Überschreiben normale Vorzeichen Generalvorzeichen?

Dieses Thema im Forum "Forum für Anfängerfragen" wurde erstellt von UnknownHangman, 3. Sep. 2019.

  1. UnknownHangman
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    UnknownHangman

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    [​IMG]
    Hallo, ich hätte eine Frage bezüglich den Vorzeichen. Im obigen Bild sieht man einen Takt mit dem Generalvorzeichen "b". Nun sieht man vor der 1. Viertelnote ein doppel-"b". Spielt man nun ein "beses"(einfachheitshalber ein "as"), oder ein "bes" (einfachheitshalber ein "a"), dass das Generalvorzeichen quasi überschrieben wird?

    LG UnknownHangman
     
  2. Stilblüte
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    Stilblüte Super-Moderator Mod

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    Man spielt ein "heses" = Taste "a".
     
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  3. FünfTon
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    FünfTon

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    Vorzeichen und Versetzungszeichen addieren sich grundsätzlich nie. Ein Auflösungszeichen führt immer zum ursprünglichen Pitch und ein Versetzungszeichen ist immer auf diesen bezogen und gilt natürlich für den ganzen Takt weiter.

    Das Beispielbild zeigt das auch schon recht schön, wo ein b direkt auf das Doppel-b folgt, um letzteres für den Rest des Taktes wieder aufzuheben.
     
  4. Ferdinand
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    Ferdinand

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    Und weshalb notiert man nicht gleich ein 'a', dann könnte sich alle 'b' Versetzungszeichen sparen oder?
     
  5. Häretiker
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    Häretiker

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    Es geht 'ums Prinzip'. Es kann ja ein Fis vorgeschrieben sein und später hat das F ein Doppelkreuz. Von mir aus der Leitton bei Gis-Moll.

    Grüße
    Häretiker
     
  6. Alter Tastendrücker
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    Alter Tastendrücker

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    In diesem Beispiel fehlt der harmonische Kontext, so dass man (wie übrigens in der 12-Ton-Musik oft!) auch a schreiben könnte. Aber in einer (Schubert!) durchaus vorkommenden Streckentonart Ges-Moll ist die Mollterz eben nicht a sondern heses oder bes!
     
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  7. Stilblüte
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    Stilblüte Super-Moderator Mod

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    Verständliche Antwort: Dahinter steckt komplizierte Musiktheorie :005::005:
     
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  8. chiarina
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    chiarina

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    Lieber Ferdinand,

    schreib mal eine beliebige Tonleiter auf, sagen wir beispielsweise im Violinschlüssel G-Dur. Eine Durtonleiter hat wie jede andere Tonleiter eine bestimmte Auswahl tonleitereigener Töne, in diesem Fall g,a,h,c,d,e,fis,g. Diese Töne werden bestimmt durch den Aufbau einer Durtonleiter (Ganzton, Ganzton, Halbton....). Die Stammtöne (Töne ohne Vorzeichen) sind also in Tonschritten/Sekunden angeordnet.

    Nun könnte man analog zu deiner Frage fragen: warum hat G-Dur ein fis (Leitton) und kein Ges?

    Schreibe die Tonleiter nun einmal mit ges anstatt mit fis auf. Was siehst du? Statt einer schrittweise aufbauenden Ton-LEITER haben wir zwischen e und ges eine Lücke , der Stammton f wird gnadenlos ausgemerzt und g kommt als Stammton zweimal vor. Folge: die ganze Durtonleiter ist durcheinander, falsch im Aufbau. Zu den tonleitereigenen Tönen zählt fis, aber nicht ges.

    Bezogen auf z.B. Fis-Dur gehört zu den leitereigenen Tönen gis, aber kein as, gehört der Leitton eis, aber nicht f (evtl. aufschreiben).

    Ich hoffe, es wird so klarer.

    Liebe Grüße

    chiarina
     
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