Klavierhändler in Wien_gebrauchter Flügel

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Rilkiano

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21.02.2026
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Hallo erstmal im Forum! Ich komme zu euch mit einer Frage:

Ich möchte mir einen Flügel kaufen (für mein Wohnzimmer 70 m2). Da mein Budget mit 15000 limitiert ist und ich einen Flügel aus China einfach nicht übers Herz bringe, tendiere ich zu einem gebrauchten Flügel. Mir gefällt der Klang der älteren Instrumente auch sehr. Ich bin kein Profi, eher Anfänger (3 Jahre Unterricht).

1. Könnt ihr mir eine Richtung weisen? Es gibt so viele Hersteller! Ich probierte auch schon einige Flügel, ach der Bösendorfer aus den 1950ern war ein Traum, jedoch zu teuer.
2. Welche Händler in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg könnt ihr empfehlen bzw abraten?
3. Von was würdet ihr mir generell abraten (Ich werde nur bei Händlern kaufen, also nicht privat).
4. Was heißt restauriert? Ich hatte schon restaurierte Flügeln gesehen mit neuer Lackierung (wie Plastik) und neuen Tastenbelegen (aus Plastik). Wer schmeißt denn die Elfenbeinbelege weg? Das ist doch ein Sakrileg!

Vielen Dank!
 

Welches Instrument zu dir passt musst du einfach ausprobieren. Bei älteren Instrumenten kommt es primär auf den Zustand an und weniger auf den Namen.

Einfach Google bemühen und alle abklappern. Das wird eine Weile dauern …

dieklaviermachermeister.at
klavierland.at
stingl-klavier.at
gebrauchtklaviermarkt.at
klavierloft.at
klavierbau-balas.at
klaviergalerie.at
kaiser-klavier.at
piano-reisinger.at
klavierhaus-foerstl.at
pianoart.at


Das gesuchte Instrument muss ja zufällig auch vorhanden sein, so groß sind die Bestände an spielbereiten gebrauchten Flügeln ja nicht. Den Privatkauf generell auszuschließen halte ich deshalb auch für eher keine gute Idee.

15.000 Euro ist nicht so wenig aber auch nicht wirklich viel für einen Flügel in gutem spielbereiten Zustand. Klingende Namen wie Blüthner, Bösendorfer, Bechstein, Steinway und Steingräber verlangen kräftige Zuschläge. Einige Hersteller haben über die Jahre Instrumente auch mit qualitativ großer Schwankungsbreite produziert, daher sollte immer genau recherchiert werden.

Ach ja, achte bei älteren Instrumenten darauf, dass eine "normale" Mechanik verbaut ist und keine "Spezialitäten", wo für Regulierungsarbeiten nur schwer jemand mit Kompetenz zu finden ist (Blüthner Patentmechanik o.ä.).

Was unter "Restaurierung" verstanden wird ist leider sehr uneinheitlich. Da hilft es nur genau zu hinterfragen.

Der Elfenbein-Tastenbelag ist in vielen Baujahren ein juristisches Problem, bei historischen Instrumenten auch, wenn die nötigen Papiere nicht aufzustellen sind. Tatsächlich tragisch.

Welche Größe suchst du eigentlich?
Was sind deine Vorlieben und was ist ein No-Go?
Wie muss der äußere Zustand sein?
Ist die Einbringung geklärt?
 
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Vielen Dank für die hilfreichen Antworten!

Den Balas habe ich bereits ins Auge genommen, werde vermutlich nächstes Wochenende dorthin schauen. Am Telephon wirkt er sehr sympathisch und kompetent.

Der Flügel sollte zur Raumgröße passen, also für 70m2 geeignet sein. Ansonsten habe ich keine Vorlieben.

Der äußere Zustand ist mir recht gleich. Bei mir sind überall Ecken und Kanten, ein nigelnagelneuer Flügel passt optisch vielleicht gar nicht rein. Ich würde auch einen braunen Flügel präferieren.

Ein No-Go ist, wie gesagt, eine übertriebene Restaurierung samt Kunststofftasten und neuem Lack. Ich möchte lediglich ein Instrument, mit dem ich schön spielen kann und wenig Zores in der Erhaltung habe. Und ja, das einen wunderbaren Klang entfaltet!

Der Raum befindet sich im Erdgeschoß. Einen Lieferdienst müsste ich dennoch in Anspruch nehmen.

Ich schließe einen Privatkauf deshalb aus, weil ich mich zu wenig auskenne. Sollte es hier einen Trick geben, nehme ich ihn gerne an.

Vielen Dank!
 
Beim Balas bis du vielleicht ganz gut aufgehoben. Der geht mehr nach den "inneren Werten" und ist ein authentischer Mann.

Der Raum ist schon recht groß, da kann sich ein Flügel schön entfalten. Man sagt: ein Flügel sollte mindestens zwei Meter Gesamtlänge haben, um ausgewogen zu klingen.

Wenn sich bei ihm nichts findet wäre der Laden in Hainburg ( klavierland.at ) auch eine sehr gut beleumundete Adresse.
 
