Jeki - Jedem Kind sein Instrument

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klavigen

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Hier mal die Frage, ob jemand schon praktische Erfahrung in der Umsetzung dieses Projektes sammeln konnte-

Auf Nachfrage wurde mir bestätigt, dass auch Kinder, die sich für das Instrument Klavier entscheiden, die Möglichkeit bekommen sollen, ein Instrument für das häusliche Üben zu bekommen.

Bei anderen Instrumenten wie Geige, Cello, Blasinstrumente uids. ist dies bereits umgesetzt.

Ich kann mir allerdings kaum vorstellen, dass jedem Klavier Kind ein eigenes Instrument ins Haus geliefert wird.

Hier der link zum Projekt

http://www.jedemkind.de/programm/informationen/grundlagen.php
 
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Atra

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Hier mal die Frage, ob jemand schon praktische Erfahrung in der Umsetzung dieses Projektes sammeln konnte-

Auf Nachfrage wurde mir bestätigt, dass auch Kinder, die sich für das Instrument Klavier entscheiden, die Möglichkeit bekommen sollen, ein Instrument für das häusliche Üben zu bekommen.

Bei anderen Instrumenten wie Geige, Cello, Blasinstrumente uids. ist dies bereits umgesetzt.

Ich kann mir allerdings kaum vorstellen, dass jedem Klavier Kind ein eigenes Instrument ins Haus geliefert wird.

Hier der link zum Projekt

http://www.jedemkind.de/programm/informationen/grundlagen.php
An der hiesigen Musikschule verleiht man entsprechende Keyboards mit Anschlagdynamik.
Allerdings ist es so, dass im ersten Jahr nur so allgemein gelehrt wird und erst im2. Jahr der Instrumentalunterricht einsetzt und es ist keineswegs so, dass da der große Run aufs Klavier einsetzt.
Eine Bekannte von mir arbeitet als Musikschullehrerin mit bei JeKi und die schildert es so:
90% der Eltern finden es prinzipiell gut, dass ihr Kind Musikunterricht erhält, aber sie möchten als Eltern damit keine Arbeit haben und auch sonstwie nicht behelligt werden. Ein Keyboard resp. Klavier greift aber zwangsweise in die Wohnatmosphäre ein. Denn findet das Kind Gefallen, so muss über kurz oder lang ein Klavier beschafft werden. Das wollen aber die meisten Eltern definitv nicht. Denen reicht es, wenn ihr Kind ein Jahr lang auf irgendeinem Instrument rumdudelt - und dann muss aber auch wieder gut sein.
Klavier spielen fast nur die Kinder, wo zuhause schon ein Instrument ist bzw. wo die Eltern schon vorher irgendwie interressiert waren.

LG Atra
 
Rose

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Das kann ich nur bestätigen.Wir haben in der Schulpflegschaft beschlossen eine Umfrage zu machen ob die Eltern daran interessiert sind.Dies ist ja ein "Ruhrgebiet" Projekt und in D.Dorf noch nicht verbreitet.
Die meisten Eltern waren angetan,fragten aber gleich:Kostet es Geld?Müssen wir zuhause üben? Muss mein Kind weitermachen nach der Grundschule?

Es kamen aber auch genug Aussagen wie zb. Mein Kind muss! kein Instrument lernen.Müssen wir jeden Sch.. mitmachen?Wieso müssen wir Eltern schon wieder mit täglichen üben ausbaden was sich jemand da oben :confused: ausdenkt?
Die geplante Aktion ist erst einmal auf Eis gelegt.
Ich wünschte Eltern würden einmal verstehen welche Chancen und Spass ihren Kindern geboten werden könnten mit diesem Projekt.
 
violapiano

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Wäre es nicht auch eine Möglichkeit, eine oder mehrere Übezellen in der Schule einzurichten, wo die Kinder spielen dürfen?

Ich bin dagegen, den Kindern zum Anfangen zu schlechte Instrumente zu geben. Allerdings wird es beim Klavier ohnehin ganz schwierig, gute Instrumente zur Verfügung zu stellen, denn das ist vom finanziellen Umfang und vom Platzbedarf her kaum zu realisieren.

