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Bachopin

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Hi,
in einem anderen Thread bin ich von chopinfan nach Klavier Literatur gefragt worden.

Ich poste hier mal ein paar Empfehlungen aus meiner wieder weiter gewachsenen Klavier Bibliothek. Ich bin ja auch Sammler zu diesem Thema. ;-)

Vielleicht interessiert es ja auch andere (jetzt kurz vor Weihnachten). Wer eine Frage zu einem Buch hat, kann die mir gerne stellen. Übrigens, ich hab' die Bücher nicht nur grösstenteils gelesen, sondern auch viele Dinge praktisch am Klavier ausprobiert und/oder übernommen.

Meine Empfehlungen (beziehen sich auf einen motivierten "Dilletant" ;-) Definition hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Dilettant, passt sehr gut):

A.) Moderne Bewegungs/physiologische Methodik:

1.) Alan Fraser, The Craft of Piano Playing: A New Approach to Piano Technique von Scarecrow Pr Inc (Taschenbuch - Mai 2003 )
Das ist für mich eines der besten neueren moderneren Bücher. Alles wird systematisch und mit vielen ganzheitlichen/koordinativen Bewegungsbeispielen dargestellt. Auch viele Übungen ohne Tastatur.
Alan Fraser, The Craft of Piano Playing, DVD
Die DVD dazu.

Ausführlichere Besprechung hier: https://www.clavio.de/forum/131909-post84.html

2.) George A. Kochevitsky, The Art of Piano Playing - Taschenbuch (Juni 1967) von Alfred Pub Co Inc
Beginnt mit: Was bisher geschah. Super kompakter verständlicher Überblick über alle (?) bisherigen Schulen der Klavier Didaktik und ihrer Methoden/Vorteile/Nachteile. Dann Vorstellung neuerer Prinzipien, die die neuesten Erkenntnisse (1967) der Gehirnforschung, Psychologie und Physiologie berücksichtigen und daraus gewonnene direkt anwendbare Techniken.

3.) Seymour Bernstein, Klavier-Choreographie von Schott music distribution (Taschenbuch - 1998 )
Praktische Einführung mit vielen Übungen in die Bewegungs-Choreographie am Klavier. Die Bewegungs-Choreographie betrachtet die Spielbewegungen am Klavier als tänzerische ganzheitliche Bewegungen. Sehr wichtige Anschauung, unbedingt berücksichtigen.

4.) Renate Klöppel, Die Kunst des Musizierens: Von den physiologischen und psychologischen Grundlagen zur Praxis (Taschenbuch - 1997)
Eines der besten wissenschaftlichen Bücher zum Musik machen und den dazu notwendigen mentalen und körperliche Fähigkeiten und Eigenschaften.

5.) Seymour Fink, Mastering Piano Technique: A Guide for Students, Teachers and Performers
Gibt es auch eine DVD.
Alle Bewegungselemente und ihre Zusammensetzung zu grösseren Bewegungen werden systematisch dargestellt.

6.) Gyorgy Sandor, On Piano Playing: Motion, Sound, and Expression von Wadsworth Inc Fulfillment (Taschenbuch - 31. Dezember 1981)
Englisches modernes Standardwerk. (Daumenuntersatz ist unnötig und kann sogar schlecht sein.)

B.) Pedaltechnik:

1.) Helmut Brauss, Der singende Klavierton oder Das "Wie" des Pedals: Musikpädagogische Bibliothek Band 47 von Noetzel (Taschenbuch - 15. August 2003)
Schöne kleine praktische Lehre zum Pedalspiel.

C.) Künsterisches Klavierspiel/Interpretation:

1.) Josef Dichler, Der Weg zum künstlerischen Klavierspiel. (1963)

2.) Josef Dichler und Hans Sittner, Verstand und Gefühl: Intellektuelle und emotionelle Musik. Wesen und Grenzen ihrer Interpretation auf dem Klavier (Gebundene Ausgabe - 1965)
Beide Bücher von Dichler sind sehr verständlich und empfehlenswert.

3.) Kendall Taylor, Klaviertechnik und Interpretation von Zimmermann Musikverlag (1981)

4.) Gottfried Hemetsberger, Grundlagen des künstlerischen Klavierspiels. Kompendium für Lehrende und Lernende - Broschiert (2006)
Sehr lesenswert und kompakt.

