Prokofiev Suggestion Diabolique

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Aelrond

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Hey,

meine Klavierlehrerin will mit mir demnächst dieses Stück anfangen.
Sie meinte es ist schwieriger als alles was ich bisher gespielt habe und, dass ich dafür etwa ein Jahr brauchen werde.

Ich habe es mir mal etwas genauer angeschaut (noch nicht angeschaut).

Die Hauptschwierigkeit für mich ist es, die ganzen in meinen Augen "sinnlosen" Akkorde (sind ja keine einfachen C-Dur Akkorde) mir einzuprägen (das soll nicht abwertend klingen, ich finde das Werk großartig).

Was kann denn helfen diese sich besser einzuprägen?

Welche sonstigen technischen Übungen empfiehlt ihr für dieses Stück?

So sollte es klingen:

Evgeny Kissin Prokofiev Suggestion Diabolique - YouTube

MfG
 
.marcus.

.marcus.

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Aus deiner Frage lese ich folgendes:

Du bist dem Stück weder technisch noch musikalisch (und "musiktheoretisch") gewachsen. Wenn du dich an der Aufnahme von Kissin messen willst, wird das eine unbefriedigende Erfahrung. Warum hebst du dir das Stück nicht für später auf?

lg marcus

P.S.: Hat deine Klavierlehrerin das Stück vorgeschlagen oder du?
 
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Aelrond

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Sie hat es vorgeschlagen und kennt mich ja mittlerweile recht gut, um beurteilen zu können was ich schaffe und was nicht (sie ist eine großartige Lehrerin und hört jede Feinheiten, die mir z.B. nicht auffallen wenn ich Beethoven Sonaten spiele).

Ich habe bisher nur noch nicht so etwas modernes gespielt, weshalb es im ersten Moment ungewöhnlich auf mich gewirkt hat.
 
Rheinkultur

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Damit man die musikalischen Abläufe mit dem Notentext in Beziehung setzen kann, habe ich die folgende Interpretation verlinkt:
S. Prokofiev : "Suggestion Diabolique" op. 4 no. 4 (Chiu) - YouTube

Das "teuflische" Element läuft letztlich auf eine Verfremdung der ständig wieder ins Blickfeld gelangenden Grundtonart C-Dur, die mit zwei Techniken irrlichterhaft "gestört" und "überlagert" wird:
1. Vielfältiger Gebrauch terzverwandter Zusammenklänge: E-Dur, gis-moll etc. und deren Paralleltonarten
2. Schärfung der Harmonik durch spannungsverstärkende Intervalle (kleine None als "verfehlte Oktave", der "teuflische" Tritonus als "verfehlte Quinte"

Wer diese Elemente aufspüren und in einen schlüssigen Kontext bringen kann, nähert sich zumindest auf geistiger Ebene dem Stück an. Diesen recht perkussiven pianistischen Stil in die Finger zu bekommen und auf die Tastatur zu übertragen (ohne sich festzuspielen), ist keineswegs leicht. Gerade wenn Dir diese Art zu spielen (noch) eher fremd ist, würden sich ein bis zwei Zwischenschritte in Form hinführender Stücke anbieten. Diese könnten über die Etüden oder Preludes von Skrjabin erst zur Vertrautheit mit derartiger Harmonik führen und dann in die technisch-gestalterische Praxis umgesetzt werden. Andererseits wird Dich Deine Lehrerin möglicherweise besser kennen als die Teilnehmer dieses Forums, die sich ihr Bild mit ein paar Videos aus der Ferne machen müssen.

Auch der Komponist hat dieses Stück selbst eingespielt: Prokofiev Plays Prokofiev Suggestion Diabolique (1935) - YouTube
Vielleicht ist die Annäherung an Prokofiews Personalstil der früheren Jahre auch auf dem Umweg über die Klavierstücke op. 12 oder die Sarkasmen op. 17 eine Überlegung wert. Auf jeden Fall viel Erfolg beim Spielen wünscht Dir

Rheinkultur
 
Stilblüte

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Ich kann das Scherzo aus op. 12 allerwärmstens empfehlen, das gefällt mir genauso gut wie die Toccata oder Suggestion, ist aber einfacher (vermute ich). Hör sie mal an! Da hat mn aber immer noch genug zu tun...
 
rolf

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Sie meinte es ist schwieriger als alles was ich bisher gespielt habe und, dass ich dafür etwa ein Jahr brauchen werde.

Die Hauptschwierigkeit für mich ist es, die ganzen in meinen Augen "sinnlosen" Akkorde (sind ja keine einfachen C-Dur Akkorde) mir einzuprägen
mir leuchtet nicht so recht ein, warum für ein etüdenartiges kurzes Klavierstück ein ganzes Jahr benötigt wird und was das bringt...
Die vermeintliche "Hauptschwierigkeit" sollte sich rasch in Wohlgefallen auflösen, wenn man das Stück mal genauer anschaut: es hat einen übersichtlichen harmonischen Ablauf; verfremdende Effekte kommen wie von Rheinkultur beschrieben hinzu.

erfahrungsgemäß plagen sich auch sehr Fortgeschrittene mit der Aufgabe, sehr viele sehr schnelle Doppelgriff- und Akkordrepetitionen durchhalten zu müssen (technisch vergleichbar ist der perkussive Klaviersatz von Mussorgskis Markt von Limoges) - wenn ein ganzes Jahr veranschlagt wird, dann scheint es noch keine Erfahrungen mit dieser technischen/motorischen Hürde zu geben: da halte ich dieses sehr schwierige staccato-Stück für keine glückliche Wahl... zuvor sollte die Repetierfähigkeit der Handgelenke trainiert werden, da fände sich allerlei bei z.B. Weber und Liszt.
 
 

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