen erwartet hätte. Wer in seiner Repertoiregestaltung eine Vorliebe für spätromantische Literatur hat, also gerne Brahms oder Reger spielt, könnte mit gepflegten Exemplaren dieser Instrumente durchaus eine gute Entscheidung treffen.

Ob ein solches Instrument mit populärer oder Easy-Listening-Literatur vorteilhaft präsentiert wird, ist natürlich eine ganz andere Frage. Darauf mal eine Liszt/Wagner-Bearbeitung zu spielen, wäre im Bedarfsfall recht reizvoll - da könnte man über Repetierfähigkeit, Obertonreichtum, Pedalansprache etc. einiges mehr erfahren... .

LG von Rheinkultur
 
Rikki

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liebe(r) rheinkultur,

für deinen 999 beitrag würde ich dir einen ramazotti spendieren! wenigstens virtuell sei er dir gegönnt!
wirklich aussagekräftige angaben zu repetierfähigkeit, obertonreichtum etc. kann ich leider noch nicht machen (s.o.) und wahrscheinlich reichen meine pianistischen fähigkeiten dazu nicht ganz aus ..., was mir aber gleich aufgefallen ist:
- der dynamikumfang ist enorm im vergleich zu meinem klavier (und der ist schon erstaunlich)
- die tastatur ist ähnlich leichtgängig (also etwas leichtgängiger als aktuelle flügel)
- der flügel ist so niedrig, dass ich kaum drunterpasse (1,82m)! abhelfen konnte ich mit entsprechenden untersetzer.

LG rikki
 
agraffentoni

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Rikki

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ich habe schon mächtige rollen dran (60mm breit, ist ein 2m-flügel) und untersetzer sind schon ok - ich fahre mit dem flügel normalerweise nicht im haus spazieren ... ;-)
 
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Thomas87

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Hallo Rikki,

Herzlichen Glückwunsch kann ich nur sagen! Habe selbst einen Duysen-Flügel und bin hochzufrieden damit.
Die Verwandtschaft zu Bechstein-Flügeln kommt nicht zuletzt daher, dass Duysen meines Wissens nach ein Lehrling/Schüler Bechsteins war.

Viele Grüße
Thomas
 

Rheinkultur

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Hallo Rikki,

Herzlichen Glückwunsch kann ich nur sagen! Habe selbst einen Duysen-Flügel und bin hochzufrieden damit.
Die Verwandtschaft zu Bechstein-Flügeln kommt nicht zuletzt daher, dass Duysen meines Wissens nach ein Lehrling/Schüler Bechsteins war.

Viele Grüße
Thomas
Carl Bechstein und Jes Leve Duysen? Bechstein war jünger, gründete sein Unternehmen jedoch einige Jahre früher als Duysen. Beide Pianofortefabriken waren in Berlin ansässig, wo Bechstein im regen Austausch mit Bülow und Liszt stand. Die Entwicklungsgeschichte zum modernen Konzertflügel hätte ohne den Dialog mit den führenden Künstlern auf der Kundenseite sicherlich so nicht stattfinden können. Übrigens absolvierte der wenige Jahre jüngere Julius Perzina (Schwerin) seine Ausbildung bei Bechstein und kam in den Kontakt mit der in Sachsen ansässigen Firma Carl Rönischs, die mit der Entwicklung des gußeisernen Rahmens eine echte Innovation auf den Markt brachte. Dass Duysen durch die gleiche Schule gegangen sein soll, ist offensichtlich eher ungewiss.

LG von Rheinkultur
 
Wiedereinaussteiger

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Jes Leve Duysen war längere Jahre bei Bechstein, ich meine irgendwo gelesen zu haben, als Vorarbeiter oder Leiter einer Fertigungsabteilung. Dann machte er sich in Berlin selbständig, also um als Konkurrent von Bechstein zu agieren, jedoch in einer Zeit in Berlin, in der es ca. 200 mehr oder weniger kleine und große Klavierfertiger allein in Berlin gab.

Die Klaviere sowohl als auch die Flügel Duysens sind für ihren kräftigen Klang bekannt. Ich erinnere mich an ein Klavier im Café Honigmond zu Berlin bei einem Wochenendtreffen, das allerdings (in Verbindung mit der möglicherweise problematischen Raumakustik) ein sehr eigenartiges akustisches Verhalten an den Tag legte: der Klavierspieler hörte sein eigenes Spiel nur relativ schwach, saß quasi im "schalltoten Raum" der Akustik.