5.) Heinrich G. Neuhaus, Kunst des Klavierspiels von Gerig, Bergisch-Gladbach (Sondereinband - 1967)
Standardwerk, aber aus meiner Sicht viel „Blabla“ und zweifelhafte Elite/Talent Ansichten.

6.) Peter P. Werner, Neue Methodik und Didaktik am Klavier von Noetzel (Gebundene Ausgabe - 1993 )
Neueres Standardwerk (Empfehlung von Rolf). Aber: Die 2 Haupt-Kapitel bestehen aus ca. 300 Seiten ohne Unterkapitel. Für mich daher kein didaktischer Aufbau/ Strukturierung erkennbar. Viele Literatur Beispiele, man kann aber nicht danach suchen, da kein Register.

D.) Technische Übungen:

1.) Falko Steinbach, Klaviertechnisches Kompendium. Übungen und Anregungen zur direkten Erlangung einer umfassenden, flexiblen und individuellen Technik am Klavier
Für mich das Referenz Buch zur Klaviertechnik. Leider sehr unbekannt. Alle Bewegungen (Finger, Hand, Unter/Ober-Arm, ...), die möglich und notwendig sind, werden systematisch und an hand von vielen kleinen Übungen/Beispielen dargestellt. Auch viele Übungen ohne Tastatur.

2.) Peter Feuchtwanger, Klavierübungen, von Stefan Blido und Manfred Seewann, mit DVD
Ein absolutes Muss aufgrund der vermittelten grundlegenden Entspannungsmethodik. Zentraler Punkt ist das so genannte Quick Release. Das schlagartige/plötzliche Entspannen eines Fingers im Tastenbett und dadurch Beenden des Tons nur durch passive Entspannung.

3.) Franzpeter Goebels, Der neue Busoni Band 1 und 2, Übungen und Studien für Klavier, Taunusstein, Breitkopf & Härtel
Schöne, relativ unbekannte, klassische systematische Technikübungen von Busoni. Band 2 enthält spezielle Übungen zu Bach, Mozart, Beethoven, Chopin, Cramer. Aber sehr anspruchsvoll.

4.) Cortot, Alfred, Grundbegriffe der Klaviertechnik, Editions Salabert.
Klassisches systematisches Standardwerk.

Ausführlichere Besprechung hier: https://www.clavio.de/forum/131290-post49.html

5.) Hirzel-Langenhan, Anna, Greifen + Begreifen, Bärenreiter 1964
Ein bisschen „speziell“: „Tastenspalte“ oder „Anklammern“. Aber trotzdem gut und interessant.
Aber mit viel Übungen mit gefesselten Finger(n). Die Methodik der gefesselten Finger ist zweifelhaft, aufgrund der dabei aufgebauten Spannungen.

E.) Praktische Ratgeber/Übemethodik:

1.) C. Chang, Fundamentals of Piano Practice, orginal englisch: http://www.pianopractice.org/, deutsch: http://foppde.uteedgar-lins.de/
Manche hassen ihn. Aber unbedingt vorurteilsfrei lesen. Kann wirklich einen (sehr) grossen Schub in der Übe-Effizienz/Fortschritt bewirken.

2.) Uli Molsen, Richtig Üben. von Hans Sikorski
Die Bücher von Molsen sind alle sehr kompakt und empfehlenswert.

3.) Charles Cooke, Playing the Piano for Pleasure, Greenwood Press 1970, Nachdruck von 1941

4.) Andor Foldes, Wege zum Klavier. Kleiner Ratgeber für Pianisten, Malcolm. Sargent, und Achim. Bühmann von Ed. Sven Bergh, Berl. (Gebundene Ausgabe - 1990)

5.) Walter Georgii, Das Klavierbüchlein. Winke für den Klavierspieler (Broschiert - 1993 )

6.) Martin Gellrich, Üben mit Lis(z)t. Wiederentdeckte Geheimnisse aus der Werkstatt der Klaviervirtuosen (Broschiert - April 1999)

7.) William Westney, The Perfect Wrong Note: Learning to Trust Your Musical Self - Taschenbuch (Juni 2006)
Klasse psychologischer Ansatz. Es gibt keine falsche Note (nur ein falscher Zeitpunkt?). Unbedingt lesen, man behandelt dann „Fehler“ anderst (besser?, ja besser).

F.) Handbücher, Komplettwerke:

1.) Günter Philipp, Klavierspiel und Improvisation: Ein Lehr- und Erkenntnisbuch über musikalische, technische und psychologische Grundlagen: Interpretation, Übung, ... Kreativität, Hygiene, Akustik, Klavierbau u.a von Kamprad, Klaus-Jürgen V (Gebundene Ausgabe - Juni 2003 )
Das ist für mich das beste Komplettwerk.

2.) Rudolf Kratzert, Technik des Klavierspiels: Ein Handbuch für Pianisten von Bärenreiter (Taschenbuch - 2002)
Gleich an 2. Stelle.

3.) Karl Leimer und Walter Gieseking, Modernes Klavierspiel: Mit Ergänzung: Rhythmik, Dynamik, Pedal von Schott Music, Mainz (Taschenbuch - 1998 ), Nachdruck von 1931
Stellt die mentale Erarbeitung eines Stückes an den Anfang. Ist wahrscheinlich richtig, aber halt sehr anstrengend.

4.) Józef Gát, Die Technik des Klavierspiels (Gebundene Ausgabe - 1978 )

5.) Czeslaw Marek, Lehre des Klavierspiels (Gebundene Ausgabe - 1986)


Gruß
 
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Melodicus

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Hallo Bachopin,

danke für die großartige Liste!

Bin beeindruckt, was du dir schon alles reingezogen hast. Da hab ich noch einiges nachzuholen.
 
rolf

rolf

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Peter P. Werner, Neue Methodik und Didaktik am Klavier von Noetzel (Gebundene Ausgabe - 1993 )
Neueres Standardwerk (Empfehlung von Rolf). Aber: Besteht aus 2 Kapitel mit ca. 300 Seiten ohne Unterkapitel. Für mich kein didaktischer Aufbau/ Strukturierung erkennbar. Viele Literatur Beispiele, man kann aber nicht danach suchen, da kein Register. So was sollte heutzutage eigentlich nicht mehr sein!!!!
hallo Bachopin,

also ganz so unstrukturiert ist das Buch nicht. :)

auf S. 5 findet sich die inhaltliche Übersicht:
Prolog
Kap.1 Klavier oder Keyboard
Kap.2 das mechanische Werkzeug zum Erwerb der Technik als Voraussetzung zum künstlerischen Bild
Kap.3 der kontinuierliche Arbeitsweg zu künstlerischen Interpretation, erlebt an vollständigen Werken aller Stile
Epilog
und dazu auf den Seiten 315-316 eine detailierte thematische Übersicht der Kapitel

freilich ist es kein Lexikon und auch keine Suchmaschine, sondern ein Buch - und sowas darf heute durchaus noch sein :)

Gruß, Rolf
 
B

Bachopin

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Hi,

hab die Liste nochmal ergänzt und durchnumeriert.

Folgende wichtige Bücher hatte ich vergessen:

A.) Moderne Bewegungs/physiologische Methodik:

2.) George A. Kochevitsky, The Art of Piano Playing - Taschenbuch (Juni 1967) von Alfred Pub Co Inc
Beginnt mit: Was bisher geschah. Super kompakter verständlicher Überblick über alle (?) bisherigen Schulen der Klavier Didaktik und ihrer Methoden/Vorteile/Nachteile. Dann Vorstellung neuerer Prinzipien, die die neuesten Erkenntnisse (1967) der Gehirnforschung, Psychologie und Physiologie berücksichtigen und daraus gewonnene direkt anwendbare Techniken.

C.) Künsterisches Klavierspiel/Interpretation:

4.) Gottfried Hemetsberger, Grundlagen des künstlerischen Klavierspiels. Kompendium für Lehrende und Lernende - Broschiert (2006)
Sehr lesenswert und kompakt.


E.) Praktische Ratgeber/Übemethodik:

2.) Uli Molsen, Richtig Üben. von Hans Sikorski
Die Bücher von Molsen sind alle sehr kompakt und empfehlenswert.


