Übermethoden

E

elli

Guest
Interessant ist, wie mit der Zeit einer sich passende Übemethoden zulegt, so dass einerseits das Üben effizient ist, andererseits aber auch nicht der Spaß oder der Sinn für das Ganze verloren geht.

Dabei unterscheide ich zwischen der konkreten Erarbeitung eines Abschnittes und dem letztendlichen Üben, also Sicherheit gewinnen, technisch perfekter ausführen.

Zum Kennenlernen der nächsten Phrase hänge ich einfach an das Durchspielen der schon gekonnten Teile die neuen ran, ohne jetzt Feinheiten zu beachten, sondern praktisch echtes Durchwursteln. Dabei merkt man dann die besonders kniffligen Stellen und lernt sie schon mal kennen. Dieses Durchwursteln mache ich ruhig öfter , bis der Druck es richtig zu erarbeiten ordentlich gestiegen ist.

Bei der Erarbeitung gehe ich entsprechend der Losung in der Fußnote meiner Posts vor, suche die Schwierigkeit, isoliere sie, zerlege sie vielleicht sogar und übe sie bis sie in den Fingern ist, aber vielleicht noch nicht schnell und sicher genug.

Zum Training von Sicherheit u. Schnelligkeit übe ich nun im Zusammenhang, wobei ich die Stelle innerhalb des Durchspielens des Stückes, des Teiles, dann sinnvoll repetiere, und dann nach ein paar mal weiter spiele. Und dieses Muster öfter wiederhole.

Witzigerweise bin ich neulich bei einem Text über Barenboims Aufnahmetechniken ungeübter Stücke gestoßen, denn er minimiert offenbar den Aufwand auch für Einspielungen. Tontechniker bekommen Aufnahmen zur Bearbeitung, bei denen Barenboim innerhalb des Stückes Passagen - die ihm nicht geglückt erscheinen- einfach nahtlos wiederholt bis sie richtig sind und sofort weiterspielt. Der Techniker muss dann die nicht perfekten Teile rausschneiden.
 
J

jk82

Guest
Jaja, die Übermethoden von Alfred Curtot sollte ich auch mal probieren ...

;-)

Grüße, Jörg
 
L

Lustknabe

Guest
Einfach langsam im Puls die Phrase repetieren bis sie sitzt! Was heißt ohne dabei noch überlegen zu müssen (!) Welche Taste/ welchen Ton ich denn als nächstes anschlagen möchte/muss.

Im Kopf die totale Klangvorstellung bewusst machen. 100 mal repetiert ohne Verstand und Ohren bringen rein gar nichts.

Notentext einstudieren und Geschwindigkeit sind 2 paar verschiedene Schuhe. Beides gleichzeitig ist nonsens.

Bei Geschwindigkeit genau den zurückzulegenden "Weg" anvisieren und sich vorher vorstellen können. Ansonsten zeitverschwendung.

Bei besonders unbequemen Passagen rythmisiere ich die Stellen teilweise um. Zum Beispiel triolen spielen und den Schwerpunkt wahlweise auf 1, 2, 3.

Um eine Phrase klanglich ins Hirn zu bekommen, sprich sie funktional zu denken, in eine andere tonart transponieren.

Überhaupt Fingerübungen!!! Ich liebe (inzwischen) die technischen Studien von liszt Band 1. Ich mache peu a peu jede Übung im machbaren Tempo.

Manche Dinge lernt man nicht am zu lernenden Stück. Meine leidvolle Erfahrung.

Bei Polyphonie auch jede mögliche Stimmkombination gegeneinander spielen. Nicht immer alles in einem Brei nach dem Motto. Hauptsache ich treffe die Noten.

Überhaupt Tasten treffen ist letztendlich das unwichtigste. Wenn man das nicht schafft. Ist Klavierspielen das falsche Instrument.

Eventuell die Stimmen singen, die nicht gespielt werden.

Und zu guterletzt sich nicht verrückt machen lassen was man noch nicht kann. Sondern einfach üben, üben und üben. Denn vieles kommt einfach mit der zeit. Man muss den Synapsen Zeit geben sich zu verknüpfen. Es ist auch ua. Quatsch ständig Stücke zu spielen. Man übt nicht, wenn man nur wurschtelt. Auch die vermeintlich einfacheren Passagen genauso intensiv üben, wie die schwierigeren. Sprich ebenso konsequent.

Naja, etwas viel geworden... Meine derzeitige Auffassung vom üben.... kann sich auch wieder ändern, alles ohne Gewähr, wie man so bekanntlich sagt :-D

Just my 2 cents

Lg lustknabe
 
 

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