"Klavierarm"

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YAN

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Hallo,

ich habe seit einigen Wochen zunehmende Beschwerden vor allem in meinem rechten Unterarm, aber in geringerem Masse auch in meinem linken Unterarm. Es ist ein "muskulöser" Schmerz, der sein Zentrum ca. 5 cm unterhalb des Ellenbogens hat (aber auf der Arm"oberseite", ich weiss nicht, wie ich das erklären soll...). Er betrifft vor allem den Muskel, der auch belastet wird, wenn man Klavier spielt, also auf der Unterarmoberseite, bis zum Handgelenk.

Nun habe ich mal recherchiert, und meine Symptome treffen so ziemlich genau auf einen "Tennisarm" zu, vor allem auch die nachlassende Kraft im rechten Arm, die zunehmende Schwierigkeit, Dinge hochzuheben (mittlerweile fällt es mir schwer, den Wasserkessel hochzuheben und das Wasser in den Kaffeefilter zu giessen). Und das alles mit langsam-zunehmender Tendenz.

Kann es sein, dass das ungewohnte Klavierüben (ich habe ja erst Ende Dezember mit dem Spielen begonnen!) dafür verantwortlich ist? Nächste Woche werde ich einen Orthopäden aufsuchen, wollte mich aber schon mal hier vorab informieren, ob jemand von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Ich bin jetzt etwas in Sorge, dass ich mit dem Klavierspielen aufhören muss... :(

Lieben Gruss

YAN
 
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YAN

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Das schaue ich mir mal intensiver an, danke, Rosenspiess.

Lieben Gruss

YAN
 
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pianoboe

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Vielleicht ist's ja auch eine Sehnenscheidenentzündung. Hatte ich auch schon vom Klavierspielen.
 
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YAN

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Danke, Basti, ich werde mal nächste Woche zu dem Physiotherapeuten gehen, der auf dem Weg zum Orthopäden seine Praxis hat. Ob ich den Ortho-Termin absage, weiss ich noch nicht.

Pianoboe, mein Handgelenk tut aber nicht weh, es ist die Muskulatur direkt unterhalb des Ellenbogens (aber es zieht bis in die Hand, aber wie gesagt: Der Ursprungsort ist höher).

Lieben Gruss und danke Euch beiden.

YAN
 
fisherman

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Kann es sein, dass das ungewohnte Klavierüben (ich habe ja erst Ende Dezember mit dem Spielen begonnen!) dafür verantwortlich ist?
Hmm bei mir hats nach der gleichen Zeit angefangen - die Anfangs-Lockerheit ist weg - man will was beweisen und verkrampft.

Neben Schonung (schön getrennt üben ist jetzt die einige Möglichkeit, vor allem die Linke zu üben fällt plötzlich leicht :D). Mit entspanntem Spiel könnte es nach einer Ruhepause weggehen.

Wenn nicht - ich hatte es mal chronisch - da war meine Rettung Kieser-Training (ich glaube Maschine E5?). Seitdem Ruhe. Ich könnte es aber über zu langes verkrampftes Spiel "provozieren" - wenn ich also nicht zu entspanntem Spiel finde, breche ich ab.
 
Haydnspaß

Haydnspaß

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Die Vermutung liegt nahe, daß es an einer ungünstigen Klavierspieltechnik liegt. Eine Umstellung der Spieltechnik ist dringend angeraten! Unter Umständen auch einen Klavierlehrer suchen, der sich mit solchen Problemen auskennt. Das kommt sonst immer wieder!
 
Nora

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Hallo Yan,

habe neulich gerade in der Zeitung gelesen, dass es eine Deutsche Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikmedizin gibt. Details weiß ich leider nicht. Über Google findet man die Seite aber. Vielleicht kann der Verein auch Experten vor Ort benennen, also Mediziner, die sich mit medizinischen Problemen von Musikern auskennen.

Gute Besserung!

Nora
 
Haydnspaß

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Sollte es ein Tennisarm sein: meiner Erfahrung nach liegt es dann nicht primär an der Spieltechnik. Bei mir lag dareinst eine sehr ehrgeizige, verbissene und selbstkasteiend verkrampfte Attitüde dem Klavierspiel selbst gegenüber zugrunde. Diese gilt es -so vorhanden- ebenso zu beseitigen, wie den Tennisarm. Sonst kommt er nämlich wirklich wieder :rolleyes:


Grüße,
Rosenspieß.
Der Eine nennt es "ungünstige Klavierspieltechnik", der Andere "verkrampfte Attitüde" - beide meinen sie dasselbe ^_^
 
violapiano

violapiano

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Hallo

kölnklavier hat schon mal drauf hingewiesen, das Institut ist, meine ich, in Hannover.

Es gibt außerdem aber auch verschiedene andere Ansätze, zum Beispiel die Alexandertechnik http://www.alexander-technik.org/?p=0-1-0.
Oder auch rolfing:http://www.rolfing.de/
http://www.musikerkrankheiten.de/ hier findest Du Literaturhinweise.

In jedem Fall aber empfielt es sich unbedingt, zu eruieren, woher die Schmerzen kommen und welche Bewegung diese auslöst! Wenn Du das weißt, dann bist Du schon ein Stückchen weiter.

Beim Klavierspielen musst Du unbedingt drauf achten, so kraftsparend wie möglich zu üben und zu spielen, und Verspannungen unbdingt zu vermeiden. Verspannungen können sich im ganzen Körper finden und auf die Arme auswirken.
Was hast Du zuletzt gespielt, als das Problem auftauchte, welche Bewegungen kamen drin vor, wie hast Du sie ausgeführt?

