Liszt - Consolation No. 3

Dieses Thema im Forum "Einspielungen unserer Forum-Mitglieder" wurde erstellt von Dommm3E, 27. Juli 2017.

  1. Dommm3E
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    Dommm3E

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    Hallo zusammen,
    ich bin noch neu hier und traue mich kaum, eine Aufnahme einzustellen, da das Level hier vermutlich extrem hoch ist :puh:


    View: https://www.youtube.com/watch?v=In7oQYhxR3c


    Wie schätzt ihr den Klang ein? Ich bin noch nicht 100% mit der Aufnahmetechnik zufrieden. Da ich aber beim Ausprobieren zu viele Klänge auf zu vielen Boxen/Kopfhörern etc. gehört habe, fällt es mir momentan schwer, dies "neutral" zu beurteilen.

    Gruß
    Dominik

    PS: Dass das Stück ein wenig ausgelutscht und nicht sonderlich schwierig ist, ist klar. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich aus diversen Gründen fast ein Jahr nicht geübt habe.
     
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  2. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Ich finde für eine geschlossenes Klavier klingt das verdammt gut. Wie hast Du aufgenommen?

    Ähh oops sehe gerade in einem anderen Faden, dass das ein Digi ist. Ja, klingt dann halt so.
     
  3. Dommm3E
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    Dommm3E

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    Dann funktioniert die gute Optik ;) Es ist in Wahrheit ein Digitalpiano (CLP 685).
    Ich habe den integrierten Aufnahmemechanismus verwendet und es direkt auf einen Stick aufgezeichnet (auch auf deine Empfehlung hin, siehe https://www.clavio.de/threads/frage-zur-aufnahmetechnik.23518/) Es gibt zwei Dinge, die mir nicht so gut gefallen:
    - Wenn ich die Aufnahme von Laptop o. Ä. mit Kopfhörern anhöre, dann klingt es zwar gut, aber nicht so, wie wenn ich direkt auf dem E-Piano spiele (mit denselben Kopfhörern). Das ist aber ein kleineres Problem. Den charakteristischen Bösendorfer-Klang, der sich hier mit Kopfhörern auf dem Digi sehr gut eignet, kann ich bei der Aufnahme nicht mehr so stark ausgeprägt wahrnehmen.
    - Eher stört mich, dass ausklingende Akkorde auf der Aufnahme zu schnell verschwinden, obwohl ich sie aus den Lautsprechern des Klaviers in Wahrheit noch gehört habe. So ist etwa die vorletzte Terz etwa bei 4:13 schon nicht mehr hörbar, womit die letzte Terz alleine dasteht und der Bogen unterbrochen wird. Beim Spielen war dies definitiv nicht so (bei mehreren Versuchen), sonst hätte ich die Aufnahme gar nicht durchgehen lassen.
     
  4. FünfTon
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    FünfTon

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    Da kannste mal sehen, was ein gutes Lautsprechersystem ausmacht. Die Aufnahmefunktion schreibt nur den Datenstrom am Ausgang des DSP auf das Speichermedium.
     
  5. Barratt
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    Barratt Lernend Mod

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    Verblüffend gut. :super:
     
  6. Debösi
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    Debösi

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    Widerspruch: gerade weil es "ausgelutscht" ist, ist es extrem schwierig. Die Grenze zwischen "unterkühlt" und "verkitscht" ist rasiermesserscharf.

    Mit Digis habe ich mich nie beschäftigt; ich bin überrascht, was die schon können.
     
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  7. Dommm3E
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    Dommm3E

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    @Debösi: Darin widerspreche ich dir aber auch. Also eigentlich widerspreche ich nicht direkt, ich gebe nur eines zu bedenken. "Kitsch" liegt im Auge des Betrachters, sowohl des Zuhörers als auch des Pianisten. Gerade wenn die Grenze so scharf ist, wird sie kaum "objektiv" zu fassen sein: Was der eine zu kitschig findet, findet der zweite vielleicht gerade richtig, und der dritte, der es gerne etwas kitschiger mag, sogar wieder zu wenig. Genauso ist es für den Pianisten. Ich bin der Meinung, dass ein klein wenig Kitsch auch im Rahmen der "künstlerischen Freiheit" erlaubt ist.
    Da du dich über meine Aufnahme nicht äußerst, nehme ich an, dass du sie in einem dieser beiden Grenzbereiche ansiedelst. Du darfst mir gerne sagen, in welchem. Ich könnte mit beidem leben ;-)
     
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  8. jannis
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    jannis

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    Die Consolations halte ich weder fuer Liszts beste noch interessanteste Werke. Was Deine Interpretation betrifft, so gibt es ein paar Miniverzoegerungen, die wohl eher technisch durch die tiefen Basztoene hervorgerufen sind, die ich so nicht machen wuerde. Aber weniger wegen des "Kitschfaktors" als vielmehr wegen des Flusses. Trotzdem soll aber alles atmen. Horowitz z.B. hat dieses Stueck sehr schoen gespielt
    Jannis
     
