Grigori Sokolov

Dieses Thema im Forum "Werke, Komponisten, Musiker" wurde erstellt von schmickus, 4. Feb. 2014.

  1. gubu
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    gubu Guest

    :puh: "Poesie" und "wohlkonstruiert" ?

    Wenn das ein Abbild Deines Musikverständnisses, lieber DreikLang ist, wundert mich gar nix mehr.....
     
  2. Tastenfrau
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    Tastenfrau

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    März 2013 in München - war ich hingerissen von Sokolovs Spiel. Begeisterung die ich vielleicht seit Svjatoslav Richter nicht empfunden habe. Die "Hammersonate" von Beethoven - absolut vollkommen, unglaublich toll. Seine technische Leichtigkeit, Musikalität, eifach alles - ich saß wie verzaubert da. :super:

    März 2014 in München - vielleicht war die Erwartung sehr hoch, aber ich fand, dass er es sich zu leicht gemacht hat. Konzert fing (wie immer) 15 Minuten zu spät an, die Pause dauerte über eine halbe Stunde. Der zweiter Teil waren "nur" Mazurken von Chopin - nicht das an denen was auszusetzen war, aber ich habe schon auf etwas ganz besonderes gehofft, irgendein Rosinchen. Ich weiß es nicht, es war wirklich eine tolle Darbietung, es stimmte alles, er ist nun mal ein Ausnahmepianist, für mich immer noch Nr. 1 heute. Aber dieses Konzert wurde (meiner Meinung nach) seinem Ruf und Können nicht gerecht.:-(
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Apr. 2014
  3. Dreiklang
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    Dreiklang

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    Ne - das ist ein Abbild meines Literaturverständnisses (frag rolf - er kennt sich mit Literatur aus, und wird mir sicher beipflichten)
     
  4. gubu
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    gubu Guest

    Literaturverständnisses ?:cry2: .....Noch schlimmer. Rolf wird Dir nen Marsch blasen ! :-)
     
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  5. rolf
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    rolf

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    das wäre zwar dringend nötig, ist aber hoffnungslos...
    ...denn das trisonische Nutzerbild zeigt den Beginn der Ondine...
     
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  6. Dreiklang
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    Dreiklang

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    pssssst.... :geheim:doch nicht verraten.... :cry2:... aber nach unzähligen Hinweisen und Winks mit dem Zaunpfahl bin ich dem Geheimnis Deines Nutzerbildes schon nähergekommen... :-)

    [​IMG]
    ...:-)
     
  7. lavendel
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    lavendel

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    Das ging mir in Köln genauso. Es gibt bei mir ein paar Pianisten, da verdrehe ich die Augen und versuche unbedingt, in deren Konzerte zu kommen. Sokolov gehört(e) dazu. Aber das Konzert am Montag hat mich einfach entäuscht. Hängt sicher (auch) mit dem Komponisten zusamnmen, aber nicht nur. ICH fand das ziemlich uninspiriert gespielt (nicht, dass ich es besser könnte!!!), aber im zweiten Teil ein Haufen netter (nett anzuhörender) Melodien hintereinander gereiht, ohne große Höhepunkte, ohne Dramatik. Nett eben. Aber mehr auch nicht. Und ob ich davon noch vier oder sechs weitere höre, macht mir den Abend auch nicht schöner. Da geht es mir genauso wie Tastenfrau oben. Noch ein Abend Chopin mit Sokolov würde ich mir bei meiner ohnehin knappen Zeit kein zweites Mal mehr antun.

    Und noch zum Thema Unhöflichkeit: Wenn Sokolov eine knappe Viertelstunde zu spät anfängt, kräht keiner der Fans (und Clavioten) danach - der TASTENGOTT darf das. 2.000 Leute (oder wieviele gehen in die Philharmonie?) warten zu lassen ist völlig OK. Aber wenn man um 21:55 Uhr beim Schlussapplaus geht (bei einem Konzert, das im Programm bis 21.30 Uhr angekündigt war), noch dazu vom Stehplatz, den man schon aus Höflichkeit nach der Pause eingenommen hat, um in diesem Fall nicht zu stören, dann ist das unhöflich. Was ist das denn für zweierlei Maß bitte schön? Und selbst wenn es nicht vom Stehplatz wäre. Verbindlichkeit und Höflichkeit gilt für beide Seiten.

    lavendel
     
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  8. Pianojayjay
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    Pianojayjay

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    Da muss ich Dir widersprechen, ich fand es unglaublich inspirierend, dass er den oftmals so vernachlässigten, meist nur als "Lückenfüller" verwendeten Mazurken einmal eine ganze Hälfte gewidmet hat! Er spielt sie ja auch immer wieder als zugabe, absolute Miniaturmeisterwerke. Gerade DAS fand ich unglaublich spannend!
     
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  9. pianovirus
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    pianovirus

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    Die Mazurken sind vollkommene Meisterwerke, sicher mit die persönlichsten unter Chopins Werken überhaupt, die ihn durch das ganze Leben begleitet haben. Noch Chopins letztes Werk ist eine Mazurka. Auch ich finde es wunderbar, dass Sokolov dieser Werkgruppe eine ganze Hälfte widmet.