Meine Neffen hatten zum Anfang Sreichinstrumente unterster Kategorie, was alles Andere als motivierend wirkt. Der eine hat nun eine kleinere Bratsche von mir, und hatte einen richtigen Motivationsschub. Sie ist allerdings schon mal runtergefallen :mad:, aber es ist nichts Schlimmes passiert. Der Geigenbauer hats für kleines Geld wieder gerichtet.
Ich finde, die Instrumente müssen mindeststandarts erfüllen, sonst hat es keinen Wert. Ein Instrument mit dem man immer kämpfen muss macht schlicht und ergreifend keinen Spaß.

Also mein Vorschlag wäre: zwei drei Klaviere o. Flügel in der Schule, aber gute, dann die Übezeiten einteilen. Viele Kinder sind ja eh in der Ganztagsbetreuung.
 
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Haydnspaß

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Das kann ich nur bestätigen.Wir haben in der Schulpflegschaft beschlossen eine Umfrage zu machen ob die Eltern daran interessiert sind.Dies ist ja ein "Ruhrgebiet" Projekt und in D.Dorf noch nicht verbreitet.
Die meisten Eltern waren angetan,fragten aber gleich:Kostet es Geld?Müssen wir zuhause üben? Muss mein Kind weitermachen nach der Grundschule?

Es kamen aber auch genug Aussagen wie zb. Mein Kind muss! kein Instrument lernen.Müssen wir jeden Sch.. mitmachen?
Das wäre für mich ein wichtiger Punkt: ist es eine freiwillige Sache im Sinne von "jedes Kind soll ein Instrument lernen dürfen, falls es das will" oder ist es eine Sache des Müssens.
 
Fips7

Fips7

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Wäre es nicht auch eine Möglichkeit, eine oder mehrere Übezellen in der Schule einzurichten, wo die Kinder spielen dürfen?

Ich bin dagegen, den Kindern zum Anfangen zu schlechte Instrumente zu geben, auch wird das beim Klavier ohnehin ganz schwierig, denn das ist vom finanziellen Umfang und vom Platzbedarf her kaum zu realisieren.

Meine Neffen hatten zum Anfang Sreichinstrumente unterster Kategorie, was alles Andere als motivierend wirkt. Der eine hat nun eine kleinere Bratsche von mir, und hatte einen richtigen Motivationsschub. Sie ist allerdings schon mal runtergefallen :mad:, aber es ist nichts Schlimmes passiert. Der Geigenbauer hats für kleines Geld wieder gerichtet.
Ich finde, die Instrumente müssen mindeststandarts erfüllen, sonst hat es keinen Wert. Ein Instrument mit dem man immer kämpfen muss macht schlicht und ergreifend keinen Spaß.

Also mein Vorschlag wäre: zwei drei Klaviere o. Flügel in der Schule, aber gute, dann die Übezeiten einteilen. Viele Kinder sind ja eh in der Ganztagsbetreuung.
Es wäre eine tolle Sache, wenn die Schulen das anbieten würden!

Ich hatte damals das Glück, zumindest in der Oberstufe in der Schule auf einem guten Klavier üben zu dürfen. Und obwohl wir zu Hause natürlich auch ein Klavier hatten, war es ein schönes Gefühl, in "der Welt dort draußen" diese Möglichkeit zu haben. Es war ein Gefühl der Wertschätzung von Seiten der Schule aus.

Für einen Schüler ist die Schule nun mal ein Ort von ziemlicher Bedeutung (sei es negativ oder positiv). Umso wichtiger, hier Unterstützung zu geben, - zum Beispiel durch einen Raum mit Klavier, zu dem der interessierte Schüler freien Zugang hat. Ich hatte damals eine zeitlang sogar einen eigenen Schlüssel für den Raum, in dem das Klavier stand.

Grüße von
Fips
 
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Atra

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Wäre es nicht auch eine Möglichkeit, eine oder mehrere Übezellen in der Schule einzurichten, wo die Kinder spielen dürfen?
Die Schulen sind darauf schlicht und ergreifend nicht eingerichtet. Es gibt weder Platz noch Geld für Übungszellen.
Ausserdem ist Jeki wohl zeitlich begrenzt.

