"Lac de Wallenstadt"


Marlene
Marlene
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Hallo,

ich spiele seit 4 1/2 Monaten Klavier und seit 4 1/2 Monaten "Für Elise" (und um mal was anderes zu spielen "Allemande" von Schein). Ich kann die Elise komplett spielen, aber nicht im richtigen Tempo (32tel und Arpeggien noch zu langsam) und natürlich nicht perfekt. Aber hin und wieder passiert es mir, dass ich die Elise nicht mehr hören kann und gerne etwas anderes dazu lernen würde. Mein KL sagt, dass man ein Stück erst spielt bis man es kann. Um die Arpeggien im richtigen Tempo spielen zu können brauche ich aber noch eine Weile. Ich würde gerne "Lac de Wallenstadt" als "Tapetenwechsel" lernen - er rät davon ab. Nicht weil er es mir nicht zutraut, sondern weil er meint ich verzettele mich. Aber ich drehe ein wenig am Rad wenn ich noch wochenlang die Elise spiele um besser zu werden. Es muss mal etwas anderes her.

Was wohl noch wichtig ist zur Beurteilung: Ich übe in der Woche drei Stunden pro Tag, am WE vier oder fünf.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

LG,
Marlene
 
A
Adora
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Hallo Marlene,

ich kenne ja deine Vorkenntnisse nicht, aber wenn du Anfänger bist, hättest du vielleicht auch mit leichteren machbaren Stücken anfangen sollen...dein KL hat sicher die passende Literatur - ich gehe mal davon aus, daß du die Elise auf eigenen Wunsch spielst und sie dir nicht vom Lehrer aufgegeben wurde.
Ich kann dir aber sagen wie das bei mir läuft - ich spiele jedes Stück auch bis es sitzt, das können schon mal 8 Wochen sein - aufgegeben wird nicht ;-) - wobei ich aber immer mehrere Stücke parallel lerne - im Moment sind es 5 Stücke mit unterschiedlichem Leistungsstand, wobei nicht alle sehr lange sind.
Wobei ich weniger übe als du, neben Beruf und Familie komme ich im Schnitt auf 1-2 Stunden pro Tag.
Vielleicht solltest du das Stück mal zur Seite legen (außer es fehlt nur noch deinem Leistungsstand entsprechend das letzte Quentchen) und deinem KL die Auswahl überlassen ;-)
Ich denke, auf Dauer kann es nur frustrierend sein, Stück die über dem eigenen Niveau liegen, zu spielen. Ich hab hier auch schon einen Stapel Noten liegen, die ich irgendwann mal angehen will...wobei ich neue Stücke nur in Rücksprache mit meiner KL angehe, da es mir nach wie vor sehr schwer fällt, nur auf Grund des Notenbildes die Schwierigkeit zu beurteilen...meist liegt der Teufel ja doch im Detail.

Viel Spaß beim Üben,

LG, Adora
 
Marlene
Marlene
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Hallo Adora,

danke für deine Antwort.

Die Elise ist nur an den 32tel über meinem Niveau, das andere schaffe ich schon recht gut und im geforderten Tempo. Und es hört sich gut an. Mein KL versteht die Welt eh nicht, dass ich das nach der kurzen Zeit so gut schaffe (ich übrigens auch nicht, aber es ist toll).

Genauso würde ich es gerne machen: Die Elise weiter verbessern und ein zweites Stück dazu lernen um keinen Frust zu bekommen. Es würde mich nicht überfordern, sondern eher das Gegenteil bewirken. Ich will meinen KL nächste Wochen erneut darauf ansprechen und habe hier gefragt um Argumente zu haben, die vielleicht dafür sprechen. Denn ich fühle mich mit dem was ich kann unterfordert. Das hört sich vermutlich vermessen an nach der kurzen Zeit aber es ist so. Eigentlich wären die Arpeggien heute erst an der Reihe gewesen aber ich habe bereits am Montag damit begonnen, weil ich Abwechslung brauche und mit den "Perlenschnurtakten" (ich meine das in Bezug auf die Bassnoten) vor den Arpeggien gut vorangekommen bin. Es inspiriert mich.

LG,
Marlene
 
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fisherman
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Es würde mich nicht überfordern, sondern eher das Gegenteil bewirken.
das glaube ich auch! Spielst Du nach 4 1/2 Monaten tatsächlich das Original GANZ? Aber holla! Übrigens: Wenn Du nicht eine musikalische Berufslaufbahn einschlagen willst - es gibt noch ein Leben da draussen! ;-)
 
C
chiarina
Guest
Liebe Marlene,

ich kann gut verstehen, dass du ein zweites Stück dazu nehmen willst - ich finde das auch sinnvoll. Meine Schüler spielen oft zwei Stücke oder mehr, je nachdem.