  9. Debösi
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    Debösi

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    @Dommm3E: Es gibt leider sehr viele, sehr schöne Stücke mit extrem hohem Wiedererkennungswert, sehr oft auch Leuten bekannt, deren Musikgeschmack gar nicht "klassisch" ausgerichtet ist. Diesen Musikstücken ist ihre Beliebtheit zum Schicksal geworden: Sie wurden auf alle möglichen Arten orchestriert, arrangiert, in Spielfilmen vergewaltigt. Claire de Lune, die Konsolation, DAS "Alla Turca", DAS cis-Moll-Prélude, der Säbeltanz, die Regentropfen-Prélude, nicht zuletzt die arme Elise u.v.m. Die meisten Profi- und anderen Intensiv-Musiker rollen die Augen, wenn man so ein Stück herauszieht, mit wissendem Lächeln ("Oh Gott , NICHT SCHON WIEDER!). Und weil man sich in unserer Zeit gerne unterkühlt, sachlich und distinguiert gibt, ist der Stempel "Kitsch", den man diesen Stücken aufdrückt, schnell gesellschaftsfähig.
    Ich stimme dem nicht zu und darum entschuldige ich mich für die unglückliche Wortwahl, die möglicherweise einen falschen Eindruck hinterlassen hat. Persönlich finde ich es ausgesprochen reizvoll, wenn jemand diesen so bekannten Stücken eine Interpretation angedeihen zu läßt, die ihren alten Charme wieder zum Vorschein bringt. In diesem Sinne hast Du Dich wacker auf des Messers Schneide geschlagen!
     
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  10. Hartmut
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    Hartmut

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    Bei all den akademischen Diskussionen über Aufnahmetechnik, Digis und rasiermesserscharfen Grenzen zwischen gut und schlecht wundert mich ein wenig, dass noch keiner geschrieben hat, dass dies vor allem eines ist:

    Sehr schön gespielt!

    Es gibt manche Beiträge, die man schon vor dem Ende wegklickt, diesen habe ich bis zu Ende gehört - man hört dir gerne zu, das ist eine Menge, wie ich finde!

    Der Hartmut
     
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  11. rolf
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    rolf

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    ...nach all dem Lob kann eine kalte Dusche nicht schaden ;-)
    also:
    - wenn das Stück so leicht ist, dann spiel´ doch die Bässe exakt so, wie der Liszt sie notiert hat (!!) ((nicht gleich antworten, sondern erst gründlich die Noten anschauen & kapieren...))
    - wenn das alles so leicht ist, sollte doch ein hörbarer Unterschied zwischen p und pp machbar sein (auch hier ist hilfreich, die wenigen, aber deutlichen Anweisungen vom ollen Liszt zu beachten)
     
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  12. Dommm3E
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    Dommm3E

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    @rolf: zu deiner ersten Anmerkung: Mache ich morgen ;-). Es kann sein dass ich da manche Töne nochmal anschlage ohne es zu "dürfen", oder dass sie bei einem zu starken Pedalwechsel verloren gehen.
    Zur zweiten Anmerkung: Es soll keine Ausrede sein, aber es ist leider so, dass die Dynamik bei der Aufnahme sehr stark verloren geht. Ich habe auf meinem Digi erstmals das gefühl, alles zwischen pppp und ffff realisieren zu können, stelle aber immer wieder bei Aufnahmen fest, dass der Unterschied sehr stark verschwimmt und insbesondere nach dem Normalisieren der Lautstärke nur noch auf einen Bereich zwischen pp und ff oder sogar p und f schrumpft. Aber wie gesagt, es kann gut sein, dass ich da nach einer Weile nicht mehr darauf geachtet habe. Leider vergesse ich beim auswendig spielen alles, außer den schwarzen Punkten selbst :-( Der Rest geht dann nach Gefühl.

    @Hartmut: Danke für das Lob, freut mich, das zu hören.

    Nochmal @rolf: Wechselduschen sind auch beim Sport sehr hilfreich! Durch warme Duschen härtet niemand ab ;-)
     
  13. Moderato
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    Moderato

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    Zu den von @rolf: angeführten Bässen: Das Thema gab es schon mal hier. Ich stelle mir vor, er meint das Problem bei einem Harmoniewechsel den vorher angeschlagenen Bass durchklingen zu lassen. Wenn man es ohne Tonhaltepedal macht, dann sieht man, wie man es machen kann, ohne es hören zu müssen. Das auf einer Aufnahme dieser Art hören zu können, stelle ich mir schwierig vor. Aber die Digis sehen zwar wie Klaviere aus, haben aber doch wie moderne Flügel das Tonhaltepedal.

    Gruß
    Manfred