Gruß
 
rolf

rolf

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hab die Liste nochmal ergänzt und durchnumeriert.
hallo Bachopin,

laut SWR 2 Buchbesprechung vom 28.03.08 könnte das hier auch ein interessantes Buch sein, obwohl es laut Rezension nur 4 Klavierstücke genauer behandelt:
"Michael Wessel: Die Kunst des Übens"

hast Du dieses Buch? ich hab´s nicht und kann daraum auch nicht urteilen, aber aus der Radio-Rezension möchte ich ein ulkiges Fazit zitieren:
"Michael Wessel: "Die Kunst des Übens, Wegweiser zu inspiriertem Üben und Interpretieren, mit zehn Interviews namhafter Interpreten zum Thema."
Und am besten fangen Sie ganz hinten an, mit den hochinteressanten Ausführungen des Klavierduos Stenzl.
Da heißt es z.B.:
"So sehr ich am Anfang des Interviews für künstlerische Vorstellungen plädiert habe, so sehr muss ich doch betonen, dass das 'Sportliche', die rein körperliche Seite des Spiels, das Trainieren von Muskeln und Fingern usw. ein unglaublich wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist. Ich halte viel davon, das zu trennen."

Tja, - nach der Lektüre des Buches hätte man damit bestimmt nicht mehr gerechnet... "
aus: http://www.janreichow.de/sdg_swr_buchbesprechung_kunst_des_uebens_200803.htm

Gruß, Rolf
 
B

Bachopin

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Hi rolf,

klar hab' ich das Buch (ehrlich). ;-)

Also was soll ich dazu sagen. Der Titel und Untertitel ist super.

Aber beim Lesen, hab' ich mich immer wieder gefragt, was les ich hier eigentlich?
Ein Philosophie Buch? Oder ein Theaterstück mit Dialogen und Regieanweisungen, bei dem es um einen Klavierspieler geht, der irgendwann kommen soll und auf den alle warten? ;-)

Hab's jedenfalls früh weggelegt.

In deinem Link (die Rezension ist übrigens sehr gut) wird das auch ein bischen ironisch und zwischen den Zeilen angedeutet. Im Gegensatz zu mir kommt er allerdings zu einer Kaufempfehlung. ;-)

Es ist übrigens so ähnlich "praktisch (nicht-)anwendbar" wie das folgende:

Renate Wieland und Jürgen Uhde, Forschendes Üben. Wege instrumentalen Lernens. Über den Interpreten und den Körper als Instrument der Musik von Bärenreiter (Gebundene Ausgabe - 8. Mai 2002)

Dein PP Werner ist dagegen ein Meisterwerk von didaktischer Strukturierung und konkreten sofort nachzuvollziehenden praxisbezogenen Übungen für jeden einfachen Klavierspieler. (Ironie aus)

Gruß
 
rolf

rolf

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Es ist übrigens so ähnlich "praktisch (nicht-)anwendbar" wie das folgende:

Renate Wieland und Jürgen Uhde, Forschendes Üben. Wege instrumentalen Lernens. Über den Interpreten und den Körper als Instrument der Musik von Bärenreiter (Gebundene Ausgabe - 8. Mai 2002)

Dein PP Werner ist dagegen ein Meisterwerk von didaktischer Strukturierung und konkreten sofort nachzuvollziehenden praxisbezogenen Übungen für jeden einfachen Klavierspieler. (Ironie aus)
hallo,
das verstehe ich jetzt sprachlich nicht so ganz:
ist Wieland/Uhde Quatsch (was ich bei Uhde zunächst nicht erwarte)? ich kenne das nicht und habe da kein Urteil.
ist Dir der Werner (wieso eigentlich "meiner"??) nach wie vor ein Graus, oder ist er jetzt doch nicht so schlimm (was Du mit "(Ironie aus)" sagen willst, schnall ich noch nicht)??
Gruß, Rolf
 
B

Bachopin

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Hi rolf,

sorry, es war alles reine Ironie, echte reine Ironie (Dittsche). :D

Du empfiehlst doch immer den PP Werner, deswegen dein Werner.
Aber ich find das von Werner schon krass, 2 Kapitel mit ca. 300 Seiten ohne einfach auffindbare Strukturierung/Unterkapitel zu schreiben.

Das von mir angegebene Buch von Renate Wieland und Jürgen Uhde ist halt etwas "esoterisch" oder "geistig". Ich kann da nicht viel mit anfangen. Ich hätte gerne klare nachvollziehbare Handlungsanweisungen, wie ich mich bei einem konkretem Problem, auch im Geistigen/Mentalen, verbessern kann.

Das Buch von Michael Wessel ist zumindestens am Anfang in dieser Dialog- oder Interview-Form geschrieben (damit kann man mehrere Seiten schreiben, wo man sonst nur einen Satz gebraucht hätte). Das hat mich ziemlich genervt und dann hab' ich aufgehört es zu lesen.

