Frage zu Fingerstärke

C

Chibo12345

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Hallo, ich spiele seit 4 Monaten und merke im Moment wie ich bei Stücken wie Arabesque von Burgmüller oder dem Bach Präludium in C teilweise Probleme mit der Fingerkraft habe.
Gibt es neben dem Hanon noch weitere Möglichkeiten um die Finger zu stärken? Ein weiteres Problem das ich habe ist dass der Ringfinger oft Probleme macht, sprich wenn ich die ersten 5 Töne schnell hochspiele hört es sich beim Mittel- und Ringfinger nicht flüssig an. Teilweise setzen Ringfinger und kleiner Finger auch ganz aus.
Für Hilfe bin ich dankbar.
Mfg
 
Andre73

Andre73

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Hi,

also ich spiel jetzt seit 2 Jahren etwa und kann Dein Problem aus meiner Erinnerung voll nachvollziehen.

Habe auch mit Arabesque angefangen, aus heutiger Sicht fand ich das nach 4 Monaten recht früh um das sauber hinzubekommen. Auch bei mir setzen 4/5 abundzu aus. Und sogar Hanon für die bösen Wurstfinger habe ich genutzt ;) Also recht vergleichbar.

Aus meiner Sicht war das Hauptproblem das fehlende Armgewucht, sobald ich 4/5 gespielt habe. Bei Daumen etc. habe ich mehr Armgewicht mitgenutzt als bei den schwachen Fingern, da ging der Arm wohl zur Entlastung automatisch in Schwebehaltung und dann sind 4/5 automatisch anders und setzen auch mal ganz aus.

Wegbekommen habe ich das über so Übungen, wo alle 5 Finger die Tasten nur mit dem Armgewicht unten halten und dann jeder Finger einzeln die Taste loslässt und wieder anspielt...mehrmals (anfangs recht schwierig).
Da merkst Du sofort dass 4/5 seltsam anders sind - ja weil sie schwächer sind und weil Du sie dadurch unbewusst entlastet hast. Zumindest wars bei mir so.

Dafür gibts auch Fessel-Übungen von Dohnanyi (Fingerübungen), aber dort kämpfe ich noch heute auch mit den einfachsten Übungen :) Die haben aber bei mir viel gebracht bzgl. des beschriebenen Problems.

Nach 2-3 Wochen merkst Du ein steigendes Bewusstsein für Armgewicht, evtl. sogar dass Du die Hand etwas rotieren musst etc. Mit der Zeit werden Finger auch automatisch stärker...erzwingen kann man das nicht. Täglich normal Stücke üben.


Mfg André
 
dilettant

dilettant

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Ich kann nicht glauben, dass Du ein Problem mit der Fingerkraft hast. Schon gar nicht beim C-Dur-Präludium. Du machst wahrscheinlich was falsch, aber Krafttraining für die Finger ist Quatsch. Du hast vermutlich eher ein motorisches Problem.

Kontrolliere Deine Handhaltung (lass Sie von Deinem KL kontrollieren - Du hast doch einen!?), bedenke, dass die Tasten nicht gedrückt, sondern angeschlagen werden.

Und wirklich, frag (D)einen KL!
 
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Roodol Foa Npadre

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Ich kann nicht glauben, dass Du ein Problem mit der Fingerkraft hast. Schon gar nicht beim C-Dur-Präludium. Du machst wahrscheinlich was falsch, aber Krafttraining für die Finger ist Quatsch. Du hast vermutlich eher ein motorisches Problem.

Kontrolliere Deine Handhaltung (lass Sie von Deinem KL kontrollieren - Du hast doch einen!?), bedenke, dass die Tasten nicht gedrückt, sondern angeschlagen werden.

Und wirklich, frag (D)einen KL!
Ich bitte dich, die tasten werden gedrückt.und zwar mit Verlagerung des Handgewichtes.
 
Klavirus

Klavirus

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Das hat weniger mit Kraft zu tun als mit Kontrolle. Übung: Finger einer Hand drücken 5 Tasten herab (oder zur Not auf Tischplatte), verschiedene Fingerkombis spielen (immer nur einen Finger anheben). Bei 4-5 merkt der Anfänger vermutlich schon, dass es nur mit viel Willenskraft oder gar nicht geht. Diese Problemkombinationen sind zu üben.
 
