Richtige Sitzposition der Körpermitte vor Klaviatur

Mein Bauchnabel ist eher zwischen e´und f´. So kann ich alle Höhen und Tiefen des Klavierspiels erreichen;-)
 
Frage: Wieviel bringt das Experimentieren, Umgewöhnen, Reflektieren, sowohl der horizontalen als auch der vertikalen (höhenbezogenen) Sitzposition? Alibiphysiker hat dazu zwar bereits dankenswerterweise etwas angedeutet, aber was sagen die anderen?

Denn ich scheine ja mit meiner leichten Links-Position hier etwas exotisch zu sein. Und das, obwohl mein linker Arm sogar ein wenig länger ist als der rechte. Merkwürdig...
 
Ich habe noch nie genau darüber nachgedacht, aber tatsächlich scheint doch die Position durch die Pedale eindeutig festgelegt, oder? Sonst sitzt man ja schief!
 
Die Höhe führt jetzt in eine andere Frage.
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Zur Position der Körpermitte zur Klaviatur:
Man sieht jetzt schon dass zunächst ein Frage zu beantworten ist:
"Soll man sich je nach Stück in einer gewissen Position hinsetzen, oder soll man immer in der gleichen Position spielen, egal welches Stück?"
Man sieht jetzt schon Unterschiede in der Diskussion.

Ich sehe für die fixe Position, also unabhängig pro Stück, viele Vorteile:
Alle verschiedenen Notentasten haben immer den gleichen Abstand von der Mitte. Das kann bei Sprüngen ein Vorteil sein.
Ebenso sehe ich wenn man nicht nach unten auf die Klaviatur schaut, hat man immer die gleiche Orientierung. Das führt zu mehr Sicherheit.
Auch die Pedale sind mittig.

Mir erscheint daher eine fixe Mitten-Position für alle Stücke von Vorteil zu sein.
 
Mir war irgendwann aufgefallen, dass ich beim Barpiano spielen etwas links vom C1 sitze, beim Spielen von Konzertliteratur aber ziemlich mittig, bzw. sogar etwas rechts davon.
Dummerweise ist mir das mitten in einem Konzert aufgefallen, bei dem beide Genres vertreten waren und ich dann bei der Rhapsody in Blue plötzlich zu weit links saß und ich unauffällig beim Spielen nach rechts rutschen musste. Wäre eine Geschichte für ein Anekdotenbuch aus dem Musikerleben...
 

Und wphl ist es hier, genau wie beim Fingersatz am Vorteilhaftesten, sich gar nicht festlegen zu müssen.
 
Mein Stuhl steht so, dass ich in Ruhe ziemlich genau vor dem es' sitze. Über den Sinn davon habe ich nie nachgedacht, es hat sich wohl über die Jahre einfach automatisch so ergeben, weil ich mir wohl die zugehörige Fußposition zu den Pedalen so angewöhnt habe.
 
Die
Zitat von Zitat:
ändert sich bei einem Clavio-Mitglieder permanent: Er hat sich ein Schienensystem gebastelt auf dem er mit der Klavierbank nach rechts und links gleiten kann.
Ich fühle mich ertappt :musik:

Das ganze ist aber ein reines Dreiklang-Ding und nicht unbedingt zur Nachahme empfohlen (das sag' ich gleich dazu, sonst gibt's Schelte von @hasenbein )

Das ganze war immer recht angenehm bei Stücken, die in verschiedenen Lagen spielen. Statt Oberkörper-Verbiegerei glitt ich halt ein Stück nach rechts oder links beim Spielen.

Im Moment quetsche ich mich aber auf einem Drehhocker irgendwie hinter das Instrument - weil selbiges momentan ein bisschen verbarrikadiert in der Wohnung steht. Es wandert aber sicher demnächst wieder woanders hin, wo ich besser spielen kann.
 
Das Nervensystem gleicht auf jeden Fall unterschiedliche Positionen am Klavier sehr effektiv aus. Ich kann mich z.B. dunkel an eine Aufnahme von @Stilblüte erinnern, wo sie das Tic-Toc-Choc von Couperin an zwei Klavieren gleichzeitig so spielte, daß sie zu einer Tastatur frontal und zu der Tastatur des zweiten Klavieres im rechten Winkel saß. Das hat auch prima funktioniert.
Irgendwo auf YT gab es mal davon eine Aufnahme. Die hab ich jetzt aber auf die Schnelle nicht mehr gefunden.
Aber vielleicht kann @Stilblüte dazu etwas sagen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

ist mir bei Fazıl Says Kumru Richtung Diskant begegnet, weil dort oktaviert werden muss.

Das Nervensystem gleicht auf jeden Fall unterschiedliche Positionen am Klavier sehr effektiv aus.

Auf jeden Fall? Nein!

Nicht nur das Nervensystem ist daran beteiligt, die Muskeln haben einen beachtlichen Anteil daran, wenn der Oberkörper sich Richtung Bass oder Diskant bewegen muss. Beim Oktavieren in den Diskant habe ich einen Hexenschuss bekommen und eine Weile versucht, für das Spielen im Diskant auf der Klavierbank nach rechts zu rutschen. Das hatte aber nur eingeschränkten Erfolg und ich war sehr traurig, als ich Kumru wegen der Schmerzen nicht mehr spielen konnte.

Meinem neuen KL ist sofort meine „statische Sitzhaltung“ aufgefallen, der Oberkörper bewegt sich kaum zur Seite, die Handgelenke sind zu fest und unbeweglich, die Ellenbogen zu nah am Körper. Es würde sich sicherlich auf den Klang auswirken, wenn es da mehr Bewegung gäbe. Das an zweiter und dritter Stelle genannt lässt sich ändern und daran arbeitet er, auch an dem was ich bisher nicht kennengelernt habe: Armgewicht.
 
Man kann ja das Pferd auch anders aufzäumen:
Warum sitzt jemand nicht in der Mitte?
Ja vermutlich weil die durchschnittliche Mitte des Tonumfang des entsprechenden Stückes out of Base sozusagen ist. Wohl eigentlich weil man an der verschobenen Position bequemer spielen kann.

Übrigens im Kratzert steht: Position Mitte zw. e1-f1 und dass man sich , falls notwendig, nicht zu weit auf eine Seite lehnen, sondern den Rücken drehen soll.
 

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