Übetipps rein subjektiv ;-)

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Lalona

Guest
Herzliches Hallo in die Runde,
mir ist heute aufgefallen, dass ich im Laufe der zeit ein paar mal meine "Übeprinzipien" geändert oder ausgewechselt habe, je nachdem ob sie sich bewährt haben oder nicht...
Ich meine so Sachen, die man ganz automatisch anwendet und von denen auch jeder Lehrer ein paar als "Spezialität" an seine Schüler weiter gibt...Zum Beispiel dass man einen Lauf rythmisiert übt, dass man mit Metronom Tempo steigert *hust*, die gleiche Passage in fff und in ppp übt, dass man mitsingt, die Harmonien als Ganzes spielt...
*lach* lauter Sachen, die ich momentan nicht mache...
Ich fang mal an: mein Allerhöchstes Übeprinzip lautet Konzentration. Jetzt werdet ihr mir wahrscheinlich sofort auf den Deckel hauen *duck* :-) aber so selbstverständlich finde ich das gar nicht. Oft ist es so, dass man es zumindest so auffasst, als müsste man vor allem die mechanische Seite üben. Erfahrungsgemäß spielen allerdings die Finger brav, was man ihnen befiehlt - man muss halt wissen, was man tut...
Bringe ich etwas nicht fertig, schiebe ich es nicht auf meine Technick (außer ich hab eine Zeit lang nicht gespielt und schwächle ;-) ), sondern darauf, dass mir nicht klar genug ist, was ich da fabriziere. Oder dass ich mich nicht konzentriere.
Versteht ihr meinen Ansatz?

So, jetzt seid ihr dran ;-)

Lg von einer neugierigen Lalona
 
pille

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Bringe ich etwas nicht fertig, schiebe ich es nicht auf meine Technick (außer ich hab eine Zeit lang nicht gespielt und schwächle ;-) ), sondern darauf, dass mir nicht klar genug ist, was ich da fabriziere. Oder dass ich mich nicht konzentriere.
Versteht ihr meinen Ansatz?
Das würde ich voll unterschreiben, sehe ich genauso.
Als ein weiteres Prinzip spiele ich Stücke, vorallem in einem noch früheren Einübestadium, oft völlig anders als notiert, d.h., ich variiere massiv Tempi und Dynamik. Ich sehe darin zwei Vorteile: zum Einen präge ich mir die Noten dann auf einfache Art und Weise ein, zum anderen beleuchte ich dadurch die verschiedenen Stellen aus anderen technischen aber auch musikalischen Blickwinkeln. Vorallem das letztere gibt mir dann hinterher ein Gefühl dafür, wie ich was interpretieren kann. In einem späteren Einübestadium mache ich das allerdings nicht mehr, sondern versuche mich dann in den durch die Notierung vorgegebenen Grenzen zu bewegen.
 
klavigen

klavigen

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sehr gut beonachteet

Herzliches Hallo in die Runde,

Ich fang mal an: mein Allerhöchstes Übeprinzip lautet Konzentration. Jetzt werdet ihr mir wahrscheinlich sofort auf den Deckel hauen *duck* :-) aber so selbstverständlich finde ich das gar nicht. Oft ist es so, dass man es zumindest so auffasst, als müsste man vor allem die mechanische Seite üben. Erfahrungsgemäß spielen allerdings die Finger brav, was man ihnen befiehlt - man muss halt wissen, was man tut...
Bringe ich etwas nicht fertig, schiebe ich es nicht auf meine Technick (außer ich hab eine Zeit lang nicht gespielt und schwächle ;-) ), sondern darauf, dass mir nicht klar genug ist, was ich da fabriziere. Oder dass ich mich nicht konzentriere.
Versteht ihr meinen Ansatz?

So, jetzt seid ihr dran ;-)

Lg von einer neugierigen Lalona
diesen Kernpunkt deiner Aussage kann ich voll unterschreiben. Da liegen nämlich meistens die Hasen im Pfeffer. Aber man muss wirklich genau nachdenken, was das heisst.

Ein bekannter Prof. aus Frankfurt - Herr Ickstadt - war auch beim Hessichen Rundfunk beschäftigt - hat uns Studenten immer beigebracht, dass unserer vermeintlichen technischen Problem eigentlich verständnisprobleme sind. Viele haben das angezweifelt . Und dann doch später verstanden-

Dioe Frage ist also richtig von dir gestellt: "Was will ich hier eigentlich fabrizieren? Und meine finger sollten eigentlich das machen, was ich will. Mit etwas Konzentration tun sie das auch.
 
L

Lalona

Guest
*lach* das ist ja schon fast langweilig, wenn alle so einer Meinung sind ;-) aber andererseits heißt das ja, dass wir vielleicht nicht auf dem Holzweg sind mit unserer Überei.
Meine am häufigsten angewandte Methode - oder Leisatz-Unterpunkt würde ich schlicht Zuhören nenen. Zuhören und mich fragen, ob ich das wirklich so spielen will...
Da wir gerade bei den Professoren sind: Mein jetziger (mein mit Abstand bester) hat mir genau das beigebracht, so wie er es von MICHELANGELI persönlich gelehrt bekommen hat *dahinschmelz* ;-) Michelangeli ist mein Idol...
 
