Klavier oder Flügel - Wiedereinsteiger bittet um Rat

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Kancho
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Guten Tag,

dies ist mein erster eigener Beitrag im Forum, in dem ich aber schon seit geraumer Zeit mit großer Begeisterung mitlese. Insbesondere die fachliche Kompetenz und große Leidenschaft, die sich in den Beiträgen widerspiegeln sind immer eine große Freude. Die geschilderten Kaufberichte und damit einhergehenden Überlegungen und Eindrücke beim Probespielen sind zum Teil derart fundiert und bildhaft beschrieben, dass es ein Erlebnis ist. Vielen Dank dafür.

Nun zu mir:

Ich habe in meiner Kindheit mehrere Jahre Klavier gespielt. Hauptsächlich Klassik. Russische Musikschule. Bin bis zum Türkischen Marsch, Für Elise und ähnlich „schweren“ Stücken gekommen. Irgendwann habe ich leider damit begonnen, das Geld meiner Eltern für den Klavierlehrer, zu veruntreuen. Das ging nicht lange gut – mit dem Unterricht war es dann natürlich vorbei. Das Klavier, ein altes May-Berlin aus der Gründerzeit mit einem schrecklichen Klang blieb mir. Ich spielte fortan nur noch sporadisch, zumeist nur noch irgendwelche Pop-Musik nach Akkorden und Melodie. Leider ohne Konzept, was Rhythmus-Pattern oder eine unaufdringliche Begleitung / Improvisation angeht. Der Klavierlehrer fehlte. Ehrgeiz und Antrieb gingen verloren, bis ich irgendwann gar nicht mehr spielte.

Ca. Zwanzig Jahre später, das Leben meint es gut mit mir, will ich wieder Klavier spielen.

Kurzentschlossen kaufe ich mir ein Digitalpiano. Ein Yamaha CLP-645 PE. Der Vorteil, dass ich mit Kopfhörern spielend, Frau und Kinder nicht auf die Nerven gehe, bestätigt sich. Außerdem kann ich spielen, wenn der Rest der Familie schlafen gegangen ist.

Die freie Zeit ist im Gegensatz zu früher ein seltenes Gut geworden, dafür sind die eigenen Ansprüche, Geduld und Beharrlichkeit ungleich größer als in der Kindheit. Ich übe täglich, entschlossen und selbstkritisch, ein bis zwei Stunden am Tag mindestens. Ich genieße dabei die Zeit, die ich für mich allein am Instrument habe und mache Fortschritte. Ich fange mit sehr leichten Sachen an, aber schon bald spiele ich auch die alten Stücke wieder, die damals mein vorläufiges Ende markiert haben, und das besser als je zuvor. Es wird Zeit für etwas Neues. Ich nehme mir das mitgelieferte Yamaha-Buch zur Hand und entdecke darin Scott Joplins „Entertainer“. Das war es!

Für viele hier mag das eine leichte Übung sein, für mich war es nach einer so langen Zeit eine wunderbare Herausforderung. Ich übe, die Unterarme und Finger schmerzen, aber ich merke wie es sie stärkt. Die großen Griffe und Sprünge werden immer sicherer. Nach ein paar Wochen sitzt es. Nach knapp drei Monaten passen Tempo und Sicherheit. Kein Stück hat mir jemals eine solche Freude bereitet. Danke Scott!

Da ich mich zunehmend dabei erwische, vorwiegend klassische Stücke einzuüben und zu spielen, kaufe ich die Lehrbücher aus dem Schott-Verlag (Boogie-Woogie, Blues-Piano, Rock-Piano), auch zum Teil auf Empfehlungen hier im Forum. Damit beginne ich von nun an meine Übungen, dann übe ich was Klassisches und am Ende wiederhole ich die bereits erlernten Stücke, soweit es die verbleibende Zeit zulässt. Mein Traum ist es, irgendwann auch leichthändig aber komplex begleiten und improvisieren zu können.

Auch einen Klavierlehrer werde ich mir suchen. Leider ist das auf Grund der aktuellen Pandemielage nicht so leicht.

Die Freude am Wiedereinstieg ist groß und ich habe etwas zurückgewonnen, das mir unbewusst sehr lange in meinem Leben fehlte. Allerdings vermisse ich zunehmend mein Klavier. Trotz seines undefinierten, verstimmten und schwammigen Klanges, der mich früher so störte.

Trotzdem hatte es etwas, das ich bei meinem Digitalpiano immer mehr vermisse, besonders wenn ich ohne Kopfhörer spiele. Die Tastatur ist schwergängig aber gut, da gibt es nichts auszusetzen. Die Stimmung ist naturgemäß perfekt – ein Zustand von dem mein Klavier fast ausnahmslos weit entfernt war. Aber etwas Wesentliches fehlt mir. Das Gefühl.

Jetzt ca. 1,5 Jahre nach dem Kauf des Digitalpianos weiß ich, ich möchte irgendwann in der Zukunft wieder ein Klavier spielen. Meine alte Hassliebe ist weg, da meine Eltern sie vor dem letzten Umzug verschenkt haben – ich hatte damals nicht den Platz für ein Klavier, also musste sie gehen.


Anfangs schaute ich mich nur verlegen bei den verschiedenen Händlern um, durchforstete Kleinanzeigen und Foren. Der Wunsch wuchs. Die hier geschilderten Erfahrungsberichte förderten meine inzwischen zur Obsession ausufernde Suche. Die Erinnerung an den einfachen und kleinen Kawai-Flügel meines Klavierlehrers, dessen klarer Klang das absolute Gegenteil von meinem Klavier war, drängt sich in den Vordergrund . Ich habe diesen Flügel verehrt. Um welches Modell es sich gehandelt hat, weiß ich nicht.

Soll es also gar ein Flügel werden? Der Platz ist da. Geld naturgemäß nicht unbegrenzt. Die Frau muss auch noch überzeugt werden, zwar kennt sie mich und ahnt wohl, dass sie diese Art Hirngespinste von mir meist machtlos mit ansehen muss, aber ihr Vertrauen, dass ich uns nicht in den finanziellen Ruin treibe werde, möchte ich natürlich nicht enttäuschen.

Kurzum, ich wünsche mir in erster Linie ein Instrument mit einem „crispen“ klaren Klang in Richtung Kawai oder Yamaha, das keine hundert Jahre alt ist.

Auf dem Gebrauchtmarkt geht es bei kleinen Kawai-Flügeln aus den 70ern zum Teil schon ab 4000€ von privat los. Für um die 10000 € findet sich auch bei Händlern schon einiges in Richtung Kawai KG 3 bzw. GS 30 oder Yamaha C3.

Auf den Fotos sehen die alle nicht schlecht aus, oder täuscht mich da mein Eindruck? Ist in diesen Preisregion etwas brauchbares zu erwarten?

Muss ich noch eine Schippe drauf legen? Ein Kawai GL-30 neu vom Händler mit größerer Anzahlung und Teilfinanzierung wäre finanziell auch stemmbar – aber scheint mir im Moment doch noch etwas verrückt.

Oder gehen im Moment die Pferde mit mir durch und ich sollte in dem Preissegment (am liebsten 5000, wenn nötig 10000, maximal 150000 Euro) lieber doch nach einem Klavier schauen? Der Platz für einen Flügel ist zwar vorhanden, meine bescheidenen musikalischen Fertigkeiten wären allerdings auch durch ein Klavier mit Sicherheit nicht limitiert.

Ich habe bezüglich der Anschaffung keine Eile, da ich noch relativ zufrieden mit dem Digitalpiano bin und ohnehin häufig mit Kopfhörern spiele. Das würde ich daher vermutlich auch weiterhin behalten, da es mir mehr Gelegenheiten zum Üben bietet. Trotzdem sind die oben genannten Beträge das, was ich mir so vorstelle, denn zukünftige Ersparnisse sollten auch noch anderen Projekten zu Gute kommen. Mir ist bewusst, dass die von mir hier aufgeworfenen Voraussetzungen und Ansprüche wenig konkret sind, aber ich bin leider im Moment auch noch ziemlich orientierungslos bei meiner Suche.