Aber "Au Lac de Wallenstadt" ist aus den "Annees de pelerinage" von Liszt!!! Ich halte das für überhaupt keine gute Idee und hoffe, dass ich dich damit nicht vor den Kopf stoße! Selbst wenn du es hinkriegen würdest, die Noten zu spielen, die da stehen, ist dieses Stück klanglich keineswegs einfach, gelinde ausgedrückt!!!

Hast du denn überhaupt schon mal romantische Literatur gespielt? Dein Lehrer könnte dir doch etwas Passendes aussuchen. Vielleicht gefallen dir auch die Gymnopedies oder Gnossiennes von Satie.

Es ist schön, dass du so eine Begeisterung zeigst und schon so tolle Fortschritte gemacht hast. Damit es auch so weiter geht, nimm nicht gleich solche Stücke von Liszt! :) Es gibt auch viel anderes zu entdecken!

Liebe Grüße

chiarina
 
Troubadix
Troubadix
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Liebe Marlene,

ich kann mich da Chiarina nur voll und ganz anschließen. "Au Lac de Wallenstadt" ist musikalisch sehr anspruchsvoll, bitte unterschätz das nicht. Wenn du wirklich unterfordert bist, dann schau dir doch mal Prokofievs "Musik für Kinder" op.65 an. Lass dich vom Titel nicht täuschen! Ich verspreche dir, dass dich die Stücke technisch und musikalisch sehr fordern werden und du einige Zeit daran knabbern wirst. Dafür lernst du aber auch jede Menge und kommst weiter.

Viele Grüße!
 
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PianoPuppy
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Genauso würde ich es gerne machen: Die Elise weiter verbessern und ein zweites Stück dazu lernen um keinen Frust zu bekommen. Es würde mich nicht überfordern, sondern eher das Gegenteil bewirken.

Hallo Marlene,

Ein zweites Stück zu lernen ist sicherlich eine gute Idee, "Au Lac de Wallenstadt" weniger. Im Prinzip bist du ja mit der Elise bereits überfordert - 4,5 Monate an diesem Stück zu üben (und das fast ausschließlich), das muß ja nerven. :D

Da ich nicht annehme, daß du am nächsten Stück ein Jahr herumstümpern willst, würde ich dir raten, dich an die Empfehlungen deines KLs zu halten. Dein Lehrer weiß was du kannst, kennt deine Stärken und Schwächen - also gib ihm die Chance, dir Stücke auszuwählen, die deinem Niveau entsprechen. Du wirst auf jeden Fall auf diese Art und Weise viel schneller Fortschritte machen, als wenn du immer an zu schweren Stücken herumdokterst.

LG, PP
 
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Baxx
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Mein Tipp: übe kein Stück langer als 2 Monate. Lass es dann liegen und greife es erst nach einiger Zeit wieder auf. Du musst jetzt vor allem die Palette deiner technischen Möglichkeiten erweitern und die Koordination und Unabhängigkeit der Hände verbessern.
Vorschläge zum weiteren Studium: Bach - Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach, Burgmüller - Etüden op.100, Mozart- Sonate in C kv 545
 
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Marlene
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Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten.

ich gehe mal davon aus, daß du die Elise auf eigenen Wunsch spielst und sie dir nicht vom Lehrer aufgegeben wurde.

Hatte vorher vergessen darauf zu antworten. Ich habe Mitte März 2011 Keyboardunterricht genommen und dann die Liebe zum Klavier entdeckt. Während der Sommerferien habe ich mir das E-Piano gekauft und die Elise angefangen. Mein KL hat gefragt, ob ich die Elise ganze spielen will oder nur den Anfang. Ich habe gesagt: „Entweder alles oder nichts“. Er hat zu diesem Zeitpunkt noch gesagt, dass ich das Tempo ja anpassen könnte es mir aber zugetraut. Dass es so gut klappt hat er wohl selber zu diesem Zeitpunkt nicht geahnt, denn ich hatte ja vorher nur Keyboard gespielt.

Spielst Du nach 4 1/2 Monaten tatsächlich das Original GANZ?

Ja, komplett. Aber die 32tel und die Arpeggien klappen noch nicht schnell genug. Aber den Rest spiele ich im richtigen Tempo und wenn ich es fehlerfrei spiele was hin und wieder passiert dann hört es sich recht gut an. Fehler schleichen sich nach wie vor ein, das wundert mich auch nicht. Es hapert noch an der Treffsicherheit.

Wenn Du nicht eine musikalische Berufslaufbahn einschlagen willst - es gibt noch ein Leben da draussen!