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Hacon

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Mal eine Frage:
Würdet ihr es ernsthaft als ein Verständisproblem bezeichnen, wenn man eine Chopin'sche Walzertonleiter (sorry dass ich schon wieder damit komme) im schnellen Tempo nicht hinbekommt, weil einem die Finger immer irgendwo abrutschen?
 
klavigen

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Kein Plan

Mal eine Frage:
Würdet ihr es ernsthaft als ein Verständisproblem bezeichnen, wenn man eine Chopin'sche Walzertonleiter (sorry dass ich schon wieder damit komme) im schnellen Tempo nicht hinbekommt, weil einem die Finger immer irgendwo abrutschen?
Das habe ich nicht verstanden. Wohin rutschen denn die Finger ab? von der Tastatur, auf andere Tasten ? Und was ist eine Walzertonleiter?
 
Haydnspaß

Haydnspaß

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Mal eine Frage:
Würdet ihr es ernsthaft als ein Verständisproblem bezeichnen, wenn man eine Chopin'sche Walzertonleiter (sorry dass ich schon wieder damit komme) im schnellen Tempo nicht hinbekommt, weil einem die Finger immer irgendwo abrutschen?
Wenn sie einem immer abrutschen, ist das auf jeden Fall - ich sag mal - auch ein mentales Problem. Natürlich kann man so ein Problem auch von der bewegungstechnischen Seite her angehen. Wenn man aber einfach mal so eine Stelle regelmäßig (z.B. täglich mehrmals 5 Minuten lang) ganz langsam und mit voller Hör-Konzentration übt, wird das Rutschen ganz schnell aufhören. Solange man unkonzentriert übt, d.h. wenn man den Klang, den man produziert, zu einem Großteil dem Zufall überläßt, solange werden auch die Finger keine kontrollierten Bewegungen machen. Alles eine Frage der Steuerung.
 
ubik

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Hm, ist das nicht eigentlich selbstverständlich, dass man sich konzentriert?

Und gerade mitsingen erleichtert die Konzetration. Dann ist man nämlich ganz bei der Sache.

Und kleiner Tipp: Bevor man überhaupt anfängt zu üben, setzt man sich auf den Klavierstuhl und zählt seine Atemzüge bis 30. Also beim Einatmen eins zählen, beim Ausatmen zwei zählen, usw... Das erhöht die Konzentration erheblich und lässt alle Gedanken verschwinden.

Achtung: Die Atmung sollte nicht kontrolliert sein, sondern einfach nur mitzählen.

Buddhismus ist schon eine feine Religion ;)
 
Guendola

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Wenn sie einem immer abrutschen, ist das auf jeden Fall - ich sag mal - auch ein mentales Problem. Natürlich kann man so ein Problem auch von der bewegungstechnischen Seite her angehen. Wenn man aber einfach mal so eine Stelle regelmäßig (z.B. täglich mehrmals 5 Minuten lang) ganz langsam und mit voller Hör-Konzentration übt, wird das Rutschen ganz schnell aufhören. Solange man unkonzentriert übt, d.h. wenn man den Klang, den man produziert, zu einem Großteil dem Zufall überläßt, solange werden auch die Finger keine kontrollierten Bewegungen machen. Alles eine Frage der Steuerung.
Als Antwort auf die Frage Hacons werte ich das als ein klares "nein".
 

Haydnspaß

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Guendola

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Wenn du es jetzt als Kopfproblem definierst, wenn man nicht richtig übt, ändert das natürlich alles. Eine solche Definition wäre allerdings ziemlich kopflastig :)

Ich bezweifle, daß man durch die richtige Vorstellung zum Treffen der Tasten kommt. Dafür muß man sie ja erstmal sicher treffen können, wie sollte sonst die Vorstellung zustande kommen? Das wäre vielleicht was für Zen-Buddhisten aber nicht für unschuldige kleine Klavierspieler.
 
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koelnklavier

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Verschoben nach "Trefferquote bei Sprüngen"
 
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Vielleicht bezweifelst du ja auch, daß jemand ein Stück, das er noch nie vorher gesehen hat, vom Blatt spielen kann und dabei auch große Sprünge trifft?
Ich glaube nicht, daß man Sprünge nur pro Stück lernt, da gibt es auch grundlegende Fähigkeiten der Motorik. Das scheint ihr alle zu vergessen, die ihr behauptet, daß es nur auf das Verständnis ankommt. Wenn es jemand bis zum Studium geschafft hat, wir er natürlich bis dahin die meisten - vielleicht alle - technischen Hürden genommen haben und dann macht es natürlich Sinn, dann liegt es mit ziemlicher Sicherheit nicht an den Spielfähigkeiten sondern am Vorstellungsvermögen, wenn etwas nicht klappt. Ein solcher Klavierspieler kann ja nur unkonzentriert sein oder eine falsche Vorstellung von der betreffenden Stelle haben, wenn er dauernd von den Tasten (sagen wir mal von den schwarzen, damit sich jeder etwas darunter vorstellen kann) abrutscht.
 
