Verzweiflung bei Klaviernoten

Dieses Thema im Forum "Klaviernoten, -CDs, -Bücher, -Software" wurde erstellt von David_Turman, 31. Juli 2006.

  1. David_Turman
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    David_Turman

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    Baut mich mal auf, bitte!
    Ich weiß, daß ich erst seit 5 Wochen Klavierunterricht habe und demzufolge noch lange nicht so gut spielen kann wie Chopin, der ja schon nach zehn Wochen Unterricht die Komposition "Wie ich den Niagara-Fall hinaufschwamm" geschrieben hat (oder so ähnlich).

    Ich war heute in einem Notengeschäft und habe nach einfachen Stücken gesucht, die ich auch spielen kann. Aber als ich die ganzen Stücke für Anfänger gesehen habe mit all ihren Achtel und Sechzehntelnoten - und das Allerschlimmste waren in einem Stück im 3/4-Takt mehrere miteinander verbundene Achtelnoten, von denen von der gleichen "Verbundlinie" aus zwei Noten nach unten (linke Hand) führten, dann zwei in die oberen Notenlinien (rechte Hand) und die restlichen wieder nach unten führten: also, da habe ich echt die Krise gekriegt - da wurde ich plötzlich furchtbar entmutigt und dachte mir, daß ich das niemals würde spielen können. Ich habe ein einziges Stück gesehen - das ging aber auch nur über zwei doppelte Notenreihen - das ich mir mit meinen momentanen Kenntnissen zugetraut hätte. Ach, Menno, das ist alles so schwer. Oder sieht es nur so schwer aus?

    Bin ich damit alleine oder haben noch mehr von euch die Erfahrung gemacht, daß sie beim Anblick von Stücken, die viele Achtel und was-weiß-ich-nichstel-Noten aufgewiesen haben, den Koller bekamen, weil sie sich dachten: Bis ich das kann spukt mein Geist längst durch meinen Heimatort. ??

    Bin ich zu ungeduldig? Offensichtlich.

    Wie lange dauert es denn (erfahrungsgemäß), bis ich mein erstes tolles Stück spielen kann?

    Die Woche fängt gut an. :cry:

    Dave
     
  2. Elio
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    Elio

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    Also ich kann von mir sagen:

    Wenn ich manchmal bestimmte Noten sehe, erschrecken sie mich auch und ich glaube nicht, dass ich sie spielen kann.

    Höre ich das Stück von jemandem und schaue ihm zu, so wirkt es direkt viel einfacher. Vielleicht solltest Du Dich nicht so sehr vom Notenbild verrückt machen lassen, sondern einfach mal hören, wenn Dir Dein Lehrer oder Deine Lehrerin etwas vorspielt.

    Außerdem kann ein und dasselbe Stück bei einem Verlag viel aufgeräumter wirken als bei einem anderen Verlag...

    Aber lass Dich nicht entmutigen, das Wichtigste ist meiner Meinung nach, dass Du Dich fürs Klavierspielen begeistern kannst und ehrgeizig bist! Also weiter so ;)
     
  3. chily
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    chily

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    das gibt sich auch ganz gut mit der zeit, glaub mir! Ich kann nur von der Klarinette sprechen, weil ich Klavier auch noch nicht lang spiele, aber da ist es so: ich arbeite seit mehreren jahren an einer mehrbändigen, äußerst umfangreichen Etüdensammlung (Standartwerk für alle Klarinettisten), und die ist so eng gedruckt, dass die Seiten mehr schwarz als weiß sind und einzelne Etüden sind gern auch in 128el notiert... :roll:
    ich bin mittlerweile total abgehärtet und erschrecke dadurch z.B. auch bei schwierigen Orchesterstellen nicht mehr bzw. kann ziemlich gut vom Blatt spielen, weil ich einfach ohne Zögern an die Sache rangehe! Ich denke, beim Klavier ist es genauso...Spiel doch einfach Note für Note, der Rest wird sich finden! :wink:
     
  4. Moonlight
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    Moonlight

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    Hi Dave,

    also m. E. nach hast Du da in die "falsche" Literatur geschaut. Ich bin wie Du Anfängerin und ich erschrecke mich auch vor solcher Literatur.

    Zwei Klavierschulen, die ich ganz nett finde, sind von Heumann (man kann über ihn sagen was man will): "Klavier spielen - mein schönstes Hobby" und "Piano - Crash Kurs". Da sind die Stücke von Heuman so aufbereitet, dass Du selbst den "Entertainer" nach 5 Wochen hinkriegst und dass das Lied auch noch nach "The Entertainer" klingt! Mich hat das sehr aufgebaut :-D

    Es ist natürlich nicht das Original, aber ich finde es nicht verkehrt, wenn man erstmal Schwierigkeiten herausnimmt! ;-) Ich meine, man fängt ja auch nicht mit einem Hemmingway-500-Seiten-Schinken an, wenn man Englisch lernen will, oder? ;-) Man nimmt sich Vokabel für Vokabel vor. Und durch den "Wiedererkennungseffekt" (mein Papa kommt jedesmal ganz fasziniert herein und meint: Das ist doch ...) kam bei mir dann halt auch der Spaß daran. Im Übrigen möchte ich noch anmerken, dass in den beiden Büchern nicht nur von Heumann bearbeitete Stücke sind, sondern auch Originale - natürlich sehr leichte - aber: wir sind ja blutige Anfänger, gelle! :wink:

    Wenn Du möchtest, kann ich Dir mal einen Auszug daraus zukommen lassen, damit Du Dir ein Bild davon machen kannst.

    Liebe Grüße
    Moonlight
     
  5. babajaga
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    babajaga

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    definitiv!! mensch, unsereiner hat seine gesamte schulzeit mit der frage verbracht "hast du heute schon klavier geübt?" (und die anwort kam meist verschämt negativ...).
    da wärs ja noch schöner, wenn andere das in 5 wochen hinlegen... :lol:

    aber im ernst, ein bischen geduld musst du schon aufbringen, sonst bleibts ein strohfeuer..
     
  6. Wu Wei
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    Wu Wei

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    Denn: Aller Anfang ist l e i c h t :!: