Mehrere Stücke parallel üben: Wie geht ihr vor?

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xXanonymXx

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LankaDivore

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Prioritäten setzen. Sobald sie einigermaßen funktionieren nicht mehr unbedingt jeden Tag üben, das vllt am Wochenende, wenn man die Zeit dazu hat. Ichnspiele dann auch nicht immer auf Krampf das ganze Stück durch, sondern übe da, wo es notwendig ist:-)
 
Marlene

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Ich übe derzeit eine Sonatine von Clementi, ein Stück von Händel, eines von Schumann und eines von Schubert. Vier „ältere“ Stücke möchte ich im Repertoir halten und ein Stück, das mich schon länger reizt, nehme ich mir (es ist nicht Bestandteil des Unterrichts) zwischendurch mal vor.

Die Stücke, welche ich im Repertoir halten möchte spiele ich alle drei bis vier Tage. Die aktuellen übe ich immer einzeln – also pro Übeeinheit immer nur ein Stück. Nur bei der Sonatine kann es vorkommen, dass ich zwei Sätze in eine Übeeinheit packe.

Die Stücke sind allerdings recht kurz weil ich physisch derzeit nicht in der Lage bin, Stücke zu spielen, die länger dauern.

Ich glaube, es gibt etwas, das mir hilft: Nach jeder Übeeinheit schließe ich die Augen und lasse im Geiste Revue passieren was ich gerade gemacht habe.
 
Pianojayjay

Pianojayjay

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Wenn alle gleichzeitig fertig werden müssen, dann fange ich mit den Schwierigsten an und übe diese im Detail. Nachher kommen die anderen dran. Welche Stücke sind es und wann müssen sie fertig sein?
 
Stilblüte

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Ich an deiner Stelle würde mir auch nochmal ernsthaft über das Repertoire selbst Gedanken machen. Nur mit Romantik kommst du auf Dauer nicht weiter. Wo bleiben Bach, Mozart, Beethoven und die klassiche Moderne?

Ansonsten: Es schadet ganz und gar nicht, ein Stück mal eine Weile (Tage / Wochen) wegzulegen, das Gehirn nutzt die Zeit um das Gelernte zu vertiefen und optimieren.
Nimm dir halt abwechselnd für eine gewisse Zeit ein Stück, das du präferiert übst, von den anderen nimmst du jeden Tag einige dazu, denen du weniger Zeit widmest. Das Präferenz-Stück wechselt dann in regelmäßigen Abständen, damit alle mal drankommen. Die Länge richtest du nach Übebedarf und Dringlichkeit aus.
 
Pianojayjay

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Dein Programm besteht allesamt aus riesigen stücken für die man normalerweise lange braucht. Mir gefällt die Zusammensetzung nicht sonderlich gut. Stilblüte hat recht, wo sind Mozart und Beethoven, wo Bach, wo vielleicht mal Scarlatti oder was modernes? Ich würde gerne mal einige Aufnahmen hören, lädst du irgendwann nochmal was hoch?
 
Joh

Joh

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Meine Empfehlung lautet:
am Anfang möglichst rasch durch die ganzen Stücke durchgehen und auswendig lernen, so dass man die Struktur und das Skelett begriffen hat.
Sobald es an die Detailarbeit (Klang, Technik, etc.) geht, würde ich wenige Sachen (am besten mit den Schwierigsten / Zeitintensivsten anfangen) sehr intensiv üben (d.h. jeden Tag 2 Mal), bis diese sitzen und erst dann weitergehen, ansonsten muss das Gehirn zu viele schwierige Dinge auf einmal bewältigen. In dieser Zeit reifen jedoch die anderen / einfacheren Dinge, da diese bereits theoretisch auswendig gelernt wurden.

LG, Joh
 
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mick

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Man muss ein Stück verstehen, und zwar so, dass man es quasi nachkomponieren kann. Dann kann man es auswendig und vergisst es auch nicht wieder, wenn man es ein paar Monate liegen lässt.