Sollte es hier einen Trick geben, nehme ich ihn gerne an.
Der "Trick" wäre, wenn Dich ein Instrument von privat ernsthaft interessiert, nimm einen Klavierbauer Deines Vertrauens zur Begutachtung mit.
 
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Der äußere Zustand ist mir recht gleich. Bei mir sind überall Ecken und Kanten, ein nigelnagelneuer Flügel passt optisch vielleicht gar nicht rein. Ich würde auch einen braunen Flügel präferieren.
Das schreit eigentlich nach einem Privatkauf.
Nur mal als grobes Beispiel: Solche Flügel gibt es in durchaus gutem, ja sogar sehr gutem Zustand von Privat ab 3-5k, da heute schwer verkäuflich.

Wenn ein Händler so einen Flügel erwirbt, lässt er ihn meist schwarz polyestern und im Laden steht der dann nicht unter 15k.

Für die Differenz kannst Du viele Sachverständige einladen ... (und viel NACH DEINEM GUSTO renovieren lassen!)

Wenn Du mit Deiner Präferenz bis zu 15k ausgeben willst, sind privat sogar die meisten der genannten großen Namen (in Holzoptik) mit drin.

Zur Größe: Ich habe hier einen (eher leisen) 190er auf gut 80 qm stehen und das ist wirklich perfekt. Wenn der Flügel klanglich nicht extrem (schrill o. dumpf) ist, machst Du mit 180-220/230 nichts falsch. Mit Präferenz „braun“ landest Du meist bei Flügeln aus der „Nussbaumära“, also 60er bis 90er und auch das ist ok, wenn sie gepflegt und nicht abgenudelt sind. Als Marke nenne ich neben den üblichen Verdächtigen noch Feurich (die echten, nicht die chinesischen).
 
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Wär das ein solcher?


Falls sich der gut spielt auch nicht verkehrt:


Und auch der ist einen Versuch wert, denke ich:


Ein Ausflug nach Hainburg ist sicher kein Fehler.
 
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Achte darauf, dass der Klang des Raumes deinen Traumklang nicht zunichte macht.
 
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  • #10
@Austro-Diesel
WOW. Der Feurich macht mich echt schwach. Den könnte man evtl etwas runterhandeln. Eine Augenweide!!!! (Ich hab den Gleichen in langweilig schwarz, sogar fast gleiches Baujahr)
 
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  • #11
So schön wie der da steht … da ist nicht mehr viel mit handeln, denke ich.

Wenn der Flügel für den Threadersteller interessant ist, dann sollte er nicht zu lange zögern hinzufahren. Als wir unser Klavier kauften hatten die ein schönes Steingraeber & Söhne Klavier (130 SFM), da war ich zu langsam im Reise-Entschluss — nach wenigen Tagen war dieses schon verkauft.
 
  • #12
Naja, auch für solch ein Furnier ist die Käuferschicht klein. Das ist nix für Feiglinge ;-)
 
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  • #13
Im richtigen Raum kann ich mir den gut vorstellen. Ist ja ein durchaus modernes, schlichtes Design und ein Flügel steht in gewisser Weise mit seinen räumlicher Dominanz für sich allein, mehr als ein Pianino.
 
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  • #14
Vielen Dank, ich werde Hainburg mit Sicherheit mal besuchen! Der Feurich ist tatsächlich schön, wunderbares Breaun, auf einem Ehrbar spielte schon meine Urgroßmutter.

Wisst ihr, warum manchmal nur die Bassaiten gewechselt werden? Man liest das des öfteren.

Privat mit einem Klavierbauer/spezialisten mit dabei wäre natürlich eine feine Sache. Wie komme ich denn an so jemanden ran? Ich kenne leider persönlich niemanden, der mich dahingehend beraten könnte.

Vielen Dank auf für die Beratung hinsichtlich der Größe. Ich hab eine Wand abgetragen und siehe da, Platz genug für einen Flügel. Ob der nun 1,70 oder 2 m ist, wäre platztechnisch schon egal.
 
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  • #15
Wisst ihr, warum manchmal nur die Bassaiten gewechselt werden? Man liest das des öfteren.
Mitunter fangen Bass-Umspinnungen aus Kupfer im Alter an zu rasseln - man wechselt niemals nur eine Saite aus, sondern immer alle Saiten eines Tones. Und bevor man sich der Unsicherheit aussetzt, wann evtl. das Problem dann bei einem anderen Basston entstünde, wechselt man oft den gesamten Satz der umsponnenen Saiten gerne komplett aus. So zumindest gehen viele Profis beim Flügelsanieren vor.
Privat mit einem Klavierbauer/spezialisten mit dabei wäre natürlich eine feine Sache. Wie komme ich denn an so jemanden ran? Ich kenne leider persönlich niemanden, der mich dahingehend beraten könnte.
Vielleicht mal mit dem Gert Hecher telefonieren. Pianist und Klaviermachermeister, aber spezialisiert nur auf alte bzw. uralte Flügel - vielleicht gibt er gegen Stundenhonorar Rat zu normalem Flügelkauf? Ansonsten kann man sich gut an den Balas Bernhard halten.
OT - Neben Flügel weiß der auch, wo es in der Donau die leckersten Fische zu angeln gibt....
Vielen Dank auf für die Beratung hinsichtlich der Größe. Ich hab eine Wand abgetragen und siehe da, Platz genug für einen Flügel. Ob der nun 1,70 oder 2 m ist, wäre platztechnisch schon egal.
Dann wäre doch anzuraten, auch mal die "Siebenfüßer"-Größe von 210 bis 230 auszuprobieren. Die Salon-Flügel, Semikonzerter. Ist allerdings eine begehrte Größe. Es kann gut sein, dass das evtl. nicht mehr ins Budget passt.
Je länger der Flügel, desto besser, klangreiner in der Regel der Bass.

