Spinett in der Wohnküche - (k)eine gute Idee?


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10Leon99
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Guten Abend, liebes Forum!

seit kurzem habe ich es in Angriff genommen, einen seit Jahren gehegten Traum von mir in die Tat umzusetzen und Cembalo zu lernen. Neben der Suche nach einem richtigen Lehrer ist natürlich auch die Frage nach dem geeigneten Instrument wichtig und da kommt aus Platzgründen wohl in erster Linie ein Spinett in Frage.

Klavier spiele ich bereits seit ein paar Jahren, zu Hause steht ein E-Piano von Yamaha, also habe ich zumindest einen gewissen Zugang. Wenn mich allerdings meine neu angelesenen Information nicht täuschen, sind die historischen Tasteninstrumente wohl ein gutes Stück sensibler als die modernen, u.a. soll die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60% liegen. Daher habe ich mir zunächst einmal einen Feuchtigkeitsmesser zugelegt, um mit der Regulierung der Feuchtigkeit etwas herumzuprobieren, bevor ich mir ein Instrument kaufe, das ich dann durch ungünstige Raumbedingungen zugrunde richte.

Lange Rede, kurzer Sinn: Küche und Wohnzimmer sind bei mir nur durch eine türlose Nische verbunden und sobald ich koche, werden die 60% auch im Wohnbereich zuverlässig überschritten. Einmal Lüften hinterher und ich lande wieder bei um die 50%, nie jedoch schaffe ich es unter 45%. Der Hygrometer ist natürlich dort aufgestellt, wo theoretisch irgendwann mein Spinett stehen würde - das ist so ca. drei Meter entfernt von der Nische, die zur Küche führt.


Vielleicht kennt sich jemand hier im Forum aus, wie dramatisch so etwas für ein Spinett wäre, wenn es ab und zu solche punktuellen "Spitzen" aushalten muss? Wäre das überhaupt ein nenneswertes Problem, wenn der Richtwert nicht durchgehend den ganzen Tag erfüllt wird? Und welche Schäden kann eine zu hohe Luftfeuchtigkeit eigentlich konkret anrichten?
 
altermann
altermann
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Hallo,
außer Verstimmung sehe ich da kein Problem, was dem Spinett unter den von dir genannten Bedingungen Schaden zufügt. Wer sich auf Spinett einlässt, sollte dieses Instrument selbst stimmen können.
:017:
 
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Flieger
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sind die historischen Tasteninstrumente wohl ein gutes Stück sensibler als die modernen, u.a. soll die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60% liegen.
Die 40-60% sind die Grenzwerte, die üblicherweise für moderne Instrumente genannt werden.
Und ja, die historischen sind sensibler. Ich nehme an, du hast ein relativ neues Instrument nach historischer Bauweise, und nicht eines aus dem 18. Jahrhundert?

Ein Cembalo ist leichter zu stimmen als ein Flügel. Ich nehme an, beim Spinett ist das ähnlich.

Und welche Schäden kann eine zu hohe Luftfeuchtigkeit eigentlich konkret anrichten?
Saiten können rosten. Filze quellen auf, dadurch wird das Instrument schwergängiger.
Im Extremfall könnte sich evtl. das Holz so weit ausdehnen, dass es etwas sprengt. Das würde ich aber nicht durch kurzfristige Spitzen beim Kochen erwarten.
 
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Axel
Axel
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Schlimmer finde ich den Fettschmier, der beim Kochen entsteht. Zuklappen und möglichst lüften.
 
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10Leon99
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Danke erst einmal für die Antworten.

Die Küche ist schon auch ein extra Raum, da war ich vllt. etwas unpräzise. Nur ist eben keine Tür zwischen Küche und Wohnzimmer sondern ein einfacher Durchgang, sozusagen als wäre die Tür ausgebaut worden. Einen Dunstabzug gibt es und direkt gegenüber dem Herd ist auch eine Wand, da sollte kein Fett herüberspritzen.
 
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10Leon99
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Die 40-60% sind die Grenzwerte, die üblicherweise für moderne Instrumente genannt werden.
Und ja, die historischen sind sensibler. Ich nehme an, du hast ein relativ neues Instrument nach historischer Bauweise, und nicht eines aus dem 18. Jahrhundert?
Bisher habe ich noch keines, aber sehe mich gerade um. In der engeren Auswahl sind z.Z. ein gebrauchtes Spinett Zenti von Neupert oder eine in den 1970er Jahren entstandene Kopie nach einem englischen Original. Würden die denn als "modern" im obigen Sinne gezählt werden?
 
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Flieger
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Mit "modern" habe ich Klavier und Flügel gemeint. Sorry, über Spinette im Speziellen weiß ich sehr wenig.
 
S
Stefan379
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burton
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ich besitze schon lange ein Spinett, das aus einem Bausatz der Fa. Burton/USA stammt.
Weil ich aber mit dem stumpfen Klang und der schlecht regulierten Mechanik nicht zufrieden war, lasse ich es von einem erfahrenen Cembalobauer umrüsten mit neuer Messing-Besaitung, neuen Holzspringern statt der problematischen Kunststoffspringer und einer neuen Klaviatur. Die Lieferung soll jetzt Ende Januar erfolgen.
Ich plane eine klangliche Gegenüberstellung Vorher/Nachher, weil ich zufällig vor längerer Zeit eine Scarlatti-Sonate aufgenommen hatte und so gut mit dem neuen Teil vergleichen kann.
Es wird nicht ganz billig sein, aber man gönnt sich ja sonst nichts ;-)
Näheres in absehbarer Zeit.
Zu den Befürchtungen, daß ein Spinett mit der Luftfeuchtigkeit Probleme hat, ganz einfach:
Lüften. Alles was um die 50% herum ist, ist prima. Gegen Küchendunst könnte ein
Vorhang beim Durchgang helfen. Es ist nicht erstrebenswert einen Wettbewerb von 45% und darunter zu starten. Wenn längere Zeit 70% wäre, dann nehme ich an, daß Schimmel droht.
Also bitte keine Achterbahn der Luftfeuchtigkeit und beim Kochen und Lüften: Klappe zu.
Viel Spaß mit einem neuen oder alten Spinett.
 
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