Aber ich hab' jetzt nochmal reingeschaut:

Der 1. Teil "Kritik des reinen Übens" (ca. 200 Seiten) ist in dieser Dialog Form geschrieben (ich bleib dabei, es nervt). Er behandelt theoretische Aspekte der Interpretation/des Übens. Der Titel deutet darauf hin, wie die Themen behandelt werden (ich sach mal, mein lieber Kant, etwas abgehoben).

Im 2. Teil "Kritik des praktischen Übens" beschreibt dann jemand (er wird der Assistent genannt) in einer Art Tagebuch, wie er ein bestimmtes Stück (WTK2, gis-moll) erarbeitet (plus, dass er jetzt einen Spaziergang im Park oder ähnliches macht. Sehr interessant, gähn). Aber es gibt viele Noten-Beispiele und er beschreibt konkret mit welchen Zielen, wie und was er übt.

Ich hab' jetzt den Eindruck, wenn man sich darauf einlässt (besonders der 2. Teil), ist es wahrscheinlich doch lesenswert.

Gruß
 
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rolf

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Hi rolf,

sorry, es war alles reine Ironie, echte reine Ironie (Dittsche). :D

Du empfiehlst doch immer den PP Werner, deswegen dein Werner.Aber ich find das von Werner schon krass, 2 Kapitel mit ca. 300 Seiten ohne einfach auffindbare Strukturierung/Unterkapitel zu schreiben.
Hallo Bachopin,

zur Kritik Deiner "reinen Ironie" verweise ich auf #3, wo ich eigens die Inhaltsübersicht des Buchs von P.P. Werner exakt so, wie sie in der Buchausgabe vorliegt, dargestellt habe.

wie Du auf zwei Kapitel kommst, ist mir unergründlich, denn es ist schlichtweg falsch.

Ebenso unhaltbar ist Dein Vorwurf, dass dieses Buch unstrukturiert sei - das kannst Du in der gebundenen Ausgabe gleich auf Seite 5 nachlesen:
"Anhang:
Inhaltsübersicht der Kapitel I-III - 315
Quellennachweis - 317
Personen- und Dachregister - 319"

welche Motive Dich dazu verleiten, hier ein klavierpädagogisches Buch, welches von Günter Bialas empfohlen wird, auf diese unsachliche Weise zu diskreditieren, kann ich nicht wissen - aber sachlich widersprechen kann ich (und da genügt schon das Inhaltsverzeichnis...)

was meine Empfehlungen betrifft: ich empfehle auch andere Bücher, empfehle Urtextausgaben, empfehle gerne zu üben und sich zu bilden... sollte das so ganz und gar falsch sein?

und insgesamt: wenn Du schon, was Dir zu danken ist, aus Deiner Perspektive eine Liste lesenswerter Bücher zusammenstellst, so könntest Du doch innerhalb derselben auf Invektiven verzichten - denn einerseits erntest Du damit Reaktionen wie diese, andererseits hilft es Deiner Liste nicht...

Gruß, Rolf
 
B

Bachopin

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Hi Rolf,

sorry, deine Kritik hat mich schon ein bischen getroffen.

Bitte hänge meine Kritik am Buch von PP Werner nicht so hoch auf und selbstverständlich gibt alles was ich schreibe nur meine persönliche Meinung wieder.

Ich bin ein engagierter Amateur und kein Akademiker (im Fach Klavier, sonst schon). Ich kenne also die verdienten Autoritäten/Professoren und ihre Arbeit in den akademischen Schulen nicht, daher geh' ich völlig unvoreingenommen an die Sache und kritisiere auch mal' so eine Autorität in vielleicht unzulässiger Weise.

Inhaltlich hatte ich übrigens gar nichts kritisiert, sondern nur die nicht vorhandene formale/textliche Unterstrukturierung der 2 Hauptkapitel. Es ist wirklich Fliesstext über ca. 300 Seiten ohne Unterkapitel, Überschriften oder Seitenwechsel (das gibt es nicht einmal beim "Herr der Ringe"). Am Ende des Buchs gibt es aber die von dir erwähnte einfache (nicht hierarchische) Aufzählung der behandelten Themen mit referenzierender Seitenangabe.