LG,Mick
 
Enimeni

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Na ja ich denke einige können sich einfach nicht mehrere Takte sofort auf einmal merken. Wenn zum Beispiel beim lernen von 4 Takten nach dem letzten Takt der erste schon wieder komplett vergessen wurde und note für Note wieder aufs neue angeschaut werden muss und dann beim nächsten Durchgang wieder und wieder dann ist das sicher zeitraubender als jeder Takt einzeln.
Ich denke das kommt auf die jeweilige Person und Situation an. Ich selber lerne in kleinen Abschnitten, bei für mich sehr schweren Takten ggf wirklich auch mal nur 1 Takt. Sonst in der Regel je nach Lied so ca 4 Takte gleichzeitig. Ich Teile meist im Vorfeld ab, was zusammengehört und lerne das dann passagenweise
 
Joh

Joh

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es ist meiner Meinung nach extrem wichtig, wie Mick bereits geschrieben hat, das Stück zu verstehen und zwar strukturell, charakterlich, rhythmisch, harmonisch, vertikal und horizontal.
Warum ich dazu tendiere, kleine Abschnitte sofort auswendig zu lernen und diese später zu verbinden ist, weil man sich somit aneignet, fast überall einsteigen zu können, falls man im Konzert rausfliegt. Zum anderen kann das Kurzzeitgedächntis nur begrenzt Informationen aufnehmen, also wird es schwierig, wenn man gleich versucht, eine Passage mit 16 Takten auswendig zu lernen.
Was ich oben geschrieben habe, ist auch wichtig: so schnell wie möglich durch das ganze Stück kommen, und zwar mit diesem System. Das kann je nach Stücklänge schon mal 3 Wochen dauern.
Man arbeitet folglich jeden Tag an ca. 20 Abschnitten, die man noch nicht sicher auswendig kann. Am nächsten Tag klappen vielleicht einige, dann kommen neue hinzu.

LG, Joh
 
LMG

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hi @Joh ,

ich habe kein gutes Kurzzeitgedächtnis, aber dafür ein Langzeitgedächtnis, vor dem selbst ich mich manchmal fürchte: Was würdest Du für solche Fälle empfehlen?, ich denke es ist Lerntyp-abhängig, ich kann auch Formen mit Inhalten gut assoziieren, aber NUR DANN, wenn es mich anspricht und mich interessiert ( z.B. Threads, die sehr lange zurückliegen, detailliert in der Abfolge und den maßgeblichen Aussagen aus dem Kopf wiedergeben ),

Ein Lern-Typ wie Petri und Gieseking bin ich aber nicht, diese konnten, wie schonmal erwähnt, schwierigste Stücke ein Mal ohne Klavier, z.B. auf Zugfahrten, visualisieren / "audiation im Kopf", und sie dann abends im Konzert spielen, Petri konnte dies sogar, abhängig von der Werkeausgabe. Er


Dies wäre praktisch, finde ich. Leider für mich nicht machbar.

Fragt mit LG, Olli! :-)
 
Joh

Joh

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Hi,

was beim Lernen immer wichtig ist: es gibt eine Art Lernkurve, die nachdem man etwas neues gelernt hat, mit der Zeit wieder abflaut und somit in richtigen Zeitabständen wieder gepusht werden muss.
Dass Dinge bei dir nicht gut ins Langzeitgedächtnis gehen, liegt wahrscheinlich daran, dass du entweder zu viel auf Einmal hineinbringen willst oder die Abstände zwischen den anfänglichen Wiederholungen zu lang sind. Diese können später mehrere Tage / Wochen sein, sollten aber am Anfang bei 5 min. / 10 min. / 1 Std. / 6 Std. / 1 Tag etc. liegen. Um die Informationen zu verringern, ist es weiterhin notwendig, Cluster zu bilden. Ein gutes theoretisches und Harmonie-Verständnis hilft dabei. Auch die Erfahrung hilft - je mehr Sachen du kennst, desto leichter wird es, neues zu lernen.