Und noch ein Trick - breitere Flügel klingen oft auch ein bisschen besser als schmale, wegen der freieren Schwingungsmöglichkeiten des Reso-Bodens. ... Ein Trick, den der Fuldaer Klaus Fenner einst genutzt hatte für sein 217er Modell mit Pianova, das für einen Siebenfüßer erstaunlich gut ist. Man gucke also auf die Bäckchen, die Breite der "Klötze" neben der Klaviatur.
 
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  • #16
Vielleicht mal mit dem Gert Hecher telefonieren. Pianist und Klaviermachermeister, aber spezialisiert nur auf alte bzw. uralte Flügel - vielleicht gibt er gegen Stundenhonorar Rat zu normalem Flügelkauf?
Hecher hat auch ab und zu moderne Flügel. Also nicht fabrikneue, aber mit englischer Doppelrepetitionsmechanik.
Für eine Begutachtung kann man im Prinzip bei jedem Klaviertechniker anfragen.
Eventuell gibt auch die Person, die das Instrument als letztes gestimmt hat, eine hilfreiche Auskunft.
Ansonsten kann man sich gut an den Balas Bernhard halten.
Wenn er Zeit hat...
Bei meinem letzten Kontakt mit ihm war er mehr als ausgelastet.

Und noch ein Trick - breitere Flügel klingen oft auch ein bisschen besser als schmale, wegen der freieren Schwingungsmöglichkeiten des Reso-Bodens. ... Ein Trick, den der Fuldaer Klaus Fenner einst genutzt hatte für sein 217er Modell mit Pianova, das für einen Siebenfüßer erstaunlich gut ist. Man gucke also auf die Bäckchen, die Breite der "Klötze" neben der Klaviatur.
Auch der Steingräber A mit 170cm Länge ist besonders breit. Aber außerhalb des Budgets, und gebraucht habe ich das Modell noch nie gesehen.
 
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  • #17
Das Gute an Edelfurnieren bei gebrauchten Instrumenten ist: Sie sind ehrlich.

Wenn das Furnier unversehrt ist, ist das oft schon die erste Indikation, dass das Klavier/der Flügel kein durchgewürfelter Problemfall war. Da kann man nicht einfach „drüberlackieren“ und Geschichte ausradieren. Furnier zeigt ziemlich gnadenlos, ob das Gehäuse gelitten hat – oder ob jemand respektvoll damit umgegangen ist.

Bei schwarz lackierten Instrumenten ist das anders. Schwarz ist Standard und verkauft sich leichter, keine Frage – aber es ist eben auch die perfekte Tarnkappe. Vor der Überarbeitung kann das Gehäuse in einem richtig schlechten Zustand gewesen sein, und nachher schaut’s wieder geschniegelt aus. Was da vorher war, erkennt man später oft nur mehr schwer.

Und ganz ehrlich: Von einem Händler, der furnierte Gehäuse auf Schwarz umlackiert, weil er meint, dass es sich dann besser verkaufte, würde ich persönlich nicht kaufen. Nicht weil Schwarz „schlecht“ wäre, sondern weil mir das zeigt, dass Originalität für ihn verhandelbar ist. Und wer beim Äußeren so tickt, dem traue ich bei einer ordentlichen Überholung im Inneren nicht.
 
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  • #18
Von einem Händler, der furnierte Gehäuse auf Schwarz umlackiert, weil er meint, dass es sich dann besser verkaufte, würde ich persönlich nicht kaufen.
Da bist Du jetzt etwas zu hart. Was können denn die Händler dafür,. dass die Kunden zu 90% +++ nur schwarz wollen? Sollen Sie die (zum Teil ja wirklich hässlichen) Instrumente verschrotten?
 
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  • #20
Vielen Dank, ich werde Hainburg mit Sicherheit mal besuchen! Der Feurich ist tatsächlich schön, wunderbares Breaun, auf einem Ehrbar spielte schon meine Urgroßmutter.

Das Modell ist vor allem ein wunderbares Instrument aus besten Langlauer Zeiten. Den Kauf würde ich anschließend im "Goldenen Anker" am Donauufer begießen. ;)
 
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