Scarlatti: Sonata K 99 (Allegro in c-moll)

dibabel

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Wow ist das schön, vielen Dank. Welch eine Freude nach einem langen Arbeitstag. Das hat so etwas ungewöhnlich Geheimnisvolles, was ich von Scarlatti so noch nicht kannte. Das werde ich mir noch ein paar Mal anhören.
 
hasenbein

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Sonate ist natürlich geil. Am besten finde ich den "spanischen Akkord" in Takt 28 :001:

Spielen kann man die deutlich besser. Zu viele ungewollte Betonungen (z.B. gleich im 1. Takt auf der "2") und zu viel "Abgehacktes" in dem Sinne, dass die Sechzehntelgruppen "separiert" klingen (z.B. in den Überkreuzstellen), was u.a. unzureichende technische Durchdringung zeigt.

Das Anspruchsvolle ist, es trotz der Tonwiederholungen ganz gleichmäßig und fluffig-perlig klingen zu lassen. Weiß nicht, was die Klassik- bzw. Barock-Polizei dazu sagt, aber ich würde schon relativ viel das Pedal dafür zu Hilfe nehmen.
 
Demian

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@hasenbein
Im Hinblick auf „fluffig-perlig“ stimme ich dir absolut zu. Da ist noch Luft nach oben. Es muss auch absolut akkurat und dennoch lebendig gespielt werden, ähnlich schwierig umzusetzen wie Mozart. Da sehe ich mich auch noch nicht am Ziel.

Aber die Betonungen (z.B. die „major 7“ auf der zwei in Takt 1) sind schon so gewollt. Ebenso die separierten Sechzehntel, die in ihrer Statik einen Kontrast zum übrigen bilden.
 
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hasenbein

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Dann würde ich an Deiner Stelle mal was anderes wollen :coolguy:
Klingt einfach nicht überzeugend so an den betreffenden Stellen, sondern gewissermaßen etwas nach "ungemeistertem Spiel eines Mittelstufenschülers".
Die erste Phrase beispielsweise muss EINEN durchgehenden, wellenförmigen Schwung hin zur nächsten 1 haben, ohne unterbrechende Extrabetonung.
 
P

Pedall

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Das Anspruchsvolle ist, es trotz der Tonwiederholungen ganz gleichmäßig und fluffig-perlig klingen zu lassen. Weiß nicht, was die Klassik- bzw. Barock-Polizei dazu sagt, aber ich würde schon relativ viel das Pedal dafür zu Hilfe nehmen.
Im Hinblick auf „fluffig-perlig“ stimme ich dir absolut zu. Da ist noch Luft nach oben. Es muss auch absolut akkurat und dennoch lebendig gespielt werden...
Wahrscheinlich wollte auch Scarlatti, daß die Sonate "fluffig-perlig" und "lebendig" klingt. Genau deswegen wird er auch "allegro" darüber geschrieben haben. Das war damals halt nicht nur eine Tempoangabe, sondern eine charakterisierende Spielanweisung.
 
Demian

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Klar, kann man auch so hören, aber die Dissonanz („major 7“) erscheint mir interessanter als das etwas biedere Hinspielen zur Dominantquinte.
 
hasenbein

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Äh... Du weißt aber schon, dass man das, was man "interessant" findet, deswegen nicht unbedingt betont oder absetzt, ne? ;-)
 
Demian

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Äh... Du weißt aber schon, dass man das, was man "interessant" findet, deswegen nicht unbedingt betont oder absetzt, ne? ;-)
Ja. Allerdings gibt es immer drei Möglichkeiten für die Entscheidung der Phrasierung: melodisch, rhythmisch und harmonisch. Da kann man durchaus unterschiedlicher Ansicht sein, je nach dem, welcher Aspekt bei der Interpretation im
Vordergrund steht.
 
K

klaros

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Ich fand es durchaus anhörbar gespielt, wenngleich ich es vorher noch nie gehört habe und somit nicht wirklich urteilen kann. Professionelle Tipps und Hinweise wären mir in so einem Fall willkommen. Du kannst es ja mal versuchsweise umsetzen.
Verwerfen kannst du es dann immer noch.
 
Demian

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@klaros Ich bin immer für Tipps dankbar. Beim Üben probiere ich auch ganz viele verschiedene Möglichkeiten aus. Es ist eben wirklich die Frage, was man will. Und alleine auf youtube findet man sehr unterschiedliche Interpretationen dieses Stücks, wobei mir dir von Paul Barton am besten gefällt.
 

Klavirus

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Ich gebe zu, ich kam auch schlecht "rein". Ich hatte Mühe, den Takt zu erkennen. Leider ist dann meine Motivation zum Zuendehören gering. :020:
 
K

klaros

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Ich kann auch nur von meinem Empfinden ausgehen. Bei Youtube gleich das 2. mit dem Notenbild und der Klaviaturansicht gefällt mir sehr gut.
 
Carl Tredt

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Vielen Dank für die Aufnahme, @Demian! Ich war ohnehin auf der Suche nach einer Scarlatti-Sonate und bin von dieser ganz angetan. Das "Allegro" sehe ich ähnlich, wie du es geschildert hast. Ich finde aber auch, dass der Einsatz des Pedals (für einen Laien wie mich jedenfalls) bei Scarlatti sich noch einmal anders stellt als bei anderer Barockliteratur; zumindest hört es sich ganz ohne Pedal schon etwas dünn an.
 
Demian

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@Carl Tredt
Danke für den Hinweis zum Pedal. Stellenweise habe ich Pedal benutzt, aber es darf sicherlich mehr sein.
 
Carl Tredt

Carl Tredt

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@Demian: Meine Anmerkung war allerdings nicht als Kritik an deiner Einspielung gedacht; da ich gleich selbst begeistert losgeübt habe, ist mir noch mal aufgefallen, wie schwer es mir fällt, hier auf das Pedal zu verzichten.
 
mortar

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Die Kinder haben mich heute erschöpft. Ich ruhte mich mit Musik aus. Vielen Dank.
 
 

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