Übungen gegen eingeschlafene/langsame Finger

Dieses Thema im Forum "Klavierspielen & Klavierüben" wurde erstellt von Benjamin, 8. März 2007.

  1. Benjamin
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    Benjamin

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    Moin Moin,

    seit ich bis letztes Jahr ca.6Monate Chemo bekommen habe fühlen sich meine Finger oft sehr verkrampft an. Ich habe dass Gefühl, dass sie nicht mehr so schnell und leicht spielen wollen, wie ich es will.
    Wenn ich trotzdem versuche recht schnell zu spielen, ziehen die Muskeln nach einiger Zeit im ganzen Arm. Die Finger sind irgendwie einfach nicht mehr so unabhängig, sondern ihre Bewegungen "gehen zu weit in die Armmuskulatur".

    Gibt es irgendwelche Trockenübungen um die Finger wieder schnell und locker zu machen?

    Hatte z.B. früher mal gelesen, dass es spezielle Übungen für die Geschwindigkeit gibt, die man kurz vor'm Schlafen macht, da das Gehirn im Schlaf "weiterübt".

    Danke
    Benjamin
     
  2. Wu Wei
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    Wu Wei

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    Hast du während der Therapie weniger spielen können, so dass die Symptome nur eine Folge mangelnder Übung sein könnten? Allerdings schilderst du deine Empfindungen aber auch so, als ob sich im Elektrolythaushalt und dergleichen einiges verschoben haben könnte. Auf alle Fälle den Arzt konsultieren! Ansonsten: Mit Fingerübungen vorsichtig und Geduld haben, sonst holst du dir noch 'ne Sehnenscheidenentzündung und es dauert noch viel länger.
     
  3. Rosenspieß
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    Rosenspieß Guest

    Hallo Benjamin,

    ich habe allgemein so meine Zweifel am somnolenten Geläufigkeitstraining.

    Ich möchte Dich aber gerne fragen, ob Du nach sechs Monaten, in denen Krankheit Dich am Klavierspiel gehindert hat, nun vielleicht zu schnell zurück zum alten Level möchtest und entsprechend verkrampft übst.
    Das kann nämlich zu den von Dir beschriebenen Schmerzen führen.
    Schnell zu spielen, heisst eim Ansatz, die Impulskontrolle des Gehirns für jeden einzelnen Finger ein Stück weit ausser Kraft zu setzen, sprich: die Finger "laufen zu lassen".

    Bestimmt klappte das vor der Zwangspause schon einigermassen automatisch bei Dir. Ich würde empfehlen, zunächst mit Stücken wieder einzusteigen, die Dir sehr leicht fallen, vielleicht sogar "unter Deinem Niveau" sind um ein gewisses Maß an Souveränität und Routine zurückzugewinnen.

    Welche Stücke sind es denn, die Dir zur Zeit Schmerzen machen? (Reine Neugier, um herauszufinden, auf welchem Level Du spielst.)

    Herzlich willkommen im Forum übrigens!
     
  4. Stilblüte
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    Stilblüte

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    Es ist dir bestimmt schon einmal so gegangen, falls du vor deiner Krankheitschon länger Klavier gespielt hast, dass du mal in Urlaub gefahren bist oder aus sonstigen Gründen keine Zeit zum Klavierspielen hattest.
    Wenn man dann zurück kommt bzw. wieder Zeit findet, hat man das Gefühl, man spielt mit eingeeisten Fingern, und nichts geht mehr. Wenn man nur zwei, drei Wochen nicht gespielt hat, spielt sich das, im wahrsten Sinne des Wortes, innerhalb von Minuten, Stunden, höchstens Tagen wieder ein.
    Ich vermute, dass sich mit der Dauer des Nichtspielens auch die Dauer des "Wieder-einspielens" verlängert, besonders wenn man aus Gründen von Krankheit aussetzen musste, gezwungener Maßen.
    Falls es wirklich "nur" an der langen Pause liegen sollte, die du nicht gespielt hast, kann ich dir mit ziemlicher SIcherheit sagen, dass du dein altes Level schon bald wieder erreicht hast.
    Nur nicht verzagen ;)

    liebe Grüße und viel Elan zum Üben

    Stilblüte