Fragen zu meinem Lehrer und dem Notenlesen


cwtoons
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Allerdings, in der Tat, Notenschreiben schadet nicht. :013:

Was Du aber wg. Deiner noch bisher geringen Erfahrung nicht einschätzen kannst: das Schreiben von Noten zwingt einen dazu, sich sehr intensiv mit den wichtigsten Merkmalen von Tönen auseinander zu setzen: mit der Tonhöhe und mit der Tondauer. Damit steht und fällt das gesamte Notationssystem. Und wenn man das nicht kapiert, wird das Notenlesen immer eine etwas naive Betrachtungsweise von schwarzen Pünktchen und schwarzen Strichen bleiben.

Und mit Notenschreiben meine ich nicht das Abmalen von Tönen. Ich meine damit das Aufschreiben einer Melodie oder auch nur eines Rythmus', den man im Kopf hat. Noten auf fünf Linien abzählen kann jeder. Das ist nicht Notenlesen.

CW
 
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DennisT2303
DennisT2303
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Allerdings, in der Tat, Notenschreiben schadet nicht. :013:

Was Du aber wg. Deiner noch bisher geringen Erfahrung nicht einschätzen kannst: das Schreiben von Noten zwingt einen dazu, sich sehr intensiv mit den wichtigsten Merkmalen von Tönen auseinander zu setzen: mit der Tonhöhe und mit der Tondauer. Damit steht und fällt das gesamte Notationssystem. Und wenn man das nicht kapiert, wird das Notenlesen immer eine etwas naive Betrachtungsweise von schwarzen Pünktchen und schwarzen Strichen bleiben.

Und mit Notenschreiben meine ich nicht das Abmalen von Tönen. Ich meine damit das Aufschreiben einer Melodie oder auch nur eines Rythmus', den man im Kopf hat. Noten nur auf fünf Linien abzählen kann jeder. Das ist nicht Notenlesen.

CW
Ich habe vor kurzem mal "Fields of Gold" von Sting so ein bisschen improvisiert/nach Gehört gespielt. Ich werde mal versuchen, das aufs Blatt zu bringen :-D
 
cwtoons
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Wer will, kann ja gerne mit der Hand schreiben.

Das hat aber zwei Nachteile: eine Handschrift kann schlecht lesbar sein und damit auch schlecht spielbar sein - Typ Sauklaue. Wer will denn so etwas spielen? Ich habe noch keinen einzigen gut lesbaren handschriftlichen Notentext gesehen, nur Notenreihen, die aussehen wie eine Gespensterallee.
Zweitens - wurde schon erwähnt - spielt ein Notensatzprogramm einem auch auf Kommando vor, was man da geschrieben hat. Das ist eine prima Kontrolle.

Nur einfach zum Selbstzweck per Hand schreiben finde ich sinnlos.

CW
 
Albatros2016
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Bezüglich "vom Blatt" spielen und üben desgleichen bin ich gerade in Gerhard Mantels Buch "Einfach üben: 185 unübliche Überrezepte für Instrumentalisten" über folgenden Absatz gestolpert.


Ein guter Blattspieler verfügt über eine Art »Ultra-Ultra- Kurz-zeitdächtnis«: Seine Augen müssen dem erklingenden Text immer voraus sein. Dies bedeutet, dass er auf zwei zeitlichen Ebenen gleichzeitig agiert, auf der Leseebene und auf der Spielebene.

Um Blattspiel systematisch zu üben, gibt es drei Modi – in drei Befehlen ausgedrückt:

• Spiele keinen falschen Ton, egal wie der Rhythmus aussieht.

• Spiele ein gnadenlos gleichmäßiges Metrum, ohne Rücksicht auf falsche Noten oder sogar falsche einzelne Rhythmen.

• Spiele einen gnadenlos richtigen Rhythmus, egal welche falschen Töne oder welches Tempo dabei entstehen.

Das Tempo sollte der Aufgabe natürlich angepasst sein. Zum Üben lieber falsche Noten spielen, als am Text hängen bleiben! Gelernt werden soll eine immer vollständigere Erfassung des Texts; ohne sehr viele Fehler ist dieser Lernprozess unmöglich.

Rezept 159
Blattspiel erfordert den Erwerb eines großes Arsenals von visuellen und motorischen Superzeichen. Dies kann nur bei großzügiger Fehlertoleranz geschehen. Methode: Learning by doing (je früher im Leben, desto besser)!

@DennisT2303 , ich möchte dir 2 Sätze aus obigem Zitat sehr ans Herz legen.

- Ohne sehr viele Fehler ist dieser Lernprozess unmöglich
- Dies kann nur bei großzügiger Fehlertoleranz geschehen.

Erwarte also bitte nicht, dass du auch einfache Stücke schon fehlerfrei vom Blatt spielen können sollst und musst.
 
A
Alter Tastendrücker
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Ganz einfache Strategie (ich hab es hier schon mal erwähnt):
Aus einer Bibliothek 20 oder 30 verschiedene Anfänger Klavierschulen holen und eine nach der anderen von vorn bis hinten durchspielen. Gelegentlich innehalten und überlegen, weshalb dieses oder jenes Stück hier eingefügt wurde und bei einem zweiten Versuch etwas, was einem aufgefallen ist verbessern.
Klavierschulen haben den - nicht immer eingelösten - Anspruch progressiv zu sein, daher geht man bei diesem Verfahren im Schnelldurchgang vom Blatt mehrfach von Null aus und lernt eine Menge hoffentlich unterschiedlicher Ansätze Klavierspielen zu lernen kennen.
 
Tastatula
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Notenschreiben hat mir nie zur Erleichterung des Vomblattspiels geholfen.
Grundsätzlich muss man natürlich Noten kennen, um sich dem Prima vista anzunähern.
Aber Machen, Machen, Machen ist das Einzige, was richtig hilft.
Um es mit @hasenbein zu sagen: Peng! Aus! ;-)
 
 

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