Fitnesstraining für Pianisten


Demian
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Beim Klavierspielen geht es ja u.a. darum, den ganzen Körper organisch und zweckmäßig einzusetzen. Welche Fitnessübungen und Fitnessgeräte fördern und steigern diese körperlichen Fähigkeiten? Und gibt es Fitnessgeräte und -übungen, die Pianisten lieber vermeiden sollten?
 
Musikanna
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Ich bin seit über 10 Jahren beim Kieser Training, kann es nur empfehlen. Man muss aber gut darauf achten, nicht zu schnell zu viel zu steigern. Gerade die empfindliche Nacken- und Schultermuskulatur könnte sich sonst versteifen. Die Muskel sollten langsam und sanft an neue Belastungen geführt werden.
Und am besten Geräte ausschließen, bei denen man einen Griff mit den Händen braucht. Ich habe mittlerweile ein Programm, bei dem ich nur Geräte ohne Handeinsatz benutze und trotzdem alle Körperpartien trainiere.
Außerdem mache ich Yoga, vor allem wichtig für die Dehnung.
 
V
Viva la musica
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Mir wurde bei Schmerzen im Unterarm (wegen pianistischer Überbeanspruchung oder Falschbeanspruchung) der "herabschauende Hund" aus dem Yoga als Dehnübung ans Herz gelegt.

Gartenarbeit ist (bei mir) übrigens teilweise ganz schädlich fürs Klavierspielen. Da brauche ich dann einen Tag Pause dazwischen.
 
A
Alter Tastendrücker
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Spazierengehen! Von Rachmaninoff wird berichtet er habe gesagt: "I must walk; otherwise my fingers won't run."
 
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Tastatula
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Gerne haben Pianisten Probleme im Schulter - Nackenbereich. Es ist bestimmt grundsätzlich gut, für einen gesunden Körper zu sorgen. Ein geschmeidiger Muskelapparat kann natürlich geschmeidiger reagieren. Da Musizieren im Falle des Klaviers mitnichten nur eine Tätigkeit der Finger ist, ist jede Form von Gymnastik gewinnbringend.
Ich persönlich mache gerne vor Beginn meiner Probe Schulterübungen und allgemeine Aufwärmung.
Und ja, Gartenarbeit darf auch ich nur dosiert betreiben, aber dann ist sie auch gut.
 
S
Simon_Pianist
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Generell ist Muskeltraining gut, da es die für jedes Musizieren so wichtige Bewusstheit für den Gegensatz von Anspannung und Entspannung und die Koordination generell trainiert. In einem normalen Fitnessstudio kann man ruhig alles benutzen; vielleicht sollte auf schweres Bankdrücken lieber verzichtet werden, da die Belastung für die Handgelenke sehr groß ist ;)
 
Marlene
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A
Alter Tastendrücker
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Die Rameau CD besitze ich! Sehr fein!
 
hasenbein
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Nicht im Fitnessstudio Krafttraining machen, da dort auf isolierte Muskeltätigkeit hingezielt wird. Ist sowieso Geld- und Zeitverschwendung, wie ich andernorts schon schrub.

Weit besser: Calisthenics, also Eigengewichtsübungen, bei denen der ganze Körper gesamt-koordinativ involviert ist.

Gerade für ältere Menschen ist ein Krafttraining wichtig, um dem Muskelabbau entgegenzuwirken und weiterhin fit, munter und beweglich zu bleiben!

Wie schon gesagt wurde, sollte aber stets darauf geachtet werden, dass "Lockerheit" und Mobilität gleichermaßen gefördert/erhalten werden!
 
Klimperline
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Übungen, die dem langen Sitzen Ausgleich verschaffen, wie z.B. eine moderne Form der Wirbelsäulengymnastik, die sich um Kräftigung, Koordination, Dehnung, Lockerung, tiefe Muskulatur, Aufrichtung, Faszien, Gleichgewicht etc. kümmert. Zusätzlich fördert eine Ausdauersportart die Sauerstoffversorgung, die das Gehirn beim Klavierspiel gerne annehmen wird. Regelmäßiges schnelles Spazierengehen (Walking) sollte mindestens sein.

