Spontan greifbares Repertoire

H
Hacon
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Liebe Klavierbesessenen,
zu diesem Thema gab es ja schon Threads, trotzdem dürfte ein Weiterer nicht schaden.
Meine Frage: Wenn ihr spontan die Gelegenheit erhaltet, oder gar darum gebittet werdet, was auf dem Klavier vor Zuhörern vorzuspielen, habt ihr dann direkt ein gewisses Repertoire zur Hand, auf das ihr zurückgreifen könnt?

Wenn ihr also zum Beispiel wo zu Besuch geht, und ihr dort unerwartet aufgefordert werdet, mal eben was vorzuspielen, oder wenn ihr vielleicht einen Tag Vorbereitungszeit habt, weil ihr wisst, dass sich am nächsten Tag die Gelegenheit ergibt, habt ihr dann direkt eine Auswahl von Stücken auf eurem Niveau?

Bei mir ist es so, dass ich selten gescheite Stücke parat habe, weil ich sie nach dem Vorspielen im Schülerkonzert nicht mehr weiterspiele ( Grund: bisher habe ich meist Stücke gespielt, die mich schon ziemlich gefordert haben; wenn ich sie also weitererspiele werden die Stücke schlechter).

Das heißt, ich könnte dann spontan was vorspielen, wenn ich gerade ein Stück fertig geübt habe, denn in dem Zeitraum danach übe ich ja an neuen Stücken, welche ich so nicht vorspielen kann.

Jetzt habe ich das Problem, dass einige Verwandte zu Besuch kommen, und ich , ob ich will oder nicht, was vorspielen soll.
Parat habe ich nur das Regentropfenprélude, und ich habe keine Lust, auf die Schnelle irgendwelche Anfängerstücke zu üben.

Wie ist das bei euch, bzw. ist das noch normal bei mir?

Grüße,
Hacon
 
S
Sulan
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Hallo Hacon,

ich habe zwar kein richtiges Repertoire, mit dem ich eine Stunde konzertant musizieren könnte, aber eigentlich immer so ca. drei bis fünf Stücke parat, die ich auswendig spielen kann.

Meist ist es das letzte, was ich gerade geübt habe, weil es noch präsent ist, und dann noch einige Stücke von einem einfacheren technischen Schwierigkeitsgrad, aus denen man aber musikalisch mehr rausholen kann (die kann ich einfach besser behalten).

Mein derzeitiges "Repertoire" besteht aus:

Chopin Etüde 25/9 "Schmetterlingsetüde" (das letzte Stück, was ich eingeübt habe)
Schubert Impromptu As-Dur
Choping Nocturne 9/2
Debussy Arabesque

Gruß,
Sulan
 
Pitt
Pitt
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Jetzt habe ich das Problem, dass einige Verwandte zu Besuch kommen, und ich , ob ich will oder nicht, was vorspielen soll.

Das kenne ich nur zu gut... und ich es hasse es! Ich weiss nicht, wie's euch geht, aber ich kann eigentlich nur überzeugend spielen, wenn ich auch spielen will. Und wenn ich bereits weiss, dass sich meine "Zuhörer" sowieso nicht groß für diese Art Musik interessieren, wird es meistens auch eine recht halbherzige Angelegenheit...

Das Problem mit dem Repertoire habe ich jedoch auch. Ich kann eigentlich nur die Stücke spielen, die ich gerade am üben bin. Mir vergeht (leider) recht schnell die Lust, ein Stück über einen längeren Zeitraum zu erhalten, da ich oft einfach etwas neues anfangen möchte.
 
S
Sulan
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Noch ein Nachsatz meinerseits: Ich hasse es ebenfalls, wenn erwartet wird, dass ich etwas vorspiele. Ich spiele gerne was vor, wenn mir danach ist, aber unter Zwang mag auch ich nicht spielen. Meist hat das dann auch einen negativen Einfluss auf das Spiel.