Das BUch hat ausserdem sehr viele Noten-Beispiele von orginal Kompositionen (was super ist). Daher erwarte ich eine Liste der Kompositionen mit Seitenangabe der Zitatstelle. Es ist leider nicht das erste Buch, wo ich mir so eine Liste dann mühsam selber aufbaue.

Allgemein erwarte ich von einem didaktisch gut aufgebauten Sach/Lehr-Buch folgendes:

  1. Aufteilung des Stoffs in handhabbare verständliche Häppchen (Lektionen)
  2. Der Inhalt (die Lektionen) sollte in einer didaktisch aufeinander aufbauenden Reihenfolge (z. B. von leicht nach schwer oder einfach nach komplex) präsentiert werden
  3. Hierarchische Strukturierung/Zusammenfassung der einzelnen konkreten Lektionen in eine höhere Ordnung bildende Themen-Gruppen
  4. einfaches Auffinden der Lektionen zu einem bestimmten Thema durch referenzierende Listen

Ich glaube ich stehe mit diesen Erwartungen nicht alleine da. Und es gibt Bücher, die das leisten (z.B. das von Fraser).


Gruß
 
rolf

rolf

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hallo Bachopin,

ist gebongt :D und die Friedenpfeife schickt zierliche Wölkchen in den Dezemberfrost!

es kam halt sprachlich zu Beginn etwas herb daher, deshalb auch meine Nachfragen - jetzt isses ja klar und ok.

liebe Grüße, Rolf
 

pppetc

pppetc

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Guten Tag Bachopin

Wer eine Frage zu einem Buch hat, kann die mir gerne stellen.
Bezugnehmend auf Dein freundliches Angebot möchte ich Dir, wenn
Du gestattest, gleich zwei Fragen stellen:

Die erste betrifft Deine Empfehlung Nr. A.) 1.) - Alan Fraser, The Craft of Piano Playing: A New Approach to Piano Technique

Herrn Frasers Buch wird in youtube beworben:


http://www.youtube.com/watch?v=OLg3XqQi3No


An Stelle 1:50 - 2:01 sagt er persönlich:


Monkeys can't do the fundamental movement of the human hand ---- grasping.
ONLY HUMANS can oppose the thumb....



Das scheint mir über einen New Approach to Piano Technique weit hinaus zu gehen. In der Tat ist
es ein absolut revolutionärer Approach zum Begreifen der Evolution!
Jetzt ist es aber so: Wenn diese Behauptung des Herrn Fraser vielleicht doch nicht so voll und ganz
mit den Realitäten übereinstimmt, dann hat er mit dem Rest vielleicht ebenso vielleicht auch nicht Recht.
Kannst Du mir bitte erklären, was er meint?

Die zwote Frage betrifft Nr. D.) 2.) - Peter Feuchtwanger, Klavierübungen, von Stefan Blido und Manfred Seewann

Dort schreiben die Herren Blido und Seewann folgenden Satz - Teil II, S.34 -:

Der Daumen kommt beinahe von unten

Du sagst ja selbst

Übrigens, ich hab' die Bücher nicht nur grösstenteils gelesen, sondern auch viele Dinge praktisch am Klavier ausprobiert und/oder übernommen.
und bezeichnest diesen Text als absolutes Muß.

Hier also meine zwote Frage: Wie schaffst Du es, daß Dein Daumen beinah von unten kommt?


In vorab bereits dankbarer Erwartung Deiner Antwort

stephan


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Bachopin

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Hi pppetc,

zu den Monkeys:

Meines Wissens hat Herr Fraser Recht: Die Primaten können mit dem Daumen einen gegenüberliegenden Finger nicht von vorne an der Spitze berühren (natürlich in der gleichen Hand). Das ist, glaub ich, wirklich ein Alleinstellungsmerkmal des Menschen (in irgendwas muss er sich ja doch vom Affen unterscheiden, auch wenn der Unterschied manchmal gering ist ;-) ).

Aber was spielt das für eine Rolle für das praktische Klavierspielen und für ein Buch über das praktische Klavierspielen?

Oder willst du einem Affen das Klavierspielen beibringen? :D

Zu der 2. Frage zu Feuchtwanger, muss ich heute abend mal' schauen.
Antwort folgt.

Gruß
 
pppetc

pppetc

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Guten Abend Bachopin

Meines Wissens hat Herr Fraser Recht: Die Primaten können mit dem Daumen einen gegenüberliegenden Finger nicht von vorne an der Spitze berühren
Du übersetzt also "to grasp" mit "mit dem Daumen einen gegenüberliegenden Finger von vorne an der Spitze berühren",
nennst das "to oppose the thumb" und begreifst es als "the fundamental movement of the human hand"?

