Schaden an einem gebraucht erworbenen Klavier?

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Benni_re

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Liebe Leute,

mein erstes posting, der Anlass ist leider weniger erfreulich :-). Jedenfalls habe ich folgendes Problem: Vor einigen Monaten habe ich mir bei einem Händler ein gebrauchtes Grotrian Steinweg Klavier gekauft. Am Anfang war ich super zufrieden, nach einigen Wochen gingen jedoch die Probleme los: Es handelt sich dabei um einige Tasten, die sich stark verstimmt haben bzw. sich in ihrem Klangverhalten deutlich von den übrigen Tönen unterscheiden. Ich werde das Phänomen weiter unten genauer beschreiben.

Zunächst habe ich vermutet, dass sich das Klavier aufgrund des hereinbrechenden Sommers verstimmt hat. Deshalb habe ich den Händler das Klavier stimmen lassen. Nach der Stimmung hat sich das Problem aber nur marginal verbessert.

Jedenfalls handelt sich dabei um die Tasten, die am Übergang vom Mittelbereich zum Bassbereich und vom Mittelbereich zum Diskant liegen. Am Übergang zum Bassbereich ist das "D" am schlimmsten. Weniger stark ausgeprägt ist das Phänomen einen Halbton darüber und darunter.

Die Tasten hören sich irgendwie schräg an. Schwer zu beschreiben: Etwa so, wie wenn man auf einer Gitarre eine Seite anschlägt und während die Seite erklingt an dem Stimmwirbel dreht. Vielleicht wäre "krächzend" das richtige Adjektiv um den Klang zu beschreiben. Zudem sind auch einige Tasten im Mittelbereich nicht mehr ganz astrein. Diese Tasten hören sich aber eher blechern an.

Wie erwähnt habe ich erst einmal den Händler kontaktiert und das Klavier stimmen lassen. Allerding konnte er das Problem nicht beheben. Er hat mir erklärt, dass dieses Problem konstruktionsbedingt sei, weil es schwierig sei die Übergänge zwischen den drei Bereichen sauber hin zu bekommen. Dagegen könne man aber nichts machen. Der springende Punkt ist aber: Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Problem am Anfang nicht auftrat. Nichts desto trotz habe ich mich erst einmal mit dieser Erklärung abspeisen lassen, um weitere Recherchen tätigen zu können. Die Erklärung des Händlers scheint mir auch plausibel zu sein. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass das Klavier seinerzeit das Werk so verlassen hat. Vielmehr denke ich an eine Materialschwäche im jeweiligen Randbereich, die im Lauf der Zeit zu dem Problem geführt hat.

Vielleicht fällt dem ein oder anderen was dazu ein. Ich bin euch für jede Meinung dankbar. Welche Ursache vermutet ihr für das Problem? Wie würdet ihr verfahren? Muss der Händler das Problem beseitigen?
 
klaviermacher

klaviermacher

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Hallo Benni_re,

Es könnte auf die Beschreibung so ziemlich alles zutreffen, was man an Schäden kennt. Lockere Stimmnägel, Risse im Resonanzboden, abgelöster Steg, abgelöste Rippen und und und..

Wenn wir hier weiterhelfen sollen, wären vielleicht Fotos vom Klavierinneren aufschlussreich.
Auch ne Audioaufnahme würde vielleicht so manches Krächzen identifizieren.


LG
Michael
 
B

Benni_re

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Hallo Michael,

vielen Dank für die Information. Ich werde mich um Bilder und Tonaufnahmen bemühen und hier hochladen. Welche Bilder sind denn am aussagekräftigsten? Detailaufnahmen von bestimmten Stellen, Gesamtaufnahmen oder am besten beides?

Lg
 
klaviermacher

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mach beides..

;)
LG
Michael
 
S

Styx

Guest
Ich kann mir vorstellen daß es sich hierbei um die Töne handelt welche an der Spreize liegen - das ist immer so ein kleines Problem - der Steg ist an dieser Stelle aufgrund der Plattenspreize durchbrochen, was mit unter einen komischen Ton von sich gibt. Hier müßt der Klavierstimmer halt versuchen den Ton möglichtst auszugleichen - dies läßt sich allerdings nur nach Gehör bewerkstelligen, wenn der Stimmer ein Stimmgerät nutzt, wird es schwierig, da die Spreizentöne wenn sie denn mathematisch korrekt gestimmt sind, nicht als stimmmig erscheinen.

Viele Grüße

Styx
 
B

Benni_re

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Hallo ihr beiden, vielen Dank für die Hinweise. Ich werde mich gegen Ende der Woche um die Aufnahmen bemühen, vielleicht bringt das mehr Licht ins Dunkel.
 
fisherman

fisherman

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Wir sind gespannt...
 
 

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