Und: Es zeigt eine relativ geringe Akzeptanz bei den Eltern. Stichwort Muslime. Grade im Ruhrgebiet mit teilweise hohem Anteil von Muslime, stellt diese Bevölkerungsgruppe ein Problem dar: Muslimische Eltern wollen nicht, dass ihre Töchter ein Instrument lernen (ebensowenig dass sie Sport treiben sollen, Schwimmen oder Fahrradfahren lernendürfen oder dergleichen).

LG Atra
 
Rose

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Das wäre für mich ein wichtiger Punkt: ist es eine freiwillige Sache im Sinne von "jedes Kind soll ein Instrument lernen dürfen, falls es das will" oder ist es eine Sache des Müssens.

Wenn die Schule sich an diesem Projekt beteiligt wird es eine Pflichtveranstaltung mit einem *geringen* monatlichen Beitrag.

Wobei *gering* ja relativ ist.Es wird Eltern geben die auch diesen Beitrag nicht übrig haben.Wie es in diesem Fall gehandhabt wird weiss ich nicht.

Edit:Ich muss mich korrigieren.Die Bedingungen haben sich geändert.Die Teilnahme ist nunmehr freiwillig und für ALG2-Empfänger kostenfrei.

http://www.kulturstiftung-des-bundes.de/main.jsp?applicationID=203&languageID=1&articleID=3044
 
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Melodicus

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Und: Es zeigt eine relativ geringe Akzeptanz bei den Eltern. Stichwort Muslime. Grade im Ruhrgebiet mit teilweise hohem Anteil von Muslime, stellt diese Bevölkerungsgruppe ein Problem dar: Muslimische Eltern wollen nicht, dass ihre Töchter ein Instrument lernen (ebensowenig dass sie Sport treiben sollen, Schwimmen oder Fahrradfahren lernendürfen oder dergleichen).
LG Atra
Auf die Gefahr hin, mich politisch unkorrekt zu äußern, aber ich lasse jetzt mal ein wenig Dampf ab: Wenn ich sowas lese/höre, könnte ich k......
(Geht nicht gegen dich, Atra!!!)
Wir sind in Deutschland noch (NOCH, derzeit noch) KEIN muslimisches Land! Und ich finde es unerträglich, mit welchem ständigen, vorauseilenden Gehorsam auf diese unfaßbar intoleranten, engstirnigen, weltfremden und oft genug menschenfeindlichen Leute im extremen Übermaß Rücksicht genommen wird! Wenn die Jugend in unseren Schulen an Kunst/Kultur/Musik herangeführt und dafür begeistert werden kann, so finde ich das großartig, und wenn diese Herrschaften das wieder mal nicht wollen, sollen sie es lassen (und meinetwegen wieder auswandern).
Sorry, das mußte mal raus.

Rein sachlich sehe ich natürlich auch das Problem, daß Klaviere relativ teuer sind, groß, daß es ohne Investitionen nicht geht.
/Sarkasmus on: ein Land, das zur vermeintlichen Beseitigung einer Welt-Finanzkrise eine Abwrackprämie von Milliarden finanziert, hat natürlich für Schulen und alles drumherum zu wenig Geld:evil: /Sarkasmus off
 
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Atra

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Auf die Gefahr hin, mich politisch unkorrekt zu äußern, aber ich lasse jetzt mal ein wenig Dampf ab: Wenn ich sowas lese/höre, könnte ich k......


Rein sachlich sehe ich natürlich auch das Problem, daß Klaviere relativ teuer sind, groß, daß es ohne Investitionen nicht geht.
/Sarkasmus on: ein Land, das zur vermeintlichen Beseitigung einer Welt-Finanzkrise eine Abwrackprämie von Milliarden finanziert, hat natürlich für Schulen und alles drumherum zu wenig Geld:evil: /Sarkasmus off
Weisste, mir kommt da auch manchmal die Galle hoch.
Gerade die Brennpunktschulen bekamen sehr viele Gelder für JeKi, die "gut betuchten" Stadtteile (ja wir leben auch in so einem), stiegen z.B. erst 2 Jahre später bei JeKi ein (weil die Kinder lernen da ohnehin ein Instrument udn der Bedarf ist nicht so gegeben). Und es zeigt sich eben, dass die Akzeptanz an Brennpunktschulen äusserst gering ist, anders als in den "besseren" Stadtteilen.

