Legato wie?

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hpesch

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Wieder eine Anfängerfrage, ich hoffe ich bin im richtigen Forum.
Ihr kennt wohl alle das Stück Pink Panther. Dort schlägt ja die linke Hand fortwährend Quinten, E-H und chromatisch entsprechend von links oder nach rechts. Aber dazu stehen wenigstens in meiner Notenversion Legatobögen. Normalerweise spielt man legato, indem die erste Note angehalten wird, bis die nächste angeschlagen wurde. Das geht aber hier nicht, dazu müsste man links 6 Finger haben. Soll also hier das Pedal gedrückt werden?
 
dilettant

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Du könntest die Unterstimme Legato spielen. Dazu nimmst Du z. B. abwechselnd die Fingersätze 5-1 und 4-1, d.h. auf den weißen Tasten unten immer die 5 und auf den schwarzen die 4. Wenn zwischen zwei weißen keine schwarze ist, nimmst Du in der Unterstimme erst 5, dann 4, dann 3 (auf die schwarze) und dann wieder 5. Auf diese Weise kannst Du die Unterstimme binden. Das Legato-Untersetzen von 4 bzw. 3 (jeweils auf schwarzer Taste) auf 5 muss man üben, das wird nicht gleich so klappen. Man kann es auch zunächst ohne den Daumen üben und den später hinzunehmen. (Disclaimer: Ja, Olli, ich weiß, dass es in Deiner Welt gar keinen Untersatz gibt. Ich bewege mich hier grad in meiner.)

Der Daumen schlägt jede Taste einzeln an, wobei man auch da (mit etwas Übung) sehr schnell von einer zur nächsten Taste springen kann, ohne dass es jedes Mal nach Akzent klingt.

Zusätzlich kann man das Pedal einsetzen, aber bitte, bitte auf jede Quinte wechseln ...

Alles in allem empfehle ich Klavierunterricht.
 
H

hpesch

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Danke für die Empfehlung. Klavierlehrer habe ich versucht aufzutreiben, bisher ohne Erfolg.
Ich habe mir gerade das zugehörige Video noch einmal angeschaut. Die linke Hand wechselt dabei immer sofort mit 1-5 zur nächsten Quinte, ohne den Einsatz anderer Finger. Wieso also Legatobögen?
 
dilettant

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  • Evtl., damit Du wenigstens schon mal Legato denkst. Selbst wenn objektiv eine Lücke zwischen zwei Tönen bleibt, kann eine geeignete Phrasierung einen Legato-Eindruck erzeugen.
  • Kann ja mal sein, dass auf YouTube jemand sich nicht an seine eigenen Noten hält. Wenn Du die Unterstimme binden willst, kannst Du es machen wie von mir beschrieben. Wenn Du es spielen willst wie auf YouTube, vergiss halt den Bogen in den Noten. Man muss ja bei so einer Klavierbearbeitung nicht sklavisch an den Noten kleben.
  • Wie schon gesagt, man kann - mit Bedacht - auch das Pedal einsetzen. Wobei ich im Unterricht gelernt habe, dass Legato so zu spielen ist, dass es auch ohne Pedal noch ein Legato ist.
Eine weitere mögliche Antwort ist die folgende: Man unterscheidet zwischen Phrasierungsbögen, Legato-Bögen und Überbindungen, die aber alle gleich aussehen (Bögen eben). Man soll aus dem Kontext erschließen, wie es gemeint ist.

Ciao
- Karsten
 
LMG

LMG

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Man könnte ( also ich hab zufällig Klaviernoten vom Panther ) l.H. 1-5 lassen und sliden. Das bedeutet: wir "packen" mit unserer 1-5- Pranke l.H. cis-gis, dann ziehen wir die pranke heran und und rutschen dabei in einer einzigen Bewegung auf d-a, und dann wieder mit einer kleinen Bewegung auf dis-ais, von dort ziehn wir die pantherpranke auf e-h. Alles mit 1-5.

slide_panther_Zitat_Olli.jpg
 
B

Barbie

Guest
in deinem Foto sind zwar keine Bögen zu sehen, aber die Sache ist doch einfach: in dem Stück werden immer nur zwei Achtel gebunden (von leicht nach schwer und von schwarz nach weiß). Das geht hier wunderbar mit 4-2, 5-1 auf. Kann man ohne Pedal binden.
 
H

hpesch

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Abgesehen davon dass unsereins mit 4-2 keine Quinten spielen kann. möchte ich darauf hinweisen, dass in allen Tutorials (die es bei Youtube viele gibt) konstant 5-1 gespielt wird, und darauf beruht ja die Eignung des Stücks für Anfänger. Es gibt dort auch Quinten in Halben Tönen, wenn rechts 4-3 Achtelnoten gespielt werden. Ich nehme an, die Legatobögen sollen vermeiden, dass man übertrieben Staccato spielt. Vielleicht kommen sie auch von Arrangements für Bläser her?
 
dilettant

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Nachdem ich das Foto sah, fiel mir nun endlich ein, um welche Musik es geht. Und - wie Barbie schrub (!), in Ollis Noten ist zwar gar keine Bindung angegeben, aber ich würde auch Zweiergruppen denken. Weil es ja auch im Shuffle-Rhythmus zu spielen ist. Und diese Zweiergruppen muss man jetzt nicht perfekt kantabel spielen. Man kann sie binden wie von Barbie beschrieben, wobei ich fast das von Olli beschriebene Sliden bevorzugen würde (die Zweiergruppen sind ja glücklicherweise immer schwarz-weiß, man rutscht vom man einfach runter und setzt dann bei der nächsten schwarzen Taste neu an).
 
hasenbein

hasenbein

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Liebe Einsteiger, nicht den Barbie-Fingersatz nehmen!