Mit 52 dürfte es für die musikalische Laufbahn wohl zu spät sein. Aber ich habe 40 Jahre aufzuholen. Denn als Kind wollte ich Klavier spielen lernen aber meine Eltern haben es mir mit den Worten „ein Klavier ist ein akustisches Folterinstrument und gerade gut genug um Brandholz daraus zu machen“ ausgeredet. Sie haben es mit Erfolg geschafft mich Jahrzehnte lang ein Klavier ignorieren oder sogar hassen zu lassen. Durch Zufall habe ich im Mai wahrgenommen dass der Klang eines Klaviers nicht die Hölle sondern der Himmel ist.

Es findet noch genug Leben draußen statt, dazu bleibt noch Zeit.

Eure Argumente sind sehr hilfreich. Ich bitte meinen KL mir ein zweites Stück auszusuchen. Die Gymnopedien würde ich sehr gerne lerne, das ist eine gute Idee.
 
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pennacken
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Dann ist ja alles klar!

Trotzdem noch eine Randbemerkung: Au Lac de Wallenstadt ist ein schönes Stück - wenn man es hört oder wenn man es (gekonnt) spielt. Wenn man sich aber die dazu notwendige Technik erst an diesem Stück selbst erarbeiten muß, d.h. wenn man sich viele Wochen damit intensiv beschäftigen muß, dürfte es sehr, sehr langweilig werden.

LG

Pennacken
 
Marlene
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Hallo Pennacken,

das Lied ist wunderschön und wenn es gespielt wird sieht es nicht so schwierig aus. Daher habe ich es mal versucht. Aber ich höre auf euren Rat. Es gibt ja unzählige schöne Stücke die für mich geeignet sind und auch Freude machen.

LG,
Marlene
 

hyp408
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Grundsätzlich gibt es wahrscheinlich viele Möglichkeiten, Klavier zu lernen. Die Gängige ist wohl, über kurze, sich in der Schwierigkeit steigernde Stücke ein "Techniken-Reservoir" aufzubauen und erst nach einiger Zeit längere, die Konzentration mehr fordernde Stücke anzugehen. Du zeigst, dass es auch anderst geht: Mehrere Monate an einem Stück arbeiten und dann das Nächste ... Ich weiss zu wenig über Klavierpädagogik, um die eine oder die andere Methode zu präferieren. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es mit der "Marlene"-Methode schwierig wird, wenn in neuen Stücken neue Techniken verlangt werden. Ich sehe die Gefahr, über lange Zeit relativ "weit unten" anfangen zu müssen - bei jedem neuen Stück. Mir persönlich würde es auch nicht liegen, mich monatelang in ein Stück zu verbeissen (und schon gar nicht die Elise) - aber daran sieht man schön, dass viele Wege zum Ziel führen. Wie dem auch sei, ich wünsche Dir viel Erfolg und am Ende dann auch den See von Wallenstadt ...

Gruss

Hyp
 
Marlene
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schwierig wird, wenn in neuen Stücken neue Techniken verlangt werden.

Darauf hat mein KL mich vorbereitet, z.B. sollte ich vor Wochen die C-Dur-Arpeggien in Triolen spielen. Er hat gestern nach dem Unterricht erneut gesagt, dass mir keiner glauben würde, dass ich nach dieser kurzen Zeit schon so viel kann, andere seiner Schüler würden die Elise nach 1 ½ oder zwei Jahren nicht so spielen können. Er wundert sich jede Woche aufs Neue und so auch gestern, weil ich schon die Arpgeggien konnte, die gestern erst an der Reihe gewesen wären. Eigentlich hapert es bei der Elise nur an der Fingerbeweglichkeit für die 32tel und Arpeggien. Aber daran arbeite ich. Wenn mein KL aber meine Fortschritte lobt ist das unglaublich motivierend für mich. Er fordert mich, macht das sehr geschickt und das finde ich gut. Wenn jemand im Thema: Was macht einen guten Lehrer aus“ geschrieben hat, er müsse phsychologisches Einfühlungsvermögen haben... mein KL hat es.

Mir persönlich würde es auch nicht liegen, mich monatelang in ein Stück zu verbeissen (und schon gar nicht die Elise)

Verbeißen kann ich mich gut, denn ich bin ehrgeizig. Aber ich muss aufpassen, dass ich nicht verbissen werde. Mein Bauchgefühl sagt mir wenn ich pausieren muss.

Nun ja, die Elise ist wahrlich kein Highlight aber ein Muss

Neben „Au Lac de Wallenstadt“ habe ich noch an „Consolations Nr. 3“ gedacht, aber ob dieser Idee sträuben sich euch wohl die Haare. Das ist wohl noch schwerer als das erstgenannte, oder?
 