Und natürlich: Für einen Teil der Abwrackprämie hätte man eine Menge in Bildung und Schulen investieren können. Aber das hat für die Politiker ja keine unmittelbaren Vorteile. Denn wer in bildung etc. investiert, erntet meistens nicht selber. Das tun nachfolgende Politikergenerationen.
Politiker investieren lieber in Dinge, die kurzfristigen (Wahl)erfolg versprechen....

LG Atra
 
violapiano

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Generell frag ich mich bei diesem Projekt allerdings, ob es Sinn macht, in der Form jedem Kind zu einem Instrument zu verhelfen.

Es macht wenig Sinn, wenn die Eltern es nicht dabei unterstützen. Also muss man auch die Eltern bearbeiten, um die Kinder zu erreichen. Wenn man die Eltern nicht mit ins Boot bekommt, hat die Aktion wenig Erfolgschance.
Sicherlich sind soziale Bennpunkte mit hohem Anteil an Muslimen ein oft Problem, müssen es aber nicht generell sein. Ich finde es immer schwierig, mancherorts auftretende Schwierigkeiten zu verallgemeinern.

Vllt ist es gut, in einem Blockunterricht Kindern die Instrumente zu demonstrieren und Gelegenheit zum Probieren zu geben, wenn eine Neigung besteht. Jedes Kind könnte dann einige Probestunden nehmen und sehen, ob es Spaß haben würde daran. Denn: was bringt Zwang? Ich meine, nur aus freiem Willen macht es Sinn, sich tiefergehend mit Musik zu befassen. Sonst wird sie einem eher verleidet.

Wir hatten in meiner Schule eine Schulviola, auf der ich auch angefangen habe zu lernen, das erste Jahr. die Musiklehrer konnten die Instrumente an interessierte Schüler verleihen. Ich bekam das Instrument ganz unverbindlich zur Probe und bin dabei geblieben. Nach einem Jahr musste ich sie wieder abgeben. als ich anfing, habe mir ausdrücklich erbeten, mit dem Spielen wieder aufhören zu können, wenn ich gewollt hätte. Das fand ich gut.

Wenn man ganz viele Insturmente anschafft, können es keine guten sein. Und es ist doch schon zum Scheitern verurteilt, wenn man auf so einer Zigarrenschachtel spielen muss, was soll einen da anrühren?:confused:
Schlechtes Material ist einfach kontraproduktiv, deshalb finde ich, weniger ist mehr, Leihinstrumente, die auf Zeit vergeben werden an Schüler, die wirklich wollen.

Besonders Tasteninstrumente sind ein erheblicher Kostenfaktor. Deshalb glaub ich kaum, dass es möglich sein wird, jedem Schüler ein eig. Instrument zu ermöglichen, an dem es auch Freude haben kann.

Ich hoffe, ich werde nun nicht gescholten, weil meine Aussagen klingen mögen wie ein elitärer Gedanke, aber man muss einfach sehen, wie hoch Mittel sind und wie man am besten junge Menschen effektiv interessiert.
 

Sesam

Sesam

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off topic

Auf die Gefahr hin, mich politisch unkorrekt zu äußern, aber ich lasse jetzt mal ein wenig Dampf ab: Wenn ich sowas lese/höre, könnte ich k......
(Geht nicht gegen dich, Atra!!!)
Wir sind in Deutschland noch (NOCH, derzeit noch) KEIN muslimisches Land! Und ich finde es unerträglich, mit welchem ständigen, vorauseilenden Gehorsam auf diese unfaßbar intoleranten, engstirnigen, weltfremden und oft genug menschenfeindlichen Leute im extremen Übermaß Rücksicht genommen wird! Wenn die Jugend in unseren Schulen an Kunst/Kultur/Musik herangeführt und dafür begeistert werden kann, so finde ich das großartig, und wenn diese Herrschaften das wieder mal nicht wollen, sollen sie es lassen (und meinetwegen wieder auswandern).
Sorry, das mußte mal raus.
:shock:

In deiner Aufzählung hast du vergessen, dass alle Muslime nach Knoblauch stinken.