Da werdet Ihr nämlich die Hand anspannen, um die Finger auseinanderzuspreizen. Schlecht!

LMG ist schon auf der richtigen Spur. Hier nun der vernünftige Fingersatz:

1) Zweiklang C#-G# verbunden mit Zweiklang D-A: C#-G# mit 5-2 spielen, D-A mit 5-1. Das heißt, 5. Finger rutscht von schwarzer Taste auf weiße Taste wie von LMG beschrieben, Finger 2 und 1 können die obere Stimme normal legato spielen. (Bitte die Finger nicht hakenartig krümmen, sondern insbesondere den 5. Finger entspannt ausgestreckt lassen.)

2) Das Gleiche für das Zweiklangspaar D#-A# -> E-H.
 
LMG

LMG

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@dilettant : Auch wenn man "hochsliden" wollte, also von weiß auf schwarz, könnte man das, falls erforderlich, vollführen ( braucht aber etwas Übung - und könnte dann in anderen Zusammenhängen, wie auch das Runtersliden, für andere Stücke angesetzt werden ) . Auch kann man Legatowirkung mit Pedal realisieren, denn wir haben ja das Pedal.

Aber z.B. Hochsliden ist m.E. hier beim Panther nicht sinnvoll. Der "tappende Panther-rhythmus" ist ja so, dass die jeweils ZWEITEN Noten betont werden sollen. Da kann man gut runtersliden, einen etwas kräftigen Akzent auf die 2. setzen, kurz ansetzen für die nächste Zweiergruppe, und wieder "zupacken".

LG, Olli.
 
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chiarina

Guest
in deinem Foto sind zwar keine Bögen zu sehen, aber die Sache ist doch einfach: in dem Stück werden immer nur zwei Achtel gebunden (von leicht nach schwer und von schwarz nach weiß).

Ich denke ja nicht von leicht nach schwer, sondern von schwerer nach leichter. Gegen das Metrum quasi.

Und ich finde den Fingersatz von 5-1 prima. Da kann man wunderbar runterrutschen.

Liebe Grüße

chiarina
 
hasenbein

hasenbein

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Ja, der geht zwar auch, dennoch zeigt ein vergleichendes Ausprobieren, dass mein Fingersatz noch smoother ist.
 
C

chiarina

Guest
Lieber hasenbein,

was sagst du denn zu den Betonungen "schwerer-leichter"? Barbie meinte, es sei umgekehrt wie auch Olli, ich aber bin anderer Meinung. :D Auch die Bögen weisen m.E. darauf hin.

Liebe Grüße

chiarina
 
hasenbein

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1) "Hochsliden"? Was ist das für ein Unsinn? Hochsliden gibt es nicht, man kann nur runter von schwarz auf weiß.

2) Wie auch ein Anhören des Originals zeigt (jaja, ich weiß, das mögen viele nicht, dass man sich einfach mal anhört, wie es geht, lieber vom grünen Tisch aus theoretisieren...), muss jeweils der 1. (nicht auf dem Beat liegende) Zweiklang jeder Zweiklang-Zweiergruppe (also C#-G# bzw. D#-A#) stärker betont werden. Nur so kommt die spezielle Swingwirkung zustande.
 
C

chiarina

Guest
1) "Hochsliden"? Was ist das für ein Unsinn? Hochsliden gibt es nicht, man kann nur runter von schwarz auf weiß.

2) Wie auch ein Anhören des Originals zeigt (jaja, ich weiß, das mögen viele nicht, dass man sich einfach mal anhört, wie es geht, lieber vom grünen Tisch aus theoretisieren...), muss jeweils der 1. (nicht auf dem Beat liegende) Zweiklang jeder Zweiklang-Zweiergruppe (also C#-G# bzw. D#-A#) stärker betont werden. Nur so kommt die spezielle Swingwirkung zustande.

Danke! Das finde ich nämlich auch!
 
dilettant

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Ich kanns hier grad nicht ausprobieren, aber ich stelle mir die Kombination Sliden (5-5 in der Unterstimme) und "normales Legato" (2-1 in der Oberstimme) schwierig vor. Ich würde dann vermutlich "klappern". Vermutlich würde ich alles mit 5-1 spielen. Muss aber jeder selbst ausprobieren.
 
hasenbein

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Nein, ist einfach. Wenn es das nicht ist, machst Du irgendwas Ungünstiges.
 
LMG

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1) "Hochsliden"? Was ist das für ein Unsinn? Hochsliden gibt es nicht, man kann nur runter von schwarz auf weiß.

Zitat Gieseking: "Das Rutschen des Daumens oder fünften Fingers von einer Obertaste nach einer Untertaste ist leicht, die umgekehrte Bewegung aber erfordert Geschicklichkeit."

Geschicklichkeit, lieber @hasenbein, die zwar Gieseking anscheinend hatte ( und sich jeder denkende Mensch selbst herleiten kann ) -

Du jedoch anscheinend nicht. Schade. Außerdem besteht bei Deinem Fingersatz die Gefahr, etwas zu tun, das nicht dem Charakter des Stückes entspricht: Nämlich eine Melodielinie hervorzuheben, die so ( noch ) gar nicht gefragt ist, im "Panther."

Woll, Hasenbein, zurück auf die Schulbank, wäre mein Vorschlag.
 
 

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