Richtiges Handgelenkstaccato

Dieses Thema im Forum "Klavierspielen & Klavierüben" wurde erstellt von lumberjack, 8. Apr. 2007.

  1. lumberjack
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    lumberjack

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    Hallo,

    Ich würde gerne wissen, wie man Handstaccato spielt.
    Kurze Rede - kurzer Sinn, danke im Vorraus für Antworten

    Bis dann
     
  2. Haydnspaß
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    Haydnspaß

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    Hallo Lumberjack,

    du stellst vielleicht Fragen :rolleyes: :p

    Es gibt beim Klavierspiel so Begriffe, da versteht jeder was anderes drunter - oder auch garnichts.

    Ich kann daher nur Vermutungen anstellen.

    Handstaccato => Handgelenkstaccato => der Anschlag geschieht durch eine leichte Bewegung des Handgelenks, die Finger bleiben dabei passiv und geben den Schwung lediglich an die Tasten weiter.

    Oder es könnte sich um ein Armstaccato handeln, bei dem sich der Arm bewegt, das Handgelenk aber nicht bewegt wird. Da gäbe es die Version mit in die Taste fallen lassen / auf die Tasten werfen oder von den Tasten abstoßen.

    Beides wäre eine Alternative zum Fingerstaccato, wo sich der Finger aktiv bewegt, auch wieder mit verschiedenen Varianten: tupfen, hämmern, einrollen+wegziehen

    Worum geht's denn konkret? Geht's um ein spezielles Stück?

    Gruß
    Haydnspaß
     
  3. lumberjack
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    lumberjack

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    Um es präziser auszudrücken: in meinem jetzigen Lehrbuch, mit dem ich eigeständig Klavierspielen lerne, bin ich an einer Staccato-Übung angelangt.
    Über diesem Stück lese ich, dass ich das Staccato überwiegend aus dem Handgelenkspielen soll. Natürlich kann ich mir vorstellen, dass dabei die Bewegung aus dem Handgelenk kommt. Ich stellte mir dabei die Frage, ob die Finger steif oder locker sein sollen, und ob der Arm eingesetzt werden sollte,
    also wie man konkret dieses Handgelenkstaccato spielen soll.

    (Übrigens spielt die linke Hand jeweils zwei Takte lang denselben Ton staccato)

    Hoffe, dass das veständlicher war;)
     
  4. Haydnspaß
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    Haydnspaß

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    Ja, die Finger sollen auf jeden Fall locker bleiben.
    Der Arm kann bei Bedarf auch etwas geschüttelt werden.
     
  5. Stilblüte
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    Stilblüte

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    bei Tonwiederholungen empfehle ich dringend, nicht jedesmal den gleichen Finger zu nehmen, sondern schön durchzuwecheln.
    z.B. 3-2-1-3-2-1 oder 3-1-3-1-3-1 oder oder oder... je nach Tempo.
    Der Ton kommt dann schöner und "frischer", genauer, es bleiben keine Töne weg und man kann schnellere Repetitionen spielen!

    Stilblüte
     
  6. Haydnspaß
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    Haydnspaß

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    Das gibt dann den typischen Klavierstunden-Fingersatz, den noch kein Mensch je in einem Konzertsaal gesehen hat, genau wie die typische Klavierstunden-Fingerhaltung mit den "runden" Fingern. :cool:

    Ich weiß nicht, wer der Erfinder dieser Fingerwechseltheorie ist, aber besonders gute Ohren kann der nicht gehabt haben. Es ist mit einem Finger sehr viel besser möglich, eine gleichmäßige Lautstärke beizubehalten, als mit wechselnden Fingern! (Wenn man entsprechende Akzente, vielleicht sogar synkopische, in die Tonwiederholung einbauen will, ist der Fingerwechsel natürlich sehr hilfreich.)
     
  7. Stilblüte
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    Stilblüte

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    Huh, das kann ich ja jetzt mal überhaupt nicht nachvollziehen- bis auf Ausnahmen ist es doch im Normalfall viel einfacher, den Finger zu wechseln- und Abstufungen sind viel leichter zu spielen!
    Und ich glaube auch nicht, dass man mit einem Finger schneller spielen kann als mit zwei Fingern -
    Schau bzw. höre dir mal den Anfang von Ravels "Le Tombeau de Couperin- Toccata" an (ist gerade das einzige Beispiel, dass mir dazu einfällt, das du bestimmt kennst).
    Ich glaube nicht, dass es überhaupt einen Menschen gibt, der dass mit einem einzigen Finger spielen kann :confused:

    Gruß
    Stilblüte
     
  8. kceenav
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    kceenav

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    Dazu schaue der geneigte Leser beispielsweise einmal hier: Argerich spielt Scarlatti.
     
  9. Haydnspaß
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    Haydnspaß

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    Oioioi, da wird ja gleich scharf zurückgeschossen :p

    Selbstverständlich kann man mit Fingerwechsel schneller spielen, und selbstverständlich ist bei solchen Extremstücken wie der Ravel-Toccata oder der verlinkten Scarlatti-Sonate der Fingerwechsel wahrscheinlich die einzige Möglichkeit, das überhaupt so schnell zu spielen. Aber dort, wo es nicht auf extreme Geschwindigkeit ankommt, sind Tonwiederholungen mit einem Finger viel bequemer und sauberer zu spielen. Schließlich spielt man bei der Erlkönig-Begleitung die Tonwiederholungen auch mit einem Finger, bzw. mit zwei - es sind ja schließlich Oktaven :p

    Und ich bin natürlich davon ausgegangen, daß es sich bei Lumberjacks Übung eher um ein ruhigeres Stück handelt.

    Haydnspaß
     
  10. Stilblüte
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    Stilblüte

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    :D
    Wer Oktaven mit Fingerwechsel spielt, muss wohl extrem breite Hände haben...
    Haydnspaß, ich gebe dir Recht, ich kann es auch nicht ganz nachvollziehen, dass manche darauf bestehen, viertel unbedingt mit Fingerwechsel zu spielen...
    Bin jetzt von schnelleren Repetitionen ausgegangen.

    Stilblüte
     
  11. Haydnspaß
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    Haydnspaß

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    Hmm, ja, ich stell mir grad vor, wie das mit 1-5, 2-4, 1-5, 2-4 aussehen würde :D :D :D
     
  12. Haydnspaß
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    Haydnspaß

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    Hab da grad noch ein Video gefunden, wo man das Handgelenksstaccato super sehen kann (wenn's so aussieht, ist es perfekt :p )

    chicken dance
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 9. Apr. 2007
  13. Stilblüte
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    Stilblüte

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    Meine Güte...
    Wer stellt sowas freiwillig von sich ins Internet :D:D:D

    Stilblüte
     
  14. Aepsylot
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    Aepsylot

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    handgelenkstaccato ist, zumindest bei meiner lehrerin, irgendwie nur die zweite wahl.. ich persönlich brauche das aber für den ersten akkordlauf im rachmaninovprelude 23.5 auf der zweiten seite. im es-dur teil. (es dur? ich glaub schon) stilblüte weiß vielleicht welche stelle ich meine.
    ich kann so ziemlich schnell spielen..

    edit: oktaven mit fingerwechsel spiel ich auch.. kann aber auch über ne dezime greifen =)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 11. Mai 2007