Wenn dem so ist, bleibt mir nichts weiter, als es zu akzeptieren.
Vielen Dank nochmals für Deine Antwort!

Aber was spielt das für eine Rolle für das praktische Klavierspielen und für ein Buch über das praktische Klavierspielen?
Woher soll ich das wissen?
Allerdings mißt Herr Fraser dem ganz offenbar zentrale Bedeutung bei, denn er entwickelt daran in der Folge
das Weitere; an Stelle 2:06 - 2:12 des besagten Video sagt er:

What does grasping have to do with playing the piano?
Well, in a word - everything!


Na klar, EVERYTHING! Das glaube ich in etwa soweit, wie ich daran glaube, Herr Fraser sei
"...the only Feldenkrais practitioner throughout the former Yugoslavia." (alanfraser.net/feldbody.htm)


gruß

stephan


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Bachopin

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Hi pppetc,

ja, ja, der Herr Fraser ist ein bischen eingebildet, aber wer von den Herren Autoren ist das nicht? Es hält sich bei ihm jedenfalls in Grenzen (nicht so schlimm wie bei Chang, aber der ist trotzdem auch gut ;-) ). Ausserdem ist er selbstverständlich von seinem Buch und seinen Methoden überzeugt, würde er sonst ein Buch darüber schreiben?

Mit dem "grasping is everything" meint er, dass jede Spiel-Bewegung am Klavier eine wichtige Komponente/Anteil (bis zu 100%) aus der natürlichen Greifbewegung der Hand hat. Damit steht er übrigens überhaupt nicht alleine da, das ist meiner Meinung heutiger Konsensus.

Mit dem Feuchtwanger muss ich noch schauen, interessiert mich auch, aber wahrscheinlich erst morgen.

Gruß
 
B

Bachopin

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Hi stephan (pppetc),

...
Die zwote Frage betrifft Nr. D.) 2.) - Peter Feuchtwanger, Klavierübungen, von Stefan Blido und Manfred Seewann

Dort schreiben die Herren Blido und Seewann folgenden Satz - Teil II, S.34 -:

Der Daumen kommt beinahe von unten

Du sagst ja selbst



und bezeichnest diesen Text als absolutes Muß.

Hier also meine zwote Frage: Wie schaffst Du es, daß Dein Daumen beinah von unten kommt?
ich möchte erstmal noch einmal darauf hinweisen, da sich ja auch Rolf daran ein bischen gestört hatte, meine Posts geben immer meine eigene völlig einseitige persönliche Meinung wieder. Das "absolute Muß" bezieht sich ausschliesslich nur auf mich. (Wer weiter nur klassische Fingerübungen ala Hanon macht, ist selber Schuld. Ironie aus. ;-) )

Zu deiner Frage:

Da steht das kleine Wort "beinahe". Ist mir zuerst auch nicht aufgefallen. Was beinahe bedeutet brauch ich ja nicht zu erklären. ;-)

Der Satz steht übrigens in Zusammenhang mit einem wichtigen (Feuchtwanger) Prinzip, keine Spiel-Bewegung vorzubereiten (hier den Daumen schon vor dem Spielimpuls an die Taste zu führen).
Nur als Hinweis, vielleicht geht es anderen auch so: Ich hatte das zuerst missverstanden und es auf den ganzen Spielvorgang (Prozess) bezogen und mich gewundert. Gerade auf dieser Seite in den Anmerkungen wird aber klar gesagt, dass es sich nur auf die reine Ausführung/Vollzug der Bewegung bezieht, eine mentale Vorbereitung gibt es sehr wohl.

Gruß
 
pppetc

pppetc

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Guten Morgen Bachopin

Wer weiter nur klassische Fingerübungen ala Hanon macht, ist selber Schuld.
Um weitere Mißverständnisse zu vermeiden: Meine Frage bezieht sich nicht
auf die Übungen Peter Feuchtwangers.
Meine Frage bezieht sich auf den Text der Herren Blido und Seewann.

Was beinahe bedeutet brauch ich ja nicht zu erklären.
Doch, eben genau das sollst Du erklären - zumindest dann, wenn Du,
wie versprochen, meine Frage beantworten möchtest.
Also bitte:

Der Daumen kommt beinahe von unten

Was heißt das?


