Noten, CD, Transkriptionen

Dieses Thema im Forum "Klavier und Jazz" wurde erstellt von pianomobile, 5. Mai 2006.

  1. pianomobile
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    pianomobile

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    Eure CD- und Noten-Tips:
     
  2. pianomobile
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    pianomobile

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    Ich mach mal nen vorsichtigen Anfang (ich nehme an, ihr wisst, was jetzt kommt):
    "Jarrett At The Blue Note", - Pflichtsammlung für alle Jarrett-Fans.
    (Im Augenblick habe ich allerdings gerade Chick Corea Akoustic Band im Kopfhörer)
    Was hört ihr denn gerade so?
     
  3. Wu Wei
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    Wu Wei

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    Ich höre zur Zeit gern Aufnahmen mit Aziza Mustafa Zadeh, auf denen sie nicht singt. Ihre Klavierspiel gefällt mir außerordentlich gut, aber ihr Gesang ist für mich nicht zu ertragen. Bin gerade dabei, mir eine CD mit entsprechender Auswahl zusammenzustellen.

    Wu Wei
     
  4. Elio
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    Elio

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    Also, ich empfehle folgendes:

    Joe Sample- Sample this, zugängliche Jazzmusik, gut aufgenommen und schöne Klaviersoli von Joe Sample.

    New York Voices - Sing, sing, sing! Komplexer Akkordgesang von Big Band Klassikern, sehr gute Stimmen

    Patricia Barber - Nightclub, sehr schöne Stimme, intim interpretierte Jazzklassiker.

    Pat Metheny - We live here Jazz-Gitarre des Pat Mehteny Trios, für mich die ideale Musik, wenn man abends mit Blick aufs Meer einen Kaffee trinkt :)
     
  5. no peil
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    no peil

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    Ich fange einfach mal ganz unsystematisch mit einem Tip an:

    Monk Alone (Thelonious Monk)
    Soloaufnahmen aus dem Studio
    Columbia records 1962-1968 aufgenommen, neu herausgebracht von Sony als 2 CD

    Monk ist sicher kein klassischer Pianist (seine Technik ist spröde) aber was mich beeindruckt ist der Umgang mit eigenen und fremden Themen die Monk hier immer wieder variert.
    Für mich ist das ein Album, das in keiner Hausapotheke fehlen sollte.

    no peil

    Nachtrag: Ich sage lieber sein Sound ist eher spröde als elegant.
     
  6. Heglandio
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    Heglandio

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    Na gut (...) die Aussage, dass er kein klassischer Pianist war, würde ich nicht unbedingt wagen, weil er im Alter von 13 Jahren einen Klavierwettbewerb im Harlemer Apollotheater so oft gewonnen hat, dass er von den weiteren Teilnahmen ausgeschlossen wurde.

    Ich glaube mit seinen eher schrägen Techniken, hätte er da sicherlich nicht gepunktet, zumal er die mit 13 zu 99% noch nicht hatte.
    Nur weil man nicht mit feiner klassischer Architektur arbeitet, muss das nicht gleich heißen, dass seine Technik spröde war und schon gar nicht, wenn man eher frei interpretiert und einen eigenen Stil sucht (!?) Es ist daher nicht umsonst immer die Rede vom Improvisieren und vom freien Spiel.
    Da gibt’s auch Grenzen, du kannst zwar Bach oder Chopin mit Jazz mischen, aber ob das im Endeffekt improvisiert ist, also wirklich frei improvisiert ist ohne große Denkereien, darüber kann man sich schwer streiten.

    Unter meinem Gesichtspunkt wollte er das absichtlich, sonst wäre er glaube ich nicht so bekannt geworden.
     
  7. no peil
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    no peil

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    Monk

    @ Heglandio
    Hi, ich wollte in meinem Posting nicht bewerten, und schon gar nicht abwerten. Meine Absicht bestand lediglich darin, denen, die Herrn Monk noch nicht so gut kennen eine grobe Vorstellung zu geben was sie zu erwarten haben. Insbesondere von dieser speziellen Aufnahme. Kennst Du die Platte?

    Zur Technik allgemein, immer der Form und dem Inhalt angemessen muß sie sein. Und in dieser Hinsicht ist Monk natürlich sowieso ein Genie. Vielleicht fällt Dir ja eine passendere Beschreibung des Monkschen Klavierstils ein?
     
  8. Heglandio
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    Heglandio

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    Aus Wikipedia.org:

    Der Improvisator
    Als Pianist improvisierte Monk selten wie typische Bebop-Solisten in rasanten, sondern bevorzugt eher moderate Tempi. Ihm lag nicht daran, seine Virtuosität unter Beweis zu stellen, sondern die verborgenen Strukturen eines Themas aufzudecken und den Hörer dabei mitzunehmen. Er variierte ständig die Melodien und Harmonien der kompositorischen Vorlagen, indem er Motive, Phrasen und Akkorde daraus abstrahierte, dehnte oder verkürzte. Seine kantigen, bizarren Improvisationen wurden spontan erfunden, bildeten aber keine losgelöste und frei assoziierte Linie, sondern bezogen sich immer auf das zu Grunde liegende Thema.

    Monk benutzte damals sehr ungewöhnliche Akkorde, Intervalle und Skalen, etwa den übermäßigen Dreiklang, die Ganztonleiter, die erhöhte Quarte (das „Bebop“-Intervall) und kleine, als besonders dissonant empfundene Sekunden. Als Beispiel sei das Klavierintro aus der Komposition Brilliant Corners genannt.


    Klavierintro zu Brilliant Corners Hörbeispiel Er kombinierte diese Elemente auf bizarre Weise miteinander und verteilte seine Akkorde über die ganze Klaviatur. Er setzte diese sowohl als harmonische Wendungen als auch als eigene „Farben“ ein.

