Rückwärts üben

Wiemalte

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Hallo,
Hat es einen Sinn, ein Stück (von den Noten her) von hinten einzustudieren (erst die letzte Seite, dann die vorletzte usw.)?
Freue mich auf Antworten,
Malte
 
mick

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Nein. Ein Buch liest man ja auch nicht von hinten.

Gruß, Mick.
 
Wiemalte

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Ein Buch liest man aber auch nicht in Teilen, sondern "vom Blatt". Und darum kann man das nicht vergleichen.
Denn ich spiele noch nicht vom Blatt.
 
Klavirus

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Lieber Mick, wir sind auch Normalsterbliche! Ich mache es jedenfalls so und mir sind bisher noch keine Nachteile bekannt geworden. Es bremst jedenfalls den Drang, immer wieder von vorne zu spielen, man beschäftigt sich viel intensiver.

Thema gabs schon.

Klavirus
 
Wiemalte

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Okay, danke, ich werde mal sehen.
 
mick

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Aber bei Musikwerken gilt doch das gleiche wie bei einem Buch: Wenn man den Anfang nicht kennt, kann man das Ende nicht verstehen. Das heißt ja nicht, dass man in jeder Übestunde immer vorne beginnt - ich über z.B. immer zuerst die schwierigen Stellen. Aber bevor man das macht, sollte man das ganze Stück und seine Architektur zumindest kennen. Man kann ein Stück auch durch reines Lesen und inneres Hören lernen und danach erst anfangen, das Stück am Klavier zu üben. Dann muss man nicht von vorne beginnen, sondern nimmt sich gleich die schweren Stellen vor.

Gruß, Mick
 
Wiemalte

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Ein Buch mag man lesen und verstehen können, aber nicht unbedingt richtig vortragen können. So ist es mit den Noten auch. Und wenn man ein Buch vortragen will, dann kann man sicher auch von hinten anfangen... Ich spiele ja kein Stück, ohne es zu kennen bzw. es zu verstehen (im Rahmen der Möglichkeiten).
 
LMG

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Hi Malte ;)

Es zeigt sich, dass manchmal ja die Musik gar nicht weit entfernt von der Informatik ist. Letztere bietet ja, wieMalte ja in der Schule erlernt hat, unter anderen Möglichkeiten, zwei an, die ein wenig Ähnlichkeit haben mit Seiten von Noten:
Lifo ( Stack ) und Fifo ( Queue ).

Last In

Lifo wäre dann demnach: Du nimmst Dir immer das oben liegende Element ( also die letzte Notenseite ) zuerst vor, könntest sie aber erst dann "löschen", wenn Du sie sehr gut kannst. Um dann zur vorletzten Seite überzugehen..usw .
Nachteil: Das Musikstück ist so aber nicht aufgebaut. Es möchte gern von vorn nach hinten durchgearbeitet werden, also "eher" wie eine Queue ( Fifo ): Das ERSTE Element wird auch zuerst abgearbeitet.

Hmm. Natürlich hinken die Vergleiche, wie Malte sofort sieht, trotzdem etwas. Denn diese "informatischen" Stapel-Elemente sind ja evtl. nicht intern nochmal in einzelne, inhaltlich zusammenhängende "Gruppen" aufgeteilt, wie etwa eine Sonate mit 3 Sätzen. So könnte man natürlich dabeigehen, und sich in unseren Musiknoten eine dieser SInngruppen ( einen Satz, vielleicht den 2. oder 3. ) zuerst vornehmen. Aber sinnvoll ist es m.E. nicht, den dann z.B. von hinten zu erlernen.

Ich sehe keine Vorteile, zumal es Phrasierungen oder dynamische Anweisungen geben könnte, die über ein Seitenende hinausgehen, und sich somit bis auf (größere) Teile der nächsten Seite erstrecken könnten - Du wüsstest aber dann noch nicht, wie sie BEGINNEN, da Du noch nicht auf der vorherigen Seite warst.

Insgesamt würde ich die Sache also folgendermaßen beurteilen: Da wir es mit Notenseiten zu tun haben, ist es zwar auf den ERSTEN Blick egal, was für eine Seite ich mir als erstes vornehme, bei genauerem Nachdenken ist "von hinten" allerdings nicht sinnvoll.

LG, Olli!
 
mick

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Und wenn man ein Buch vortragen will, dann kann man sicher auch von hinten anfangen...

Dazu fällt mir jetzt nur ein Zitat aus einem meiner liebsten Klavierauszüge ein:

Zitat von Komponist:
Was wollen Sie in diesem Augenblick damit sagen?"

Natürlich kann man von hinten anfangen. Aber Du hast gefragt, ob es einen Sinn hat. Ich kann den jedenfalls nicht finden.

Gruß, Mick
 
R

Rebecca

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Hi Wiemalte,

ganz klar: wenn es nach hinten hin schwerer wird, was ja gar nicht so selten der Fall ist, dann ist es absolut ratsam, von hinten her anzufangen ;) Ich würde vielleicht aber nicht stur nach Seiten gehen, sondern nach Abschnitten, die musikalisch Sinn machen.

