Spannweite Hände, ergibt es sich noch?

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Guten Morgen liebe Clavio Community

Ich spiele bzw. übe nun seit knapp 2 Jahren Klavier. Pro Woche die üblichen 45Min (ab und zu verlängert auf 60) und persönlich spiele ich selber pro Tag ca. 1-2 Stunden verteilt, teilweise auch mehr, da bei uns auf der Arbeit ein Klavier vorhanden ist.

Was mich schon seit Anfang nervt...ich bin im Gegensatz zu meiner KL mit meinen 1,79m wirklich groß, aber sie kann Oktaven etc spielen, bei denen sich meine Finger alleine vom Ansehen schon brechen.
Natürlich verstehe ich. dass es an der Übung liegt. Die Sehnen müssen sich anpassen etc. aber mich würde es wirklich interessieren, ob man dies im späten Alter noch aufholen kann? Lizst oder Chopin mit ihren fast bzw. angeblichen 180 Grad will ich nicht erreichen, es würde mir reichen, normale Griffe greifen zu können, aber es geht einfach nicht.
Mein kleiner Finger ist von Geburt aus etwas krumm, aber ich bezweifel, dass das so einen großen Unterschied macht, zumal meine KL im gespreizten Zustand ihre Hand viel weiter öffnen kann als ich oder andere größe Frauen
Als Beispiel:
Ich muss links greifen: A-C-#F-A...kleines Problem, aber völlig möglich. Aber dann...wechsel auf:
G-B-#D-#F...totales Todesurteil. (Stück selbst ist Chopin- Prelude in E-Minor (Op. 28 No4) selber ausgesucht für nebenbei selber lernen)
Wie war das bei euch so? Hat sich das im Laufe der Zeit gelegt?
Minimale Unterschiede habe ich selber festgestellt...mir fielen damals 3 Griffe von der Gymnopedie sehr schwer, welche ich heute leicht anschlagen kann.

Gibt es für sowas vielleicht Übungen?
Meine KL meinte, dass ich öfters ganz nebenbei so oft es geht meine Finger einfach so weit es geht spreizen soll, um die Sehen immer wieder etwas zu reizen.

Lg Hibiki
 
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Barratt

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Wie war das bei euch so? Hat sich das im Laufe der Zeit gelegt?
Minimale Unterschiede habe ich selber festgestellt...mir fielen damals 3 Griffe von der Gymnopedie sehr schwer, welche ich heute leicht anschlagen kann.
Die Antwort hast Du Dir selbst gegeben. :super:

Anfangs hatte ich Deine Sorge ebenfalls. Sie ist glücklicherweise unbegründet (falls die Hände gesund sind).

Gibt es für sowas vielleicht Übungen?
Meine KL meinte, dass ich öfters ganz nebenbei so oft es geht meine Finger einfach so weit es geht spreizen soll, um die Sehen immer wieder etwas zu reizen.
"Aktiv spreizen" meinte sie sicher nicht. Die Hand muss dabei locker und geschmeidig bleiben. Rolf gebrauchte hierzu die Metapher des Octopus, dessen "Beine" geschmeidig zu zerfließen scheinen. ;-) "Passiv dehnen" wäre die angemessenere Formulierung (Tischkante, aber laaaaaangsam und voooorsichtig mit aufgewärmter Muskulatur, zwischendurch beim Tippen zum Beispiel). 180° ist kein Problem, das erreichst Du auch. Die 180° sagen aber noch nichts aus über die Greiffähigkeit und Binnenbeweglichkeit dazwischen (hast Du bei den Akkorden festgestellt). Das kommt mit der Übung!

Sei zuversichtlich: Die Spannweite und die Binnenbeweglichkeit nehmen mit der Zeit zu. Die ersten Auswirkungen merkst Du bereits. Einfach zwanglos weitermachen wie bisher. :-)
 
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Vielen Dank für deine Antwort :) Ja, Hände sind soweit gesund, hatte aber vor ca 1 Jahr einen Bruch an der Handkante und habe das Gefühl bzw. sehe es, dass recht min. einen halben cm zwischen Kleinen und Ringfinger hat. Aber auch das wird sich geben. Bin Bogenschützin und hatte das gleiche schon mal, nach 2 Jahren was alles wieder ausgeglichen :)
 
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Ich weiß nicht genau, von welchem "späten" Alter wir hier reden. Ich habe persönlich Dezimen erst mit 26 (glaube ich) gespielt. Jedenfalls nach abgeschlossenem Wachstum.
Es war damals eine bewusste Entscheidung, das anzustreben, zugunsten meiner Auseinandersetzung mit der Virginalliteratur des 16. Jhs.