LG, Sesam

P.S.: http://www.youtube.com/watch?v=aHM_z-XLvQg
http://www.youtube.com/watch?v=sK6VySzddPY&feature=related
 
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Atra

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:shock:

In deiner Aufzählung hast du vergessen, dass alle Muslime nach Knoblauch stinken.

LG, Sesam

P.S.: http://www.youtube.com/watch?v=aHM_z-XLvQg
http://www.youtube.com/watch?v=sK6VySzddPY&feature=related
Ich finde diesen Beitrag äusserst kontraproduktiv.
So nach dem Motto, nicht sein kann was nicht sein darf.

Ich wohne mitten drin im Ruhrgebiet und kenne die Probleme (nicht nur mit JeKi). Und JeKi ist ein regionales Projekt - nämlich für das Ruhrgebiet. Es soll jetzt allmählich ausgeweitet werden.

Und ja, es ist belämmert, wenn an Schulen die muslimischen Mädchen nichts dürfen: Kein Sport (die sind überwiegend an den Tagen krank wo Sport oder Schwimmen auf dem Stundenplan steht), keine Klassenausflüge (auch plötzlich krank), keine Klassenfahrten, kein Fahrradfahren (Fahrradprüfung, könnte ja die Jungfräulichkeit beschädigen), keine Kindergeburtstage bei Mitschülern. Und eben auch kein Musikinstrument!

Das hat mit einem unsachlichen Kommentar von wg. Knoblauch nichts zu tun, sondern da werden in unsere Mitte Kinder großgezogen und dabei werden systematisch Menschenrechte verletzt (Recht auf Bildung, Recht auf Freiheit). Und wer das mal ausspricht, gilt dann sofort als Rassist oder Fremdenfeindlich.

Natürlich gibt es in den Brennpunkten auch massives Desinteresse bei andderen Eltern. Wir haben hier teilweise Grundschulklassen, wo über 75% der Eltern Hartz4-Empfänger sind. Viele völlig desinterressiert an ihren Kindern, Etlern oft Alkoholiker oder sonst irgendwie lebens- und erziehungsuntauglich.
Und JeKi scheitert da gnadenlos. Da müsste man mit völlig anderen Ansätzen ran.
Und da ärgert es mich dann schon, dass da Geld reingepulvert wird.

LG Atra
 
D

DoctorGradus

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Bitte den Ball mal flach halten. Ich finde das ist kein Thema um in sarkastischen Tiraden zu versinken.

Sicherlich gibt es jede Menge Probleme, die angesprochene Akzeptanz unter den Eltern, "konkurenz" durch niederschwelligere Zeitvertreibe wie Computer, Fernsehen. Aber genau darin liegt doch auch eine gewaltige Chance von Jeki. Mit Musik die Kinder ermutigen und stärken und fit machen, auch gerade in rauher umgebung.

Letztes Jahrhundert gab es ähnliche Bestrebungen aus der Arbeiterschicht, mit Musikvereinen und Akkordeongruppen etc., damals nicht unbedingt auf einem unerschwinglichen Klavier, sondern auf leistbaren, einfachen Instrumenten. Das Bedürfnis zu musizieren ist denke ich mal schon da.
 
violapiano

violapiano

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stimmt, Du hast recht.
Kommen wir wieder zum Thema und bleiben sachlich.:)
Wäre schade, den thread in Sarkasmus und Ironie versanden zu lassen.

Ich bezweifle, dass man mit JeKi alle unter einen Hut bekommen kann.
Man muss das Beste draus machen.
 