LG, Joh
 
LMG

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Hi,

was beim Lernen immer wichtig ist: es gibt eine Art Lernkurve, die nachdem man etwas neues gelernt hat, mit der Zeit wieder abflaut und somit in richtigen Zeitabständen wieder gepusht werden muss.
Dass Dinge bei dir nicht gut ins Langzeitgedächtnis gehen, liegt wahrscheinlich daran, dass du entweder zu viel auf Einmal hineinbringen willst oder die Abstände zwischen den anfänglichen Wiederholungen zu lang sind. Diese können später mehrere Tage / Wochen sein, sollten aber am Anfang bei 5 min. / 10 min. / 1 Std. / 6 Std. / 1 Tag etc. liegen. Um die Informationen zu verringern, ist es weiterhin notwendig, Cluster zu bilden. Ein gutes theoretisches und Harmonie-Verständnis hilft dabei. Auch die Erfahrung hilft - je mehr Sachen du kennst, desto leichter wird es, neues zu lernen.

LG, Joh

Danke für Deine Einschätzung, Joh!

Ich habe es mir vermerkt.

Dies

Zitat von Joh:
die Abstände zwischen den anfänglichen Wiederholungen zu lang sind.

trifft zu. Da ich z. Teil sehr lange ALLGEMEIN gar nicht ans Klavier gehe, sondern anderes tue. Dann jedoch wieder Motivation "aufgefüllt" habe, eine Zeitlang sehr lange nur am Klafünf zu sitzen. ( Dies zieht sich durch über 30 Jahre. )

Ja, das ist natürlich bei Leuten, die nicht beruflich bzw. Profi sind, auch eine Sache: Sie haben eben noch andere Dinge, die wichtig sind, und seien es nur weitere Hobbies, und die Gefahr besteht ( wie z.B. bei mir oft auftritt ), dass man sich sagt: "aaach, na und ? Klavier - wat solls. So'n Sonatending ? hahaha - is doch nicht lebenswichtig. Was ficht's einen an, ob ich da n Ding auswendig kann oder nicht? Ist doch unwichtig."

Aber so sind manche Faulpelze wie ich eben. Aber dennoch kann ich mir ein Leben ohne Klavier ( wie im anderen Thread schonmal gesagt ) nicht vorstellen. Die Klaviere müssen auf jeden Fall DA SEIN, damit man sich an sie zurückziehen kann, wenn man möchte.

( Achtung: Es heißt aber nicht, dass ich kein Stück auswendig kann: Als Beispiele nenne ich: Ich kann etwa
10 Scarlatti-Sonaten, dann die Waldsteinsonate ( zumindest klappte sie ein paar mal GANZ auswendig ), und noch ein paar kleinere Sachen, so Kuhlau und so, auswendig, trotz der langen Zeitabstände, sie sind über die Jahre ins Gedächtnis gelangt, immer und immer wieder durch Spielen, Waldstein hab ich aber erst zur Claviozeit für mich privat auswendig erlernt, wobei ich aber ZUVOR schon den 1. Satz zur Hälfte konnte.
Aufnehmen würde ich es aber nicht auswendig.

Es ist so, dass ich also "auswendig" nur als Jux mache, und es - in den anderen Fällen - akzeptiere, wenns irgendwann mal geht.

Allerdings: Wenn eins mal im Gedächtnis ist, dann vergesse ich es schwerlich wieder...:-)

Jedenfalls vielen Dank nochmal, Joh!

Und viele Grüße von: Olli!
 
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LMG

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Lieber Olli, schau doch mal in Deinem Linder nach, ob da bereits steht, wie der Hippocampus arbeitet.:-)

Au jaa, das PFERDEFELD !! :-D

darrell-gulin-rennende-pferde-auf-einem-feld-216558.jpg

:-D:-D

Und nein, ich schaue lieber, ob ich Stücke, die im Kopf einmal sind, nach Jahren - auch wenn zwischendurch ich sie nicht mehr angesehen habe - noch auswendig kann. Wie ich bereits sagte, sind es nicht sehr viele. Aber ein paar sind es.
 