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Lalona

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Wenn du es jetzt als Kopfproblem definierst, wenn man nicht richtig übt, ändert das natürlich alles. Eine solche Definition wäre allerdings ziemlich kopflastig :)

Ich bezweifle, daß man durch die richtige Vorstellung zum Treffen der Tasten kommt. Dafür muß man sie ja erstmal sicher treffen können, wie sollte sonst die Vorstellung zustande kommen? Das wäre vielleicht was für Zen-Buddhisten aber nicht für unschuldige kleine Klavierspieler.
...tja, und ich behaupte genau das *lach* Es geht nämlich nicht darum, die Hand von einem Punkt zum anderen bewegen zu können - glaub mir, das kannst du sowieso ;-) - sondern es geht darum, den Abstand zu kennen. Wenn du diesen Abstand wirklich intus hast, ist die Trefferquote gleich 100%.
Ich denke auch, dass es tatsächlich ein reines Kopfproblem ist, richtig zu üben. Hab mir schon oft gedacht, dass Zen-Meister wahrscheinlich hervorragende Pianisten wären *ggg* Villeicht bin ich momentan da etwas extrem, aber nach jahrelangem mechanischem (also hauptsächlich technischem) Üben kam mir diese "Erkenntnis" wie eine Erleuchtung, die mich echt aus dem Dreck gezogen hat. Dabei gehe ich aber nicht wie bei einem mathematischen Problem vor, sondern ich konzentriere mich, und das ist die Kunst, und ich kann nicht behaupten, das bis jetzt wirklich zu beherrschen. *lach* womit wir einen schönen Bogen zum Zen-Meister hätten.
Was ich ect interessant finde. Ich hab mich noch nie so richtig mit Zen beschäftigt, aber irgendwo mal aufgeschnappt, dass denen zum Beispiel bei bestimmten Bewegungsabläufen alles sooo langsam vorkommt, auch wenn es von außen betrachtet wahnsinnig schnell ist. Das ist doch DAS Idealgefühl beim Spielen, oder? Was meint ihr?
lg
 
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Freme

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... Dabei gehe ich aber nicht wie bei einem mathematischen Problem vor, sondern ich konzentriere mich, und das ist die Kunst, und ich kann nicht behaupten, das bis jetzt wirklich zu beherrschen. *lach* womit wir einen schönen Bogen zum Zen-Meister hätten.
lg
Worauf konzentrierst Du Dich denn? Auf die Bewegung oder denkst Du den Ton, den Du treffen willst?
 
klavigen

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Zen und Klavier

Da werden bei mir nur offene Türen eingerannt.

In eine Antwort auf das fantastische Spiel des von Haydnspaß hier vorgestellen Wunderknaben Oliver Aldort - kann ich nur jedem bei youtube empfehlen - schreibt der Vater des Knaben, dass der Junge tatsächlich nur wenig Zeit am Klavier verbringt und ein anderer weist daraufhin, dass wir ohnehin maximal 45 Minuten am Stück wirklich konzentriert arbeiten können. Es kommt eben darauf an, mit was wir die zeit füllen und nicht, wie lange wir am Klavier sitzen.

Gerade die Leute, die nicht studieren, wollen aber trotzdem möglichst bald schöne Musik spielen. Ich kann mir nicht denken, dass es befriedigt, stundenlang ohne besonderes Ergebnis geübt zu haben. Und das geht am besten, wenn der Kopf sich richtig anstrengt.
Über 2 Kernfragen, die hier aber schon oft angesprochen wurden, muss ständig sinniert werden:
1. Was will ich produzieren, welchen Klang, welches Ergebnis
2. was muss ich tun, damit das auch herauskommt
Wenn ich also eine Stelle, möglichst immer sehr kleine einheiten, immer wieder so spiele, wie es meinen Erwartungen garnicht entspricht, kann ich davon ausgehen, dass sich das von allein nicht bessern wird, nur weil ich es 100 mal wiederhole.
Zwischen diesen Wiederholungen muss jedesmal ein neuer Denkprozess ablaufen. Das ist anstrengend aber zielführend.
Wer als Anfänger garnicht weiss, wie er auf den tasten stehen oder sich bewegen soll, braucht vielleicht wirklich mal einen Lehrer, der einen Blick darauf wirft.
 
pille

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.....Was ich ect interessant finde. Ich hab mich noch nie so richtig mit Zen beschäftigt, aber irgendwo mal aufgeschnappt, dass denen zum Beispiel bei bestimmten Bewegungsabläufen alles sooo langsam vorkommt, auch wenn es von außen betrachtet wahnsinnig schnell ist. Das ist doch DAS Idealgefühl beim Spielen, oder? Was meint ihr?
lg
Da fällt mir ein alter Trick meiner früheren Klavierlehrerein ein. Wenn es eine sehr rasche hakelige Stelle gab, an der ich einfach zu schnell war, um die Tasten zu treffen :rolleyes:, sagte sie immer "Bleib im Tempo, aber wenn Du an die Stelle kommst, dann sag zu Dir "Du hast viel Zeit"". Und siehe da, meistens klappte es. Benutze den trick noch heute. ;)
 
 

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