U

ulfradlof

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JeKi=Pfusch

Ich halte JeKi für einen gut gemeinten, aber fachlich nicht fundierten Versuch, sich des Instrumentalunterrichts zu bemächtigen. Musik soll sooo viel leisten können. Kinder besser machen, Gewalt verhindern und Gefängnisse weniger notwendiger machen ( Otto Schily " ...Wer Musikschulen schließt gefährdet die innere Sicherheit..."): Das ist so profan gedacht, wie JeKi auch. Ich sammle seit einigen Wochen Erfahrungen im Gruppenunterricht im Fach Gitarre. Auf Drängen der Musikschule werde ich dann noch eine Ausbildung für den Klasenunterricht ranhängen. Ich weis aber jetzt schon, das das nichts bringen wird. Bei 20 Instrumenten in der Klasse, dauert das Stimmen von diesen Sperrholzkrücken allein schon 20 Minuten. Wem soll ich denn da noch auf die Finger schauen können, geht nicht. Punkt. JeKi ist eine Aktion, die den Einzelunterricht am Instrument schwächen wird. Die Folgen sind jetzt schon an vielen Musikschulen zu beobachten. Das Niveau sinkt rapide, der Run auf Gruppenunterricht und Klassenunterricht steigt. Die Anmeldungen im Einzelunterricht gehen zurück. Mein Instrument , die Gitarre ist ja das Lieblingsopfer von JeKi. Total angesagt, schon für 99 Euro bei Thomann zu haben und in der Praxis gern vorgeführt. ( Zehn Kinder spielen der Kuckuck und der Esel, enstimmig, nach zwei Jahren Gruppenunterricht, alles schon gesehen. Die Omas waren total hin und weg.) Wie ich oben schon geschrieben habe, ist das Pfusch und nichts anderes. Lasst die Kids lieber hören und genießen lernen. Wir brauchen mehr gutes Publikum!
Hier ist mein Projektvorschlag: Jedem Kind zwei gesunde Ohren und den Sinn für Musik. Ulf.
 
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Atra

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Ich halte JeKi für einen gut gemeinten, aber fachlich nicht fundierten Versuch, sich des Instrumentalunterrichts zu bemächtigen.
JeKi sprang vor allem in die Bresche der offenen Ganztagesschule, die ja eigentlich ein fachlich ansprechendes Angebot für die Kinder im Nachmittag bereithalten sollte. Es zeigte sich aber schnell, dass die Träger (überwiegend AWO bzw. Caritas) nicht viel mehr als eine bessere Verwahrung anbieten. Gerade in den Brennpuntken hatten die Eltern kein Interesse die (meist kostenpflichtige) Zusatzangebote am Nachmittag zu bezahlen. Da kam JeKi grade recht um die Nachmittagsbetreuung aufzupimpen. Ich glaube manchmal, es geht der Politik gar nicht daraum den Kindern vernünftig Musik beizubringen, sondern dass auf dem Papier eben steht, dass den Kindern was beigebracht wird. Die armen Musiklehrer vor Ort müssen gucken wo sie bleiben.
Ich weiß von einer Schule da hat man Kinder mit Klarinette und Oboe in eine Gruppe gesteckt (ist ja quasi das Gleiche) und der Lehrer kann aber nur Klarinette und muss sich jetzt damit durchschlagen (Der Oboenlehrer hatte das Handtuch geworfen und soviele Lehrkräfte für Oboe gibt es nicht).

Ist schon lustig was da so manchmal abgeht.

Prinzipiell fand ich JeKi eine tolle Sache, aber es läuft jetzt 3 Jahre in unserer Stadt und entwickelt sich mehr und mehr zum Rohrkrepierer.

LG Atra
 
violapiano

violapiano

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Ich finde, dass Gruppenunterricht in großen Gruppen am Instrument wenig bringt, zum Kennenlernen und interessieren mag es ja genügen, aber dann müsste besser unterrichtet werden, in Kleingruppen oder Einzelunterricht.
Meine Neffen haben zwei Jahre ein Instrument statt Musikunterricht gelernt, das war an deren Schule möglich.
Allerdings bietet der Gruppenunterricht einfach nicht den Raum, um die Basics im Spielen zu erlernen, so dass weiterführender Unterricht eigentlich über fast einen Neubeginn laufen muss, wenn er nicht zu Frust führen soll.

Ich habe mit dem einen die Basics an der Bratsche trainiert, er ist auch besser als die anderen, die nur Gruppenunterricht hatten. und trotzdem merkt er jetzt, dass er noch viel lernen muss, und wie wichtig die Grundlagen sind. Denn will er Orchester spielen, so reicht sein Können dafür noch nicht.

Allerdings wird der Gruppenunterricht in Japan ja viel praktiziert, nach der Suzuki- Methode, so weit ich weiß. Und dort funktioniert es irgendwie. Vielleicht sind die Schüler einfach konzentrierter dabei und haben eine andere Lernhaltung.:confused:
 
 

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