Ibach: Kauf aus Konkursmasse seriös?

T

Ton8

Dabei seit
März 2009
Beiträge
4
Reaktionen
0
Hallo,

bin als Wiedereinsteiger nach 15 Jahren auf der Suche nach einem Klavier.
Nun bin ich beim surfen auf Ibach-Klaviere gestoßen und habe mir diese heute bei dem Händler angeschaut. Er hat viele Ibach-Klaviere aus der Konkursmasse aufgekauft, und verkauft diese nun. Bpsw. bietet er ein Modell 118 Elegance für ca. € 7.500,- an, angebl. aus deutscher Produktion. Leider sind die Instrumente kaum gestimmt, so daß das Hörerlebnis vor Ort nicht eindeutig war. Im Vergleich zu den "gebrauchten" (ca. 30 Jahre alten) U1 und U3 dieses Händlers war der Klang allerdings um einiges voller und wärmer.
Kann mir jemand sagen, ob solche Angebote grundsätzlich seriös sind, d.h. ob man ein ehemals hochpreisiges Markenklavier wie Ibach so kaufen kann?

Danke für feeedback / Erfahrungen!
Ton8
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
M

Melodicus

Dabei seit
Nov. 2007
Beiträge
393
Reaktionen
1
Ibach war immer ein sehr seriöser guter deutscher Hersteller. Soweit ich weiß, haben die letztes Jahr die Produktion von Klavieren eingestellt. Aber nicht als Konkurs, oder gar wegen der Qualität, sondern weil die Konkurrenz zu groß, der Markt umkämpft, und die asiatischen Billigklaviere zu billig sind. Grundsätzlich ist meines Wissens also nix gegen Ibach zu sagen.
Allerdings sollte ein seriöser Händler ein Klavier stimmen, wenn er es verkaufen will. Wie soll man denn sonst beurteilen, ob einem das Klavier wirklich gefällt? Wollen die nicht? Kann man mit denen darüber reden?
 
T

Ton8

Dabei seit
März 2009
Beiträge
4
Reaktionen
0
Hallo Melodicus,
vielen Dank für die schnelle Antwort und die sehr gute Frage am Ende - das Angebot hat sich damit für mich erledigt, weil ich für diesen Betrag nicht die Katze im Sack kaufen möchte:
In diesem Laden (bzw. Lager) stehen einige Hundert Klaviere - und das Haus beschäftigt angebl. nur 1 Klavierbauer, der sich um die Stimmung der auszuliefernden Geräte kümmert. Allerdings werden die Klaviere bei diesem Händler lediglich VOR der Spedition an den Kunden gestimmt, nicht nach Lieferung/Aufstellen vor Ort. Der Käufer ist angehalten, sich selber um einen Klavierstimmer zu bemühen (und ihn auch zu bezahlen).
Werde weitersuchen...
Viele Grüße
Ton8
 
M

Melodicus

Dabei seit
Nov. 2007
Beiträge
393
Reaktionen
1
Schade um die schönen Ibach-Klaviere :(

Wieso kauft jemand erst so viele ein, und macht dann nix draus. Seltsames Geschäftsgebaren...
 
T

Ton8

Dabei seit
März 2009
Beiträge
4
Reaktionen
0
... es gibt eine Fortsetzung: Auf meine Absage hat der Händler überraschend eine Stimmung des Intruments angeboten. Nächste Woche sehen wir weiter. Entweder wird es ein Schimmel T 116 oder dieses Ibach Elegance 118, die Preise sind sehr änhlich.
Vielen Dank nochmal!
 
H

h.h

Dabei seit
Apr. 2007
Beiträge
294
Reaktionen
19
Ibachs sind toll.

Warum stimmt ein Händler erst nach Absage Verkaufsinstrumente?
Zu teuer?
Kaufen Kunden sowieso also warum die Mühe machen?
 
M

Melodicus

Dabei seit
Nov. 2007
Beiträge
393
Reaktionen
1
... es gibt eine Fortsetzung: Auf meine Absage hat der Händler überraschend eine Stimmung des Intruments angeboten. Nächste Woche sehen wir weiter. Entweder wird es ein Schimmel T 116 oder dieses Ibach Elegance 118, die Preise sind sehr änhlich.
Vielen Dank nochmal!
Ist ja schon mal ein Fortschritt. Allerdings: wenn er schon so viele Ibachs da stehen hat, warum nicht wenigstens 2-3 stimmen???? Dann hast du und die nächsten Interessenten wenigstens eine Auswahl und können vergleichen.
Ist der Mensch nur "Händler von Ware" oder hat der auch Ahnung von Klavieren?
 
K

Klavierbauermeister

Dabei seit
Jan. 2008
Beiträge
1.951
Reaktionen
702
Die Instrumente standen jahrelang eingelagert unter widrigen Umständen bei dem auf betrügerische Art insolvent gewordenen Musikhaus in Kaufbeuren. Jetzt stehen diese Klaviere seit Jahren bei diesem anderen Händler ganz in der Nähe davon. Bei der Versteigerung vor einigen Jahren wollte das Zeug niemand und da waren viele Fachleute vor Ort. Die Hersteller verweigern auch die Garantie dafür.
 
A

AndyT

Dabei seit
März 2009
Beiträge
43
Reaktionen
0
Das gibt natürlich zu denken.

Vielleicht tauchen die bald in der 'Klavierhölle' wieder auf, mit 5jähriger Garantie selbstredend ;-)

Würde empfehlen, zur erneuten Besichtigung einen Klavierbauer mitzunehmen... (oder zumindest mal beim Verkäufer anzufragen, ob er was dagegen hat ;-) )

Schöne Grüße,
Andreas
 
K

Klavierbaumeister

Dabei seit
Jan. 2008
Beiträge
1.327
Reaktionen
188
Vielleicht tauchen die bald in der 'Klavierhölle' wieder auf, mit 5jähriger Garantie selbstredend ;-)
Na, dafür sind die schon noch zu gut.
Es gibt bei diesen Ibachs sicherlich auch keine gravierenden Schäden, man muss aber einfach wissen, dass diese Instrumente aus der Kronenberg-Insolvenz NICHT wie angegeben neu sind und sicherlich aufgrund der Lagerung und Umtransporte in den letzten Jahren einen erheblichen Wartungsstau haben.

Die Insolvenz ist nun auch schon ein paar Jahre her und viele der Instrument waren schon vorher Ladenhüter.

Vom Zustand dürften die Instrumente etwa 5-10 Jahre alten Gebrauchtinstrumeten von privat entsprechen, insofern relativieren sich die Preise doch sehr.
 
T

Ton8

Dabei seit
März 2009
Beiträge
4
Reaktionen
0
Vielen Dank für den hintergründigen input.
Ein Klavierbauer aus meiner Stadt würde mich zwar begleiten, er warnte mich aber vor zu hohen Erwartungen an die Instrumente in den Verkaufsräumen dieses Händlers (frappierend, dass jeder die Hintergründe kennt?!).
Aber wenn ich Gutachterbegleitung, Stimmung zu Hause, Intonation etc. zusammenrechne, dann kann ich auch ein neues Klavier aus deutscher Produktion regulär im Fachgeschäft kaufen - und das werde ich wohl auch besser tun.
 
 

Top Bottom