Zu Herrn Fraser:

Mit dem "grasping is everything" meint er, dass jede Spiel-Bewegung am Klavier eine wichtige Komponente/Anteil (bis zu 100%) aus der natürlichen Greifbewegung der Hand hat.
Aha, dann ist mit grasping also die "natürliche Greifbewegung der Hand" gemeint, und nicht
"mit dem Daumen einen gegenüberliegenden Finger von vorne an der Spitze berühren".
Jetzt nenne mir doch bitte noch nur eine einzige "Spiel-Bewegung am Klavier", die einen
"100%-Anteil natürlicher Greifbewegung der Hand" hat - bloß ein einziges klitzekleines Beispiel,
das wär schon schön.


gruß

stephan


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Bachopin

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Hi stephan,

sorry, bitte nicht wieder so endlos unfruchtbare Postings.

Doch, eben genau das sollst Du erklären - zumindest dann, wenn Du,
wie versprochen, meine Frage beantworten möchtest.
Also bitte:

Der Daumen kommt beinahe von unten

Was heißt das?
Ich bin kein Linguistiker. Für mich bedeutet beinahe: fast, aber eben doch nicht. Dann lautet der Satz:
Der Daumen kommt nicht von unten. (aber beinahe ;-) )

Damit hat sich für mich deine Frage geklärt.

Zu Herrn Fraser:

Aha, dann ist mit grasping also die "natürliche Greifbewegung der Hand" gemeint, und nicht
"mit dem Daumen einen gegenüberliegenden Finger von vorne an der Spitze berühren".
Jetzt nenne mir doch bitte noch nur eine einzige "Spiel-Bewegung am Klavier", die einen
"100%-Anteil natürlicher Greifbewegung der Hand" hat - bloß ein einziges klitzekleines Beispiel,
das wär schon schön.
Ich bin nicht Herr Fraser und muss nicht seine Aussagen verteidigen/beweisen. Ausserdem war das ja schon eine in meinen Augen vernünftige, von mir durchgeführte Interpretation seiner Aussage. Wenn du es genau wissen willst, musst du ihn selber fragen.

Ein klitzekleines Beispiel hätte ich:
Man kann eine Oktave oder andere weitere Doppelgriffe mit Daumen und kleinen Finger auch ohne Handgelenk- oder Arm-Bewegung spielen, sondern nur dadurch dass sich Daumen und kleiner Finger in einer Greifbewegung bewegen bzw. sich nähern.

Gruß
 
pppetc

pppetc

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Hallihallo Bachopin

sorry, bitte nicht wieder so endlos unfruchtbare Postings.
Ach, da brauchst Du Dich doch nicht groß entschuldigen.
Unfruchtbar sind meine postings nie - ich weiß ja, daß hier eine
Reihe von Leuten mit einem lachenden und einem weinenden Auge
mitlesen.

Dann lautet der Satz:
Der Daumen kommt nicht von unten.
Das ist also Deine Anwort? Nagut. Die Sache ist halt bloß:
Der Daumen kommt tatsächlich von unten, das darfst Du mir
ruhig glauben - womit die Frage nach wie vor offen bleibt:
Was soll uns dieser Satz bedeuten?

Aber Du hast getan, was Du tun konntest: Besten Dank!

Man kann eine Oktave oder andere weitere Doppelgriffe mit Daumen und kleinen Finger
auch ohne Handgelenk- oder Arm-Bewegung spielen, sondern nur dadurch dass sich Daumen
und kleiner Finger in einer Greifbewegung bewegen bzw. sich nähern.
Stimmt, das kann man probieren. Allerdings: Klavierspielen kann man so nicht.

gruß

stephan


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Bachopin

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Hi stephan,

Das ist also Deine Anwort? Nagut. Die Sache ist halt bloß:
Der Daumen kommt tatsächlich von unten, das darfst Du mir
ruhig glauben - womit die Frage nach wie vor offen bleibt:
Was soll uns dieser Satz bedeuten?

Aber Du hast getan, was Du tun konntest: Besten Dank!

stephan
du bist absolut witzig, du bist sowieso der Meinung, dass der Daumen von unten kommt (wahrscheinlich ganz am Anfang, wenn die Arme noch seitlich herunterhängen), aber du fragst mich trotzdem.

Ist das ein Test?

Gruß
 
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