problem: langweilig spielen

Dieses Thema im Forum "Klavierspielen & Klavierüben" wurde erstellt von Firenze, 2. Aug. 2006.

  1. Firenze
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    Firenze

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    Tag
    Ich hab leider ein kleines Problem: Zwar sind meine Fähigkeiten beim Klavierapielen sehr fortgeschritte, dennoch kann ich meine Zuhörer nicht wirklich unterhalten. So scheint es laut manchen Zuhörern und meiner Klavierlehrerin ein bisschen langweilig zu klingen. Sie sagen, ich spiele eim bisschen oberflächlich und nicht brilliant. Weiß jemand, wie das Problem zu lösen ist?
     
  2. Mirko
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    Mirko

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    Hi!
    Hmm, vielleicht solltest du dein Klavierspiel mal aufnehmen und selbst anhören/analysieren. Für mich klingt eine Aufnahme auch immer ganz anderes, als wenn ich gerade spiele (Ist so ähnlich, als würde man seine eigene Stimme hören ;) )
    Naja, und halt nicht nur flach die Noten runterspielen, sondern vielleicht versuchen auch ein paar "eigene Akzente" reinzubringen.
    Hoffe ich konnte die etwas weiterhelfen

    MfG,
    Mirko
     
  3. siska
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    siska

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    HI!

    Versuche immer Dir selbst beim Spielen zu lauschen. Wie hört sich der Ton an? Oder besser bevor du einen Ton anschlägst stelle dir vor wie er klingen soll.
    Denke nicht so viel an Noten und Technik sondern lasse die Musik einfach zu.
    Vielleicht konzetrierst Du dich einfach zu stark darauf alles richig zu machen und so bleibt kein Platz mehr für Gedanken an die Interpretation.

    Durch Technikübungen alleine wirst du keine reine Musikalität erreichen können. Meine Lehrerin meint: Musik kommt aus dem Herzen und nicht aus den Muskeln.

    Schumann meinte man solle ein Stück zuerst im Geiste haben und wissen wie es funktioniert und klingt bevor man zu spielen beginnt.

    Es ist auch immer ratsam eine Aufnahme/Einspielung des akt. Stückes zu haben. Natürlich gibt es hier die Argumentation daß man die Interpretation nur kopiert. Das halte ich allerdings für absoluten Unsinn. Dafür sind wir alle einfach zu individuell veranlagt.

    Welche Stücke spielst Du zur Zeit???
    Wie lange spielst Du schon???

    Und auch ein Potter-Fan! Aber der siebte Band ist ja schon fertig :lol:
    Leider der Letzte :cry:



    Gruß
    Siska
     
  4. Wu Wei
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    Wu Wei

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    Alles gut gemeinte Ratschläge aus dem Forum, aber trotzdem: Dieses pauschale Urteil deiner Klavierlehrerin disqualifiziert vor allem sie selbst, wenn sie nicht in der Lage ist, konkretere Kritikpunkte zu benennen und dich anhand von Beispielen zu ausdrucksstärkerem Spiel zu bringen. Du musst sie beim Wort nehmen und verlangen, dass sie ins Detail geht, dir den Kontrast zwischen deinem Spiel und ihrer Interpretation/Klangvorstellung hörbar macht und dir zeigt, womit dies bewirkt werden kann. Kopf hoch und auf in die Schlacht!
     
  5. Kingofbali
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    Kingofbali

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    Hallo,

    WuWei hat erstmal vollkommen recht: Deine Lehrerin sollte sich schon etwas genauer ausdrücken (können), sonst bringt des nix.

    Was noch sein kann:
    Wenn ich ein Stück intensiv übe und mich sehr um Technik, Tempo und dergl. kümmere, geht manchmal der "Überblick" für die ursprünglich gewollte Interpretation verloren.
    Was mir hilft: einfach mal 1-2 Tage weglegen das Ding, und dann wieder "unvoreingenommen" und "spielerisch" rangehen. Plötzlich entdeckst Du die Musik wieder, die Du vorher vor Lauter Noten nicht mehr gesehen hast.

    Gruß
    Bernd
     
  6. Die Pianistin
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    Die Pianistin

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    Hi!!

    ich hatte lange das selbe problem wie du. bei mir ist es so, dass ich mich richtig in die musik hineinversetzen muss.
    stell dir, während du spielst eine szene vor, zu der das stück passen würde, und versuche richtig gefühlvoll zu spielen. das klingt ziemlich philosphisch, was :wink:
    ich kann nur sagen, dass es bei mir gwirkt hat, und die stücke besser klingen.
    hoffe ich konnte dir aweng helfen :-D

    ganz liebe grüße Steffi
     
  7. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Wuwei hat Recht; so eine Kritik geht vor Allem an die Lehrerin selbst.
    Auch der Tip von Pianistin ist richtig. Am besten, Du machst die Augen zu, stellst Dir das Stück so vor, wie es Dir am besten gefällt und spielst es dann so. Setze Dynamik ruhig nach eigenem Ermessen ein; man kann auch dort, wo eigentlich piano steht, forte spielen und umgekehrt. Die Interpretation muss vor Allem Dir gefallen. Wenn Du mit der Musik mitgehst, sind die Chancen groß, dass es auch die Zuhörer machen.
     
