Fingersatz Kv331, Var. I

  • Ersteller des Themas sephilosophia
  • Erstellungsdatum
S
sephilosophia
Dabei seit
24. Nov. 2009
Beiträge
48
Reaktionen
0
Hallo,

ich mache mich zur Zeit über den 1. Satz der A-Dur Sonate her und habe ein kleines Fingersatzproblem am Ende der 1. Variation.

In meiner Ausgabe steht bei den Tonrepetitionen in den Takten 10 u. 11 der 3. Finger und dann der 4. für den gebrochenen Dreiklang.
Meine Frage: Spielt die 3 Stakkato-E jeweils nur der 3. Finger? Ich war immer der Ansicht, dass Repititionen mit Fingerwechsel zu spielen sind: also in dem Fall 343 und mit 4(21) geht's dann demnach weiter, wie es im Fingersatz steht. In gemächlichem Tempo funktioniert das auch recht gut und wirkt auch richtig, nur:
bei flotterer Gangart komme ich dann in Takt 11 bei E-D-Gis mit 431 nach dem Gis wieder nur schwer dazu, mit 343 auf E die Repetition zu spielen, da ich für 431 doch ziemlich weit in die Tasten gehen muss, um D-Gis mit 31 zu schaffen. Der 3. Finger also recht weit oben auf dem D spielt und ich schaffe es nicht, ihn rasch genug (also, ohne, dass eine unschöne Unregelmäßigkeit im Spielfluss entsteht) wieder über das E und herunter zum breiten Teil der Taste zu führen. Zwar wäre ich rasch genug einfach auf dem E, aber weit oben, wo die Repetition doch sehr unelegant ist- und (mir) auch nicht so locker, leicht gelingt, weil die Taste viel mehr Kraft erfordert, um niedergedrückt zu werden.

Auf YouTube habe ich eine Videoaufnahme von Pogorelich gefunden, wo man seine Finger gut sieht- und ich frage mich, wie der offensichtlich ohne weiter in die Tasten gehen zu müssen, das Gis erreicht?
Ab 2:55 kommt die Stelle
http://www.youtube.com/watch?v=GNDz3_7LS_w

Langer Rede kurzer Sinn: Ist die Repetition mit Fingerwechsel zu spielen oder nicht? Denn ohne wäre das ganze natürlich erheblich einfacher ;) Soviel zu dieser Stelle.

Zweite Fingersatzfrage bezieht sich auf den Schlusstakt und den Sprung vom A auf den A-Dur Akkord. In meinen Noten ist der Akkord mit 235 beschrieben, soweit ich weiß, greift man den aber 125. Beide gelingen eigentlich, wobei 125 fehleranfälliger ist, da ich mit 5 oft auf das B treffe, wenn ich "von oben" komme.
Bei 235 hingegen "verpasse" ich oft das Cis und manchmal schlägt der 4. Finger, bei der Geschwindigkeit mit der die Hand ansaust, das Fis mit an. Bevor ich eine der beiden Möglichkeiten intensiv einübe, würde ich also doch gerne wissen, wie es gespielt gehört. Wieder der Verweis zu Pogorelich, der den Akkord nach dem Sprung, da seine Hand sehr hohl ist und hoch steht, anscheinend mit 125 greift- man sieht leider nicht mit welchen Fingern er Cis-A greift.

Für jeden Hinweis bin ich dankbar!

kv331_varI_schlusstakte.jpg
 
rolf
rolf
Dabei seit
18. Feb. 2008
Beiträge
28.780
Reaktionen
19.268
In meiner Ausgabe steht bei den Tonrepetitionen in den Takten 10 u. 11 der 3. Finger und dann der 4. für den gebrochenen Dreiklang. (...)
Langer Rede kurzer Sinn: Ist die Repetition mit Fingerwechsel zu spielen oder nicht? Denn ohne wäre das ganze natürlich erheblich einfacher ;) Soviel zu dieser Stelle.
das Tempo ist nach wie vor andante grazioso, und das ist nicht schnell - also kann man problemlos den bequemsten Weg gehen: kein Fingerwechsel.
probier mal:
e-e-e-/e-cis-a mit 555531
e-e-e-/e-d-gis mit 555542
(bei Tonfolgen mit schwarzen und weißen Tasten: kurze Finger weiß, lange Finger schwarz - gilt nicht als eherne Regel, klappt aber recht oft)


Zweite Fingersatzfrage bezieht sich auf den Schlusstakt und den Sprung vom A auf den A-Dur Akkord. In meinen Noten ist der Akkord mit 235 beschrieben, soweit ich weiß, greift man den aber 125.
nimm 235 - stell dir vor, es gelte a-cis-e-a zu spielen: da ginge ja nur 1235 - und dann lass einfach den Daumen weg (nochn Tipp: Arm schräg zur Klaviatur halten für diesen Akkord, der Daumen muss da gar nicht über irgendwelchen Tasten sein; und keinesfalls das Handgelenk irgendwie verbiegen!)
 
S
sephilosophia
Dabei seit
24. Nov. 2009
Beiträge
48
Reaktionen
0
probier mal:
e-e-e-/e-cis-a mit 555531
e-e-e-/e-d-gis mit 555542

Zum Kuckuck! So habe ich es in meiner alten Ausgabe (Breitkopf, glaube ich - jedenfalls ohne Fingersätze) gespielt, bevor ich in die vermaledeite Ausgabe mit den unseligen Fingersätzen geschaut habe :) Einfach, weil es "am besten gelegen" ist so. Wäre mein Anfangsgefühl also richtig gewesen.
Danke mal dafür!

andante grazioso, und das ist nicht schnell
Meinst du, Pogorelich (falls du dir das Video angeschaut hast), spielt die Variation I zu schnell? Von Horowitz gibt es eine alte Aufnahme, der spielt deutlich langsamer, so um die 112 - in Vierteln. Auch Gieseking ist etwa in dem Tempo.

Gut, dann übe ich es mit 235 ein. Einen weiteren Vorteil dieser Bewegung habe ich noch bemerkt: Man kann den Akkord kontrollierter anschlagen. Da für den Sprung von A3 zum Akkord im Tempo weniger als 1/2 Sekunde bleibt, ist es (für mich) schwer, den Anschlag in der selben Dynamik hinzukriegen. Zwar steht für den Schluss forte notiert. Oft genug hämmere ich den Dreiklang trotzdem deutlich zu hart hinein und das klingt nicht gut.

Danke für die Hilfe, so kann ich unbeschwerter üben, wenn ich die Fingersatzfrage geklärt habe.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
 

Top Bottom