Mein Repertoire erhalte ich mir eigentlich nur, weil ich es so schade finde, dass ich von so vielen Stücken sagen kann "ja, das konnte ich auch mal" ... eigentlich ist das Gehirn doch groß genug, also sollte sich da mehr speichern lassen :)
 
O
ole
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Ja das kenne ich auch wenn man Verwandten was vorspielen muss... Hab ich eigentlich auch nie Lust zu. Aber das Problem mit dem Repertoire hätte ich nicht unbedingt.. ich kann zwar nicht viele Stücke auswendig aber ich lasse alte Stücke die mir gefallen haben auch nicht so schnel verfallen - dafür ist mir die Arbeit zu schade :p Aber das Regentropfenprelude ist doch eigentlich kein schlechtes Stück zum vorspielen (spiel ich auch immer mal wieder ;) ). Ich verstehe allerdings nicht so genau wie du das meinst, das die Stücke schlechter werden wenn du sie weiterübst? Ich spiele auch manachmal Stücke die mich etwas überfordern aber wenn ich diese Stücke dann über einen längeren Zeitraum spiele werden sie eigentlich immer besser.
P.S: Wie läuft es denn mit der Etüde 10/3? Die interessiert mich nämlich auch sehr... Wir sind ja etwa auf dem selben Niveau also wenn du sie hinbekommst könnte ich Sie evtl auch schaffen. Wäre ja was nettes für die Sommerferien :)
 
H
Hacon
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Danke für die Antworten:p
Jetzt weiß ich wenigstens mal, dass das mit dem Repertoire gar nicht mal so unnormal ist ( siehe Pitt) ( ich wurde schon von meinen Eltern als total unbegabt ausgeschimpft, weil die meinten, bei bis zu 2 Stunden üben am Tag müsste mehr rauskommen;))

Aber das Regentropfenprelude ist doch eigentlich kein schlechtes Stück zum vorspielen
Ja schon, aber
1. ist das auch das einzige gescheite was ich jetzt vorspielen kann
und 2. hab ich es erst einmal im Unterricht durchgenommen ( für meine Verwandten reichts aber;))

Ich verstehe allerdings nicht so genau wie du das meinst, das die Stücke schlechter werden wenn du sie weiterübst?
Ich habe auch gar nicht geschrieben, dass sie schlechter werden, wenn ich sie weiterübe. Wenn ich sie aber weiterspiele, dann werden sie schlechter weil ich sich die Technik nicht so weit gefässtigt hat, als das sie erhaltenbleiben würde.

Frag mich das vielleicht noch mal in 2 Wochen. Ich habe ( und dafür könnt ich mir direkt in den Arsch beißen) noch nicht wirklich an ihr gearbeitet.

Wir sind ja etwa auf dem selben Niveau also wenn du sie hinbekommst könnte ich Sie evtl auch schaffen.
Die kannst du schaffen, auf jeden Fall. Soweit ich es beurteilen kann, ist sie technisch nicht sonderlich schwer. Die eigentliche Herausforderung besteht im musikalischen, da du zum Beispiel in der rechten Hand zugleich Begleitung und Melodie spielen musst.
Was mir voraussichtlich Schwierigkeiten bereiten wird ( aber deswegen will ich die Etüde ja auch lernen), wird der Gesang sein, also dass ich es hinbekomme, eine schöne Legatolinie, eine fließende Melodie, in der es keine Holperer gibt, hinzubekommen.

Liebe Grüße,
Hacon
 
.marcus.
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Frag mich das vielleicht noch mal in 2 Wochen. Ich habe ( und dafür könnt ich mir direkt in den Arsch beißen) noch nicht wirklich an ihr gearbeitet.


Die kannst du schaffen, auf jeden Fall. Soweit ich es beurteilen kann, ist sie technisch nicht sonderlich schwer. Die eigentliche Herausforderung besteht im musikalischen, da du zum Beispiel in der rechten Hand zugleich Begleitung und Melodie spielen musst.
Was mir voraussichtlich Schwierigkeiten bereiten wird ( aber deswegen will ich die Etüde ja auch lernen), wird der Gesang sein, also dass ich es hinbekomme, eine schöne Legatolinie, eine fließende Melodie, in der es keine Holperer gibt, hinzubekommen.

Liebe Grüße,
Hacon

Sei dir mit der Einschätzung "technisch nicht sonderlich schwer" nicht so sicher. Ich hab da so meine eigenen Erfahrungen gemacht :D
Aber es lohnt sich. Diese Etüde ist einfach wunderschön

Übrigens finde ich, dass das Hervorheben einer Melodie auch eine Frage der Technik ist. Wo wir wieder an der Stelle wären: Musikalität = Technik. So langsam bekomme ich auch eine Abneigung gegen den Begriff Technik :rolleyes:

marcus

P.S: Hacon, wie schwer fandest du denn den 3.Satz der Mondscheinsonate?
 