(Schaut, das kann der US-Präsident nicht: 0:55
)
 
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Minimale Unterschiede habe ich selber festgestellt...mir fielen damals 3 Griffe von der Gymnopedie sehr schwer, welche ich heute leicht anschlagen kann.
Genau, so war das bei mir auch.
Das hat sich mehr oder weniger unbemerkt von alleine ergeben.
Gelegentlich habe ich da immer noch Probleme bei manchen Stellen, mein KL empfiehlt dann spezielle Übungen die ich dann auch mache. Die eigentliche Herausforderung ist Spreizen und entspannt bleiben und nicht verkrampfen. Mir hat da geholfen viel mit Hand/Armstellungen / Bewegungen zu experimentieren und dabei genau auf das Körpergefühl zu achten. Wie wird es leichter, wie angespannter? Yoga kann auch helfen für das Körpergefühl und das Wissen um die Wandlungsfähigkeit des Körpers. Unglaublich welche Verrenkungen man nach einem Jahr Yoga zusammenbringt :-)
 
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Kirche mit herrlichem Ambiente, sicher............bis dann die Heizkostenabrechnung kommt.

CW
 

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Bei mir wird in der Kirche nicht geheizt.
Dass in Kirchen nicht geheizt wird, hat eine lange und nützliche Tradition. Kein Pfarrer möchte, dass im Gottesdienst seine Schäfchen eines nach dem anderen im behaglichen Gestühl sanft einschlafen und seine Predigt ständig gegen immer stärker werdende Schnarchgeräusche ankämpfen muss.

Allzu bequem darf es in der Kirche nicht werden und deshalb gibt es auf den harten Bänken auch keine Sitzkissen. Ein bisschen Leiden gehört halt im Christentum immer dazu.

CW
 
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In welchen Kirchen hälst du dich denn auf?
Üblicherweise in gar keinen.

Die letzte mir vertraute Kirche - St. Nathanael in Köln-Nippes - hatte keine Sitzpolster und als ich aus Versehen hier in die sehr große Kirche mit der Hausnummer 4 hineingeriet, gab es da auch keine. Auch in der Kirche im bekannten Overath-Immekeppel mussten die Besucher auf solche Annehmlichkeiten verzichten.

Aber vielleicht ändert sich das ja gerade. Wenn die Umstände in eurer Kirche kommoder sind, finde ich das gut.

CW
 
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muss links greifen: A-C-#F-A...kleines Problem, aber völlig möglich. Aber dann...wechsel auf:
G-B-#D-#F...totales Todesurtei
Dann sollte es mittelfristig kein sehr großes Problem sein. Die Gesamtspanne (also 1 - 5) verändert sich bei Erwachsenen kaum noch. Es scheint immer Ausnahmen zu geben, beispielsweise wenn durch bestimmte Tätigkeiten die Hände sehr verkrampft und zusammengezogen waren.
Aber bei den Binnenspannungen kann man durch geeignete vorsichtige Dehnübungen viel erreichen!
 
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Ich möchte kurz sagen, dass ich nach dem letzten Unterricht erhebliche Fortschritte gemacht habe. (gefühlt)
Persönlich habe ich bei den Übungen im Haus viel zu verkrampft gegríffen. Ich bin mit meiner KL viele Teile durchgegangen und habe gesehen wie es auch gehen kann. Mir hat das Bewusstsein dafür gefehlt, dass ich selber darauf achte, wie meine Hand am ,,natürlichsten'' liegt, da es laut meiner KL offensichtlich keine allgemeine Stellung der Hand gibt.
Ich habe z.B. einen sehr kurzen kleinen Finger aber großen Ringfinger. Im Solfeggietto hat sie mir dies deutlich aufgezeigt. Ich konnte plötzlich die letzten Töne sö greifen, dass ich dachte :,, Ähm...wieso war ich da jemals überhaupt angespannt?!''
Das fand ich wirklich sehr bewundernswert bzw. dieser Moment hat mich für meine persönlichen Übungen so weit gebracht, dass ich nun viel mehr darauf achte, wie ich meine Finger legen kann, sodass es für mich ,,natürlich'' ist und dies zeigt mir persönlich auch, dass meine KL definitiv nicht zu den schlechtesten gehören sollte.
 
 

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