  8. akura89
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    akura89

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    Hallo...

    ohne dich zu entmutigen zu wollen, meine ich folgendes zu deinem Forum-Thema:

    Man kann alles bein Klavierspielen lernen, die Technik, musikalisches Grundwissen, Noten, Takt, Artikulation, Aufführungspraxis usw. , aber das Wichtigste, das Herz und die eigene Interpretation und Gefühle, die ein jeder musiker in seine Musik legen sollte, kann man nicht erlenen, denn das macht meiner Meinung, eine wirkliche begabung aus.

    Ich denke, dass liegt auch an der individuellen geistigen und an der Art der Musik, die man macht, und mag.

    musisch
    Akura 89
     
  9. Wu Wei
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    Wu Wei

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    Sehe ich nicht so. Die differenzierte Wahrnehmung eigener und fremder Stimmungen und das ebenso differenzierte Ausdrücken derselben kann man bis zu einem gewissen Grad auch lernen. Sensibilität und Ausdrucksformen sind trainierbar. Wirkliche Begabung allerdings ist davon natürlich mehr oder weniger unabhängig, kann über das Erlernbare weit hinaus gehen und findet dadurch ja auch ihre starke individuelle Ausprägung.
     
  10. babajaga
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    babajaga

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    stimme auch eher wu wei zu (hast du toll formuliert!!) und denke, man muss die dinge trennen.
    gefühle zu einem thema zu haben und sie auch ausdrücken zu können/wollen/dürfen/.. sind zwei ganz verschiedene sachen. und ich denke schon, man kann bis zu einem gewissen grad daran arbeiten, seine gefühle rauszulassen und zu beschreiben, mit welchem medium auch immer. ob das klavier oder die musik im allgemeinen dafür die richtige wahl ist, macht dann eben den grad der begabung für diese kunst aus.

    @firenze: geh mal in dich, wie du (vor)spielst. welche gedanken hast du dabei?
    - technisch orientiert? - nicht so gut, du musst frei sein von technischen sorgen, damit du dich auf die interpretation konzentrieren kannst
    - aufs publikum konzentriert? - auch nicht gut. wenn du nur spielst, was du denkst, was sie hören wollen, wirds keine musik
    - beim ganz anderen sachen? - passiert auch, aber dann wirds wirklich nur durchgeklimmpert
    - komplett in der musik??? wirklich??? dann müsstest du nur an der umsetzung deiner musik arbeiten

    ich hab mir früher ähnliche vorwürfe anhören müssen. was hat mein lehrer in den stücken immer die ausdruckszeichen angestrichen!! und wenn ich versucht habe, es so zu spielen wie er wollte, kam es mir furchtbar übertrieben und krampfig vor. einfach, weil es nicht meine art war, ich bin in solchen dingen eben eher verschlossen. ausserdem wäre es mir schlicht peinlich gewesen, mich da so zu produzieren.
    andererseits spiele ich heute auch vom inneren gefühl her anders. entspannter, selbstbewusster und musikalischer, nicht mehr so schülermäßig. keinesfalls virtuos, aber definitiv mit musik. und plötzlich spricht keiner mehr von fehlendem ausdruck. die sind eigentlich alle ganz begeistert... :oops:

    will sagen, vielleicht ist es auch ein prozess. dass du es erst noch lernen musst, die musik als ausdrucksmittel nutzen zu können und vorallem wie. und das auch zu können, wenn lauter menschen einem auf die finger gucken ist die nächste stufe.
    also, nimm was du an konstruktiven hilfestellungen von deiner lehrerin kriegen kannst und arbeite dran. und was die wertung angeht - abwarten. wichtiger ist, dass du in dir drin "die musik findest" - so schmalzig das klingen mag. aber irgendwie, genau das ist es eben. und dass einem das nicht jeden tag gelingt, ist auch ein fakt.

    ps. das wort "brilliant" konnte ich noch nie leiden. meistens wird es auf andere menschen angewandt, die einem dann spontan unsympathisch werden.... :wink:
     
  11. Karl
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    Karl

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    Oftmals mangelt es nicht an Musikalität, vielmehr eher im Stande zu sein ein Climax zu erzeugen welches in seiner Klangvielfalt/farbe etc... für den Hörer zu einem Erlebnis wird. Solch eine Stimmung zu erzeugen ist mit das schwerste am Klavierspiel. Ein Mezzopiano zu Beginn eines Stückes genauso laut zu spielen wie am Ende - das macht unter anderem Musikalität aus...
    Häufig ist Anschlagtechnik die Hürde für das hineinfühlen. Schwung, Spannung aus dem Körper in das Klavier zu übertragen erfodert viel Entspannung und ist ein kleiner Baustein auf dem Weg...

    "LIEBE DIE MUSIK!"

    Wenn deine Lehrerin deine Probleme nicht analysieren kann, such dir eine Neue. Kritik ist immer gut, nur sollte man jedoch auch selbst im Stande sein so zu spielen. Anscheinend ist sie das nicht...

    Gruß