    Was das Wesen eines Konzerts betrifft....ein Konzert ist für mich niemals eine profane "Dienstleistung", schon bei dem Wort graust es mich. Im besten Fall (und dazu zähle ich etwa den Sokolov-Klavierabend in Freiburg, den ich erleben durfte) ist es ein die Realität transzendierendes, ja, eigentlich ein sakrales Gemeinschaftserlebnis. Ob dies gelingt, hängt eben nicht nur vom Künstler ab, sondern ganz entscheidend auch vom Publikum. Wenn nach, oder schlimmer noch während, eines Konzertes (die Zugaben sind natürlich Teil davon) massenhaft Leute herausrennen, stört das dieses Erlebnis nicht nur für diese Leute selbst, sondern eben auch für den Rest des Publikums und für den Künstler. Treffender als im von alexius gebrachten Lugansky-Zitat kann man es eigentlich nicht ausdrücken:
    "Falls man zum Konzert geht, um sich zu entspannen und zu beruhigen, ist das kein guter Zuhörer. Ein gutes Publikum kommt, um mit dem Künstler etwas höheres und bedeutsames zu schaffen."
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Apr. 2014
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  10. Marlene
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    Marlene

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    Möglicherweise kann man den verspäteten Beginn des Konzerts nicht Herrn Sokolov zum Vorwurf machen. Denn von meinem Platz aus konnte ich fast jeden Block sehen. In den Blöcken hinter B und E waren nach 20:00 h noch etliche Besucher auf den Beinen um ihre Plätze zu erreichen. lavendel, von Deinem Sitzplatz aus war diese „Völkerwanderung“ vermutlich nicht zu sehen.

    Ob nun Herr Sokolov später begonnen hat weil etliche Besucher nicht rechtzeitig die Philharmonie erreichen konnten oder ob die Besucher noch eingelassen worden sind, weil Herr Sokolov sich verspätet hat, kann ich nicht beurteilen. Aber ich vermute er hat später angefangen damit alle in Ruhe ihre Plätze nehmen konnten.
     
  11. Tastenfrau
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    Tastenfrau

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    Leider ist das eine Art Markenzeichen von ihm - seine Konzerte fangen immer 15 Minuten später an. :-|
     
  12. Marlene
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    Marlene

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    Wenn es so ist (ich weiß es nicht mehr wie es voriges Jahr und das Jahr zuvor gewesen ist), dann stimme ich lavendels diesbezüglicher Aussage zu.
     
  13. Tastenfrau
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    Tastenfrau

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    Für das Konzert, dass ich 2013 in München erleben durfte, waren mir sogar die 15 Minuten egal. Es war eine Offenbarung, es spielt hier immer im Herkulessaal - tolle Akkustik, aber wenig Zuschauer, der Saal ist klein. Er hätte bestimmt auch die Philharmonie voll bekommen, aber er legt Wert darauf in Herkulessaal zu spielen. (Die Akkustik bei uns in Philharmonie ist nicht die beste.) Das rechne ich ihm hoch an. :heilig:
    Die "Hammersonate", die er letztes Jahr gespielt hat (die gilt ja als unspielbar), mir fehlen die Worte - es war grandios. Ich weiß, dass diese Sonate werde und brauche ich nicht von jemandem anderen hören. Sokolovs "Hammersonate" kann keiner übertreffen.

    Vielleicht deswegen war die Entäuschung heuer ... :-(
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Apr. 2014
  14. schmickus
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    schmickus Guest

    Dafür, dass sie "als unspielbar" gilt, wird die Hammerklaviersonate überraschend häufig gespielt ...
     
  15. Tastenfrau
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    Tastenfrau

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    Wenn man unter "spielen" eine mehr oder (öfters leider auch) weniger präzise Wiedergabe des beethovenischen Notentextes versteht, wird die Sonate tatsächlich häufig gespielt. :lol:
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Apr. 2014
  16. Dreiklang
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    Dreiklang

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    ... habe eine weitere sehr faszinierende Arbeit von Sokolov ausgegraben, dieses mal ist es eine Schumann-Sonate:



    viel Spaß beim Anhören ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Apr. 2014
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  17. Tastenfrau
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    Danke, Dreiklang!
    So etwas vermisste ich am 29.03.2014! :musik:
     
  18. jbs
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    jbs

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  19. Tastenfrau
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    Tastenfrau

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    Also, in München scheint es dasselbe Programm gewesen zu sein. h-moll und nach über 30 Min. Pause Mazurken (habe jede einzelne jetzt nicht überprüft). Wobei in München und, glaube ich, auch in Köln wurde das Programm bis zum letzt geheim gehalten. Unser Herkulessaal war trotzdem überfüllt bis zu letzten Ecke...
     
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  20. lavendel
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    lavendel

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    Das war in Köln auch so. Eine Lehre fürs nächste Mal ... Es gibt ja den einen oder anderen Interpreten, der daraus bis zuletzt ein Geheimnis macht (Krystian Zimerman ist wohl auch so einer). Ich weiß auch nicht, ob das so klug ist. (Im übrigen, wenn es dasselbe Programm schon vor einem Jahr gab, finde ich das äußerst kapriziös.)

    Ich habe mittlerweile gelernt, dass ein Interpret, den man "eigentlich" sehr schätzt, durchaus auch sehr enttäuschen kann. Diesmal war es bei mir Sokolov, vor einiger Zeit Buchbinder. Das lässt beim nächsten Mal also durchaus nachdenken, ob man bei der ersten Ankündigung, dass Herr XY spielt, losläuft, um unbedingt eine Karte zu ergattern.

    lavendel