Barratt

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@LMG
Prächtiger hochbunter Palomino. :super:

Verstehe meine Anmerkung doch nicht als Kritik oder gar Provokation, auch wenn sie natürlich augenzwinkernd auf den anderen Thread Bezug nimmt.

Unbewusst betreibst Du hervorragende Langzeitgedächtnispflege. Falls Du jetzt tatsächlich das Ziel hättest, noch mehr im Langzeitgedächtnis abzulegen, wäre es zielführend, auf die Funktionsweise des Hippocampus Rücksicht zu nehmen.

Ich brauche es aber nicht zu wiederholen, Joh hat es ja bereits konkret dargelegt.
 
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Joh

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Danke für Deine Einschätzung, Joh!
Da ich z. Teil sehr lange ALLGEMEIN gar nicht ans Klavier gehe, sondern anderes tue....

...andere Dinge, die wichtig sind, und seien es nur weitere Hobbies, und die Gefahr besteht ( wie z.B. bei mir oft auftritt ), dass man sich sagt: "aaach, na und ? Klavier - wat solls. So'n Sonatending ?

Tja, was soll ich dazu sagen...?

Umfangreiche Stücke wie Beethoven Sonaten wirst du nur lernen können, wenn du wochenlang konzentriert an vielen Dingen, und dass wenn Möglich täglich lernen kannst und auch willst (siehe Post oben mit der Lernkurve).

Ein Vorschlag, der Dir und vielleicht anderen hier nicht gefallen wird: nimm dir doch mal etwas weniger Zeit für Clavio und übe stattdessen Klavier, und du kriegst jeden Tag eine Stunde Übezeit geschenkt. ;-)
Ich schreibe hier zwar auch, habe heute aber schon meine 5 Stunden geübt - also kann ich es ruhigen Gewissens sagen.
 
LMG

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Tja, was soll ich dazu sagen...?

Umfangreiche Stücke wie Beethoven Sonaten wirst du nur lernen können, wenn du wochenlang konzentriert an vielen Dingen, und dass wenn Möglich täglich lernen kannst und auch willst (siehe Post oben mit der Lernkurve).

uuund schwupps, sind wir wieder beim Lerntyp...

Ob ich das WILL, ist eine ganz andere Sache, und Deine Aussage "lernen" bezieht sich - für mich - NUR UND AUSSCHLIEßLICH auf AUSWENDIGLERNEN, und, hehe, wie ich bereits sagte, kann ich immerhin die Waldsteinsonate auswendig, die relativ umfangreich erscheint. ( Trotzdem ich teils Monatelang gar nicht ans Klavier gehe ) . Weitere Sonaten kann ich in ausreichender Form vom Blatt spielen. ( Da ich über 30 Jahre Blattspiel-Training habe, und dies sowohl bei meinem Freund aus den USA , als auch bereits zuvor in der Schule, wohlwollende Worte hervorrief.

Mir ging es um grundsätzliches zum Auswendiglernen - dies ist ( also für mich ) durch Deine Beiträge beantwortet.

Nur: Die Zweckgerichtetheit, ( die für mich nicht unbedingt gegeben ist, und das hatte ich ja schon gesagt ) und meine Blattspielerfahrung sind dergestalt, dass ich für einige Stücke zwar nochmal Deine Lernideen ansetzen werde, jedoch mir VOLLKOMMEN ausreicht, was bei mir so zum Abspielen auf dem

PULT STEHT

hehe :-D das spielt nämlich hier kein anderer ab. :-D:-D:-D:-D

Sodele: Danke nochmals, lieber Joh, für die weiteren Infos und Anregungen!

Viele Grüße vom: Olli!
 
 

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