    Auch rhythmisch setzte Monk in dem für ihn typischen perkussiven Stil unerwartete, aber umso effektvollere Akzente. Er setzte diese sparsam, aber immer an Stellen, wo sie ein Höchstmaß an Aussagekraft erreichen. Er spielte mit Pausen und Gegenrhythmen, die den weiterlaufenden Swing kontrastieren. Indem er die Form verfremdete und neue großräumige thematische Bezüge herstellte, erzeugte er außergewöhnliche Spannungsmomente und öffnet neue Horizonte. Der Hörer kann miterleben, wie Monk das Stück improvisierend kommentiert, durchdenkt und nochmals ganz neu erfindet.

    Monks Art der Komposition und Improvisation sind untrennbar miteinander verbunden. Der Kritiker Whitney Balliet fasst diese Wechselbeziehung so zusammen: “Seine Improvisationen sind verflüssigte Kompositionen, seine Kompositionen sind gefrorene Improvisationen.“

    Innerhalb des Modern Jazz geht Monk bis an die Grenze zur Auflösung jeder Tonalität, Phrasierung und Rhythmik. Deswegen war er lange Zeit dem Unverständnis von Publikum und Kritik ausgesetzt. In der Bebop-Ära wurde er deshalb oft heftig abgelehnt und angefeindet. Seine Kritiker führten seine Art, Spannung zu erzeugen, auf mangelndes technisches Können und fehlendes Swing-Gefühl zurück. Monks Musik gewann jedoch gerade durch seine konsequent skurrile Exzentrik eine innere Stimmigkeit und Geschlossenheit, wie sie auch im Jazz nur selten zu finden sind. Sein sehr persönlicher Improvisationsstil findet daher nur wenige Nachahmer.

    Monk lotete die kompositorischen und improvisatorischen Möglichkeiten des modernen Bebop-Idioms aus: Er ironisierte vermeintlich Bekanntes, parodierte Klischees, unterlief die Erwartungshaltung des Hörers und schaffte neue, unvermutete Bezüge. Dabei gab er aber die Tradition niemals auf, sondern bleib im Rahmen der funktionalen, vom Blues „getränkten“ Jazzharmonik und konventionellen Songformen. Diese vorgegebenen Strukturen sind als Basis seiner Spielweise immer erkennbar und werden gerade durch ihre Verfremdung hervorgehoben. Ein besonderer Reiz seiner Musik liegt daher in dem stets spürbaren Spannungsverhältnis zwischen den traditionellen musikalischen Formen und ihrer individualistischen Transformation.


    Jarrett Fan bin ich nicht, ich bin nachwievor überzeugt es gibt bessere:

    Einer dieser Besseren war für meinen Geschmack eindeutig: Donald Shirley:

    LINK [Link geändert - Admin]

    Schon allein das Intro von: "I Cover The Waterfront" bezaubert mich um einiges mehr, wie vieles was ich bis jetzt von Jarret hörte.
     
  9. no peil
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    no peil

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    @ Heglandio
    Vielleicht in
    besser aufgehoben ?
     
  10. Heglandio
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    Heglandio

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    Ja, aber findest du den Text auch sehr sehr passend?

    :?:
     
  11. Alex Schmahl
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    Alex Schmahl Guest

    Ich mach mal weiter mit meinem CD-Tipp:

    Eine unheimlich gelungen Trio-Session ist auf der CD "Monty Alexander Trio - Live at the Montreux Festival" zu hören. Man sagt ja dem Bill Evans Trio eine unerreichte Harmonie der Musiker nach, doch an diesem Abend in Montreux stand das Monty Alexander Trio dem in nichts nach.

    [​IMG]

    Alex
     
  12. Heglandio
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    Heglandio

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    Bud Powell - The Amazing Bud Powell, Vol. 5
    Release: 1958
    Genere: Bebop
    Bewertung (persönliche, max. 6 Sterne): ******

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  13. no peil
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    no peil

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    Hier noch mein Tip, das unschlagbare Nachschlagewerk, für alle dies genau wissen wollen:

    Martin Kunzler: „Jazz Lexikon“ (Reinbek bei Hamburg 1988 und 2002)

    Ich schau da immer wieder mal rein um mir neue Anregungen zu holen.
     
  14. Alex Schmahl
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    Alex Schmahl Guest

    Einen hab ich noch. Die CD "Play" von Chick Corea und Bobby McFerrin ist einfach großartig. Die Platte ist ein 3-faches Erlebnis. 1.man hört Chick zu, 2. man hört Bobby zu, 3. man hört beiden zu - jedesmal ein anderes und äußerst interessantes Hörerlebnis.

    [​IMG]

    Alex
     
  15. Heglandio
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    Clifford Brown - Study in Brown
    Release: 1955
    Genere: Hard Bop
    Bewertung (persönliche, max. 6 Sterne): ******

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  16. Heglandio
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    Horace Silver - The Cape Verdean Blues
    Release: 1989
    Genere: funky Bebop
    Bewertung (persönliche, max. 6 Sterne): ******

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  17. Heglandio
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  18. Heglandio
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    Cannonball Adderley - Cannonball's Bossa Nova
    Release: 1962
    Genere: Bossa Nova (mixed with Bebop)
    Bewertung (persönliche, max. 6 Sterne): ******

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  19. Heglandio
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    Heglandio

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    Cannonball Adderley - Them Dirty Blues
    Release: 1960
    Genere: Blues & Bebop
    Bewertung (persönliche, max. 6 Sterne): ******

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  20. Heglandio
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    Heglandio

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    Jede Menge CD-Tipps (...) Viel Spass damit und noch ne angenehme Woche:
    :-D

    Heglandio