Vermeiden würde ich Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko oder Überlastungsgefahr von Schultern, Armen, Händen. Bergsteigen, Volleyball, Vollkontakt-Kampfsportarten, BMX... müssen also nicht unbedingt sein.
 

V
Viva la musica
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Ich habe mich gefragt, ob der oben beschriebene Klettertypi, also der mit dem Klimmzug, wohl Probleme mit dem Klavierspielen nach der Gartenarbeit hätte? Irgendwie glaube ich nicht, solche Typen haben ja selten mit irgendwas Probleme..
Also doch Krafttraining? Oder Klettern? Diese Kletterer haben ja immer tolle Unterarme und Finger. Ist das hilfreich zum Klavierspielen oder kontraproduktiv? Gibts Kletterer hier?
 
A
Alter Tastendrücker
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Klettern entwickelt die Haltemuskeln. Für die schnellen und präzisen Bewegungen der Pianisten sind vorwiegend andere Muskelfasern zuständig.
 
Klimperline
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Also doch Krafttraining? Oder Klettern? Diese Kletterer haben ja immer tolle Unterarme und Finger. Ist das hilfreich zum Klavierspielen oder kontraproduktiv?
Nun ja, du brauchst für das Klavierspielen nicht viel Kraft, viel wichtiger ist die Fähigkeit, vor allem die Hände sofort nach dem Anschlag entspannen zu können. Lockerheit und Koordinationsfähigkeit vor Kraft. Beim Klettern sehe ich die Gefahr, die Sehnen zusätzlich zu überlasten und zumindest direkt nach einer Klettertour dürfte der Tonus u.a. in der Unterarmmuskulatur so hoch sein, dass sich die Hände eher verspannt und steif anfühlen als locker.
Also dazu wäre es beim Klavierspielen sinnvoller, das Fenster zu öffnen.
Frischluftzufuhr ist natürlich hilfreich, vor allem dann, wenn der Körper durch das Ausdauertraining eine gute Sauerstoffaufnahmefähigkeit erworben hat. Ein moderates Ausdauertraining bringt viele Vorteile, die sich auf das Kavierspiel günstig auswirken können. Ein paar weitere Stichpunkte dazu:

- Durchblutung wird verbessert (Bildung weiterer Kapillaren, Blutgefäße bleiben elastisch...), wovon Muskeln und Organe wie z.B. das Gehirn profitieren (Konzentrationsfähigkeit und Verknüpfung der Gehirnzellen wird erhöht)
- Stresshormone (Adrenalin, Cortison) werden verringert
- Allgemeine Belastungsfähigkeit erhöht sich
 
Demian
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Danke für eure bisherigen Antworten.

Besonders interessant finde ich, dass

a) teilweise vom Greifen an Griffen abgeraten wird und

b) sowieso von Übungen, die das Handgelenk belasten.

Ist nicht das Entscheidende, zu erlernen, wie …

a) … das Greifen und Halten (das ja im Greifen impliziert ist) nicht zu Verkrampfung führt bzw. schnell wieder durch Lockerung „neutralisiert“ werden kann?

b) … Übungen, die das Handgelenk belasten, so ökonomisch eingesetzt werden, dass keine Schädigung entsteht? Immerhin lobt @hasenbein Liegestützen, die ja schon ziemlich aufs Handgelenk gehen.

Daran schließt sich übrigens noch folgende Frage an: Früher (90er) hieß es immer, Tennis sei schädlich für das Klavierspielen, weil das Handgelenk dabei fest gehalten werden muss. Gilt dieser Grundsatz noch immer? Ist nicht das Umschalten zwischen zwei verschiedenen Tätigkeiten das Entscheidende? Kennt ihr Menschen, die gleichzeitig Klavier und Tennis spielen und beides gut voneinander trennen können?
 
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schmickus
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Ich spiele Tennis und Klavier, beides intensiv. Gute Technik vorausgesetzt überhaupt kein Problem.
 
G
guido48
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Ergometerrudern find ich auch ne gute Möglichkeit des sportlichen Ausgleichs.. liebe Grüsse und schönen Sonntag wünsch ich Euch
 
 

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