Wenn mal er gesamte Text sitzt, macht es sehr wohl Sinn, abwechselnd mal von hinten und mal von vorne her zu üben, damit man nicht immer bei den gleichen Teilen "noch frisch" oder "schon müde" ist ;)

Und was das ganzheitliche Verstehen des Textes angeht: ist doch klar, dass man sich ein längeres Werk vorher schon einmal an- und durchgesehen hat... *augenverdreh*
Ihr könnt einfach mal ganz pragmatisch denken, statt irgendwelche Prinzipien zu vertreten, die ihre Begründungen in völlig irren Analogien haben...

Liebe Grüße,
Becci
 
Tastenjunkie

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War noch am Tippen, Rebecca war sinngemäß schneller, dennoch:


Das "von hinten" Üben hat einen großen Vorteil:

Wenn ich z.B. mit der letzten Zeile anfange, und, sobald ich sie drauf habe, die vorletzte Zeile erarbeite (usw.), dann habe ich bei jedem Übeschritt das motivierende Erlebnis, dass hinten raus etwas folgt, das ich schon kann.

Wenn ich von vorne anfange folgt am Ende jedes Segmentes etwas unbekanntes. Zumindest bei mir ist es dann aber trotzdem so, dass ich versuche vom Blatt weiterzuspielen. Das geht meistens sehr schnell und immer irgendwann in die Hose, d.h. hintenraus habe ich in der Regel ein Frusterlebnis und zementiere im schlimmsten Fall sogar Fehler und falsche Herangehensweisen fest.

Deshalb finde ich es durchaus sinnvoll "rückwärts" zu Üben. Früher hat mir mein Lehrer das auch so empfohlen und ich habe es auch bei Chor- und Orchesterproben mit unterschiedlichen Dirigenten häufig so miterlebt.

TROTZDEM darf man natürlich nicht ein neues, bis dahin völlig unbekanntes Stück auf der letzten Seite aufschlagen und stump loslegen. Das wäre auch falsch. Vorher sollte man sich den ganzen Notentext (von Anfang an) anschauen, ggf. mal vom Blatt durch- oder zumindest anspielen, schauen, wo die heiklen Passagen lauern, die Struktur erkennen (ausnotierte Wiederholungen, Durchführungen, Reprisen erkennen), kurz: sich einen Überblick verschaffen, was da überhaupt auf einen zukommt. Und wenn es dann an das systematische Erarbeiten des Notentextes geht, ist die Rückwärtsmethode einer cleverer Trick, der - wie alles im Leben - für manche der Königsweg und für andere ein absolutes No-Go ist.

Grüße

TJ
 

LMG

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hehe ;) jetzt hab ich ne Idee!

Man kann ja vorne anfangen - und sich einfach ganz fest vorstellen, man wäre hinten! :D:D:D
 
Wiemalte

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Nochmal verständlicher: Ich gehe die Stücke alle erst einmal durch, dann fange ich von hinten an. Immer zwei, drei Takte, nicht die Seite, das war nur, um deutlich zu machen, dass ich nicht die Noten rückwärts meine, so unterrichten das auch einige Lehrer. Vorteil ist glaube ich auch, dass ich zumindest oft nach einem erlernten Takt so viel wie möglich weiterspiele. Und wenn man den Schluss einigermaßen kann, lernt man ihn ja so immer besser. Sagen wir, man lernt von Anfang an: Da spielt man womöglich nicht den Anfang so oft durch.
 
L

Lustknabe

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Hi Wiemalte,

Also ich übe inzwischen immer erst die technisch anspruchvollsten stellen, nachdem ich, wie mick hier schon beschrieben, das Motiv des Stücks begriffen habe... und ich picke mir immer "musikalische" Segmente heraus..... denn was bringt mir es 2-3 Takte ohne weiteren Sinngehalt aus dem Kontext herauszureißen, wenn sie es technisch gar nicht Wert sind...Ich hoffe ich konnte mich verständlich ausdrücken...

Lg euer Lustknabe
 
Moderato

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hehe ;) jetzt hab ich ne Idee!

Man kann ja vorne anfangen - und sich einfach ganz fest vorstellen, man wäre hinten! :D
Klasse Idee, dann ist man viel schneller fertig und braucht das da hinten gar nicht zu üben.:D
Wie wäre es denn mit dem schwierigsten Abschnitt anzufangen? Wenn das z.B. eine schnellere Coda ist. Die ist meistens hinten:D

Gruß
Manfred
 
Wiemalte

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Bevor ich wirklich ans Üben geh, muss ich das Stück natürlich verstehen. Aber: Wenn ich ein Stück von vorne lerne, dann spiele ich womöglich den Anfang oft, und dann bis zu dem Punkt, an dem ich festhänge. Dann kann ich zum Schluss womöglich den Anfang gut und das Ende kaum, weil ich immer nur den Anfang geübt habe. Wenn ich aber das Ende schon kann und dann am Anfang angekommen bin, dann habe ich den Ansporn, den Anfang auch zu können, mehr, als das Ende zu können. Ist das womöglich nur bei mir so?
 

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