Fest steht, dass ich mir in den kommenden Monaten einige Instrumente anschauen möchte. Da der Markt doch relativ groß ist, möchte ich vorab meine Suche ein bisschen kanalisieren. Beabsichtigt ist, alsbald die Klaviergeschäfte in der näheren Umgebung abzuklappern, um einen größeren Überblick und besseren Eindruck zu gewinnen. Der private Kauf ist natürlich mit einem höheren Aufwand und ggf. Folgekosten verbunden, aber die aufgerufenen Preise scheinen zumindest auf den ersten Blick attraktiv. Insbesondere was den Traum eines preisgünstigen Flügels angeht.

Für mich ist mit Sicherheit beinahe jedes Klavier ein enormes Upgrade verglichen mit dem was mir bisher zur Verfügung stand. Sollte ich daher vielleicht zunächst doch lieber jüngere gebrauchte Klaviere im unteren genannten Preissegment vom Händler ins Auge fassen und die risikoreiche Idee vom günstigen Flügel von privat erstmal verschieben? Das wäre wohl das vernünftigste, oder?

Viele Grüße
F.
 
JonasKlais
JonasKlais
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Soll es also gar ein Flügel werden? Der Platz ist da.
Das ist schon die Antwort 😅. Selbst ohne Platz wäre sie es.

Gebraucht im Segment bis 15.000 € bekommst du was Ordentliches. Yamaha C3 und C2 aus den 90ern wären drin, und Kawai sicherlich je nach Modell auch. Vergleiche aber auch ältere Gebrauchte anderer Marken, um deine Klangvorstellung zu überprüfen. Und vor allem: lass dir Zeit und Dich nicht unter Druck setzen. Gerade nicht am Anfang der Suche.

Um einen Überblick zu bekommen hilft https://pianova.com/
 
Felix
Felix
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Ein schöner erster Beitrag, willkommen hier!
Ich empfehle einen Flügel. Flügel erlauben ein differenzierteres Spiel. Das ist kein übertriebener Luxus, sondern einfach die beste Art, Klavier zu spielen, und natürlich profitieren auch Anfänger davon. Die Fragen nach den Modellen, und ob gebraucht oder neu, sind schwerer zu beantworten und hängen von deinem persönlichen Empfinden ab. Es gibt viele gute Gebrauchte, aber die aus der Masse der schlechten herauszupicken, ist ohne Erfahrung nicht leicht. Neue Flügel hingegen müssen nicht gleich exorbitant teuer sein, das hängt gelegentlich auch vom Händler ab. Listenpreise, Schmistenpreise.
Ich kann nicht für dich entscheiden, aber ein möglicher Weg für mich sähe so aus, daß ich entweder ein billiges gebrauchtes Flügelchen für einige Jahre besorgen würde, und dann, sobald Geschmack und Spielerfahrung gewachsen sind, auf die wahre Liebe umsteige, die dann zu erkennen ich erst in der Lage bin. Oder eben gleich die wahre Liebe, bei entsprechender Zuversicht und entsprechend tieferem Griff ins Portemonnaie.
Dein Beitrag schäumt vor Begeisterung, also hopp, Flügel!
 
K
Kancho
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Vielen Dank für eure Antworten. Schön, dass der Traum vom Flügel doch so eine Resonanz erfährt. Dann weiß ich jetzt sogar schon, wohin mich die erste Reise führen wird. Dort stehen u.a. die genannten Flügel.
 
Boogieoma
Boogieoma
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Herzlich willkommen lieber @Kancho ,

Wenn der Platz dafür da ist, würde auch ich Dir einen Flügel empfehlen, nicht nur der Klang ist schöner, Du sitzt auch nicht vor einer Wand wie beim Klavier. Ich habe vor 6 Jahren ein altes Ibach-Flügelchen gefunden, mit einigen Schrammen, aber der Klang hat mich überzeugt. Ich spiele übrigens neben Boogies auch einige Rags und Blues.

Viel Freude bei der Suche

Boogieoma
 
OE1FEU
OE1FEU
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Ich übe, die Unterarme und Finger schmerzen, aber ich merke wie es sie stärkt.