D
dooodii
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Jo, ich hatte es auch wie Marlene gemacht und mit Für Elise angefangen. Ich hatte danach das Niveau auch nicht gesenkt, sondern weiter gesteigert, nebenbei aber noch kleinere Stücke gespielt und viele Sachen ausprobiert, improvisiert, etc. Kann mich bis jetzt eigentlich nicht beklagen, wenn ich ehrlich bin.

Heißt natürlich nicht, dass das die beste Methode ist.

edit: Consolations Nr. 3 ist technisch nicht wirklich schwierig. Was aber wohl nicht so einfach sein wird, ist die rechte und linke Hand gleichzeitig zu spielen, da diese nicht so leicht zusammenfallen wie bei Für Elise. Außerdem musst du sehr kontrolliert spielen, weil man die Melodie deutlich von der relativ gleichbleibenden Begleitung unterscheiden können muss. Die linke Hand erzeugt quasi einen Klangteppich und die rechte Hand lässt eine Melodie drüberlaufen.
 
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Marlene
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Also ich denke die Methode klappt bei mir sonst hätte mein sehr erfahrener KL (er spielt seit über sechs Jahrzehnten Klavier und unterrichtet seit mehr als drei Jahrzehnten) im Sommer abgeraten.

Die Gymnopedien sind sehr schön, aber nachdem ich mir die Noten angesehen habe denke ich, dass ein anspruchsvolleres Stück sicherlich besser ist um die Technik zu verbessern. Die Gymn. sind meiner Ansicht nach noch für nebenher schön zum Lernen - zum Entspannen.
 
fisherman
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Marlene, sorry, ich dachte, Du seist ein 15-jähriges Hupferl, das sich vor den Buben am Klavier versteckt - bei dem Übepensum. Aber Du hast wohl schon genug erlebt und darfst gerne auch NOCH länger üben ;-). Dennoch - Du legst einen ganz schönen Zahn hin. Die Gymnos nebenbei - zum Entspannen...
 
B
Barpianodilettant
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Hallo Marlene,

ich würde statt Wallenstadt und Consolation eher was von den Kinderszenen von Schumann empfehlen. Nicht zu schwer, um es rhythmisch und tonal schon bald hinzubekommen, aber anspruchsvoll in der musikalischen Gestaltung.
Im Übrigen finde ich es schön, wenn Du "im fortgeschrittenen Schüleralter" soviel Enthusiasmus zeigst! Es ist aber etwas ermüdend, in jedem zweiten Posting zu lesen, wie schnell Du alles lernst und wie begeistert der Lehrer etc. sind und alle anderen viel länger brauchen - naja, recht viel "begeisterte Unbescheidenheit"... ;-)
 
Troubadix
Troubadix
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Neben „Au Lac de Wallenstadt“ habe ich noch an „Consolations Nr. 3“ gedacht, aber ob dieser Idee sträuben sich euch wohl die Haare.

Liebe Marlene,

du scheinst ja ein Liszt-Fan zu sein (kann ich gut verstehen), aber muss es denn gleich die Nr.3 sein? Vielleicht tut es ja auch die Nr.1 oder die Nr.4, du tust dir sonst wirklich keinen Gefallen! Bergsteigen lernt man auch nicht gleich im Hochgebirge!

Ich glaube was dir nicht bewusst ist, bzw. was du unterschätzt ist, dass die Schwierigkeit der Liszt-Stücke die du dir ausgesucht hast nicht primär im direkt manuellen, sondern im musikalisch-gestalterischen Bereich liegt, dass sieht man leider den Noten nicht immer auf den ersten Blick an. Diese Stücke schön klingen zu lassen ist unheimlich schwer und du würdest trotzdem technisch weit weniger dazulernen, als wenn du zum Beispiel Prokofievs op.65 oder Schumanns "Album für die Jugend" durcharbeiten würdest.

Viele Grüße!
 
ChristineK
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Als Anfängerin kann ich gut verstehen, dass du möglichst schnell vorankommen willst! Denke aber auch, man sollte sich die Zeit nehmen, die Dinge lieber jetzt gründlich zu lernen. Auch scheinbar leichte Stücke wie die Gymnopedie muss man doch erst einmal lernen, (dem eigenen Niveau entsprechend) richtig zum Klingen zu bringen. Mir haben auch vermeintliche Kinderstückchen wie der "Wilde Reiter" einiges gebracht (zum Glück durfte ich ihn irgendwann aber beiseite legen). Sich selbst beim Spielen richtig zuhören zu lernen ist eine weitere Sache. Sich über Erfolge und Lob von anderen freuen ist natürlich legitim, und am Anfang geht's ja auch oft schnell mit den Fortschritten. Aber vermutlich ist es wie mit allen Sachen, die man lernt: je besser man wird, desto anspruchsvoller/kritischer wird man auch gegenüber dem eigenen (Nicht-)Können... (seufz).
 
 

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