Mehrere nacheinander gespielte Duysen-Flügel in der Klavierhalle machten mich ein wenig innehalten insofern, als sie keine volle Doppelrepetition, sondern eine Art vereinfachter Stößermechanik aufwiesen. Ob Duysen irgendwann noch auf volle Doppelrep nach Pat. Erard umstellte, undoder ggfs. wann das geschah, das weiß ich nicht. Für sehr schnelles, virtuoses Spiel hätten die Flügel ohne Doppelrep. gewisse Nachteile in der "Flinkheit" des Spieles.

Der Klang der Flügel war immer klasse, "Blockbuster" beim Preis-Leistungs-Verhältnis.

Duysen wurde auch sehr erfolgreich in Berlin, m.E. zu recht.


Wikipedia-Artikel zu Jes Leve Duysen
 
D

Doc Harlem Projekt

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Hallo Rikki,

Duysen absolvierte in den Jahren 1837 bis 1841 seine Lehre beim Klavierbauer Hansen in Flensburg. In den folgenden 20 Jahren war er bei zahlreichen Klavierbau-Unternehmen in Deutschland tätig, bevor er 1860 seine eigene Klavier-Manufaktur in der Leipziger Straße 39 in Berlin gründete. Innerhalb weniger Jahre gelang es ihm, seine Instrumente weltweit bekannt zu machen und an zahlreichen Höfen zu etablieren. Für das schnell wachsende Unternehmen erwarb Duysen im Jahre 1867 ein großes Grundstück in der Friedrichstraße 219, ein Jahr später beschäftigte er bereits 80 Mitarbeiter. Zwischen 1890 und 1903 wurden pro Jahr etwa 500 Instrumente gebaut, jeweils zur Hälfte Pianos und zur Hälfte Flügel. Duysen starb am 30. August 1903 in Berlin.
Ab 1903 wurde das Unternehmen zunächst von Duysens Witwe und drei Neffen weitergeführt. Es folgten mehrere Veränderungen in der Rechtsform und der Eigentümerschaft, 1926 wurde die Produktion nach Braunschweig verlagert, in Berlin verblieben die Verkaufsräume. 1928 wurde der Sitz des kompletten Unternehmens nach Braunschweig verlagert, ein Jahr später ging die Klavierfabrik Duysen gemeinsam mit anderen Unternehmen (unter anderem Wilhelm Schimmel Pianofortefabrik) in der Deutschen Piano-Werke AG auf. Aus diesem Zusammenschluss sind später einzelne Unternehmen wieder ausgeschieden, die Geschichte der Duysen-Klaviere endete im Jahre 1955. Noch heute sind vor allem im Privatbesitz zahlreiche Instrumente erhalten, ein Flügel steht im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.


Ich hoffe Dir einwenig geholfen zu haben. Ich bin ebenfalls Besitzer eines Duysenflügels in Schwarz

Gruss
stefan
 
R

robstein

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wie kann man denn das Baujahr herausfinden?
Besitze auch einen schwarzen Stutzflügel der Marke Duysen.
Vielen Dank.
 
florianm

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Viel Spass mit dem Instrument!!
 
E

erikquantumpianist

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Hallo,

das klingt ja alles toll. Ich habe einen von Lee's 180ern in weiß gekauft, der noch nicht hier ist.
Wo recherchiere ich die alten Seriennummern?
Kennt jemand einen Klavierbauer\Stimmer für die weitere
Betreuung und Aufarbeitung in Frankfurt, also der Hauptstadt des Verbechens, nicht Oder?

Bei Bechway oder Steinstein in F. wird man irgendwie nur ernst genommen, wenn man so ein paar Pakete Hunderter in der Gesäßtasche hat. Vielleicht war ich auch nur zu oft da um zu spielen. (-8

Da kann man mit seinem <<10.000€ Instrument nicht aufwarten und das, obwohl die ständig betonen einem behilflich zu sein, auch mit Gutachten und so. Hat jemand Erfahrung damit?

Freu mich auf die LeeDyson~family im Forum.

Erika
 
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