H
Hacon
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Übrigens finde ich, dass das Hervorheben einer Melodie auch eine Frage der Technik ist. Wo wir wieder an der Stelle wären: Musikalität = Technik. So langsam bekomme ich auch eine Abneigung gegen den Begriff Technik
Seitdem ich viel mehr musikälitätsorientiert bin ( ihr kennt ja die Diskussion, die im Thread " Grenzen" entstanden ist), merke ich auch immer mehr, dass ich oft nicht weiß, ob eine bestimmte Art von Arbeit an einem Stück jetzt Arbeit musikalischer oder technischer Natur ist. Denn gerade z.B. den Gesang hinzubekommen, eine schöne Legatolinie, ist ja eigentlich auch eine Art von Technik, denn jemand, der darin geübt ist, der kann das direkt schon beim Prima-Vista-Spiel abrufen. Gefühl reinzubringen ist dann noch mal eine andere Sache.

P.S: Hacon, wie schwer fandest du denn den 3.Satz der Mondscheinsonate?
Ich fand ihn schon echt schwer, war auch mit Abstand das schwerste Stück, dass ich bisher gespielt habe. Vieles darin war gut machbar (z.B. das Hauptthema, dass ja eigentlich schwierig aussieht, oder das Seitenthema), aber Takt 49-52 ( natürlich auch in der anderen Tonart) fand ich wiederum unheimlich schwer, die hab ich bis heute nicht richtig hinbekommen, und die darauffolgenden 4 Takte wurden dann auch immer in Mitleidenschaft gezogen.
Den virtuosen Teil vor der Schlusskadenz fand ich nicht sooo schwer, es hat mir aber auch wirklich Spaß gemacht, ihn zu spielen, der Schluss war für mich aber wiederum nicht so leicht, weil meine linke Hand das nicht so gut hinbekommen hat.

@Marcus: Wieso fragst du? Hast du ihn auch schon gespielt?

Mfg
Hacon
 
.marcus.
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Ich habe ihn noch nicht gespielt, ich überlege, ob ich ihn lernen soll.

Als ich den Satz so Prima-Vista durchgeklimpert habe, fand ich die Schwierigkeit genau andersrum: Das Hauptthema konnte ich überhaupt nicht zu meiner Zufriedenheit spielen, Takte ab 49 kamen mir relativ leicht vor. ;)

Ich nehme an, das liegt daran, dass ich schon immer ein Händchen für Akkorde hatte und mir dagegen Läufe und Arpeggien mehr Schwierigkeiten machen.

Danke für deine Einschätzung

marcus
 
O
ole
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Ich bin jetzt eigentlich auch durch mit dem 3. Satz und fand ihn auch sehr schwer... So schwer das ich zwischendrin echt frustriert war und es fast aufgegeben hätte.

Das Hauptthema fand ich dabei auch nicht soo schwer, das muss man einfach richtig üben dann kann man das auf jeden fall hinkriegen. Das Rumgehopse ab Takt 49 finde ich da auch schon viel schwieriger vor allem der Teil in der Reprise. Die Stelle kann man auch durch viel üben einfach nicht so schnell hinkriegen...

Naja ich werde bis zu den Ferien dann wohl erstmal ein oder zwei einfachere Chopin Stücke spielen und dann mal meinen Lehrer nach der Etüde fragen (mal sehen ob der mich dann für verrückt hält :) ). Das mit der Begleitung und Melodie in der rechten Hand spielen hab ich ja immerhin schon im 1. Satz der Mondscheinsonate geübt also sollte ich damit vielleicht gar nicht so große Schwierigkeiten haben. Aber der Mittelteil hört sich für mich schon sehr "technisch anspruchsvoll" an..

Ole
 
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Hacon
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Naja ich werde bis zu den Ferien dann wohl erstmal ein oder zwei einfachere Chopin Stücke spielen und dann mal meinen Lehrer nach der Etüde fragen (mal sehen ob der mich dann für verrückt hält ).
Ich glaube nicht, dass er dich für verrückt halten wird, denn welcher Lehrer freut sich nicht, wenn der Schüler was langsames, musikalisch anspruchsvolles machen will.
Ich habe da echt schon andere Sachen gebracht, von wegen La Campanella oder Waldsteinsonate;) ( aber auch nur, weil ich da nicht wusste, wie anspruchsvoll diese Stücke sind.


Hab jetzt übrigens den Auftritt hinter mir. Zu meiner Freude war einen der Gäste selbst Musiker und hat dann mal so 20 Minuten Jazz improvisiert:p
 
 

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