Den Hauptaugenmerk für ein Investment in Sachen Klavier sollte auf einem Klavierlehrer liegen, nicht auf einem Instrument.

Schmerzen und Klavierspielen müssen sich ausschließen und die notwendige Kraft, um 47g Tastendruck zu bewerkstelligen haben bereits 4jährige Kinder, da muß nichts gestärkt werden.

Lerne Üben und werde dabei kontrolliert und lerne dabei, Dich selbst zu kontrollieren, bevor Du Dir einen Flügel kaufst. Prioritäten zur Spaßmaximierung setzen.
 
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JonasKlais
JonasKlais
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Den Hauptaugenmerk für ein Investment in Sachen Klavier sollte auf einem Klavierlehrer liegen
Das ist schon richtig. Die Anschaffung eines Instruments ersetzt keinen Unterricht. Aber das eine schließt das andere auch nicht aus, sondern es ergänzt sich beides.
Wenn sich der TE genügend Zeit für seine Suche nimmt, dürfte es mit dem Lehrer auch schneller klappen als mit dem Instrument 😉
 
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Kancho
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Hallo, ja das mit dem Klavierlehrer ist keine Frage. Das fehlt mir im Moment am allermeisten. Das steht ganz oben auf der Liste.
Die 47g Tastendruck bewerkstelligt auch mein 1,5-jähriger. Ich vermute eher, dass der Schmerz von der dauerhaften Bewegung stammt. Im übrigen lege ich natürlich eine Pause ein, wenn ich eine Ermüdung oder gar Schmerzen verspüre. Ich habe nicht vor, eine Sehnenscheidenentzündung zu riskieren. Vielleicht war das im Ursprungsbeitrag etwas dramatisch formuliert.
Dass Bewegung grundsätzlich Sehnen und Muskeln stärkt ist wohl unbestritten.
Dass es dadurch auch beim Klavierspielen einen Trainingseffekt gibt, der einer ausdauernden Belastung zuträglich ist, davon bin ich überzeugt. Zumindest zeigt meine Erfahrung, dass ich, verglichen mit den ersten Übungseinheiten, inzwischen in der Lage bin, deutlich länger beschwerdefrei zu spielen. Irgendwie fühlten sich die Hände zu Anfang noch "eingerostet" an. Schwer zu beschreiben. Es hat sich aber zusehends gelöst.
Hatten Sie denn noch nie die Erfahrung, dass es nach längerem Üben oder einer längeren Pause mal gezwickt hat?
 

K
Kancho
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Was wäre denn ihr Rat? Haltung, Dauer bzw. Art der Übung ändern? Kneipsche Wechselbäder? Ernährungsumstellung? Leider deuten ihre Beiträge zwar mögliche Probleme auf, bieten aber wenig zur Lösung an.
Dass ich auf der Suche nach einem Klavierlehrer bin, hatte ich im Ursprungsbeitrag ja bereits erwähnt.
Dass Bewegung grundsätzlich Kraft und Ausdauer fördern, erkennen sie schon daran, dass ihr Muskel bei fehlender Bewegung diesbezüglich schon nach kurzer Zeit abbauen wird. Können Sie ja Mal versuchen.
 
Wiedereinsteigerin38
Wiedereinsteigerin38
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Als ich nach 20 Jahren wieder angefangen habe, habe ich es auch gespürt. Im Rücken vom aufrechten Sitzen, Finger nicht geschmeidig und langsam, ungewohnte Bewegungen. Auch die Konzentrationsfähigkeit musste ich wieder steigern. Kommt alles mit der Zeit zurück, einfach nicht übertreiben. Nichts erzwingen, sondern locker und geduldig bleiben. Lass Dir Zeit, es ist jetzt anders als früher und es dauert Jahre, nicht Wochen oder Monate.
 