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Curby

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Ich kann mich nur DIlettant anschließen. Kraft ist der falsche Weg, die hast du genug.
 
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Wastlsepp

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Geschlagen werden hier nur Orgeln und unfolgsame Klavierschüler, die ihre Hanon-Übungen nicht machen wollen.
 
Peter

Peter

Bechsteinfan
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Ich denke auch, es hängt einmal mit der Beweglichkeit der Finger (nicht mit der Kraft!) und mit dem Gefühl für Armgewicht zusammen.
Für die Beweglichkeit wurden oben schon gute Übungen genannt. Für das Armgewicht: Hand entspannt auf die Tasten legen. Dann das Armgewicht auf einen einzigen Finger verlagern (als wenn man das Handgelenk aufstellen will). Dabei geht dann das Handgelenk nicht nach oben sondern die Taste nach unten. Das macht man mit jedem Finger. Alle anderen Finger bleiben auf den anderen Tasten liegen, ohne diese zu bewegen.

Eigentlich ist das weder Drücken noch Anschlagen sondern pure Gewichtsverlagerung, für die man null Kraft braucht.
 
dilettant

dilettant

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Ich bitte dich, die tasten werden gedrückt.und zwar mit Verlagerung des Handgewichtes.
Man kann es so oder so nennen.

Der Themenersteller hat den Begriff "drücken" ja auch gar nicht benutzt. Er fragte aber nach Möglichkeiten, die Finger zu "stärken", so als ginge es um fehlende Kraft. Und das ist beim C-Dur-Präludium definitiv nicht das Problem.

Ich wollte klarstellen, dass man den Ton nicht durch Druck auf die Taste erzeugt (man kann sie gar nicht richtig "drücken", sie gibt nämlich nach, bis sie am Tastenboden ankommt. Erst dann kann man Druck ausüben, aber da hat die Mechanik längst ausgelöst und der Ton erklingt schon). Der Ton wird nun mal durch Beschleunigen des Hammers (über die Taste) erzeugt. Es ist nicht mal notwendig, am Tastenboden überhaupt anzukommen. Ich finde deshalb Anschlagen treffender, aber man kann es auch drücken nennen, so lange klar ist, was man meint. Mit Anschlagen meine ich definitiv nicht, irgendwie von oben mit Schwung auf die Taste zu schlagen, obwohl man in der Tat auch das reininterpretieren könnte. Und natürlich gibt es auch Spielweisen, wo man Druck auf den Tastenboden ausübt, aber das ist ein anderes Thema.

Um ein Gefühl für das Beschleunigen der Taste und den Tastentiefgang sowie für das Rückkehrmoment der Taste zu bekommen, finde ich die erste Feuchtwanger-Übung sehr gut.

Vermutlich reden wir aber am Fragesteller vorbei. Er hat ja nicht nach direkt nach Kraftübungen gefragt. Er hat halt Probleme, mit dem Ringfinger überhaupt einen Ton zu erzeugen bzw. ihn so zu erzeugen, dass er sich in eine Sequenz gut einreiht. Wir sind uns offenbar einig, dass hier nicht Kraft, sondern motorische Kontrolle fehlt, und die muss man schlicht üben. Dafür sind Zeit und die richtigen Übungen nötig.

Hanon ist ja sehr unbeliebt, aber ich habe als Kind über lange Zeit jede Übeeinheit mit der ersten Hanon-Übung und mit Tonleitern begonnen, und glaube, dass diese beiden Übungen hier gar nicht schlecht sind. Andere mögen besser Übungen vorschlagen. Wichtig ist, wie man die Übungen ausführt, und hier kann wieder ein Lehrer am besten helfen. Aus meiner Sicht sollte die Hand relativ ruhig bleiben, das Armgewicht ruht auf dem Finger, der grade "unten" ist und wird zum Anschlagen bzw. Drücken der nächsten Taste auf den entsprechenden Finger verlagert (die Finger "laufen"). Das fällt dem zweiten und dritten Finger in der Regel leichter, und der vierte und fünfte lernen es durch die Übung.

Der Vorteil dieser Übung ist, dass das Problem (das hier ein rein motorisches ist) isoliert wird und man nicht gleichzeitig auf Phrasierungen usw. achten muss. Man kann sich auf das gleichmäßig {Anschlagen|Drücken} aller Töne konzentrieren.
 
 

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