Die Technik muss auf den Prüfstand. Ich glaub man kann schon sagen, alles, was Spannungen hervorruft oder sehr anstrengend ist, kann solche wie von Dir beshriebenen Symptome hervorrufen. Die Hände müssen unbedingt entspannen nach jeder Anspannung.

@Rosenspieß:
Je nach dem, was die Ursache des Schmerzes ist, kann Dehnen auch kontraindiziert sein. Weil es möglicherweise entzündete Sehnenansätze etc. sonstige Strukturen reizt. Die müssen bei einer Entzündung entlastet werden. Ist es tatsächlich nur ein Muskelverspannungsproblem, dann mag dehnen helfen.

Ist die Hand bzw der Arm überwärmt? Kannst Du genau ausmachen, wo es schmerzt? Vllt hast Du die Möglichkeit einen fähigen Physiotherapeuten zu befragen? Der kennt sich mit Bewegungsabläufen meist sehr viel besser aus als ein Arzt.

Eine Übepause ist jedenfalls angesagt.
 
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rolf

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hallo,

ich empfehle: weiter üben! nicht nachlassen!

...oh weh, das mag krass wirken...

ABER: ich meine damit so weitermachen, das sich keine Schmerzen einstellen - also ganz langsam und bei jeder Bewegung aufpassen, obs weh tut. Wenn ja, dann exakt diese Bewegung erneut aber "schlaff" ausführen und so lange probieren, bis es ohne Beeinträchtigung bzw Schmerz geht.

WENN es sich noch nicht um eine echte Sehnenscheidenentündung oder ähnliches handelt, dann ist es wahrscheinlich nur eine Überlastung aufgrund von zu viel Spannung und Energie/Kraftaufwand - und da kann helfen, sich auf die möglichst spannungsfreieste und lockerste Speilweise einzustellen.

natürlich muss man das ausprobieren, und Patentrezepte gibts nicht - aber solange man noch agieren kann, wird es nicht falsch sein, nach den möglichst entspanntesten Bewegungen zu fahnden.

gute Besserung und liebe Grüße,
Rolf
 
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YAN

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Hallo, Ihr Lieben,

ich danke Euch für die vielen Tipps. Ich werde jetzt mal meine Sitzhaltung genauer analysieren. Tendenziell sieht es wohl so aus, dass der Winkel Unter- zu Oberarm zu klein ist, d.h. es könnte sein, dass ich höher sitzen muss. Und leicht verkrampft bin ich wohl auch, oder angespannt.

Auf jedenfall werde ich jetzt mal zwei Wochen lang kürzer treten, bzw. anders üben, sitzen, anschlagen usw.

Danke zunächst einmal!

YAN
 

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YAN

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So, ich war jetzt fast 3 Wochen in Urlaub, habe kein Klavier gespielt, weil ich dort kein Instrument habe, und die Armprobleme haben sich NICHT gebessert, trotz Gymnastik, die mir meine Nichte, die Physiotherapeutin ist, vor dem Urlaub empfohlen und detailliert gezeigt hat. Ich denke, da ist wohl doch ein Arztbesuch fällig, es könnte auch eine Nebenwirkung von Medikamenten sein, die ich regelmässig nehmen muss.

Das wollte ich abschliessend noch ergänzen.

Schönen Gruss

YAN
 
violapiano

violapiano

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Hallo Yan,
hm, nicht besser, schade, was für Gymnastik hast Du gemacht?

Weitere Alternativen sind, es könnte eine Entzündung sein, der Körper könnte auch übersäuert sein, hast Du sonst auch Probleme mit Muskelschmerzen oder Gelenkschmerzen?
Hast Du mal die Halswirbelsäule und Brustwirbelsäule untersuchen lassen, daher kann es auch kommen?

Tatsächlich können auch Medikamente solche Nebenwirkungen hervorrufen, allerdings, wenn das nur an einer Stelle auftaucht, hmh... ich würde doch mal einen Arzt aufsuchen. Abklären, ob eine Entzündung drin ist. Abklären, ob es die Wirbelsäule sein könnte, die die Probleme macht, und abklären, ob bestimmte Bewegungen die Schmerzen verursachen.

Gefahrlos probieren könntest Du Wobenzym, um eine ev. Entzündung abzubauen. Hast du mal Wärme oder Kälte probiert, was tut eher gut? Du könntest auch auf dem Arm mal Armstulpen anziehen, die wärmen, und sehen, ob es gut tut.

Ich wünsch Dir alles Gute und vor allem gute Besserung

LG
violapiano
 
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YAN

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Hallo, Violapiano,

ich war heute bei meiner Hausärztin, die auch Fachärztin für Sportmedizin ist, und sie kann sich das Ganze nicht erklären, vor allem, weil es nur auf vier Muskeln begrenzt ist. Für Ende Juni war sowieso ein grosser Gesundheits-Checkup geplant, sie hat nun veranlasst, dass dann auch gewisse andere Werte untersucht werden, Rheumafaktoren, irgendwas mit Gicht, aber auch weitere Werte, die zur Abklärung von Muskelerkrankungen dienen.

Meine Nichte hat mir Übungen gezeigt (Händedrücken, Armrecken, -strecken usw.), die ich schwer in Worte fassen kann. Sie dienen in ihrer Praxis der Behandlung von Tennisarm, ähnlich denen, wie sie jemand hier in einem Link empfohlen hat. Die Ärztin meinte heute, ich solle diese Übungen moderat weitermachen, also immer nur bis zur Schmerzgrenze, nicht darüber hinaus.

Sie meinte auch, dass sie nicht glaube, dass das vom Klavierspielen komme. Sie selbst habe erst als Erwachsene mit dem Klavierspiel begonnen, kenne auch Anfangsprobleme in den Armen, aber die seien anders als von mir beschrieben. Ich solle und dürfe ruhig wieder spielen.

Lieben Gruss

YAN
 
 

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