K
Kancho
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Hallo, vielen Dank Wiedereinsteigerin, genau diese Punkte habe ich auch bemerkt und versuche ich zu beherzigen. In meinem Fall kann ich von mir behaupten, dass ich mit zunehmenden Alter geduldiger, aber auch selbstkritischer geworden bin. In diesem Zusammenhang kommt inzwischen beispielsweise das Metronom deutlich häufiger zum Einsatz als in der Kindheit. Dass ich knifflige Stellen jetzt sprichwörtlich an die Grenze des Ermüdungsbruchs durch exerziere, um sie vermeintlich schnellst möglich zu beherrschen, geht damit aber nicht einher. Das nur zur Klarstellung. Für mich ist das wichtigste die Freude am Spielen und da gehören in meinem Fall Schmerzen und Zwänge nicht dazu. Ich möchte die kostbare Zeit am Instrument schließlich genießen.
 
K
Kancho
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Ist zwar völlig Off-Topic, aber gut:
"Sehnen sind dabei kein unveränderbares Bindegewebe, sondern passen sich, wie man
heute weiß, an mechanische Belastungen (z.B. durch Training) an."
(Aus der "Berliner Methode" von Prof. A. Arampatzis u.a.)
Hintergrund dabei sind sowohl materielle Veränderungen (z.B. des Kollagengehalts) als auch eine Zunahme des Querschnitts der Sehnen.
Dass Sehnen durch Belastung gestärkt werden, weiß man seit den 80er Jahren. Die Effekte sind natürlich bei Muskeln ungleich stärker.
 
K
Kancho
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Hallo,

ich war inzwischen bei verschiedenen Klaviergeschäften. Fazit: jedes Instrument hat mir besser gefallen als mein Digi. Das hatte ich aber auch erwartet. Manche wirkten jedoch ein wenig runtergerockt und eher "verwahrlost". Die richtig Guten, an denen es gar nichts auszusetzen gab, lagen eigentlich alle (ohne Preisverhandlungen) über meinem Budget.
Jetzt hab ich ein gutes Angebot für einen Kawai RX-2 von Privat erhalten, der ist 10 Jahre alt, aus Erstbesitz und wurde in den 10 Jahren viel von einer anspruchsvollen Pianistin gespielt gespielt.
Der Kawai klingt auf jeden Fall toll. Ich weiß nicht, ob es irgendwo "mein" Instrument gibt - da fehlt bei mir einfach die Erfahrung. Der Flügel wäre jetzt auf jeden Fall im Budget und übersteigt meine bescheiden Ansprüche bei weitem. Falls sich in den nächsten Jahren dann mein Geschmack herauskristallisieren sollte, ist es ja auch möglich, nachdem was ich hier gelesen habe, klangliche Nuancen durchs Intonieren zu beeinflussen.
Vor dem Kauf würde ich noch einen Klavierbauer das Instrument in Augenschein nehmen lassen. Mit dem bisherigen Klavierstimmer habe ich gesprochen, der gab auf jeden Fall schonmal an, dass ihm bei dem Flügel keine Mängel bekannt seien und auch keine Wartungsarbeiten / Reparaturen mit der Kundin besprochen worden seien.

Einen 10-jährigen aus professionellem Privatbesitz, mit feinem Klang, viel gespielt aber stets gepflegt zu einem guten Preis, der unterhalb aller in den Musikgeschäften probegespielten Instrumenten liegt und in meinen Ohren gut klingt. Mit diesem sollte ich einige Jahre haben, um meine Erfahrung hinsichtlich "meines" Geschmacks auszubilden. Im Moment ist er auf jeden Fall, mit Abstand, das beste Instrument in diesem Preissegment und ein deutliches Upgrade zu dem Digi. Spielgefühl ist auch ausgezeichnet. Die Mechanik leichtgängig und gleichmäßig.
Das Risiko eines Privatkaufs halte ich in Anbetracht des Alters und der professionellen Inaugenscheinnahme -sofern keine Mängel festgestellt werden- für überschaubar. Auch ein etwaiger Wiederverkauf in einigen Jahren sollte bei einem gepflegten und jungen Gebrauchten, der nun nur noch hobbymäßig gespielt werden würde, kein allzu großer Verlust sein.
Was meint ihr? Ihr dürft mich gerne kreuzigen. Ich bin halt spontan.

Viele Grüße
Kancho
 
 

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