Was geschah heute vor ... Jahren


thomasz
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Heute vor 75 Jahren... wurde Stephan Remmler (Trio) geboren (duck und weg...)

Immerhin: Er kann durchaus als prominenter Vertreter der minimal music in Deutschland gelten
 
Triangulum
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Heute vor 69 Jahren starb der russische Komponist Sergei Edouardewitsch Bortkievicz.
Dieser Komponist ist einer der interessantesten Klavierkomponisten der russischen Spätromantik. Er wird als russischer Komponist gelistet, da er im russischen Kaiserreich, in der Stadt Charkow (heutige Ukraine) geboren wurde und obwohl er polnische Vorfahren hatte. Sein Lebensweg verlief ähnlich reich an Ortswechseln wie das von Rachmaninoff. Er war der Kultur des deutschsprachigen Raumes sehr zugetan, musste aber im ersten Weltkrieg auf sein Gut nach Charkow zurückkehren. Bei der russischen Revolution wurde sein Gut umstellt und geplündert. Es folgte eine umständliche Flucht über Jahre mit Rückkehr nach Deutschland. 1933 wurde das Leben hier für einen Russen zunehmend unangenehmer und er wich nach Wien aus, wo er bis an sein Lebensende blieb und auch beerdigt wurde. Im Bombenhagel gegen Kriegsende erhielt sein Haus einen Treffer. Seinen eigenen Beschreibungen nach wurde sein Flügel von einem großen Stück Mauerwerk getroffen, war aber ansonsten voll funktionsfähig. Die Familie musste dann im Bad ausharren, da sich das Haus nicht mehr beheizen ließ.
Sein Kompositionsstil ist absolut konservativ und erinnert massiv an Chopin, Tschaikowsky, Rachmaninoff und Scriabin.
Er lehnte moderne Einflüsse ab und bezeichnete moderne Musik als ''kakophone Musik''.
Obwohl einzelne seiner einfacheren Stücke in etlichen Unterrichtssammlungen auftauchen, wurde ihm ein ähnliches Schicksal zu Teil wie Medtner: Er blieb ein Komponist der dritten Reihe. Äußerst originelle Stücke finden sich überall in seinen Werken. Er schrieb u.a. ein Violinkonzert, drei Klavierkonzerte (eigentlich vier, das erste hat er vernichtet), eine Oper, einige Lieder und zwei Sinfonien. Das Hauptwerk ist sicher dasjenige für Klavier. Das Violinkonzert habe ich gerade gehört. Es klingt so attraktiv wie das von Glasunow.
Es ist relativ wenig verlegt. Eine seiner für mich interessantesten Kompositionen ist die zweite Klaviersonate. Der erste Satz enthält Anspielungen, ja fast schon Zitate, von Chopins f-moll Klavierkonzert und Tschaikowskys Jahreszeiten. Der zweite Satz, das Allegretto, ist ein absoluter Bringer! Der letzte Satz gemahnt sehr deutlich an Scriabin. Es gibt keine Printversion. Alle Freunde dieses Werkes müssen noch genau ein Jahr ausharren bis zum legalen download.
Die Ähnlichkeit einiger Werke zu Chopin ist sehr offensichtlich, wie z.B. die Polonaise. Es gibt eine Mazurka, die beim Hören von denen Chopins nicht mehr zu unterscheiden ist.
Insgesamt find ich, das dieser Komponist in die Gruppe der russischen, spätromantischen Pianisten/Komponisten Rachmaninoff, Medtner und Scriabin als Nr. 4 gehört, auch wenn er nicht ihren Bekanntheitsgrad erreicht hat.

Ich hatte ursprünglich das Todesjahr 1951 im Kopf, habe aber gerade noch rechtzeitig gesehen, dass es 1952 war . Ich habe jetzt so viel geschrieben, dass ich alles einfach stehen lasse ohne mich hoffnungslos um Kopf und Kragen geschrieben zu haben. 2022 verweise ich dann auf diesen Post (oder irgendwer anderes).
 
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Revenge
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Es ist relativ wenig verlegt. Eine seiner für mich interessantesten Kompositionen ist die zweite Klaviersonate. Der erste Satz enthält Anspielungen, ja fast schon Zitate, von Chopins f-moll Klavierkonzert und Tschaikowskys Jahreszeiten. Der zweite Satz, das Allegretto, ist ein absoluter Bringer! Der letzte Satz gemahnt sehr deutlich an Scriabin. Es gibt keine Printversion. Alle Freunde dieses Werkes müssen noch genau ein Jahr ausharren bis zum legalen download.
[...]

Hi @Triangulum ,

hab ich mich da jetzt verguckt ?



Titel:

[Sonaten, Kl, op. 60]Zweite Sonate für Klavier op. 60 / Sergei Bortkiewicz. Ed. by B. N. Thadani ...

Second sonata for piano op. 60

Autorin/Autor:

Bortkevič, Sergej Ė., 1877-1952

Beteiligt:

Thadani, B. N. [Hrsg.]

Ausgabe:

2. ed.

Erschienen:

Winnipeg : Cantext Publ., 1995 [erschienen] 1997

Umfang:

VIII, 34 S.

ISBN:

0-921267-21-5

Sonstige Nummern:

OCoLC: 51324283 (aus SWB)

Steht in Trossingen, zwar Präsenzbestand, aber... .

LG, Olli! ;-)

PS.: Dieser Herausgeber Thadani, kann sein, dass er sie auch eingespielt hat, auf CD. Müsste ich nochmal gucken.
 
Triangulum
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PS.: Dieser Herausgeber Thadani, kann sein, dass er sie auch eingespielt hat, auf CD. Müsste ich nochmal gucken.

Im Handel ist diese Ausgabe nicht zu finden, jedenfalls nicht bei den gängigen Versendern. Das ist ein häufiges Phänomen unbekannterer Musik. Sie erscheinen sporadisch in kleinerer Auflage und sind dann vergriffen. Immerhin gibt es dann noch die Fernleihe. Ich persönlich glaube allerdings nicht, dass eine zu restriktive Vermarktungspolitik bzw. ein zu starres Beharren auf das Kopierverbot solch unbekannter Werke der Verbreitung und dem Bedeutungszuwachs eines wenig bekannten Komponisten sonderlich förderlich ist. Würde man auf die Rechte einzelner ausgesuchter Werke verzichten, würde der Absatz der übrigen ggf. höher ausfallen.
Die umfangreichste CD-Einspielung incl. beider Sonaten ist von Klaas Trapman.
 
Revenge
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@ Absatz / Bedeutung / Vermarktung wenig bekannter Komponisten: Das denke ich auch. :super:

Daher noch eine Ergänzung: z.B. die Universitätsbibliothek UdK Universität der Künste, Berlin, hat das Ding auch 'rumliegen.
Signatur:

Signatur: EA 1004 / DB 0687 Exemplar ist am Standort

Ferner unter anderem ( so ca 5-6 über die westl. Welt verteilte Bibliotheken ) die British Library auch, und evtl. Niederlande, aber das ist ja hier unnötig, dann. )

Insgesamt: Sachverhalte "Bortkiewicz" = spannend, und..

Greetings from Olli!
 
Revenge
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Letztes dazu:

Die 2. Sonate von Bortkiewicz gibts bei Scorser. Gute Qualität, letztes Teilstück hat 7 Kreuze.

Verlinke ich aber nicht, müsst Ihr selbst raussuchen. Die ersten 3 "2. Sonate" usw. Ergebnisse bei "Bortkiewicz" nicht nehmen, das sind tote links. Der 4. oder 5. klappt. ( war glaub ich auf der 5. Ergebnisseite ).

Was es nicht alles gibt :-):-):-)

LG, Olli!!
 
Revenge
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Am 25.11.1965 ist Myra Hess verstorben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Myra_Hess

Dafür ist am 25.11.1856 Sergei Taneyev geboren,

https://de.wikipedia.org/wiki/Sergei_Iwanowitsch_Tanejew

und am 25.11.1862 Ethelbert Nevin, das ist der mit „Narcissus“, wovon z.B. in einem der Hefte „Classics of Renown“ von John W. Schaum eine leichte Version enthalten ist.

https://en.wikipedia.org/wiki/Ethelbert_Nevin

Hier die richtige Version, in der ersten Datei ab Seite 15:

https://imslp.org/wiki/Water_Scenes,_Op.13_(Nevin,_Ethelbert)
 
Triangulum
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Spanische Kompositionen mit musikalischer Affinität zu Frankreich und seinen Impressionisten gibt es viele. Umgekehrt sind es weniger, vielleicht noch am bekanntesten ist Ravel mit seinen Werken eines eher imaginären Spaniens. Fast heute vor 70 Jahren starb der nunmehr vergessene Komponist Henri Collet, nämlich am 23. November 1951 (am 23. hatte ich keine Zeit für diesen Eintrag). Er gab vielen Werken spanische Titel. Neben der Musik studierte er auch spanische Literatur. Er schuf neben Bühnenmusik einiges an Klavierliedern und an Klavierwerken, die nunmehr gemeinfrei sind. Bei ISMLP gibt es nur einen geringen Anteil seiner Werke. Von ihm stammt auch die Gruppenbezeichnung ''Les Six''. Er schrieb 1946 auch ein Klavierkonzert.
 
 

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